Presseaussendung vom: 06.12.2019

Linz für Seniorinnen und Senioren Zuschussbedarf von 2008 bis 2020 um mehr als 50 Prozent gestiegen

Die Lebensstadt Linz bietet ihren Bewohnerinnen und Bewohnern in allen Altersgruppen ein dichtes soziales Netz. Die gute Betreuung von Seniorinnen und Senioren zählt zu den tragenden Säulen der Linzer Sozialpolitik. Die dafür erforderlichen Ausgaben steigen seit Jahren kräftig an. Im Budget-Voranschlag 2020 scheinen für diesen Bereich Auszahlungen von 105 Millionen Euro, im Voranschlag für 2021 ein Betrag von 109 Millionen Euro auf. Das entspricht etwa 15 Prozent des „städtischen Tagesgeschäfts“. 

Im langjährigen Vergleich ist der Zuschussbedarf im Pflegeheimbereich von 23,6 Millionen Euro im Jahr 2008 um 53 Prozent bzw. 64 Prozent auf 36,2 Millionen Euro im Jahr 2020 bzw. 38,7 Millionen Euro im Jahr 2021 angestiegen. Vor allem die Betreuung in städtischen und privaten Zentren für Seniorinnen und Senioren erfordert hohe Aufwendungen, die eine Pflegeplatzgarantie für alle ermöglichen. Den zweitgrößten Zuschussposten stellen die Mobilen Dienste dar, gefolgt von den Tageszentren. 

„Linz als soziale Stadt zeigt vor, dass trotz der schwierigen aktuellen Rahmenbedingungen für Kommunal- und Sozialpolitik Investitionen in soziale Leistungen der richtige Weg sind. Vor allem die Anliegen der älteren Generation, die unser Land nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut hat, sind für uns eine besondere Motivation und Verpflichtung“, sagt Bürgermeister Klaus Luger. 

„Die Sicherheit auf ein Leben in Würde auch im hohen Alter und bei Pflegebedürftigkeit steht bei unseren Bemühungen im Vordergrund. Gleichzeitig ermöglichen die städtischen Dienstleistungen in der Alten-pflege ähnlich wie die Kinderbetreuungsangebote die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Den Angehörigen von pflegebedürftigen Linzerinnen und Linzern bringen diese Angebote Hilfe und Entlastung, da die Pflege von Familienmitgliedern keine leichte Aufgabe ist“, betont Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

Mehr als 36 beziehungsweise 39 Millionen Euro für Linzer Pflegeheime

Linz bietet Vollversorgung mit Pflegeplätzen. Der garantierte Betreuungsplatz für alle Seniorinnen und Senioren zählt zu den größten Erfolgen der Linzer Sozialpolitik.

Im operativen Budget sind Zuschüsse in Höhe von 36 bzw. 39 Millionen Euro für Erhaltung und Betrieb der Senioren- und Pflegeheime vorgesehen. 

22 Millionen Euro für 2020 und 24 Millionen Euro für 2021 entfallen auf die zehn städtischen Einrichtungen und der Rest von etwa 15 Millionen Euro auf private und auswärtige Heime. Die städtischen Einrichtungen bieten derzeit 1.190 Pflegeplätze. Weitere 740 Pflegebetten stellen private Trägervereine zur Verfügung. 

Derzeit ist es so, dass alle älteren pflegebedürftigen Linzerinnen und Linzer, die keine ausreichend private oder mobile Hilfe haben, bereits wenige Wochen nach Anmeldung einen Pflegeplatz in einem Linzer Seniorenzentrum erhalten. Die Vergabe richtet sich dabei nach den städtischen Objektivierungsrichtlinien. 

Die durchschnittliche Wartezeit auf einen Platz beträgt einen Monat. In den zehn Häusern der SZL Seniorenzentren Linz wurden durch Um- und Neubauten die Mehrbettzimmer sukzessive abgeschafft und durch Einbettzimmer ersetzt.

Im langjährigen Vergleich stieg der Zuschussbedarf für Pflegeheime von 24 Millionen Euro im Jahr 2008 um 53 bzw. 64 Prozent auf prognostizierte 36 Millionen Euro im Jahr 2020 und 39 Millionen Euro im Jahr 2021 an.

Vergleich des Zuschussbedarfs 2008 – 2020.

1,7 Millionen Euro für Tageszentren

Linz verfügt über drei städtische Tageszentren mit zusammen 100 Plätzen (Liebigstraße, Sombartstraße und Dauphinestraße) sowie das Tageszentrum Regenbogen mit 20 Plätzen der Volkshilfe Linz (Maderspergerstraße). Diese werden 2020 und 2021 mit je 1,7 Millionen Euro finanziert. 

Zum Angebot zählen gemeinsame Aktivitäten, Pflege und Betreuung sowie drei Mahlzeiten pro Tag. Die Tageszentren können mehrmals wöchentlich besucht werden. Die Kosten für den Besuch richten sich sozial gestaffelt nach dem Einkommen der Besucherinnen und Besucher. 

