Presseaussendung vom: 23.01.2020

Linzer Doppelbudget 2020/21: 88 Millionen Euro für die Mobilität Brückenbau und Attraktivierung des ÖV im Mittelpunkt

Voest-Brücken im Sommer fertig

Weitere Schwerpunkte für Radfahrer und mehr Verkehrssicherheit

Erstmals hat die Stadt Linz ein Doppelbudget für die Jahre 2020 und 2021 erstellt. Dieses sieht in den kommenden zwei Jahren 88 Millionen Euro an Investitionen für Straßenbau und Verkehr vor. Dieser Betrag gliedert sich in 36 Millionen Euro für 2020 und 52 Millionen Euro für 2021.

Mit knapp 44 Millionen Euro in den Jahren 2020 und 2021 ist die Neue Donaubrücke Linz die größte Zukunftsinvestition. 7 Millionen Euro scheinen für den Straßenbau in der Investitionsplanung auf. 8,2 Millionen Euro gehen zur Finanzierung von Nahverkehrsprojekten an die Linz AG. Der Finanzierungsanteil für die Westumfahrung scheint mit fünf Millionen Euro und der A 7-Halbanschluss Dornach mit drei Millionen Euro auf.

„Die Jahre 2020 und 2021 stehen ganz im Zeichen der Mobilität durch zukunftsorientierte Verkehrslösungen. Durch den Bau der neuen Bypass-Donaubrücken ist ab heuer eine schrittweise Verkehrsentlastung zu erwarten. An der 4. Donaubrücke wird intensiv gearbeitet. Darüber hinaus haben der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs durch neue Buslinien und die dafür getätigte Fuhrparkerneuerung durch die Linz Linien Priorität“, umreißt Bürgermeister Klaus Luger die wesentlichen Ausgabenschwerpunkte der Stadt Linz und der stadteigenen Linz AG im Verkehrsinfrastrukturbudget für 2020 und 2021. 

„Weitere markante Budgetposten sind Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs, zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und zur Verbesserung des subjektiven Sicherheitsgefühls der Bevölkerung wie etwa durch Optimierung der öffentlichen Beleuchtung. In Summe werden in Linz im laufenden Jahr 36 Millionen Euro in den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur investiert. Um innovative Projekte wie eine Stadtseilbahn umsetzen zu können, erwarten wir uns von der neuen Bundesregierung entsprechende Unterstützung“, ergänzt Infrastrukturreferent Vizebürgermeister Markus Hein. 

Jahre des Brückenbaus:

Voestbrücken bis zum Sommer fertig 

Mit zwei Bypassbrücken verstärkt die ASFINAG aktuell die Voestbrücke. Die Fertigstellung des ersten Brückenzwillings ging in großen Schritten voran, ebenso nimmt die zweite Brücke bereits deutliche Konturen an. Mit der Inbetriebnahme der beiden Bypässe ab Juni 2020 werden dann zahlreiche PendlerInnen von der Entflechtung der Verkehrsströme profitieren. Mit täglich mehr als 100.000 Fahrten zählt die Voestbrücke zu den stärkst befahrenen Straßen in Linz.

Die Bypassbrücken werden im Juni fertigDie Bypassbrücken werden im Juni fertig

4. Linzer Donaubrücke 2023 fertig

Vor fast 50 Jahren ist die Idee erstmals entstanden, nun wird sie endgültig in die Tat umgesetzt. Der Baubeginn der 4. Linzer Donaubrücke ist der Startschuss für die Westumfahrung. Mit dem Baubeginn für die 4. Donaubrücke geht ein lang ersehnter Wunsch der Linzer Bevölkerung in Erfüllung. Der erste Anker wurde bereits gesetzt. Heuer werden weitere wesentliche Arbeiten am südlichen Anker sowie beim Tunnelportal vorangetrieben. Die Hängebrücke soll vorerst als Baustellenfläche für die Westumfahrung dienen und 2023 für den Verkehr freigegeben werden. Der städtische Anteil zur A 26 im Doppelbudget 2020/21 ist mit fünf Millionen Euro budgetiert.

Nördlicher Anker für die 4.Linzer Donaubrücke (Foto: PTU H.P.)Nördlicher Anker für die 4. Linzer Donaubrücke (Foto: PTU H.P.)

44 Millionen Euro für Neue Donaubrücke Linz 

Die Neue Donaubrücke Linz nimmt Gestalt an

Bei der neuen Donaubrücke Linz geht der Baufortschritt nun zügig voran. Im Herbst 2020 sollen die beiden Brückenbögen über Wasser eingeschwommen werden, parallel wird auf dem in Urfahr gelegenen Donauufer der Brückenbogen über Land errichtet. Bis Herbst 2021 soll die Brücke fertig sein. Die Investition der Stadt Linz für die Neue Donaubrücke im Doppelbudget 2020/21 beträgt 44 Millionen Euro.

