Presseaussendung vom: 25.11.2019 ||

16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen Veranstaltungen zwischen 25. November und 10. Dezember mit Sprechblasen-Aktion auch für Privatpersonen

Allein in Österreich wurden dieses Jahr bereits 18 Frauen von Männern ermordet. Gewalt gegen Frauen ist weltweit – auch in Österreich – die häufigste Menschenrechtsverletzung. Im Rahmen der internationalen Kampagne „16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen“ wird das Recht auf ein gewaltfreies Leben eingefordert. Diese 16 Tage finden zwischen 25. November (Internationaler Tag gegen Gewalt gegen Frauen) und 10. Dezember (Internationaler Tag der Menschenrechte) statt. In Linz werden in dieser Zeit kostenlose Veranstaltungen und Informationsabende angeboten. Als weithin sichtbares Zeichen wird vor dem Alten Rathaus die Fahne „frei leben ohne Gewalt“ gehisst. 

Die Sprechblasen-Aktion des Frauenbüros richtet sich diesmal nicht nur an Linzer Unternehmen, sondern auch an Privatpersonen, die damit gemeinsam ein Zeichen gegen Gewalt setzen können.

„18 Frauen wurden dieses Jahr bereits in Österreich von Männern ermordet. Drohende häusliche Gewalt versetzt tausende Frauen täglich in Angst. Das können wir als Gesellschaft nicht hinnehmen! Neben einer engagierten Frauenpolitik bedarf es dringend mehr opferschutzzentrierter Täterarbeit. Deshalb bin ich sehr froh, dass es uns gelungen ist, für ein städtisches Projekt in diesem Bereich im Doppelbudget 2020/2021 erstmals Mittel zu dotieren“, sagt Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.

Internationaler Tag gegen Gewalt gegen Frauen

Der Internationale Tag gegen Gewalt gegen Frauen ist ein Gedenk- und Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und jeder Form von Gewalt gegenüber Frauen. Im Jahr 1981 wurde dieser Tag von der UNO erstmals zum Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen erklärt. Er wird jährlich am 25. November begangen und findet im Gedenken an drei Bürgerrechtskämpferinnen aus Mittelamerika statt, die 1960 aufgrund ihres frauenpolitischen Engagements ermordet wurden. Weltweit wird der Tag genutzt, um die internationale Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. Jedes Jahr organisieren Frauen- und Menschenrechtsorganisationen zum 25. November Veranstaltungen, bei denen die Einhaltung der Menschenrechte gegenüber Frauen und Mädchen thematisiert wird und welche die allgemeine Stärkung von Frauenrechten zum Ziel haben. Gewalt gegen Frauen betrifft alle sozialen Schichten und hat viele Gesichter. Trotz wichtiger Errungenschaften im Opferschutz und gesellschaftlicher Veränderungen ist das Ausmaß der Gewalt gegen Frauen und Kinder aber nicht geringer worden.

Anlässlich der 16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen finden zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen statt.

Sprechblasen gegen Gewalt

An verschiedene Unternehmen in Linz wurden zahlreiche Sprechblasen ausgeschickt und gebeten, diese in ihren Auslagen und Geschäftsräumen sichtbar anzubringen. Auch Privatpersonen sind eingeladen, gemeinsam ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen und Sprechblasen beispielsweise auf der Innenseite der Heckscheibe ihres Autos, auf ihr Fenster zu Hause oder in der Arbeit auf der Bürotüre anzubringen. Kostenlose Bestellungen werden unter frauenbuero@mag.linz.at entgegengenommen – Post-Adresse und das gewünschte Sujet bekanntgeben. Näheres zu den verschiedenen Varianten erfahren Interessierte unter https://www.linz.at/frauen/103988.php.

Maria Schwarz-Schlöglmann Lecture zum Gewaltschutz im Vorfeld

Bereits im Vorfeld fand am 20. November die Maria Schwarz-Schlöglmann Lecture zum Gewaltschutz an der Johannes Kepler Universität statt. Maria Schwarz-Schlöglmann (1958–2018) – Gründerin des Gewaltschutzzentrums – setzte sich unermüdlich für die Rechte von Frauen und Gewaltopfern ein. Sie sah den Kampf gegen häusliche Gewalt auch als Kampf für die Rechte der Frauen. Mit ihrem Engagement setzte Maria Schwarz-Schlöglmann Maßstäbe, die für Österreich und viele andere europäische Staaten zum Vorbild wurden. Im Gedenken an diese große Linzerin wurde diese Veranstaltung ins Leben gerufen, welche die Erinnerung an ihren außerordentlichen Einsatz hochhält und entsprechende thematische Schwerpunkte setzt.

Mit wissenschaftlichen Vorträgen, praxisnahen Diskussionen und interdisziplinärem Austausch soll die Auseinandersetzung mit den Themen Gewalt und Opferschutz forciert werden.

