Presseaussendung vom: 08.01.2020 |

Denk.Mal.Global Veranstaltungsreihe 2020 Schwerpunkt „Klimagerechtigkeit“

Auftakt am 15. Jänner im Wissensturm

Die Vortragsreihe Denk.Mal.Global widmet sich im Jahr 2020 Wegen und Strategien zur Erlangung von Klimagerechtigkeit. Diese variieren von Anpassungsstrategien in den betroffenen Regionen über die Ausschöpfung rechtlicher Klagemöglichkeiten bis zur ökologischen Umstrukturierung der bestehenden Wirtschaftsordnung oder sogar der Forderung nach einem grundlegenden Systemwechsel jenseits kapitalistischer Wachstumslogik. 

Vier Abende im Wissensturm mit Vorträgen und Diskussionen stehen im Jänner und Februar 2020 ganz im Zeichen der Klimagerechtigkeit. Zusätzlich wird am 28.1.2020 der Film „Youth unstoppable – The rise of the global youth climate movement“ im Moviemento aufgeführt. Außerdem gibt es von 15.1.2020 bis 7.2.2020 eine Fotoausstellung zum Thema Klimagerechtigkeit im Foyer des Wissensturms.

„Mit Denk.Mal.Global veranstaltet die VHS eine gesellschaftspolitisch äußerst wichtige Vortragsreihe, die beim Linzer Publikum sehr gut angenommen wird. Die aktuelle Veranstaltungsreihe stellt einen wichtigen Beitrag zur sachlichen Diskussion in der Klimakrise dar. Ich bedanke mich bei Südwind und der Linzer Volkshochschule schon jetzt für die interessanten Themenabende und die Organisation der Reihe“, sagt Bildungsstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.

Denk.Mal.Global

Die entwicklungspolitische Veranstaltungsreihe Denk.Mal.Global wird bereits seit mehr als zehn Jahren von Südwind Oberösterreich in Kooperation mit der Volkshochschule Linz organisiert. Aufgegriffen werden globale Themen, die einen Blick auf die Welt, in der wir leben, richten und durch das Format der Veranstaltungen mit Publikumsdiskussion eine umfassende Beschäftigung mit dem Thema ermöglichen. Heuer beleuchtet die 13. Ausgabe der Reihe mit namhaften ReferentInnen die globalen Auswirkungen des Klimawandels. 

Programmhighlights, Kinofilm und Fotoausstellung

Die Vortragsreihe Denk.Mal.Global widmet sich an vier Abenden Wegen zur Erlangung von Klimagerechtigkeit. Die Veranstaltungen finden ab 15. Jänner jeweils mittwochs ab 19 Uhr im Veranstaltungssaal E.09 im Wissensturm statt. Der Eintritt ist frei. 

Zusätzlich wird am 28.1 der Film „Youth unstoppable – The rise of the global youth climate movement“ im Moviemento aufgeführt. Außerdem gibt es von 15.1 bis 7.2. eine Fotoausstellung zum Thema Klimagerechtigkeit im Foyer des Wissensturms.

15. Jänner: Klimawandel und globale Gerechtigkeit 

Der Auftakt der Veranstaltungsreihe erfolgt am 15. Jänner. Die Klimakrise bedroht die Existenzgrundlage der gesamten Menschheit. Mit einem Begriff von „Klimagerechtigkeit“ kann jedoch aufgezeigt werden, dass die Verursachung und die Betroffenheiten höchst ungleich verteilt sind – im globalen Maßstab zwischen Weltregionen und zwischen unterschiedlich privilegierten gesellschaftlichen Gruppen. Die „imperiale Lebensweise“ weniger Menschen geht systematisch auf Kosten anderer Menschen. Erst wenn die ungleichen gesellschaftlichen Verhältnisse, die die Klimakrise hervorgebracht haben, beleuchtet werden, können Ansatzpunkte für eine umfassendere sozial-ökologische Transformation hin zu einer solidarischen Lebensweise entstehen.

Die Vortragende Bettina Köhler ist Stadt- und Umweltforscherin und lehrt an der Universität Wien. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Umwelt- und Ressourcenkonflikte, Politische Ökologie, Infrastrukturforschung, imperiale Lebensweise sowie Transformation von Stadtpolitik.

22. Jänner: Anpassung an den Klimawandel: Ein Blick in den globalen Süden

Die Auswirkungen des Klimawandels sind im globalen Süden bereits deutlich spürbar. Dabei stellt der steigende Meeresspiegel in niedrig gelegenen Küstenregionen eine besonders große Herausforderung für Millionen von Menschen dar. Im zweiten Vortrag der Reihe werden Umsiedlungsprozesse im Zuge von Klimawandelanpassung anhand eines Beispiels aus Ghana hinsichtlich Fragen der Klimagerechtigkeit kritisch dargestellt.

Der Referent Friedrich Neu studierte BWL an der Universität Frankfurt und Geographie an der Universität Freiburg. In Freiburg arbeitete er anschließend in der Jugend-Suizidprävention als Projektmanager, bevor er an die Universität zurückkehrte. Seit 2018 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Geographie des Globalen Wandels mit Lehre unter anderem zu Klimawandelanpassung betraut.

29. Jänner: Klagen gegen die Verursacher: Klimaschutz auf dem Rechtsweg

Der dritte Abend der Vortragsreihe behandelt die Modelle der Klimaklagen und legt dabei besonderen Fokus auf das Modell einer zivilrechtlichen Klimaklage im Rahmen des vorbeugenden Rechtsschutzes einerseits und der Haftung für Klimaschäden andererseits. Anhand der derzeit anhängigen Fälle – etwa dem Rechtsstreit des peruanischen Bauern Saul Luciano Lliuya gegen den deutschen Energieriesen RWE – wird gezeigt, dass eine Klimaklage mit zahlreichen rechtlichen Herausforderungen behaftet ist, im Ergebnis diese aber nicht unüberwindbar sind.