Herbst Baustart für Autobahnhalbanschluss Dornach-Auhof

Nach dem derzeitigen Stand der Planungen soll im Herbst 2020 der Start für den Autobahnhalbanschluss Dornach Auhof durch die ASFINAG erfolgen. Mit der Verkehrsfreigabe ist dann im Frühjahr 2022 zu rechnen. Den neuen Autobahn-Halbanschluss werden gemäß Verkehrsprognosen täglich mehr als 7.000 Fahrzeuge benutzen. 3,4 Kilometer neue Straßen und Auf- und Abfahrtsrampen sind nahe dem Koglerweg geplant. Der A 7-Halbanschluss Dornach scheint im Budget für die Jahre 2020 und 2021 mit drei Millionen Euro auf.

Autobahnhalbanschluss A7 Dornach-Auhof 

Ausbau des Öffentlichen Verkehrs

Neben dem Brückenbau zur Entlastung der Stadt und zur Erleichterung für die staugeplagten Pendler hat der Ausbau des ÖV im laufenden Jahr Priorität.

Acht Millionen Euro für neue Busse

2020 planen die LINZ AG LINIEN Investitionen in Höhe von rund 13,8 Millionen Euro. Davon werden mehr als acht Millionen Euro in die Erweiterung der neuen Autobusflotte investiert. Im Geschäftsjahr 2020 erfolgt die Lieferung von 20 Hybridelektro-Gelenkbussen.

Neue Busflotte der Linz Linien

Die direkte öffentliche Verkehrsverbindung zwischen Urfahr, dem Industriegebiet am Hafen sowie Ebelsberg und Pichling zählt zu den wichtigsten Ausbauplänen der Linz AG Linien. Die neuen Linien 13 und 14 sollen mit 18 Meter langen Elektro-Hybridbussen fahren. Als Ausgangspunkt der Linie 13 mit der Endhaltestelle Pichlinger See ist der Mühlkreisbahnhof vorgesehen. Die Schnellbus-Linie 14 beginnt im Hafen und verläuft via Umfahrung Ebelsberg zum Bahnhof Ebelsberg.

Mit den neuen Buslinien 13 und 14 wird die Linz AG ihr Nahverkehrsangebot bedeutend verbessern. Derzeit laufen bereits die Planungen für die Fahrweganpassungen durch die Stadt. Bis zur Inbetriebnahme der Linien 13 und 14 ab Entscheidung für Grundstückssuche, Ankauf, Behördengenehmigungen, Planung, Bau und Errichtung ist mit ca. 3 Jahren zu rechnen. Im Geschäftsjahr 2020 werden weiters etwa 1 Million Euro in die Wartung und Erneuerung von Gleisanlagen, Signaltechnik und Haltestellenausstattung investiert. Außerdem fließen 1,8 Millionen Euro in die technische Ausstattung der Straßenbahn- und Buswerkstätten. 

Zwei weitere tim-Mobilitätsknoten

Der Ausbau der neuen Mobilitätsknoten von „tim Linz - täglich. intelligent. mobil“ trägt dazu bei, unterschiedliche Verkehrsmittel miteinander zu verknüpfen. Nach der Eröffnung von drei tim-Mobilitätsknoten am Hauptplatz, an der Wiener Straße und bei der Johannes-Kepler-Universität eröffnen 2020 weitere Standorte in der Grünen Mitte sowie bei der Tabakfabrik. Bis Ende 2021 sollen im Stadtgebiet insgesamt neun tim-Standorte errichtet werden. 

Das Projekt wurde aus Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) gefördert und im Rahmen des Programms „E-Mobilität für alle: Urbane Elektromobilität“ durch die Schieneninfrastruktur-Dienstleistungsgesellschaft mbH (SCHIG mbH) abgewickelt. Die Standort-Weiterentwicklung in Graz und die Umsetzung in Linz wird durch das BMVIT mit einer Summe in Höhe von insgesamt 1,8 Millionen Euro gefördert. Etwa 1,1 Millionen Euro erhält tim-Linz für die Entwicklung und die Umsetzung. Die Stadt Linz stellt aus ihren Budgetmitteln 300.000 Euro zur Verfügung. 

