Presseaussendung vom: 09.01.2020

Kulturjahr 2020: Ein Jahr mit vielen Highlights im Spannungsfeld zwischen Mensch und Digitalisierung

Seit fünf Jahren trägt Linz den Titel UNESCO City of Media Arts und ist damit Teil des Creative Cities Netzwerk der UNESCO. Ein Hotspot der Medienkunst und Digitalisierung ist Linz aber schon viel länger. Ars Electronica wurde vor mehr als 40 Jahren gegründet und ist das weltweit führende Festival, das sich mit dem Phänomen der Digitalisierung in Gesellschaft, Technologie und Kunst auseinandersetzt. 2020 startet es am Campus der Johannes Kepler Universität neu durch. Vor zwei Jahren wurde mit Stream ein neues Festivalhighlight an der Schnittstelle Digitalisierung und Musik etabliert, das heuer seine Fortsetzung findet. Und eine der Pionierinnen der Medienkunst, die im Mai ein rundes Geburtstagsjubiläum feiert, ist in Linz geboren und aufgewachsen: VALIE EXPORT. So gesehen ist es naheliegend, das Kulturjahr 2020 rund um das Motto „Der Mensch im Zeitalter der Digitalisierung“ zu gestalten und damit die Medienkunst im Kulturkalender neuerlich stark zu verankern.

„Künstliche Intelligenz und Digitalisierung sind die Themen unserer Zeit. Der technologische Wandel muss auch als kultureller Wandel begriffen werden, nur so kann der Mensch im Mittelpunkt der gesellschaftlichen Entwicklung bleiben“, sieht Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer das Jahresthema ‚Der Mensch im Zeitalter der Digitalisierung‘ als Herausforderung für den gesamten Kulturbetrieb.

„Welche Bedeutung der digitale Wandel in einer Gesellschaft hat, wird jährlich im Ars Electronica Festival verhandelt. Die neue Kooperation mit der Johannes Kepler Universität Linz freut mich besonders, da zwei der wichtigsten Linzer Player der technologischen und gesellschaftlichen Forschung auf dem Gebiet der Kultur zusammengeführt werden. Von dieser Kooperation sind auch viele nachhaltig wirkende Impulse zu erwarten, die zentrale Antworten auf das heurige Jahresthema geben können.“, sagt Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer.

Mit zahlreichen weiteren Festivalhighlights wie Nextcomic, Crossing Europe, Stream, Pflasterspektakel, Ahoi! Pop Sommer Open Air, dem City Open Air, der Kinderkulturwoche und dem Brucknerfest Linz wird sich Linz weiterhin im Spannungsfeld von Digitalem und Analogem auf der Kulturlandkarte Österreichs und international präsentieren. Die Museen der Stadt Linz warten wiederum mit einem abwechslungsreichen Programm auf, das Größen der zeitgenössischen Kunst ebenso würdigt wie den einflussreichen regionalen Künstler und Kulturförderer Egon Hofmann, aber auch der urbanen Gegenwartskultur in Form der Street Art Raum gibt.

Stream Festival mit neuen Programmideen

Stream, das urbane Musikfestival im Zentrum von Linz, präsentiert in seiner zweiten Ausgabe von 28. bis 30. Mai Konzerte, Club Acts, Workshops und Talks zu den Themen Musik, Popkultur und Digitalisierung an der Donaupromenade Urfahr. Passend zu Linz als UNESCO City of Media Arts und zum heurigen kulturpolitischen Jahresthema widmet sich Stream insbesondere der Schnittstelle zwischen Digitalisierung und Musikproduktion.

Auf der großen Open Air Bühne an der Donau treten internationale und nationale Musik Acts auf. Zum ersten Mal ergänzt wird das Programm von einer eigenen Bühne für elektronische Musik am AEC Maindeck. Die Nächte stehen im Zeichen der Experimental- und Clubkultur. Etablierte und improvisierte Club-Locations bieten ein umfangreiches Konzert- und Ausgehprogramm. Im Ars Electronica Center werden im Talk- und Workshop-Programm Aspekte der Digitalisierung in der Musik beleuchtet und zum Mitmachen eingeladen.

Beim Stream Festival 2020 werden auch erstmals Ergebnisse des neuen Sonderförderprogramms LINZ_sounds präsentiert. Linz Kultur schrieb Anfang 2019 dieses neue Sonderförderprogramm zur Förderung von Digitalisierung in der Musik aus. Digital unterstützte Projekte von Musikgruppen, MusikerInnen mit Linz-Bezug werden dadurch nachhaltig unterstützt und erhalten eine Bühne.

