Presseaussendung vom: 04.02.2020

Stadtentwicklung der Zukunft: Verantwortungsvolle Planung braucht klare Ziele Strategie mit fünf Schwerpunkt-Themen

Städtebauliche Entwicklung und gesellschaftliche Verantwortung gehen Hand in Hand

Städtebau ist ein Thema, das alle betrifft – BürgerInnen, Wirtschaft, Stadtpolitik. Die Frage, wie unsere Stadt, unser unmittelbarer Lebensraum genutzt wird, sorgt seit jeher für Diskussionen. Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit, wie der Masterplan für die Kaserne Ebelsberg oder die Errichtung eines neuen Stadions in Verbindung mit einem Möbelhaus an der Hafenstraße zeigen deutlich, dass für die Realisierung großer Projekte der Ausgleich und die Abwägung zahlreicher Interessensgruppen unerlässlich ist. Die Stadt Linz setzt in Sachen Stadtplanung nun einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft: Unter Leitung des renommierten Architektur- und Stadtentwicklungsbüros Kleboth und Dollnig erarbeiten ExpertInnen-Gruppen die „Stadtentwicklungsstrategie Linz 2020“. Diese definiert künftig klare und messbare Ziele für die Stadtentwicklung unserer Lebensstadt, um Linz für zukünftige Herausforderung optimal vorzubereiten. BürgerInnen, ProjektbetreiberInnen, aber auch InvestorInnen finden somit für ihre Projektentwicklung klar definierte Spielräume vor. Gleichzeitig stellt die Stadt Linz damit sicher, dass einzelne Projekte der generellen städtebaulichen Ausrichtung der Stadt Linz entsprechen. Fünf Themenschwerpunkte stehen bei der Entwicklung des Steuerungsinstrumentes im Zentrum: Stadtwachstum, Stadtleben, Stadtzukunft, Stadtwirtschaft sowie Stadtnetzwerk. Das Stadtentwicklungskonzept Linz 2020 steht dabei nicht im Wettstreit mit bestehenden, hoheitlichen Planungsinstrumenten, sondern dient der langfristigen, interdisziplinären Ausrichtung der Stadtentwicklung.

„Faszinierende Städte in aller Welt folgen immer einer eindeutigen Vision. Mit der Stadtentwicklungsstrategie Linz 2020 definiert die Stadt Linz erstmals klare Richtlinien, die bei jedem weiteren Entwicklungsschritt verfolgt werden. Nachhaltige, verantwortungsvolle Planungsarbeit geht mit gesellschaftlicher Verantwortung Hand in Hand“, erklärt Bürgermeister Klaus Luger das Konzept.

Infrastrukturreferent Vizebürgermeister Markus Hein ergänzt: „Eine eindeutige Strategie und definierte Rahmenbedingungen für Entscheidungen garantieren nicht nur ProjektbetreiberInnen mehr Planungssicherheit, sondern geben auch den Bedürfnissen und Erwartungen der LinzerInnen durch die Einbindung einer breiten Öffentlichkeit in den Prozess entsprechendes Gewicht.“

Andreas Kleboth meint dazu: „Nur eine innovative Methode gewährleistet auch das gewünschte, innovative Ergebnis. Die vorgeschlagene Methode für die STES, die Themen ‚auszustreiten‘, folgt dabei unserer Vorstellung von Stadt. Stadt als ein Ort steten Wettstreitens. Wettstreit um Platz, Wettstreit um Aufmerksamkeit, Wettstreit der Ideen. Das feuert die Entwicklung in der Stadt und die Entwicklung der Stadt an. Und trotzdem ist die Stadt zugleich ein Ort des Ausgleichs und des sozialen Miteinanders. Ganz so wie es die vorgeschlagene Methode verspricht.“

Fünf Faktoren definieren zukunftsfitte Stadtplanung

Stadtplanung ist mehr als Planungs-Spezialistentum, sondern Querschnittsmaterie: Technische Möglichkeiten müssen bei jedem Projekt mit gesellschaftlichem Nutzen, aber auch mit Fragen der Nachhaltigkeit, Ästhetik und den Nutzen-Anforderungen des Projektbetreibers abgewogen werden. Darüber hinaus spielt natürlich jeweils auch die Finanzierbarkeit eine wichtige Rolle in der Machbarkeit eines Projektes.

Aufgrund dieser Vielfalt an Interessen, welche eine nachhaltige Entwicklung der Stadt begleiten, sind die Hauptkategorien der ExpertInnen-Gruppen bewusst als themenübergreifend definiert. Diese Gruppen werden jeweils von renommierten SpezialistInnen aus dem Bereich der Architektur und Stadtplanung geleitet. Vor- und Nachteile von erarbeiteten Konzepten stehen dabei in einem öffentlichen Wettstreit. Diese werden im Anschluss an die Workshop-Phase präsentiert, wobei die Diskussion zwischen BürgerInnen und ExpertInnen dezidiert eingeplant ist. Die Ergebnisse aller fünf Schwerpunktthemen werden von der Projektleitung in Kooperation mit den ModeratorInnen zu einer Vision für die Stadtentwicklungsstrategie zusammengefasst.

  • Stadtwachstum: Mehr ist nicht gleich mehr

Geleitet wird dieses Team von dem Architekten und Stadtentwickler Max Rieder (Salzburg/Wien). Zentrale Fragen sind dabei, ob Entwicklungsprojekte die richtigen Schwerpunkte für das gewünschte Stadtwachstum setzen: Kommt an die richtige Stelle die richtige Nutzung? Entspricht die Dichte den Zielen der Stadtentwicklung? Wo wird Linz erweitert und welche Flächen werden dafür genutzt? Wie können Flächen verfügbar gemacht und die Stadt langfristig auch gestaltbar bleiben? Ganz besonders soll dabei auf die spezifischen Voraussetzungen und Potenzial von Linz Rücksicht zu nehmen und dem Standort damit verstärkt ein unverwechselbares und eindeutiges Profil zu geben. 