Tim-Mobilitätsknoten der Linz AG

Weitere Schwerpunkte

Heuer 6 Millionen Euro für den Ausbau von Straßen

Der Straßenbau ist in der Investitionsplanung für 2020 und 2021 mit 8,2 Millionen Euro berücksichtigt. Ein Blick auf das bereits fixierte Straßenbauprogramm 2020 zeigt, dass allein heuer 5,8 Millionen Euro für den Ausbau und die Sanierung von Straßen investiert werden. 1,8 Millionen Euro beträgt der Anteil für 2020 an die ASFINAG für die Westumfahrung. 

Ein Schwerpunkt sind so genannte Sonderbauvorhaben. 830.000 Euro sind für die baulichen Maßnahmen in der südlichen Landstraße im Zuge des Austausches von Straßenbahngeleisen reserviert. 450.000 Euro davon sind für den Ausbau der Industriezeile vorgesehen. Der wird in Summe etwa drei Millionen Euro kosten, die sich Stadt und Linz AG teilen. 

Weiters werden 360.000 Euro in die Fertigstellung des Ausbaus der Begleitstraße zwischen der Solarcity, der Auhirschgasse und dem Südpark fließen. Ebenso erfolgt eine Reihe von Um- und Ausbaumaßnahmen von Stadtstraßen. Die Palette reicht von der Erschließung neuer Wohnanlagen bis hin zu Asphalterneuerungen und Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit für Fußgänger wie Fahrbahnteiler, Haltestellenumbauten, Aufstandsflächen etc. 

Radwegeausbau: Netzlänge seit 1990 verdoppelt

Mittlerweile ist das Linzer Radwegenetz auf 150,5 Kilometer ausgebaut. Das entspricht einem Zuwachs von 82 Prozent und damit beinahe einer Verdoppelung seit 1990. Vor allem der Vergleich mit dem Straßennetz kann sich sehen lassen, dieses wurde im Vergleichszeitraum um 16 Prozent erweitert. Aktuelle Projekte mit Signalwirkung wurden dabei mit der Verbindung von Linz nach Puchenau, mit dem Radweg an der Waldeggstraße und der Anbindung des Posthofs und des Hafens an die Innenstadt realisiert. 

Der neue Radweg zwischen Linz und Puchenau wird gut angenommen

Im laufenden Jahr wird das Radwegenetz erneut ausgebaut. Die geplante Radwege 2020 befinden sich unter anderem an der Gaumbergstraße an der Stadtgrenze zu Leonding, an der Ramsauerstraße am Bindermichl, an der Breitwiesergutstraße im Stadtteil Bulgariplatz, an der Wiener Straße in Kleinmünchen sowie am Drosselweg und an der Heliosallee in Pichling. 

Ergänzend dazu werden farbliche Übergänge und rote Signalbeschichtungen bei Kreuzungen und bei Radwegführungen neu beschichtet. 

Etwa 350.000 Euro werden über das Radwegebudget abgerechnet, etwa ebenso viel wird über andere Budgetpositionen, weil sie z. B. Teil eines Gesamtprojektes sind. Werden die Kosten für die großzügigen Rad- und Gehwege auf der Neuen Donaubrücke Linz und den Bypass-Brücken dazugerechnet, summiert sich der Gesamtbetrag für Radwege im laufenden Jahr auf etwa eine Million Euro. Dazu kommen 50.000 Euro als Teilzahlung der Stadt Linz für den Bau der Park & Ride-Anlage beim Mühlkreisbahnhof.

400 Räder für ersten Linzer Radverleih

Auch wenn dafür für die Stadt Linz keine Kosten verbunden sind:  Ein wichtiges Angebot für „Umsteiger“ auf das Rad wird mit dem Linzer Radverleih verwirklicht. Durch ein offenes Ausschreibungsverfahren wurde ein geeigneter Anbieter gefunden. Die City Bike Linz GmbH, gegründet vom Werbering, wird das Bike-Sharing-System in Linz als Konzessionärin betreiben. Das System wird sich hauptsächlich durch Werbeeinnahmen und Verleihgebühren finanzieren. Die Errichtung und den laufenden Betrieb übernimmt die City Bike Linz GmbH, die an den Radstationen Werbeanlagen betreiben wird.

Endlich Realität: der Radverleih für Linz

Die Stadt Linz hat gemeinsam mit der City Bike Linz GmbH 40 Verleihstationen an gut sichtbaren und publikumsrelevanten Standorten in einem Standortkonzept festgelegt. Für den Anfang sind vorerst 400 Fahrräder vorgesehen, im Schnitt zehn bei jeder Station. Sie werden dort an diebstahlsicheren Halterungen mechanisch festgemacht. Der Start der Aktion ist für April geplant.