VALIE EXPORT – Programm zum 80. Geburtstag

VALIE EXPORT gilt international als eine der wichtigsten Künstlerinnen konzeptueller Medien-, Performance- und Filmkunst. Zu ihrem 80. Geburtstag werden in Linz zahlreiche Programmpunkte und Aktivitäten stattfinden, die eine umfassende Würdigung der renommiertesten zeitgenössischen Künstlerin Österreichs mit Linzer Wurzeln darstellen.

Das Lentos Kunstmuseum, dessen Bestand an Werken von VALIE EXPORT 2015 durch den Ankauf des Vorlasses der Künstlerin bedeutsam erweitert wurde, zeigt ab 21. Mai unter dem Titel „FÜR VALIE EXPORT“ eine Auswahl von wichtigen Arbeiten. In zwei großzügig angelegten Räumen der Sammlungspräsentation sind Werke des Lentos Kunstmuseum und aus anderen Sammlungen zu sehen, die den Facettenreichtum des Oeuvres der Künstlerin aufzeigen. Die Kuratierung liegt bei Sabine Folie, Direktorin des VALIE EXPORT Center Linz.

Auch das Crossing Europe Filmfestival Linz, das von 21. bis 26. April mit eigenwilligem europäischem Autorenkino das Publikum neuerlich überzeugen wird, widmet heuer seine Tribute-Sektion VALIE EXPORT. Auf Initiative des VALIE EXPORT Center Linz und in Kooperation mit sixpackfilm wird erstmals in der Geburtsstadt von VALIE EXPORT ein umfassendes Programm mit ihren Filmen und Videos gezeigt. Präsentiert wird eine Auswahl von Kurz- und Langfilmen aus mehr als vierzig Schaffensjahren. Dazu gehören neben den drei Langfilmen „Unsichtbare Gegner“ (1976), „Menschenfrauen“ (1979) und „Die Praxis der Liebe“ (1984) experimentelle Studien, weltberühmte Performancearbeiten, feministische Medienkritik und Expanded Cinema Aktionen.

Eine zentrale Rolle bei der Erforschung und Bewahrung des umfangreichen Oeuvres von VALIE EXPORT kommt dem 2017 eröffneten VALIE EXPORT Center Linz, eine gemeinsame Initiative von Kunstuniversität Linz und Lentos Kunstmuseum, zu. Der umfangreiche Vorlass der Künstlerin ist dort untergebracht. Bislang konnten 40.000 Digitalisate erstellt und zahlreiche Forschungsarbeiten angestoßen werden. Auch internationale Ausstellungsprogramme zur Künstlerin nehmen immer wieder von hier ihren Ausgang. Für das heurige VALIE EXPORT Jahr ist die erste wissenschaftliche Publikation des Forschungszentrums geplant: Die „Schriftenreihe VALIE EXPORT Center Linz“ wird mit der Publikation „Der Virtuelle Körper. Vom Prothesen- zum postbiologischen Körper“ gestartet.

In den VALIE EXPORT Schwerpunkt reiht sich auch die Landesgalerie Linz ein. Die sehenswerte Schau „Sammeln und bewahren: Werke von VALIE EXPORT“, die sich mit den Ergebnissen eines konservierungswissenschaftlichen Projektes auseinandersetzt und damit einen Blick hinter die Kulissen der Museumsarbeit gewährt, wird ab 26. März zu sehen sein.

Ars Electronica Festival am JKU Campus Linz

Das letztjährige Ars Electronica Festival schlug mit 110.000 BesucherInnen alle bisherigen Rekorde. Nach fünf Jahren am Standort Postcity, der nach dem durchgeführten Architektenwettbewerb eine völlige Neunutzung und -gestaltung erfährt, wird ab heuer ein neues Kapitel in der Geschichte der Ars Electronica aufgeschlagen. Von 9. bis 13. September wird der Campus der Johannes Kepler Universität von der Ars erstmals bespielt. Diese Kooperation zweier wichtiger Linzer Player im Bereich Forschung, Technologie und Gesellschaft ist mehrjährig angelegt und verspricht aufgrund der optimalen räumlichen Voraussetzungen am Campus sowie aufgrund der thematischen Nähe zwischen dem Schwerpunkt Künstliche Intelligenz auf der JKU und den Themen der Ars Electronica einer der Höhepunkte des Kulturjahres 2020 zu werden. Trotz des neuen Hauptstandortes werden weiterhin die traditionellen Ars-Standorte in der Linzer City, wie das AEC, die Kunstuniversität Linz und das Kulturquartier mit der „CyberArts“-Ausstellung, bespielt.

