Presseaussendung vom: 10.02.2020

Bürgermeister Klaus Luger: „Linz ist als Österreichs Silicon Valley Hotspot der Digitalisierung und Innovation“ Mit 5 G-Technologie, Digitalisierung und Industrie 4.0 unterwegs in die Zukunft

Höchste Patentquote aller Landeshauptstädte und Gründer-Boom

Die Zukunft der Städte ist digital. Linz ist rechtzeitig auf diesen Zug „aufgesprungen“: Die Ars Electronica-Hometown Linz punktet seit Jah.ren mit Initiativen wie dem Hotspot-Ausbau, freien Daten über Open Commons oder den Online-Plattformen www.schauauf.linz.at und www.innovationshauptplatz.linz.at.

Linz hat als eine der ersten Städte einen Chatbot als Serviceleistung für die BürgerInnen eingeführt. Das LinzAG-Tochterunternehmen LIWEST hat den Zuschlag für die 5 G-Technologie erhalten. Jeder vierte neue Arbeitsplatz in Linz kommt aus der IT-Branche. 

Linz hat die höchste Patentanmeldequote in Österreich. In der Tabakfabrik arbeiten bereits mehr als 1.000 Menschen in Start Ups und zukunftsorientierten KMUs – die Linzer Antwort auf Silicon Valley.

Linz ist die Industrie-4.0-Hauptstadt Österreichs und setzt auf zukunftsorientierte umweltfreundliche Mobilitätsformen. Als Katalysator für das Innovationspotential hat die Stadt den Innovations-Hauptplatz eingerichtet, der beratend und koordinierend wirkt.

„Linz nimmt die Herausforderung an. Es gilt einerseits, den wahren Mehrwert der Stadt, unsere starken Industriebetriebe, durch Digitalisierung im internationalen Konkurrenzkampf zu erhalten und auszubauen. Andererseits werden wir weiterhin alles tun, um die Arbeitsplätze der Zukunft nach Linz zu bringen. Wir wollen Digitalisierungs-Hauptstadt sein und die Tabakfabrik noch weiter zur Innovationsdrehscheibe ausbauen. Dies alles mit dem Ziel, Linz zur innovativsten Stadt Österreichs zu machen“, fasst Bürgermeister Klaus Luger die Intentionen der Stadt zusammen.

Chatbot „Frag ELLI!”

Linz zählt zu den ersten Städten, die einen Chatbot, die Online-Assistentin „ELLI“, zur Kommunikation mit den BürgerInnen eingeführt hat. 

Seit Juli 2019 können Fragen unter fragelli.linz.at jederzeit per Chat gestellt werden. In Echtzeit werden vom Chatbot ausgewählte Themenbereiche, wie etwa Pass- und Meldewesen, Haustiere, Parken, Veranstaltungstermine und Fahrplanauskünfte behandelt und beantwortet. Das Portfolio wird ständig erweitert. Wie die Nutzungszahlen zeigen, wird das das digitale Angebot der Stadt Linz gut angenommen. Wöchentlich werden bis zu 1.000 Nachrichten geschrieben.

City Branding

Unter dem Titel „City Branding Linz“ wurde ein Neupositionierungsprozess, der von der Stadtregierung gemeinsam mit Stakeholdern und externen Fachleuten durchgeführt wird, gestartet.

Bei einer damit einhergehenden Umfrage wurde dabei auch ein Schwerpunkt auf das Thema Digitalisierung gelegt. Der Fahrplan für die Digitalisierungsoffensive der Stadt wurde von den Befragten klar bestätigt. Vor allem der Ausbau der digitalen Infrastruktur sowie die weitere Digitalisierung von Angeboten und Serviceleistungen der Verwaltung standen im Fokus.

Durch das mit City Branding angestrebte neue Markenkonzept kann sich Linz sowohl als Lebensstadt, als Wirtschafts- und Bildungsstandort als auch als Kultur- und Innovationsstadt nachhaltig positionieren.

Dieser Prozess wird auch durch die getroffene Entscheidung für die Neubesetzung der Magistratsspitze unterstützt. „Durch die große Erfahrung der designierten Magistratsdirektorin bei der Digitalisierung von Verwaltungsprozessen sind hier weitere Fortschritte zu erwarten“, erklärt Bürgermeister Klaus Luger. „Unser Ziel müssen weitere Beiträge zu Innovation, Verwaltungsmodernisierung und Effizienz in Linz sein“.

5 G-Technologie und WLAN-Ausbau

Grundlage für die Entwicklung von Innovationen sind die Digitalisierung sowie der Ausbau schneller und leistungsfähiger Datennetze. Die Zukunft dabei ist die moderne 5 G-Technologie, die ein vielfach schnelleres Internet als die bisherige 4G/LTE-Technik ermöglicht. 

Linz ist damit auf dem besten Weg zur „Digital City“ Österreichs. Digitalisierung macht letztlich den Schritt zur Innovationshauptstadt erst möglich.