Ausstellungseröffnung und Ausstellung „Asozial“ am 25. November

Ein Forschungsprojekt am Institut für Konfliktforschung widmete sich der Verfolgung von als „asozial“ stigmatisierten Frauen im Nationalsozialismus. Die Kontinuitäten im Umgang mit vermeintlich „Anderen“ werden in der daraus hervorgegangenen Ausstellung thematisiert. Sie zeigt, dass Ausgrenzung, Stigmatisierung und Disziplinierung eine jahrhundertealte Geschichte haben, die in der Radikalisierung im Nationalsozialismus ihren Höhepunkt, nicht aber ihren Endpunkt fand.

Eröffnung am 25. November, um 18.30 Uhr an der Kunstuniversität Linz, Brückenkopf Ost, Hauptplatz 6. Zu sehen bis 10. Dezember jeweils Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr.

„Unsichtbare Narben“ – Lesung zu psychischer Gewalt am 26. November im Wissensturm

Psychische Gewalt ist schwer in Worte zu fassen, es ist schwer, sie für andere nachvollziehbar zu machen, sie hinterlässt keine sichtbaren Spuren. Anfangs ist sie nicht einmal für die davon Betroffenen als solche wahrnehmbar; da ist einfach ein ungutes Gefühl, irgendwie unterdrückt, manipuliert zu werden. Bei dieser Form der Gewalt weiß man nicht so recht, wogegen man sich wehren soll, und noch weniger, wie. Literatur ist keine Therapie, aber vielleicht kann der eine oder andere Text dieses Abends weiterführende Gedanken anstoßen.

Anlässlich der 16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen lesen Mitglieder des Linzer AutorInnenkreises: Sandra Schopf, Martina Sens, Claudia Taller und Ida Leibetseder. Moderiert wird der Abend im Wissensturm (Start: 19 Uhr) von Ilse Maria Bachl. Der Eintritt ist frei. https://vhskurs.linz.at.

„Der Taucher“ – Film über familiäre Gewalt im Moviemento am 28. November

Am 28. November um 20 Uhr im Moviemento mit anschließendem Gespräch mit Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger, Richard Schneebauer / Zentrum für Familientherapie und Männerberatung , Josef Hölzl / Zentrum Beziehungsleben Männer- und Gewaltberatung und Mag.a Eva Schuh / Gewaltschutzzentrum Linz.
Zum Inhalt: Die Wienerin Irene ist eine starke und selbstbewusste Frau, die mit ihrer 18-jährigen Tochter Lena auf Ibiza lebt. Das innige Verhältnis zwischen Mutter und Tochter gerät ins Wanken, als Irenes Ex-Partner Paul gemeinsam mit seinem Sohn Robert nach Ibiza zurückkehrt. Seine Weltkarriere als Komponist und Musiker ist in Gefahr. Demnächst wird er vor Gericht stehen, weil er Irene schwer misshandelt hat. Mit allen Mitteln versucht er Irene zu manipulieren, damit sie die Anzeige zurückzieht. Als ihm das fast gelingt, stellen sich Lena und Robert gegen Paul. Ein Konflikt ist unausweichlich.

Poetry Slam gegen Gewalt am 3. Dezember

Gemeinsam mit dem Verein Post Skriptum veranstaltet das Frauenbüro der Stadt Linz wieder einen themenbezogenen Dichterinnenwettstreit Poetry Slam. Künstlerinnen werden unter dem Titel „Slammen für (Gewalt-)Freiheit“ ihre selbstgeschriebenen Texte vortragen und inszenieren. Die Veranstaltung findet am 3. Dezember 2019, 19 Uhr, im Badcafe, Badgasse 7, 4020 Linz statt. Aufgrund des begrenzten Platzangebots wird zeitiges Kommen empfohlen – frei nach dem Motto „first come first serve“. 

Engagierte Frauenpolitik

Das Linzer Frauenbüro setzt sich das ganze Jahr über mit dem Thema Gewalt auseinander und führt unterschiedliche Aktionen durch, um Frauen und Mädchen für das Thema zu sensibilisieren und wertvolle Aufklärungsarbeit zu leisten. Bereits in Volksschulen wird anhand von Workshops erarbeitet, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu benennen. Für Schülerinnen der Neuen Mittelschulen werden Workshops zur Gewaltprävention durchgeführt. Darüber hinaus werden auch 2020 wieder Selbstverteidigungskurse für Mädchen und Frauen angeboten.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz mit Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger und Frauenbeauftragter Mag.a Jutta Reisinger über die Veranstaltungen und Aktionen anlässlich der Kampagne „16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen“)

Weitere Gesprächspartnerinnen:
Susanne Wiesmayr (autonomes Frauenzentrum) 
Mag.a (FH) Gudrun Rathmayr (Frauenhaus) 
Mag.a Eva Schuh (Gewaltschutzzentrum )

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