Ebenfalls einen Rekord verzeichnete 2019 mit mehr als 190.000 BesucherInnen das Ars Electronica Center. Mit dem Thema Künstliche Intelligenz in der neuen Dauerausstellung „Compass – Navigating the Future“ wurde das Publikumsinteresse voll geweckt. Eine seit der Wiedereröffnung im Juni 2019 laufende Befragung unterstreicht die Attraktivität des neuen Ars Electronica Center: Knapp 80 Prozent der BesucherInnen zeigten sich sehr zufrieden, weitere 20 Prozent eher zufrieden mit dem Angebot. Für 2020 sind bereits zahlreiche Aktivitäten geplant, wie zum Beispiel gleich zum Auftakt des Jahres das Themenwochenende zu „AI & Music“ (16.–19. Jänner), bei der im Mittelpunkt die neue Ausstellung zu Künstlicher Intelligenz und Musik steht. Unter anderem ist ein Konzert mit Visualisierungen, Violine, Violoncello und Klavier unter dem Titel „Fata Morgana“ im Deep Space zu erleben (16.1., 19 Uhr).

Augmented Reality bei Nextcomic und Medienkunst im Lentos

Von 12. bis 21. März lädt Nextcomic – Österreichs einziges Comicfestival – zum zwölften Mal zu einer Entdeckungsreise durch gezeichnete Welten ein. Fans der grafischen Künste können Comics, Graphic Novels, Kinder- und Kunstcomics als auch Artverwandtes wie Graffiti, Illustration, Cartoons oder Animationsfilme entdecken. Das Festivalthema „Rollenbilder 2020“ spannt einen Bogen, ausgehend von klassischen Rollenbildern über gesellschaftliche, kulturelle oder psychologische Vorstellungen und Zuschreibungen bis hin zu utopischen Lebensentwürfen, die Klischees und Normen außer Kraft setzen. Die eingeladenen Comic-Artists reagieren individuell auf die Thematik – hinterfragend, entlarvend oder mit einem Augenzwinkern. Im Ars Elelctronica Center präsentieren zum Festivalthema Studierende der Meisterschule für Kommunikationsdesign der HTL1 Linz Augmented Reality Comics, bei denen großflächige Comics mit einer zusätzlichen animierten digitalen Ebene erweitert werden. Das Atelierhaus Salzamt zeigt mit der Ausstellung „Lebt und zeichnet in Linz“ eine Auswahl von einschlägigen Arbeiten oberösterreichischer KünstlerInnen, die in den letzten Jahren Atelierplätze im Salzamt innehatten. Das Festivalzentrum ist wieder im Kulturquartier.

Anlässlich des Crossing Europe Filmfestivals zeigt von 22.4. bis 12.7. das Lentos Kunstmuseum im Leseraum eine Ausstellung des Künstlers Bernd Oppl. Dessen Arbeiten bewegen sich meist zwischen Architektur, Film und Video und ermöglichen den BetrachterInnen einzigartige Zugänge in Räume und Situationen. Die Inszenierungen – mittels aufwendig gestalteter Modelle und Dioramen umgesetzt – vermitteln Oppls Wahrnehmung und Sichtweise auf physische und psychische Orte. Bernd Oppl, geboren 1980 in Innsbruck, studierte an der Kunstuniversität Linz Malerei und Grafik und an der Akademie der bildenden Künste Wien Video und Videoinstallation. 

Festivals in Linz: Pflasterspektakel, Ahoi! Pop und Brucknerfest

Neben Stream Festival, Ars Electronica Festival, Crossing Europe und Nextcomic finden 2020 auch wieder eine Reihe von Kulturfestivals in Linz statt, die zahlreiche BesucherInnen von nah und fern anlocken werden.

Ein absoluter Höhepunkt im heurigen Sommer wird das 34. Pflasterspektakel von 23. bis 25. Juli sein. Als eines der traditionsreichsten Straßenkunstfestivals in Europa präsentiert das Festival ein hochkarätiges Programm aus Comedy und Jonglage, Clownerie und Pantomime, Figuren- und Objekttheater, Hochseil- und Feuerakrobatik, Artistik und Musik aller Art. Mit zuletzt einem Rekord von rund 270.000 BesucherInnen wird auch 2020 mit einem großen Publikumsinteresse zu rechnen sein. Mehr als 100 Compagnien, Solistinnen und Solisten aus 30 Nationen werden Linz in einen Ausnahmezustand versetzen.

