Presseaussendung vom: 02.12.2019 |

107.000 Linzerinnen und Linzer sind erwerbstätig Je höher die Ausbildung desto wahrscheinlicher Beschäftigung

Zukunft: Kinderbetreuung, Vollbeschäftigung, ältere Menschen

Etwas mehr als die Hälfte der Linzer Wohnbevölkerung zählen laut Statistik Austria zu den Erwerbspersonen. Nach Geschlechtern aufgeteilt sind das 57 Prozent der Männer und 48 Prozent der Frauen. Linzer zwischen 35 und 44 Jahren weisen mit 83 Prozent die höchste Erwerbstätigenquote auf. Bei den Frauen stehen die 45- / 49-Jährigen am häufigsten im Berufsleben (81 Prozent). Die Erwerbstätigenquote wird stark von der Ausbildung beeinflusst. Bei Personen mit einem über die Pflichtschule hinausgehenden Bildungsabschluss sorgen anteilsmäßig mehr Menschen für ein eigenes Einkommen als bei Personen ohne weiterführende Ausbildung.

Im Vergleich mit den anderen großen Landeshauptstädten können sich die Werte von Linz jedenfalls sehen lassen. So liegt Linz bei der Erwerbstätigenquote der Männer mit 73 Prozent vor Salzburg, Graz und Innsbruck. Außerdem hat Linz die meisten berufstätigen Studenten (54 Prozent). Darüber hinaus weist Linz die geringste Teilzeitquote der unselbstständig erwerbstätigen Männer auf.

„Die Daten der Statistik Austria zeigen, dass Linz ein attraktiver Arbeitsort ist. Damit die Linzer Arbeitswelt auch in Zukunft ganz vorne mitspielen kann, müssen wir an verschiedenen Schrauben drehen. Beispielsweise an der Attraktivierung der Vollzeitbeschäftigung, dem Ausbau der betrieblichen Kinderbetreuung oder der Verbesserung der Ausbildungsquote“, will Bürgermeister Klaus Luger die Linzer Arbeitswelt zukunftsfit machen.

Mehr als Hälfte der Linzer Wohnbevölkerung ist erwerbstätig

Die Statistik Austria hat die Erwerbstätigkeit in Linz unter die Lupe genommen. Die aktuellsten zur Verfügung stehenden Zahlen beziehen sich auf den Stichtag 31. Oktober 2017. Etwas mehr als die Hälfte der Linzer Wohnbevölkerung zählt zu den Erwerbspersonen (107.000 oder 53 Prozent). Nach Geschlechtern sind das 57 Prozent der Männer und 48 Prozent der Frauen. Eine Person gilt als erwerbstätig, wenn sie in der Referenzwoche mindestens eine Stunde gearbeitet oder wegen Urlaub, Krankheit etc. nicht gearbeitet hat, aber normalerweise einer Beschäftigung nachgeht.

Linz ist Nummer Eins bei 15- bis 64-jährigen Männern

Die Erwerbstätigenquote ist der Anteil der Erwerbstätigen an der Wohnbevölkerung. Die Gruppe der 15- / 64-Jährigen betrachtet die Personen im Haupterwerbsalter. Die Erwerbstätigenquote der 15- / 64-jährigen Linzerinnen und Linzer zusammen betrug im Jahr 2017 etwa 70 Prozent. Dabei liegt die Quote der Männer mit 73 Prozent klar über jener der Frauen mit 66 Prozent.

Im Vergleich mit den anderen großen Landeshauptstädten liegt Linz bei der Erwerbstätigenquote der Männer vor Salzburg, Graz und Innsbruck. Bei den Frauen liegt lediglich Salzburg leicht voran.

Linz hat die meisten berufstätigen Studierenden

In Linz sind besonders viele Studierende erwerbstätig. 54 Prozent der in Linz wohnhaften Studierenden unter 30 Jahren arbeitet. Dies ist der höchste Anteil unter den Vergleichsregionen. Besonders die Universitätsstadt Innsbruck weist mit 44 Prozent einen vergleichsweise niedrigen Wert auf. Salzburg und Graz liegen mit 52 bzw. 51 Prozent leicht über dem Österreichwert.

Jede zweite Frau arbeitet in Teilzeit

Knapp ein Sechstel aller unselbständig erwerbstätigen Linzer und jede zweite unselbständig erwerbstätige Linzerin zwischen 15 und 64 Jahren arbeiten in Teilzeit. Gegenüber dem Vorjahr sind die Teilzeitanteile sowohl bei den Linzerinnen (von 48,5 auf 50 Prozent) als auch bei den Linzern (von 15 auf 16,5 Prozent) weiter angestiegen.

