Presseaussendung vom: 20.01.2020

Für mehr Verkehrssicherheit Stadt Linz rüstet Ampeln auf

Technisches Herz aller VLSA wird erneuert

Linz nimmt bei der Zahl der verkehrsbeeinflussten Ampelschaltungen bereits jetzt eine Spitzenstellung ein: Mehr als 80 Prozent der 200 Linzer Ampeln (Verkehrslichtsignalanlagen) sind nämlich so geschaltet, dass sie nicht „starre“ Intervalle haben, sondern direkt auf den Verkehr „reagieren“.

„Um das erreichte technische Niveau zu erhalten und auszubauen, werden nun zahlreiche Ampeln modernisiert und auf den letzten Stand gebracht. 350.000 Euro stehen dafür zur Verfügung. Vor allem die Radfahrerinnen und Radfahrer werden davon profitieren. Dazu kommt die Verbesserung der Verkehrssicherheit an neuralgischen Stellen und somit die Verminderung die Unfallhäufigkeit sowie die Anpassung der Räumzeiten für ältere Personen. Vorrang hat auch die Anpassung der VSLA an neu angelegte Busspuren und die Straßenbahn, denn der öffentliche Verkehr hat in Linz Vorrang“, bringt Vizebürgermeister Markus Hein die Intentionen des Linzer Infrastrukturressorts auf den Punkt. „Auch zusätzliche Ampeln mit Blindenakustik sind im laufenden Ausbauprogramm enthalten.“ Zudem wird derzeit der Verkehrssignalleitrechner der Stadt Linz in der Mozartschule erneuert. Die Vorarbeiten dafür haben kürzlich begonnen. 450.000 Euro werden dafür von der Stadt bereitgestellt. 

Im vergangenen Jahr wurden mit Kosten von mehr als 300.000 Euro an acht Stellen im Stadtgebiet Ampeln modernisiert. Die VLSA Rudolfstraße/Hagenstraße wurde generalsaniert. Die Ampelanlage Dauphinestraße/Laskahofstraße wurde entsprechend der Verlängerung der Busspur adaptiert. 

Im Zuge der Sanierung des Belags der Stadlerstraße und des Ausbaus des zweiten Richtungsradwegs in der Ramsauerstraße wurde die VSLA Stadlerstraße/Ramsauerstraße neu angepasst. Im Kreuzungsbereich Union-straße/Hanuschstraße wurde die Grünzeit für ältere Personen verlängert und eine Blindenakustik installiert. Auch der Bereich Auwiesenstraße/Gabesstaße erhielt eine „Blindenampel“. 


Mehr als 80 Prozent der Linzer Ampeln sind „intelligent“

An der Kreuzung Leondinger Straße/Ziegeleistraße wurde eine Ampel zur Beschleunigung des öffentlichen Verkehrs adaptiert und an der Dauphinestraße/Schörgenhubstraße wurde ein Radweglückenschluss mittels Ampel abgesichert.

Bei den Bypassbrücken der ASFINAG wurden die Ampelregelungen im Gleichklang mit dem Baufortschritt laufend arrondiert.

Ausbauoffensive im laufenden Jahr

„Im laufenden Jahr setzt die Stadt ihre Modernisierungs- und Ausbauoffensive bei den Verkehrslichtsignalanlagen fort. Neun Adaptierungen sind bereits fix, vier weitere könnten durch Umschichtungen bzw. bei verbleibenden Restmitteln hinzukommen. Dazu kommen etwa 30 Projektplanungen für die Jahre 2021 und 2022. Diese werden im Zuge der Fertigstellung von Neubauten wie etwa des Bruckner Tower in Urfahr, die Errichtung neuer Verkehrsverbindungen wie etwa des Autobahnanschlusses Dornach, den Ausbau der Industriezeile und durch die geplanten neuen Buslinien notwendig. 2020 sind bis zu 350.000 Euro für das Modernisierungsprogramm veranschlagt“, informiert Infrastrukturreferent Markus Hein.

Im Detail werden 2020 die Signalprogramme der Ampelanlagen im Bereich Wildbergstraße/Reindlstraße, Franckstraße/Fröbelstraße und Garnisonstraße/Weißenwolffstraße/Nietzschestraße optimiert.

An der Kreuzung Prinz Eugen-Straße/Garnisonstaße soll durch die Einrichtung einer zusätzlichen Phase die Zahl der Unfälle durch Linksabbieger reduziert werden.

Weiters erfolgen an den Kreuzungen Wiener Straße/Saporoshjestraße, am Bulgariplatz sowie in den Bereichen Humboldtstraße/Blumauerstraße und Leonfeldner Straße/Ferdinand Markl-Straße Ampelverbesserungen für Radfahrer.

Im Kreuzungsbereich Gruberstraße/Lederergasse wird eine Akustikampel für Blinde installiert.