Absolute Highlights gibt es beim Ahoi! Pop Sommer Open Air des Posthof Linz, das sich in den letzten Jahren zum Fixpunkt im Konzertsommer etabliert hat. Zwischen 16. und 18. Juli gastieren im Linzer Donaupark der deutsche Star-Rapper Sido, die Wiener Indie-Rock-Band Wanda und die „Quetschn-Synthi-Pop“-Formation Folkshilfe. Letztere wird von Edmund unterstützt, dem frischen Wind in der Austropop-Szene. Alle vier werden für ein besonderes musikalisches Sommerfeeling an der Donau sorgen.

Unter dem Motto „Kontroverse – Bruckner und seine Zeit(genossen)“ setzt 2020 das Internationale Brucknerfest Linz (4.9.–11.10.) seine intensive Auseinandersetzung mit Anton Bruckner fort. Zu hören werden Werke sein, die typisch für die heftigen Auseinandersetzungen sind, die sich zwischen Bruckner und seinen Zeitgenossen entwickelt haben. Im Zentrum steht dabei ein sinfonischer Brahms-/Bruckner-Zyklus, der die beiden Komponisten unmittelbar gegenüberstellt. Zudem werden in Kirchenkonzerten in Ansfelden, Linz und St. Florian auch die geistlichen Werke von Bruckner und Brahms in einer musikalischen Kontroverse zu erleben sein. Stars des Brucknerfestes 2020 sind neben Markus Poschner und dem Bruckner Orchester Linz insbesondere Stardirigent Christoph von Dohnányi, der das feierliche Abschlusskonzert in St. Florian mit dem Deutschen Requiem von Brahms und einer Psalmvertonung Bruckners bestreiten wird (11.10., 18 Uhr) sowie Thomas Quasthoff, der mit seinem neuen Programm „For you“ ein Jazz Special gestalten wird (17.9., 19:30 Uhr). Die Linzer Klangwolke findet am 12. September wiederum im Donaupark statt.

Kinder- und Jugendkultur

Im Bereich des Angebotes für Kinder und Jugendliche wird auch 2020 in Linz viel geboten. Neben den kontinuierlichen Vermittlungsaktivitäten in den Linzer Museen und Theatern sowie im Kinderkulturzentrum Kuddelmuddel sind als Höhepunkte besonders hervorzuheben: am 26. Juni das City Open Air, bei dem der OK Platz von Ensembles der Linzer Musikschule bespielt wird, die Kinderklangwolke, die am 13. September im Rahmen des Brucknerfestes veranstaltet wird sowie die Kinderkulturwoche Linz, die von 8. bis 18. Oktober auch heuer wieder ein starkes Zeichen für ein kreatives Kulturangebot mit Zielgruppe junges Publikum setzen wird.

Fortgesetzt wird das erfolgreiche Projekt „Hello World“, eine Kooperation zwischen der Open Commons Linz und der Linzer Stadtbibliothek. Angeboten werden kostenlose Workshops für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren, in denen spielerisch Grundkenntnisse des Programmierens und Basiswissen digitaler Technologien vermittelt werden. 

70 Jahre Musikschule der Stadt Linz

Ein besonderes Programm hat sich die Musikschule der Stadt Linz anlässlich ihres 70-Jahr-Jubiläums überlegt. Passend zum runden Geburtstag wird die beliebte Veranstaltungsreihe „Musikschule goes Brucknerhaus“ unter dem vielversprechenden Motto „Roots“ ausgerichtet. Dabei begibt sich die Musikschule Linz auf die Suche nach musikalischen Werken, die ganze Generationen beeindruckt und beeinflusst haben und nicht nur in der Klassik, sondern auch im Jazz und in der Rockmusik tief verwurzelt sind. Als Stars beim großen Abendkonzert werden Willi Resetarits (vormals Dr. Kurt Ostbahn) und die tschechische Geigerin und Sängerin Iva Bittova zu hören und erleben sein. Musikalisch getragen wird dieser Abend wie immer vom Symphonischen Orchester der Musikschule der Stadt Linz unter der Leitung von Ingo Ingensand (4.12., 19:30 Uhr).

