Presseaussendung vom: 13.01.2020 |

Artensterben in Oberösterreich Neue ÖKO.L Ausgabe: 100 Seiten Bestandsaufnahme zum Verlust der Biodiversität

Die Zeitschrift für Ökologie, Natur- und Umweltschutz ÖKO.L gilt als österreichweit einzigartig. Das ÖKO.L erscheint im Jahr 2020 im 42. Jahrgang und hat sich während dieses Zeitraums zu einem der renommiertesten populärwissenschaftlichen Natur- und Ökologiemagazine Österreichs entwickelt. Bisher wurden bereits 160 Ausgaben mit mehr als fast 900 Artikeln und fast 6.000 Seiten publiziert. 

„Biodiversität, also die Artenvielfalt der Natur, ist das Hauptthema der neuen Ausgabe der naturkundlichen Zeitschrift ÖKO.L. Die Erhaltung und Förderung der heimischen Artenvielfalt ist gerade in einer Stadt von besonderer Bedeutung, hängt doch unsere Lebensqualität sehr wesentlich von intakten Naherholungsräumen ab“, informiert die Linzer Umwelt- und Naturschutzreferentin Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger. 

Weltweit sterben täglich 150 Arten aus. Auch unser Bundesland ist in Bezug auf das Artensterben keine „Insel der Seligen“: „Die vorliegende neue Ausgabe von ÖKO.L widmet sich neben allgemeinen Gedanken zum Artenschutz der Bedrohung der heimischen Tier- und Pflanzenwelt durch Industrialisierung, zunehmende Bodenversiegelung und agrarische Monokulturen. Viele namhafte Autoren und Fachleute haben ihr Wissen zur Biodiversität aus ihren jeweiligen Fachgebieten eingebracht, um die Bedeutung der Artenvielfalt für einen funktionierenden Naturhaushalt einem breiten LeserInnenkreis zugänglich zu machen“, fasst Dr. Friedrich Schwarz, Leiter der Naturkundlichen Station der Stadt Linz, zusammen. 

Die Schwerpunktausgabe von ÖKO.L umfasst an Stelle der „üblichen“ 36 Seiten (bei regulärem Umfang) 100 Seiten und wurde von der Naturschutzabteilung des Landes Oberösterreich unterstützt. Interessierte können sich die Sonderausgabe kostenlos beim Portier des Botanischen Gartens abholen. 

Die publizierten Inhalte zum Thema Biodiversität und die Erklärungen zu komplexen Zusammenhängen ökologischer Kreisläufe sind nicht nur für die Linzerinnen und Linzer, sondern für alle Menschen in unserem Bundesland von Interesse. „Die Publikation liefert aufschlussreiche Hintergrundinfos zu ökologischen Zusammenhängen und kann auch einen Unterrichtsbehelf für den Naturkundeunterricht an Schulen darstellen“ betont Stadträtin Schobesberger.  

Der Inhalt des neuen ÖKO.L ist breit gestreut. Einleitend informiert Mag. Stephan Weigl über die Aktivitäten des Linzer Biologiezentrum auf dem Gebiet der Biodiversitätsforschung. Durch die ZOBODAT (zoologisch-botanische Datenbank) mit über 4,56 Millionen Verbreitungsdaten zu Pflanzen, Tieren und Pilzen leistet das Biologiezentrum hier einen enormen Beitrag.

Der deutsche Wissenschaftler Dr. Josef H. Reichholf berichtet über die Bedrohung der Artenvielfalt durch die Landwirtschaft als Folge von Überdüngung und Einsatz von Pestiziden sowie durch die Überregulierung von Bächen und Flüssen. Besonders deutlich zeigt sich dies im Rückgang der nachtaktiven Schmetterlinge im Heimatdorf des Autors. Flogen in den 1970er Jahren noch etwa 200–240 Schmetterling pro Nacht die Leuchtfalle an, so waren es zwischen 2013 und 2016 weniger als 50 Falter pro Nacht.

Distelfalter im GartenDistelfalter im Garten; Foto: Biologiezentrum

Der Biodiversität unter der Wasseroberfläche widmet sich DI Clemens Gumpinger. Er zeigt unter anderem die Problematik der Ausbreitung nicht-heimischer Arten und den Einfluss des Klimawandels auf das Leben in den Gewässern auf. Durch das Einsetzen von gebietsfremden Arten wie dem Amerikanische Signalkrebs wollte man die Natur mit fehlenden Arten aufbessern. Als Folge davon ist der Edelkrebs in den oberösterreichischen Fließgewässern komplett verschwunden.