„Durch die tageweise Betreuung in Tageszentren wird das längere Verbleiben in der eigenen, gewohnten Umgebung ermöglicht und die Notwendigkeit einer Übersiedelung in ein Seniorenzentrum hinausgezögert“, betont Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

Mehr als 3 Millionen Euro Zuschüsse für Mobile Hilfe 

Neben der Vollversorgung mit stationären Pflegeeinrichtungen in allen Stadtteilen liegt ein besonderer Schwerpunkt auf den Mobilen Diensten, die möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden gewährleisten sollen. Dafür schießt die Stadt Linz 2020 ebenso wie im Jahr 2021 etwa 3,3 bzw. 3,4 Millionen Euro zu. 

Alle drei Minuten startet eine Mobile Betreuungsstunde

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mobilen Dienste bieten Hilfe und Unterstützung im Alltag – ob durch Essen auf Rädern, beim Einkaufen, im Haushalt und bei anderem mehr. Hauskrankenpflege sowie Mobile Betreuung und Heimhilfe bilden die Schwerpunkte der mobilen SeniorInnenbetreuung. Angeboten werden sie von der Volkshilfe, der Caritas, dem Samariter-Bund, dem Roten Kreuz, dem Oberösterreichischen Hilfswerk, der Evangelischen Diakonie und dem Verein Miteinander. 

Koordination durch die Stadt Linz 

Die Stadt Linz ist für die Gesamtkoordination der Mobilen Dienste, also für Auftragsvergabe, Controlling sowie Vor- beziehungsweise Mitfinanzierung, verantwortlich. Derzeit werden 2.100 Menschen durch Mobile Dienste betreut.

Im Jahr 2020 und 2021 werden laut der vorliegenden Prognose der Stadtforschung in Linz bis zu 180.000 Stunden von Mobilen Diensten erbracht. 

„Dies bedeutet, dass alle drei Minuten in Linz eine mobile Betreuungsstunde beginnt. Die größtmögliche Unterstützung durch mobile Hilfen im Alltag soll es den Seniorinnen und Senioren ermöglichen, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben zu können“, erklären Bürgermeister Klaus Luger und Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

Aufgrund der demografischen Entwicklung ist in Linz in den kommenden Jahren mit einem leicht steigenden Bedarf an Mobiler Hilfe (Fachsozialbetreuung „Altenarbeit“ und Heimhilfe) zu rechnen, der ab etwa 2024 stärker anzusteigen beginnt. 

Grafik: Stadtforschung Linz

Mobile Dienste: Hauskrankenpflege, Mobile Betreuung und Hilfe

Bei den Mobilen Diensten werden Hauskrankenpflege (HKP) sowie Mobile Betreuung und Hilfe (MBH) unterschieden. 

Kostenentwicklung: 

Die Finanzierung der Mobilen Dienste erfolgt beinahe zur Gänze aus Mitteln der öffentlichen Hand, die KlientIinnen und Klienten haben sozial gestaffelte Kostenbeiträge (die vom Land OÖ. auf Basis des Netto-Haushaltseinkommens verordnet werden) zu leisten. Bis 2011 wurde der jährliche Abgang je zur Hälfte von Stadt und Land abgedeckt. Noch 2005 betrugen die Gesamtausgaben 5,2 Millionen Euro, die Klientinnen- und Klientenbeiträge brachten knapp 1,2 Millionen Euro, Stadt und Land mussten jeweils 2 Millionen Euro abdecken. Bei der Abrechnung 2011 mussten bereits 7,5 Millionen Euro gesamt aufgebracht werden, wovon die Klientinnen und Klienten 1,9 Millionen Euro bezahlten und Stadt und Land je 2,8 Millionen Euro abdeckten. Alleine in diesem Zeitraum sind die Kosten für die Mobile Betreuung und Hilfe also um 44 Prozent gestiegen. Seit 2012 ist das Niveau der Aufwendungen aber in etwa gleich.

„Im laufenden Jahr betrugen die Aufwendungen von Stadt und Land für Mobile Dienste jeweils 2,7 Millionen Euro, die Klientinnen und Klienten trugen etwa 2,3 Millionen Euro bei“, rechnet Vizebürgermeisterin Karin Hörzing vor. 

„2020 und 2021 ist mit einer ähnlichen Größenordnung zu rechnen. Aufgrund der demografischen Entwicklung ist in Linz in den kommenden Jahren mit einem leicht steigenden Bedarf an Mobiler Hilfe (Fachsozialbetreuung Altenarbeit und Heimhilfe) zu rechnen, der ab etwa 2024 stärker anzusteigen beginnt“, schließt Hörzing. 

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Finanzreferent Bürgermeister Klaus Luger und Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing zum Thema „Großes finanzielles Engagement der Stadt Linz für die Betreuung von Seniorinnen und Senioren“)

Reisepass
jetzt verlängern!
Reisepass jetzt verlängern!

Im "Superpassjahr 2020" laufen die Pässe vieler LinzerInnen ab. Reservieren Sie Ihren Termin gleich online, um Wartezeiten zu vermeiden.

Mehr dazu