Ausstellungshighlights in Lentos und Nordico

Das Jahr 2020 bietet in den Museen der Stadt Linz wieder eine Reihe von feinen Ausstellungen, die sich im Spannungsfeld von experimenteller Kunst über Fotorealismus bis zur Street Art bewegen. 

Das Ausstellungsjahr im Lentos Kunstmuseum ist geprägt von großen Persönlichkeiten der zeitgenössischen Kunst. Es startet mit dem polnischen Künstler Pawel Althamer, der mit seinen partizipativen Kunstprojekten bereits auf der Biennale in Venedig und der documenta in Kassel für internationales Aufsehen sorgte (7.2.–17.5.). Im Sommer wird eine Personale zum Werk des oberösterreichischen Malers Josef Bauer ausgerichtet (5.6.–14.9.), umgesetzt in Kooperation mit dem Belvedere 21 inklusive einem umfassenden Katalog. Im Herbst folgt dann eine große Ausstellung des international gefeierten Schweizer Künstlers Franz Gertsch (2.10.–10.1.2021), die mit einer Auswahl an großformatigen, fotorealistischen Gemälden beeindrucken wird.

Auch das Nordico Stadtmuseum setzt bis auf eine Ausnahme auf markante Persönlichkeiten. So startet man das Ausstellungsjahr mit einer umfassenden Aufarbeitung von Leben, Werk und Wirken des Linzer Unternehmers und Künstlers Egon Hofmann (24.1.–26.4.). Im Herbst folgt dann die Schau „Gebaut für alle“, die die Leistungen der beiden Linzer Architekten Curt Kühne und Julius Schulte für den sozialen Wohnbau der Zwischenkriegszeit würdigen wird. (30.10.–7.3.2021). Dazwischen wird mit „Graffiti & Bananas“ ein für das Nordico ungewöhnliches Projekt verwirklicht, das sich der Kunst der Straße, also der Street Art verschreibt und deren Entwicklung insbesondere in Linz seit den 1980er Jahren nachzeichnen wird.

Zu erwähnen ist auch, dass die gute Zusammenarbeit von Land und Stadt Linz im Bereich der Museen weiter fortgesetzt wird. Unter anderem findet im Rahmen dieser Kooperation von 20. bis 23. Februar das Veranstaltungsformat „Museum total“ statt, zu dem neun Linzer Museen mit Ausstellungen, Rundfahrten, Kunstparcours sowie Familienführungen und Workshops interessierte BesucherInnen ansprechen wollen. 

Erinnerungszeichen für NS-Opfer in Linz

Nach dem 2019 abgeschlossenen Wettbewerb für Erinnerungszeichen für NS-Opfer in Linz wird 2020 das Jahr der Umsetzung. Damit setzt Linz einen weiteren Schritt in Richtung Aufarbeitung und Sichtbarmachung der nationalsozialistischen Geschichte. Das Siegerprojekt des Künstlers Andreas Strauss sieht rund 20 Stelen aus Messing, verteilt auf die Linzer Innenstadt und das Zentrum von Urfahr, vor. Die Stelen werden zunächst ausschließlich mit den Daten von jüdischen Holocaustopfern versehen sein, die jeweils mit einer Klingel metaphorisch in Erinnerung gerufen werden können. Umsetzungsstart ist Mitte des Jahres. Die Auswahl des Siegerprojektes erfolgte durch eine zehnköpfige ExpertInnenjury.

Neue Impulse in der Kulturförderung 

Mit der im Dezember 2019 beschlossenen Erhöhung des Kulturförderbudgets der Stadt Linz um 13 Prozent erweitert sich ab 2020 der Handlungsspielraum für das freie Kunst- und Kulturschaffen. Dazu zählen Volkskultur- und Brauchtumsvereine ebenso wie Stadtteil-Kulturinitiativen. So soll das Sonderförderprogramm Kultur/Viertler wieder ausgebaut werden.

Impulse werden insbesondere auch bei neuen Formaten gesetzt, unter anderen durch die Erhöhung der Dotation von 20.000 auf 30.000 Euro des neuen Sonderförderprogramms LINZ_sounds, das höchst erfolgreich 2019 eingeführt wurde und Projekte an der Schnittstelle von Digitalisierung & Musik fördert. Auch im Bereich der Jahresförderungen wird es nach einer Evaluierung der Linz Kultur zu einzelnen Erhöhungen kommen.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer und Dr. Julius Stieber, Direktor Kultur und Bildungzum Thema Kulturprogramm 2020)