Die Vortragende Erika Wagner ist Vorständin des Instituts für Umweltrecht, Leiterin der Abteilung für umweltrechtliche Grundlagenforschung und Leiterin der Abteilung Umweltprivatrecht am Institut für Zivilrecht der JKU Linz. Sie hat zahlreiche wissenschaftliche Bücher, Kommentare und Beiträge verfasst, unter anderem zu Klimaschutzklagen.

5. Februar: Wachstum lenken oder stoppen? Nachhaltiges Wirtschaften vs. Postwachstum

Ist Klimagerechtigkeit in einem kapitalistisch geprägten globalen Wirtschaftssystem – etwa durch „Greening“ von Produktion und Konsum – überhaupt erreichbar? Oder braucht es eine grundlegende Veränderung in Richtung der viel zitierten „Postwachstumsgesellschaft“? VertreterInnen des nachhaltigen Wirtschaftens bringen ebenso wie WissenschaftlerInnen und KlimaaktivistInnen in einer Podiumsdiskussion ihre Argumente ein.

28. Jänner: Kinofilm „Youth Unstoppable“

Am 28. Jänner um 20 Uhr ist im Rahmen von Denk.Mal.Global im Moviemento der Kinofilm „Youth Unstoppable“ zu sehen. Erzählt wird die Geschichte der globalen Jugendklimabewegung – spannend, inspirierend und leidenschaftlich über zehn Jahre hinweg erzählt von Regisseurin Slater Jewell-Kemker. Im Anschluss an den Film findet ein Gespräch mit AktivistInnen statt. Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit Moviemento Kino Linz und normale.at.

15. Jänner bis 7. Februar: Fotoausstellung Klimagerechtigkeit

Von 15. Jänner bis 7. Februar ist im Foyer des Wissensturms die Fotoausstellung Klimagerechtigkeit zu sehen. Beeindruckende Bilder aus aller Welt lassen keinen Zweifel – die globale Erwärmung bringt die ökologische Balance des gesamten Planeten aus dem Gleichgewicht. Die Folgen des Klimawandels werden weltweit zu spüren sein und können auch nur global bewältigt werden.

Südwind

Die Menschenrechtsorganisation Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit 40 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Die Arbeit von Südwind macht globale Zusammenhänge begreifbar und leistet konkrete Beiträge zur Umsetzung der Agenda 2030 bzw. der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) auf regionaler, nationaler sowie globaler Ebene. Die Vortragsreihe Denk.Mal.Global – Klimagerechtigkeit ist einer dieser Beiträge.

17 Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

Die Agenda 2030 ist ein globaler Aktionsplan für ein gutes Leben für alle. Mit ihren 17 Zielen (Sustainable Development Goals, kurz SDGs) will sie die Zukunftsaussichten und Lebensperspektiven aller Menschen verbessern. Konkret geht es darum auf Grundlage der universellen Menschenrechte Armut zu beseitigen, Umwelt zu schützen und nachhaltiges Wirtschaften sicherzustellen. Sie sieht eine Politik vor, die Chancengleichheit herstellt, niemanden zurücklässt und gleichzeitig eine nachhaltige Wirtschaft fördert. 

Bei einem Gipfeltreffen der Vereinten Nationen im Jahr 2015 wurde die „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung" beschlossen. Alle 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen verpflichteten sich, auf die Umsetzung auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene bis zum Jahr 2030 hinzuarbeiten.

Die Veranstaltungsreihe Denk.Mal.Global 2020 ist besonders auch im Zeichen dieser Nachhaltigen Entwicklungsziele zu sehen. Vor allem die Punkte Armut, Arbeit und Wirtschaftswachstum, weniger Ungleichheiten, Klimaschutz, Frieden und globale Partnerschaften werden dabei behandelt.

Die nachhaltigen Entwicklungsziele – SDGs lauten:

 

  • Keine Armut: Armut in allen ihren Formen und überall beenden.
  • Kein Hunger: Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern.
  • Gesundheit und Wohlergehen: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern.
  • Hochwertige Bildung: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern.
  • Geschlechtergleichstellung: Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen.
  • Sauberes Wasser und Sanitärversorgung: Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten.
  • Bezahlbare und saubere Energie: Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern.
  • Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum: Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern.
  • Industrie, Innovation und Infrastruktur: Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, inklusive und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen.
  • Weniger Ungleichheiten: Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern.
  • Nachhaltige Städte und Gemeinden: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten.
  • Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster: Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen.
  • Maßnahmen zum Klimaschutz: Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen.
  • Leben unter Wasser: Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen.
  • Leben an Land: Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen.
  • Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen: Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen.
  • Partnerschaften zur Erreichung der Ziele: Umsetzungsmittel stärken und die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger zur „Veranstaltungsreihe Denk.Mal.Global 2020“. Weitere GesprächspartnerInnen: Dr. Florian Walter, Südwind und Mag.a Katja Fischer, Leiterin VHS Fachreferat Gesellschaft und Politik)

Zum Betrachten von PDF-Dokumenten benötigen Sie einen PDF-Reader:

Die Stadt Linz fördert im Rahmen der Open Commons Region Linz den Einsatz von freier, anbieterunabhängiger Software. Freie PDF-Reader für Ihr Betriebssystem finden Sie auf der Seite pdfreaders.org (neues Fenster), einem Angebot der Free Software Foundation Europe. Sie können auch den PDF-Reader von Adobe verwenden.

pdfreader.org - Freie PDF-Reader (neues Fenster)     PDF-Reader von Adobe (neues Fenster)