Linz verfügt über 70 Akustikampeln für Sehbehinderte

Technisches Herz der Linzer Ampeln wird erneuert

Eine enorme Investition für die Verkehrssicherheit wird auch mit der Erneuerung des Verkehrssignalleitrechners der Stadt Linz in der Mozartschule getätigt. Die Vorarbeiten dafür haben kürzlich begonnen. Mit Maximalkosten von 450.000 Euro wird in den kommenden zwei Jahren die Hard- und Software des zentralen VLSA-Leitrechners komplett auf „neue Beine“ gestellt.

„Der aus dem Jahr 1996 stammende Rechner wurde den Erfordernissen des Straßenverkehrs entsprechend in der Vergangenheit laufend modernisiert. Nach 24 Jahren ist jedoch kein Upgrade mehr möglich. Bei uneingeschränktem Vollbetrieb wird deshalb die Basis des gesamten Linzer VLSA-Systems ausgetauscht“, erläutert Vizebürgermeister Hein. Die finanziellen Voraussetzungen für die Finanzierung des Modernisierungsprojekts in den Jahren 2019 bis 2021 wurden im Herbst vergangenen Jahres durch einen Gemeinderatsbeschluss der Stadt Linz geschaffen. 

Zur Umschaltung der einzelnen Signalsteuergeräte von der alten Basiseinheit auf die neue Anlage wird zuerst ein Parallelbetrieb von alter und neuer Systemeinheit eingerichtet. Anschließend erfolgt schrittweise die Anbindung der einzelnen Signalsteuergeräte. Nach Fertigstellung der Umbauarbeiten wird die alte Basiseinheit von der neuen Anlage abgetrennt.

Prognosen für Verkehrsplanung und -entwicklung

Ein Hauptvorteil der neuen Anlage liegt neben der „Ausfallssicherheit“ – Störungen und Ampelausfälle werden automatisch gemeldet und können so rasch behoben werden – auch in der Möglichkeit, durch Signalsteuerschleifen monatliche Verkehrszählungen und -auswertungen durchführen zu können.

Dies ermöglicht gleichsam ein Röntgenbild mit Momentaufnahmen der einzelnen Verkehrsströme in Linz und liefert Rückschlüsse auf allfälligen Adaptierungsbedarf.

Die Verkehrsplaner können daraus neue Erkenntnisse über Schwachstellen im Linzer Verkehrssystem und Optimierungen des Verkehrsflusses im Zuge verbesserter Signalsteuerungen gewinnen.
„Zu den neuen Donaubrücken als ,Hardware‘ zur Verringerung von Verkehrsstaus in Spitzenzeiten kommt somit die ,Software‘ der neuen VSLA-Anlage“, veranschaulicht Vizebürgermeister Hein, der auch „gelernter“ EDV-Fachmann ist.

Linzer Ampeln „denken“

Exakt 81 Prozent der 200 Linzer Ampeln sind so geschaltet, dass sie keine starren Intervalle haben, sondern direkt auf den Verkehr reagieren. Sie sind also „intelligent“. 

Das Spektrum dieser intelligenten Ampeln in Linz reicht zum Beispiel von Fußgänger- und Radfahrampeln, die mittels Radar-Bewegungsmeldern auf Grün schalten bis hin zur Verkehrsbeeinflussung im Rahmen des Linzer Beschleunigungsprogramms „LIBE“, die dem öffentlichen Verkehr (Straßenbahnen und Bussen) an den ampelgeregelten Kreuzungen die Vorfahrt ermöglichen.

Insgesamt 122 Anlagen werden so bereits durch den ÖV beeinflusst. Vor allem in den Hauptdurchzugsstraßen in Nord-Süd-Richtung sind die Ampeln dort, wo es aufgrund der planerischen Rahmenbedingungen möglich ist, als „Grüne Welle“ geschaltet. 

Die intelligenten Ampeln in Linz reagieren teilweise durch verschiedenste Detektoren auf den motorisierten Individualverkehr oder per Druckknopfschaltung auf wartende Fußgängerinnen und Fußgänger. Etwa 70 Ampeln und damit fast ein Drittel aller Verkehrslichtsignalanlagen sind mit akustischen Einrichtungen für Blinde und Sehbehinderte ausgestattet. 

 
Gelb blinken schont die Nerven der Autofahrer und Anrainer

Seit 2018 sind zudem 160 der 200 Linzer Ampeln in den Nachtstunden auf Gelbblinken geschaltet, was zu Verringerung von Motor- und Bremsgeräuschen während der Nachtstunden und somit zur Verbesserung der Nachtruhe für die Anrainerinnen und Anrainer beiträgt.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Infrastrukturreferent Vizebürgermeister Markus Hein zum Thema „Linzer Ampeln rüsten technisch auf“)