Neue Antennen, höhere Datenübertragungsraten zwischen 5 GBit/s und 20 GBit/s sowie bessere Bewegungseigenschaften garantieren mehr Datenvolumen, damit können mehr Endgeräte als bisher gleichzeitig von 5 G profitieren. Die neuen Antennen verbrauchen nur ein Zehntel des Stroms wie bisher. Damit sind diese auch wesentlich nachhaltiger und umweltfreundlicher. Die Netzzuverlässigkeit liegt bei 99,99 Prozent.

5 G-Netzausbau, Foto: Shutterstock

5 G-Netzausbau; Foto: Shutterstock

Bei der Ausschreibung der 5 G-Frequenzen für Oberösterreich erhielt das Linz AG-Tochterunternehmen LIWEST den Zuschlag und setzt somit einen wichtigen Schritt in die digitale Zukunft. Linz als größter Wirtschaftsstandort in Oberösterreich kann damit seine Vorreiterrolle vor allem im Bereich der technischen Innovationen weiter ausbauen.

Auch in einem anderen Bereich des Mobilfunks liegt Linz ganz vorn: als eine der ersten Städte Österreichs baute die Stadt ein drahtloses WLan-Netz auf. Die so genannten „Linzer Hotspots" wurden verbessert und von 2 Mbit/Sekunde auf 5 Mbit/Sekunde „hochgerüstet“. An 160 kostenlosen Surf-Points im Stadtgebiet und in allen Linzer Straßenbahnen ist es bereits mög-lich, ohne Kabel ins Internet einzusteigen. Auch alle vollelektrischen 24-Meter-Obusse bieten Gratis-WLAN. Mit ihrem kostenlosen Internetangebot ist die oberösterreichische Landeshauptstadt klare Nummer eins unter Österreichs Städten und zählt zum Spitzenfeld in Europa.

Jedes fünftes Unternehmen in Linz ist im IT-Sektor

Die Stadt weist mehr Arbeitsplätze als EinwohnerInnen auf. In 12.500 Unternehmen stehen 210.000 Arbeitsplätze zur Verfügung. Vor allem der der IT-Sektor boomt. 

Neubau von Infineon in Urfahr                      Rendering: Kaufmann u. Partner 

Jedes fünfte Unternehmen zählt laut Statistik der Wirtschaftskammer zur IT-Branche. Bei Neugründungen sind sogar 25 Prozent aller Jungunternehmen diesem Wachstumssektor zuzuordnen.

Die Analyse privater Arbeitsmarktsuchmaschinen hat zudem ergeben, dass etwa die Hälfte der in Oberösterreich ausgeschriebenen IT-Jobs in Linz angeboten wird.

„Das ist ein weiterer Beweis dafür, dass sich Linz von der Stahlstadt zur innovativen, technologiebasierten, industriellen Digitalstadt entwickelt hat. Die Erfolgsfaktoren für den Wirtschaftsstandort liegen sehr wesentlich in seiner Innovationskraft“, betont Bürgermeister Klaus Luger.

Vor allem auch für junge und aufstrebende Firmen ist die Landeshauptstadt ein guter Boden. Die Voraussetzungen dafür sind gegeben: qualifizierte Fachkräfte, eine gute Infrastruktur, ein hochwertiger Branchen-Mix sowie gute Lebensqualität.

Diese Faktoren regen bereits hier etablierte Leader der IT-Branche an, in Linz weiter zu investieren und bewegen Spitzenunternehmen zur Gründung und zum Ausbau von neuen Niederlassungen in Linz. Die Neubau-ten von KEBA, Infineon, Dynatrace und Techbase sind äußere Anzeichen für diese Entwicklung, die in ein Umfeld eingebettet ist, das von Wissenschaft und Forschung in zukunftsorientierten Produktionszweigen geprägt wird. Gemeinsam mit der Johannes Kepler Universität sind zum Beispiel Industrie und Wirtschaft über das Linz Institute of Technology (LIT) vernetzt.

„Ist Oberösterreichs Industrie der Wirtschaftsmotor Österreichs, so ist Linz die Industrie 4.0-Hauptstadt Österreichs“, bringt es Bürgermeister Luger auf den Punkt.

Höchste Patentquote aller Landeshauptstädte

Gründerboom: mehr als zwei neue Unternehmen pro Tag

Linz hat nicht nur die höchste Patentanmeldequote aller österreichischen Landeshauptstädte, sondern verzeichnet auch einen wahren Gründerboom. Jährlich werden in der Landeshauptstadt mehr als 800 Unternehmen neu gegründet. Dies bedeutet, dass pro Tag im Schnitt mehr als zwei neue Projekte als Firma angemeldet werden. Die Tendenz der Gründungen zeigt damit klar nach oben. Etwa jedes siebte im Vorjahr gegründete Startup im Bundesland hat seinen Sitz in Linz.