Amphibien sind die am stärksten bedrohte Tiergruppe weltweit. Den 21 in Österreichs heimischen Amphibienarten ergeht es da keineswegs besser. Peter Kaufmann vom Haus der Natur in Salzburg erläutert in seinem Beitrag, dass der Verlust des Lebensraumes den Tieren am meisten zusetzt. Das illegale Aussetzen von Terrarientieren hat außerdem eine exotische Pilzkrankheit (Chytridpilz) nach Europa gebracht, die den Lurchen ebenfalls zusetzt. 

Mit Oberösterreichs Vogelwelt im Wandel beschäftigen sich die Autoren Mag. Dr. Alexander Schuster von der Landes-Naturschutzabteilung sowie Norbert Pühringer und Hans Uhl. Die Brutvogelarten sind in den letzten 100 Jahren annähernd konstant geblieben, was leider noch keinen Anlass zur Freude gibt, wie die Autoren betonen, da viele Arten nur mehr in geringer Zahl vorkommen. Besonders die Arten der Kulturlandschaft sind davon betroffen, ihr Bestand hat sich in Österreich seit 1998 um 42 Prozent verringert.

Das stille Sterben der Insekten ist Schwerpunkt eines Berichts von Mag. Fritz Gusenleitner vom Biologiezentrum Linz und des Entomologen Dr. Martin Schwarz. Als artenreichste Klasse der Tiere, mehr als 60 % aller Tierarten sind Insekten, sind sie vom Artensterben ebenso betroffen. Die etwa 40 000 heimischen Insektenarten haben mit vielfältigen Problemen wie Lebensraumverlust, dem Einsatz von Pestiziden und der Lichtverschmutzung zu kämpfen.

Mit dem Verlust und der Bedrohung von Lebensräumen der Fledermäuse befasst sich Mag. Dr. Guido Reiter von der KFFÖ (Koordinationsstelle für Fledermausschutz und -forschung in Österreich). Gerade gebäudebewohnende Arten verlieren durch Umbau oder Sanierung oft ihre Quartiere, da keine Einflugöffnungen mehr vorhanden sind. Dazu kommt der Verlust insektenreicher Jagdgründe auf Grund von Flurbereinigung, Agrochemikalien und intensiver landwirtschaftlicher Nutzung. 

Artenschutz für Moose steht im Vordergrund eines Artikels von Christian Schröck von der Botanischen Abteilung des OÖ. Biologiezentrums. Mit 1 100 Arten ist Österreich fast so etwas wie ein Moos-Hotspot, was an den vielen unterschiedlichen Lebensräumen unseres Landes liegt, die jedoch zunehmend bedroht sind. Gerade in Mooren sind Moose wichtige Primärproduzenten, können Unmengen an Wasser speichern und haben als Kohlenstoffspeicher eine überragende Bedeutung im Klimaschutz.

Prof. Michael Hohla und Christian Schröck widmen sich den OÖ. Gefäßpflanzen, wo in den Wäldern auf den ersten Blick noch alles in Ordnung zu sein scheint und sich die aktuellen Sturm- und Käferschäden durchaus positiv auf lichtbedürftige Pflanzen auswirken. Pflanzen wie die Preiselbeere, die nährstoffarme Böden bevorzugt, ist mittlerweile in den oberösterreichischen Wäldern eine Seltenheit, da der Waldboden eine massive Nährstoffzufuhr über Luftstickstoff erfährt. Und auch bei anderen Arten auf Sonderstandorten (wie z.B. Trockenrasen, Feuchtwiesen, Feuchtbiotopen) ist die Situation alles andere als rosig! Viele Arten gehen aufgrund des Verlustes von Lebensräumen verloren. Gründe dafür liegen in der Nutzungsänderung und auch in der fortschreitenden Flächenverbauung.