Beleuchtung

Ebenfalls der Mobilität, vor allem im Hinblick auf die Hebung der Verkehrssicherheit, aber auch zur Förderung des subjektiven Sicherheitsgefühls, dienen die Ausgaben der Stadt für die Verbesserung der öffentlichen Beleuchtung. Dafür werden heuer voraussichtlich 600.000 Euro investiert. 

Das Beleuchtungsprogramm für das laufende Jahr ist derzeit noch in Ausarbeitung. Vor allem die Vorhaben im Zuge der Straßenneubauten sowie diverse Kreuzungsumbauten sowie Projekte zur Erhöhung der Anlagen- und Verkehrssicherheit werden darin einfließen, ebenso die öffentliche Beleuchtung von Geh- und Radwegen.

Etwa 20.000 Leuchten erhellen Linz 

Insgesamt sorgen in Linz mehr als 20.000 Leuchten, die mit mehr als 23.000 Lampen bestückt sind, für Sicherheit. Dabei werden bis zu 80 verschiedene Lampenarten eingesetzt. Hauptziele bei der Errichtung neuer Beleuchtungsanlagen sind vor allem auch die Optimierung des Energieverbrauchs und die Anpassung an modernste technische Standards.

Verkehrslichtsignalanlagen

Auch heuer werden in Linz zahlreiche Ampeln modernisiert und auf den letzten Stand gebracht. Vor allem die Verbesserung der Verkehrssicherheit an neuralgischen Stellen und somit die Verminderung die Unfallhäufigkeit, die optimierte Schaltung bei Radfahrüberfahrten sowie die Anpassung der Räumzeiten für ältere Personen sind dabei wesentliche Zielsetzungen. Dazu kommt die Anpassung der VSLA an neu angelegte Busspuren und die Straßenbahn. Ebenso sind zusätzliche Ampeln mit Blindenakustik sind im laufenden Ausbauprogramm enthalten.

Dafür werden heuer 350.000 Euro bereitgestellt. Dazu kommen 150,000 Euro an Jahresrate für die Modernisierung und Erneuerung des Leitrechners in der Mozartschule und 300.000 Euro für neuen Radar- und Rotlichtanlagen. Ziel dabei sind nicht Mehreinnahmen, sondern die Verbesserung der Verkehrssicherheit.

Stadtseilbahn für Linz: Stadt wird bei Ministerin Gewessler vorstellig

Kein Luftschloss: Die Linzer Stadtseilbahn Kein Luftschloss: Die Linzer Stadtseilbahn 

Noch nicht im Doppelbudget berücksichtigt ist das innovative Projekt einer Stadtseilbahn für Linz. Um dieses Bauvorhaben realisieren zu können, bedarf es der Unterstützung des Bundes. Die Stadt Linz wird sich daher bei der neuen Bundesregierung um einen Termin bemühen, um entsprechende Mittel aus der in Aussicht gestellten Nahverkehrsmilliarde zu lukrieren. Tatsächlich ist dieses Projekt kein Luftschloss. Stadtseilbahnen wurden anderenorts bereits vielfach mit großem Erfolg realisiert und sind relativ rasch umzusetzen.

Die Stadt Linz hat bereits bei der Wiener BAUCON ZT GmbH eine Machbarkeitsstudie für eine Linzer Stadtseilbahn in Auftrag gegeben. Die Fachleute schlagen den Bau einer 8,4 Kilometer langen Seilbahnverbindung zwischen dem Bahnhof Ebelsberg und der künftigen Hafencity mit einer Verlängerungsoption bis zum Pleschinger See (1,6 Kilometer) vor.

40.000 bis 45.000 Fahrgäste pro Tag erwartet

Der Streckenverlauf berücksichtigt die Verteilung der Wohnbevölkerung und des Arbeitsplatzangebotes ebenso wie die Anbindung öffentlicher Verkehrsmittel. Mit diesem attraktiven Seilbahnangebot können Pendler und Linzer das Werksgelände der VOEST in nur 9 Minuten vom Bahnhof Ebelsberg aus erreichen. Pro Tag werden 40.000 bis 45.000 Fahrgästen erwartet.  Mit den bis zu 35 Personen fassenden Kabinen der 3-Seil-Bahn (zwei Tragseile, ein Zugseil) ließen sich je Fahrtrichtung pro Stunde 5.500 Passagiere befördern. Im Vergleich würde eine Straßenbahn mit einem dichten fünf Minuten Takt lediglich knapp 3.000 Passagiere transportieren können.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger und Infrastrukturreferent Vizebürgermeister Markus Hein zum Thema „Budgetausgaben für die Mobilität“)

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