  • Stadtleben: Mehrwert für Bevölkerung ist ein Muss

Das Stadtleben nimmt eine weitere Gruppe, geleitet vom Linzer Architektenteam Daniela Harold/Rolf Touzimsky, in den Fokus. Unter anderem sollen folgende Fragen diskutiert und erarbeitet werden: Was trägt ein Projekt zur Steigerung der Lebensqualität bei? Wird der öffentliche Raum aufgewertet? Ist ein Mehrwert für die Bevölkerung gegeben? Zentral sind hierbei Faktoren wie Wohnraumangebote, Umweltschutz, Freizeit- und Naherholungsraum, aber auch das Gemeinschaftsleben. Unter diesem Punkt wird auch die kürzlich präsentierte Markenstrategie der Stadt Linz einfließen und berücksichtigt werden.

  • Stadtzukunft: Nachhaltig planen, um in Zukunft agil zu bleiben

In dieser Querschnittsmaterie geht es darum, Linz langfristig verantwortungsvoll auszurichten und die Stadt so wertvoll wie möglich an künftige Generationen weiter zu geben. Fragestellungen der Arbeitsgruppe, geleitet von Claudia Schönegger von Terra Cognita/Salzburg, sind etwa: Nutzt das Projekt die Potenziale des Standorts optimal? Wie kann gegebenenfalls eine Nachnutzung aussehen, falls das Projekt nicht funktioniert? Wie können Fragen des klimagerechten Städtebaus berücksichtigt werden (Durchlüftung, urbane Hitzeinseln, Oberflächenversiegelung, Beschattung, etc.)? Ist das Projekt auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Ökoverbund) adäquat angeschlossen? Wie ist die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum? Wesentlich ist in diesem Themenblock auch, wie die Stadt ausreichend flexibel bleibt, um auch in Zukunft noch agile Stadtentwicklung betreiben zu können.

  • Stadtwirtschaft: Dynamisches Wachstum sicherstellen

Linz ist nach Wien die wirtschaftlich erfolgreichste Region Österreichs. Dieser Erfolg ist auch Resultat einer einzigartigen Ermöglichungskultur für Unternehmen, die sich der Innovation verschrieben haben. Vor allem städtische Landmarks wie die Tabakfabrik Linz bieten jungen, aufstrebenden Firmen beste Voraussetzungen für eine dynamische Entwicklung. Claudia Nutz, ehemalige Geschäftsführerin der 3420 Seestadt Wien, jetzt selbstständig mit Nutzeffekt GmbH, leitet das Szenario-Team zum Thema Stadtwirtschaft. Macht ein Projekt den Standort Linz wirtschaftlich stärker? Trägt es zu einer gestärkten Standort-Wettbewerbsfähigkeit bei? Generiert es ausreichend Wertschöpfung? Aber auch Themen wie harte Standortfaktoren (Erschließung, Widmung, Energieversorgung etc.), weiche Standortfaktoren (Lebensqualität, Image, Kulturangebot etc.) und das vorhandene Dienstleistungsangebot werden hier diskutiert. Darüber hinaus geht es auch um die Frage, was Stadtentwicklung für einen Beitrag für ein gesundes städtisches Budget leisten kann.

  • Stadtnetzwerk: Digitalisierung schafft neue Netzwerke

Linz ist ein vernetztes System. Damit die Landeshauptstadt „funktioniert“, greifen innerhalb der Stadtgrenzen auch darüber hinaus viele Räder ineinander. Mit den Netzwerken, die eine Stadt am Laufen halten, beschäftigt sich ein Team, moderiert von Andrea Weninger vom Büro Rosinak und Partner aus Wien. In dieser Gruppe wird geklärt, wie die Stadt mit dem Umland kooperieren kann, um sich optimal weiter zu entwickeln. Partizipation der eigenen Bevölkerung ist ebenfalls ganz zentral: Wie kann Linz seine BürgerInnen informieren und diese an Planungsprojekten beteiligen? Wie sieht eine transparente Stadtentwicklung aus? Welche Initiativen laufen derzeit bereits in Linz und wie können Synergien genutzt werden? Die Möglichkeiten der Digitalisierung erweitern die Möglichkeiten einer vernetzten Stadt noch weiter: Werden Potenziale der neuen Medien, der Digitalisierung ausreichend genutzt und berücksichtigt?  

Verantwortungsbewusste Planung schafft Werte

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 300.000 Euro.

„Stadtentwicklung ist eine Materie, die weit über das bloße Bauen hinausgeht. Die Stadt Linz ist sich ihrer Verantwortung bewusst und hebt diese daher auf eine höhere, strategische Ebene. Nur so kann der umfassende Wert der Stadt, also der ökonomische, ebenso wie der ökologische, der ästhetische wie der gesellschaftliche, der technische wie der kulturelle, kontinuierlich wachsen und Linz auf Dauer noch erfolgreicher machen. Zentrales Fundament ist natürlich auch eine gesunde wirtschaftliche Basis des Stadthaushalts und eine ausreichende Flächenvorsorge für Infrastruktur und bauliches Wachstum“, betonen Bürgermeister Klaus Luger und Infrastrukturreferent Vizebürgermeister Markus Hein abschließend.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger und Infrastrukturreferent Vizebürgermeister Markus Hein zum Thema „Stadtentwicklungsstrategie Linz 2020 – neues Leitbild und konkrete Ziele für die Stadt der Zukunft“. Weiterer Gesprächspartner: DI Andreas Kleboth, Kleboth und Dollnig ZT GmbH)

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