Heinz Forstinger beleuchtet die Biodiversität bei Pilzen. Vor allem höhere Pilze sind oft an bestimmte Lebensräume angepasst. Verschwinden diese, tun es ihnen die Pilze gleich, erläutert der Autor in seinem Artikel. Dies gilt vor allem für Arten, die auf Magerwiesen, Feldraine und Waldränder angewiesen sind. Auch Pilzarten, die auf Totholz angewiesen sind, mangelt es in unseren ausgeräumten Wirtschaftswäldern an Nahrung und so werden sie zunehmend seltener.

Der Naturfotograf und -forscher Josef Limberger berichtet über die Bedrohung der Lebenswelten heimischer Säugetiere beispielsweise durch Verkehr, Landwirtschaft und Tourismus. Daneben werden Beutegreifer wie Fischotter, Wolf und Luchs, die die Rückkehr nach Österreich geschafft haben, oft direkt durch den Menschen bedroht, der seine Ressourcen nicht teilen will.

Feldhasen werden im Maisfeld oft Opfer der Agrarindustrie; Foto: Limberger

Den Artenschwund bei Flechten analysieren Dr. Franz Berger und Dr. Roman Türk. Nach der kurzen Erholungsphase in den 1990er Jahre auf Grund der Schwefeldioxid Reduktion in der Luft, macht diesen Organismen nun Klimaerwärmung und Überdüngung besonders zu schaffen. Um Flechten erhalten zu können, muss der gesamte Lebensraum geschützt werden. Die wirkt auch dem Verlust vieler weiterer Organismen entgegen.

Den Schlusspunkt der Berichte setzt Michael Strauch von der Naturschutzabteilung des Landes, der zu Recht die Frage stellt: „Können wir so weitermachen?“

Die Antwort gibt Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger im Vorwort dieser Sonderausgabe von ÖKO.L:

„Eines muss uns klarwerden: Mit Abwarten und Zuschauen ist es nicht getan. Die Politik auf allen Ebenen steht in der Verantwortung, eine schrittweise Umstellung unserer Art des Wirtschaftens einzuleiten. Wir alle können aber auch selbst einen Beitrag gegen das Verschwinden von Bienen, Amseln und Schmetterlingen aus dem Garten leisten, wir können als Homo sapiens (lateinisch „vernünftiger Mensch“) etwas dagegen tun. Wir bekennen uns auf kommunaler Ebene zu unseren Klimaschutzzielen und das Stadtparlament hat einstimmig seine Zustimmung zur Umsetzung eines Linzer Stadtklimaprogramms gegeben. Darüber, dass es noch nicht zu spät ist, können wir Linzerinnen und Linzer auch bei einem Spaziergang durch wertvolle und ökologisch intakte Flächen vor allem im Süden der Stadt oder in Urfahr überzeugen, die zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Refugien bieten.“ 

Um deren Erforschung und Erhalt kümmert sich die Naturkundliche Station der Stadt Linz, zu deren Aufgaben die regelmäßige Bestandskontrolle ausgewählter Arten und bewusstseinsbildende Öffentlichkeitsarbeit zählt.

Naturkundliche Station liefert Grundlagen für Schutzmaßnahmen

Die Grundlagen für einen gezielten Artenschutz in Linz liefert die Naturkundliche Station, die seit 2005 mit dem Botanischen Garten vereinigt und dem Geschäftsbereich Stadtgrün und Straßenerhaltung angeschlossen ist. Zu ihren Aufgaben zählen Basisuntersuchungen, wie z. B. die Biotopkartierung und regelmäßige Bestandskontrollen sowie die Überwachung von Indikatororganismen wie Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere. Dadurch ist es möglich, Naturhaushaltsveränderungen rechtzeitig zu erkennen, um entsprechende Schutzmaßnahmen zu setzen. 

Grundlagenforschung – Artenreiches Linz 

Linz gilt, was den ökologischen Erforschungsgrad betrifft, als eine der am besten untersuchten Städte Europas. Seit mehr als 25 Jahren arbeitet die Naturkundliche Station der Stadt Linz an einem breit gefächerten Grundlagenforschungsprogramm, das eine Vielzahl von Daten geliefert hat. Es wurde eine Vielzahl an Kartierungen durchgeführt, mit beeindruckenden Ergebnissen:

Die Kartierung der Linzer Brutvögel erbrachte 102 Brutvogel- und 122 insgesamt vorkommende Vogelarten.

Eine Erhebung der Kleinsäugerarten (Mäuse, Spitzmäuse etc.) erbrachte die beachtliche Zahl von 19 Arten, darunter auch seltene wie die Zwergmaus.  