Verglichen mit den anderen größeren Landeshauptstädten weist Linz die geringste Teilzeitquote der unselbstständig erwerbstätigen Männer auf. Die Teilzeitquote der Frauen ist in Linz höher als in Salzburg und liegt auf demselben Niveau wie in Graz. Dadurch ergibt sich, dass in Linz, verglichen mit den anderen größeren Landeshauptstädten, die Differenz zwischen männlicher und weiblicher Teilzeitquote mit 34 Prozentpunkten am höchsten ist.

Linzer zwischen 35 und 44 Jahren haben höchste Erwerbstätigenquote

Die Erwerbsstatistik ermöglicht auch die Betrachtung der Erwerbstätigenquoten nach Altersgruppen und Geschlecht. Die Differenzen zwischen Linzerinnen und Linzern fallen je nach betrachteter Altersgruppe unterschiedlich stark aus. So sind 33 Prozent der Frauen und 38 Prozent der Männer zwischen 15 und 19 Jahren bereits erwerbstätig. Dieser Unterschied zwischen den Geschlechtern zu Beginn der Erwerbskarriere ist darauf zurückzuführen, dass mehr junge Männer als junge Frauen eine Lehre absolvieren und daher bereits mit 15 Jahren ins Erwerbsleben einsteigen. Mädchen besuchen häufiger weiterführende Schulen und beginnen entsprechend später zu arbeiten.

Im Alter von 20 bis 24 Jahren ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern gering (Frauen: 63 Prozent, Männer: 65 Prozent). Danach verläuft der Anstieg bei den Frauen – bedingt durch Geburten und Kindererziehungszeiten – flacher als bei den Männern. Linzer zwischen 35 und 44 Jahren weisen mit 83 Prozent die höchste Erwerbstätigkeit auf. Bei den Frauen sind die 45- / 49-Jährigen am häufigsten berufstätig (81 Prozent). Nach diesem Höchststand sinkt die Erwerbstätigenquote der Frauen und Männer zunächst langsam, ab einem Alter von 55 Jahren pensionsbedingt jedoch immer stärker.

Bedingt durch den früheren Pensionsantritt der Frauen beträgt der Unterschied zwischen Frauen und Männern im Alter von 60 bis 64 Jahren 24 Prozentpunkte. Im Alter von mindestens 65 Jahren sind noch 3 Prozent der Frauen und mit 6 Prozent doppelt so viele Männer erwerbstätig.

Höchste Erwerbstätigenquote mit akademischer Ausbildung

Zur Analyse der Erwerbstätigkeit nach der höchsten abgeschlossenen Ausbildung wird die betrachtete Gruppe auf die 25- / 64-Jährigen eingeschränkt, da sich jüngere Personen oft noch in Ausbildung befinden und somit die Quoten verzerren. Die Erwerbstätigenquote der 25- / 64-jährigen Linzerinnen und Linzer zusammen beträgt im Jahr 2017 etwa 73 Prozent.

Diese wird stark von der höchsten abgeschlossenen Ausbildung beeinflusst. Bei Personen mit einem über die Pflichtschule hinausgehenden Bildungsabschluss ist die Erwerbstätigenquote generell deutlich höher als bei Personen ohne weiterführende Ausbildung. Zum Vergleich: 25- / 64-jährige LinzerInnen mit Pflichtschulabschluss sind zu etwa 60 Prozent berufstätig. LinzerInnen mit Lehrabschluss weisen eine ähnlich hohe Erwerbstätigenquote wie LinzerInnen aus berufsbildenden mittleren Schulen und aus allgemeinbildenden höheren Schulen auf. Mehr als 70 Prozent der LinzerInnen mit einer solchen Ausbildung sind erwerbstätig. Nach Abschluss einer berufsbildenden höheren Schule sind 82 Prozent der 25- / 64-jährigen LinzerInnen erwerbstätig. Bei Personen mit akademischer Ausbildung ist diese Quote noch etwas höher (knapp 85 Prozent).

Mit steigendem Bildungsniveau ähnlichere Berufstätigkeit zwischen Frauen und Männern

Die Erwerbstätigenquote der 25- / 64-jährigen Frauen liegt mit 69 Prozent unter jener der Männer mit 77 Prozent. Am größten ist die Geschlechterdifferenz bei Personen mit Pflichtschulabschluss. Während etwa zwei Drittel der Männer erwerbstätig sind, sind es bei den Frauen nur etwas mehr als die Hälfte. Der Unterschied zwischen Frauen und Männern nimmt mit steigendem Bildungsniveau ab. Bei Personen mit Tertiärausbildung liegen Frauen und Männern annähernd gleich auf.