11 Fledermausarten flattern in der Nacht durch die Stadt.

15 Amphibienarten und 10 Reptilienarten leben im Linzer Stadtgebiet.  

Die Untersuchung der Flusskrebsbestände erbrachte in den kleinen, fischfreien Oberläufen der Mühlviertler Bäche gebietsweise noch sehr gute Bestände des Steinkrebses. Südlich der Donau kommt nur der allochthone Signalkrebs vor. 

48 Libellenarten bevölkern die Linzer Gewässer. 

Die Kartierung der Linzer Käferfauna ergab 1247 Arten. Die Heuschreckenfauna der Stadt Linz umfasst 31 von insgesamt 53 in Oberösterreich vorkommenden Arten. 

Hautflügler wie Wildbienen, Pflanzen- und Taillenwespen sind auch zahlreich vertreten. Bei einer Studie konnten 255 Wespenarten, darunter hochgradig bedrohte Arten wurden festgestellt.

49 Ameisenarten kommen im Stadtgebiet vor. 

Alleine in den Traun-Donau-Auen konnten im Rahmen der Biotopkartierung 566 Pflanzenarten, darunter 61 Rote-Liste-Arten, festgestellt werden. 

Das Gelände der voestalpine beherbergt die enorme Zahl von 511 wildwachsenden Pflanzenarten, darunter sehr seltene. 

Eine Erhebung der Moosflora ergab 319 Arten, das ist rund ein Drittel aller Moosarten Österreichs, 63 Arten davon gelten als selten und gefährdet.

Auf einer Fläche von etwa 620 ha Auwald konnten sechs Spechtarten festgestellt werden. 

25 Biberreviere sind im Raum Linz bekannt.

Vier Brutreviere des Eisvogels neun Reviere (Brutpaare) des Zwergtauchers wurden im Europaschutzgebiet Traun-Donau-Auen festgestellt.

Eine wichtige Rolle im Naturschutz spielt die Sachverständigentätigkeit im Rahmen des Naturschutzrechts. Im Begutachtungsverfahren werden eingereichte Projekte dahingehend analysiert, inwieweit der Naturhaushalt tangiert wird bzw. welche Auflagen zu formulieren sind, damit dieser so wenig wie möglich belastet wird. 

Zahlreiche realisierte Schutzmaßnahmen 

In den letzten Jahren wurden mit Erfolg Bachrenaturierungsprojekte verwirklicht, bei denen die Naturkundliche Station maßgeblich an der Planung und Ausführung beteiligt war (z.B. Tagerbach, Weidingerbach, Schießstättenbach, Haselbach, Sammelgerinne und Wambach). Die Stadt Linz gilt mittlerweile österreichweit als Paradestadt der Renaturierungsprojekte. Auch externe Fachdienststellen die Qualität der Naturkundlichen Station erkannt: die Wildbach- und Lawinenverbauung oder der Gewässerbezirk Linz greifen immer wieder auf die Fachkompetenz der städtischen Einrichtung zurück.

Ökopark

Gemeinsam mit den Stadtgärten wurde vor nunmehr 30 Jahren der erste Linzer Ökopark im Stadtteil Neue Heimat der Bevölkerung zur Verfügung gestellt. Diese fast 70 Jahre alte, verwilderte Brachfläche beherbergt eine große Zahl zum Teil seltener Tier- und Pflanzenarten (unter anderem ist sie der einzige erhaltene Standort des „Feld-Mannstreu“ in Oberösterreich) und dient als extensive Erholungsfläche für die BewohnerInnen dieses Stadtteils. 

Amphibienschutz

Seit Jahren betreut die Station die Modell-Amphibienzaunanlage „Am langen Zaun“ in Kleinmünchen und an der Mönchgrabenstraße. Diese Schutzzäune sollen den Straßentod der Erdkröten verhindern, die bei ihrer alljährlichen Wanderung in die Laichgewässer Gefahr laufen, unter die Räder zu kommen. 

Foto FeuersalamanderAuch der Feuersalamander zählt zu den bedrohten Arten.

Ansiedlung von Tieren bei Wohnbauten

Alle Linzer Wohnungsgenossenschaften praktizieren unter fachlicher Beratung und Betreuung der Naturkundlichen Station seit mehreren Jahren die bewusste Ansiedlung von Tieren im Bereich von Wohnbauten. Im Zuge von Haussanierungen oder Neubauten werden Nisthilfen für Mauersegler, Mehlschwalben, Fledermäuse und Turmfalken angelegt, über 500 Stück wurden im Laufe der letzten Jahre angebracht.

Hornissenschutz

Hornissen sind die größten einheimischen Wespen und außerhalb ihres Nestbereichs sehr friedlich. Nur in einem Radius von etwa 4 m um das Nest reagieren sie sensibel auf Störungen. Im Garten sind sie sehr nützlich, da sie für die Aufzucht ihrer Larven große Mengen an anderen Insekten wie Mücken, Fliegen und Raupen, aber auch Wespen benötigen. Sie sorgen so für das biologische Gleichgewicht. Wenn also keine Gefährdung von Menschen gegeben ist, kann das Nest bedenkenlos an Ort und Stelle belassen werden, zum beiderseitigen Nutzen. Im Herbst stirbt das Hornissenvolk ab. Das alte Nest wird im kommenden Jahr nicht mehr bezogen.
Ist jedoch Gefahr im Verzug, kann man sich an die Berufsfeuerwehr wenden, die das Nest unter Erhalt des Hornissenvolkes professionell entfernen kann.

Vogel- und Fledermausnistkästen

Spezielle Schutzprojekte beschäftigten sich mit der Erhaltung und Förderung einzelner Arten: so werden an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet Vogel- und Fledermausnistkästen betreut: die Nistkästen werden einmal jährlich kontrolliert, die angetroffenen Arten und deren Nisterfolge protokolliert. Für die Wechselkröten im Linzer Industriegebiet, sie benötigen flache, offene Laichgewässer, werden, wenn erforderlich Kleingewässer geschaffen, bestehende kontrolliert und diese, wenn notwendig revitalisiert.

Erhaltung alter Tafelobstsorten

In Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Agrarbiologie wurde eine Erhaltungskultur für alte Tafelobstsorten (Obstgenbank) eingerichtet. Dazu wurde eine Obstsortenerhebung durchgeführt und ausgewählte Sorten durch Veredelung und Anzucht in die Kultur aufgenommen. Mittlerweile wachsen ca. 50 alte Kulturobstsorten auf einer Wiese am Linzer Freinberg, um sie vor dem völligen Verschwinden aus unserer Landschaft zu bewahren. 

Schutz der Auwälder

Schon seit 30 Jahren laufen intensive Forschungen in den Linzer Traun-Donau-Auen. Zentrales Ergebnis dieser Studien ist, dass die Auwälder – trotz Abdämmung und Donauregulierung – immer noch ein hervorragendes Artenpotential besitzen. Die 664 ha große Fläche wurde deshalb 2011 als Europaschutzgebiet ausgewiesen. Der westliche Teil der Donauauen im Nahbereich der Solarcity ist durch Wanderwege gut erschlossen und ein beliebtes Naherholungsgebiet.

Stadtbauernförderung

Seit Jahren läuft mit Erfolg ein Programm zur Förderung von ökologisch orientierten Landschaftspflegemaßnahmen durch die Linzer Stadtbauern (Stadtbauernförderung). 90 000 Euro aus dem Umweltfond stehen dafür zur Verfügung. Die Naturkundliche Station hat nicht nur den inhaltlichen Rahmen des Förderprogramms entwickelt, sondern ist auch die für jährliche Abwicklung der Förderung (Begutachtung der Anträge, Berechnung der Förderungshöhe, Statistik) zuständig.

Umweltbildung und Umweltdokumentation

Seit 1979 gibt die Naturkundliche Station die Vierteljahresschrift ÖKO.L heraus. Mit einer Auflage von rund 3400 Exemplaren und rund 2700 Abonnenten gilt das ÖKO.L in der Fachwelt und in interessierten Laienkreisen sowohl national, als auch international als eine der renommiertesten Zeitschriften Österreichs im Bereich Ökologie, Natur- und Umweltschutz. 

Weiterer Gesprächspartner:
Dr. Friedrich Schwarz, Leiter der Naturkundlichen Station der Stadt Linz

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Naturschutzreferentin Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger zum Thema „Sonderausgabe Biodiversität von ÖKO.L, Zeitschrift für Ökologie, Natur- und Umweltschutz“)

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