Darum geht es:

Vollzeit-Beschäftigung attraktivieren

„Die Daten der Statistik Austria zeigen, dass Linz ein attraktiver Arbeitsort ist. Damit die Linzer Arbeitswelt auch in Zukunft ganz vorne mitspielt, müssen wir die Vollzeitbeschäftigung attraktivieren und gleichzeitig die Teilzeitquote reduzieren“, analysiert Bürgermeister Klaus Luger. Derzeit arbeiten knapp ein Sechstel aller unselbständig erwerbstätigen Linzer und jede zweite unselbständig erwerbstätige Linzerin zwischen 15 und 64 Jahren in Teilzeit.

Weiterhin Ausbau Kinderbetreuung

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Kinderbetreuung. Nur wenn Mütter und Väter die Gewissheit haben, dass ihre Mädchen und Buben gut und vor allem zu den benötigten Zeiten betreut werden, können sie Vollzeit arbeiten. Da in den Landgemeinden das Angebot der Kinderbetreuung meist schwach ausgebaut ist, besteht hier Handlungsbedarf. Deshalb muss die betriebliche Kinderbetreuung für Einpendlerfamilien in Linz ausgebaut werden.

Arbeitslosigkeit bei über 55-Jährigen bekämpfen

Bei den ArbeitnehmerInnen ab 55 Jahren sinkt die Erwerbsquote drastisch. Hier besteht Handlungsbedarf. Ein guter Ansatz war die Aktion 20.000. Diese Arbeitsmarkt-Förderung für über 50-jährige Langzeitarbeitslose lief heuer im Juni aus. Oberösterreich war ein Pilotbundesland. Von 740 Förderfällen entfielen 440 auf Linz. Als Beschäftigungsbetriebe fungierten der Magistrat Linz, Vereine, Sozialeinrichtungen und Gemeinden. Die Lohnkosten waren zu 100 Prozent gefördert. 172 Personen – knapp jeder Vierte – wurden vom Arbeitgeber in ein weiteres Beschäftigungsverhältnis übernommen, 30 Personen schafften es von dem befristeten Projekt aus, einen anderen Arbeitsplatz zu finden. 140 weitere (20 Prozent) sind in die Pension gewechselt oder im Krankenstand. Bürgermeister Luger wünscht sich mehr derartige Förderprojekte, um den ArbeitnehmerInnen ab 55 Jahren unter die Arme zu greifen.

AHS für Digitalisierung und Offensive für Technik-Lehre

Ausbildung korreliert eng mit dem Erwerbsleben. Je höher die Ausbildung, umso wahrscheinlicher ist eine Beschäftigung. „Es muss unser gemeinsames Ziel sein, die Ausbildungsquote zu verbessern. Der Pflichtschulabschluss ist zu wenig. Das Gebot der Stunde liegt darin, für mehr Lehrausbildung und für ein besseres Angebot von weiterführenden Schulen zu sorgen. Vor allem das AMS ist hier gefordert. Beispielsweise mit Sonderprojekten zur Technikförderung. Linz wäre für ein Pilotprojekt bereit. Ebenso wäre es Zeit, das von Industriellenvereinigung, Pädagogischer Hochschule und Stadt Linz erarbeitete Konzept für eine AHS mit Schwerpunkt auf Digitalisierung umzusetzen. Bei den Kindergärten und Horten setzten wir den Hebel mit Sprachförderungen an. Die städtischen Bemühungen zeigen positive Effekte“, ergänzt Bürgermeister Klaus Luger.

Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger zum Thema „Linzer Arbeitswelt der Zukunft“)

Zum Betrachten von PDF-Dokumenten benötigen Sie einen PDF-Reader:

Die Stadt Linz fördert im Rahmen der Open Commons Region Linz den Einsatz von freier, anbieterunabhängiger Software. Freie PDF-Reader für Ihr Betriebssystem finden Sie auf der Seite pdfreaders.org (neues Fenster), einem Angebot der Free Software Foundation Europe. Sie können auch den PDF-Reader von Adobe verwenden.

pdfreader.org - Freie PDF-Reader (neues Fenster)     PDF-Reader von Adobe (neues Fenster)

Reisepass
jetzt verlängern!
Reisepass jetzt verlängern!

Im "Superpassjahr 2020" werden die Pässe vieler LinzerInnen ablaufen. Reservieren Sie Ihren Termin gleich online, um Wartezeiten zu vermeiden.

Mehr dazu