Tabakfabrik – die Linzer Antwort auf Silicon Valley

Vor nicht ganz zehn Jahren kaufte die Stadt Linz die aufgelassene Tabakfabrik. Mit der Gründung einer „Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft“ startete eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht.
 Aus einer anfänglich angedachten „Zwischennutzung“ wurde unter der Regie der Tabakfabrik Linz Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft („TFL“), die der Unternehmensgruppe Stadt Linz angehört, ein Zentrum der Kreativwirtschaft und der Digitalisierung aufgebaut. An Stelle von ursprünglich 300 MitarbeiterInnen zur Zeit der Zigarettenproduktion finden heute vier Mal so viele Menschen Beschäftigung, zumeist kreative Köpfe in Start Up-Unternehmen, die den Grundstein für die Innovationen von Morgen legen.

Tabakfabrik Linz, Foto: ArchipictureTabakfabrik Linz; Foto: Archipicture

Ein Zentrum für kreative Köpfe; Foto: TFLEin Zentrum für kreative Köpfe, Foto: TFL

Die Tabakfabrik zieht nach wie vor Unternehmen an. Derzeit stehen 600 Firmen auf der Warteliste. Die Palette reicht von Technologie- und Softwarefirmen über Werbe- und Digitalagenturen bis zu Handwerksbetrieben.

Mit dem Abschluss eines zweistufigen EU-weiten Bieterverfahrens wurde der Weg frei für den geplanten Neubau 3 der Tabakfabrik. „Diese neue Landmark soll die Tabakfabrik als Ort der Innovation international noch sichtbarer machen. Die Tabakfabrik Linz ist bereits jetzt ein Hotspot kreativer Industrien und setzt Akzente im Hinblick auf Technologien, Digitalisierung, Kreativität und Start-Ups. Mit dem Neubau 3 wird diese Entwicklung neue Impulse erhalten. Die Tabakfabrik ist die Linzer Antwort auf Silicon Valley“, sagt Bürgermeister Luger.

Der Neubau 3, eine neue Landmark für Innovationen, Rendering: TFLDer Neubau 3, eine neue Landmark für Innovationen, Rendering: TFL

AHS mit Schwerpunkt Technik

Wie an keinem anderen Ort in Oberösterreich werden in Linz Bildung, Forschung, Innovation und Produktion miteinander vernetzt. Leider zeichnet sich ein immer stärkerer Mangel an Fachkräften in den so genannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ab. Digitalisierung und Robotik sind im herkömmlichen Bildungssystem zu wenig präsent. Ein Lösungsansatz wäre eine 9-jährige AHS mit Schwerpunkt Digitalisierung und Robotik, die Matura mit Lehre verbindet. So wäre es möglich, dem Mangel an MINT-Absolventen – also an Mathematikern, Informatikern, Naturwissenschaftlern und Technikern – entgegenzuwirken.

„Diese HTL könnte die Lücke schließen. Die geeignetste Umgebung für diese Bildungseinrichtung wäre die Tabakfabrik“, betont Bürgermeister Luger.

Neue innovative Mobilitätsformen – tim, Flugtaxi, Seilbahn & Co.

Aber nicht nur bei Innovationen in Industrie und Forschung, sondern auch in Bezug auf innovative Mobilitätsformen ist die Stadt Linz Österreichs Spitzenreiter. Linz-spezifisch ist eine Ermöglichungskultur, die sich technischen Neuerungen im Verkehrsssektor gegenüber offen zeigt.

Eine Flotte von 20 modernen Obussen, die seit zwei Jahren in Linz unterwegs ist, wird in Kürze durch Elektro-Hybridbusse ergänzt. Die Stadt verfügt damit über einen der fortschrittlichsten Fuhrparks der Welt.

tim Mobilitätsknoten, Foto: Stadt Linz tim Mobilitätsknoten, Foto: Stadt Linz 

Ebenfalls vorn ist die oberösterreichische Landeshauptstadt bei der Einrichtung von tim-Mobilitätsknoten durch die Linz AG. Diese ermöglichen es, von den Öffis auf elektrische Carsharing-Autos umzusteigen. Was nach Science Fiction klingt, aber bald Realität werden soll, ist eine weitere revolutionäre Mobilitätsform: das so genannte Flugtaxi. Eine Vereinbarung der Linz AG mit dem Aerospace-Konzern FACC soll den erstmaligen Einsatz von Passagierdrohnen auf einer Teststrecke im Stadtgebiet ermöglichen. Der Ausbau der 5 G-Technologie ist die Basis für diese Innovation.

Flugtaxi, Foto: Linz AGFlugtaxi, Foto: Linz AG

Innovativ ist auch das Projekt einer Stadtseilbahn. Auf einer 8,4 Kilometer langen Strecke könnte es in Linz möglich sein, „schwebend“ vom Bahnhof Ebelsberg im Süden bis zum Pleschinger See im Norden der Stadt zu gelangen. Bis zu 45.000 Personen täglich könnten dieses Angebot nützen.

Projekt der Stadtseilbahn, Rendering: BAUCON  ZT GmbH 

Innovationsprogramm mit Katalysatorwirkung

Das Innovationsprogramm der Stadt Linz soll das vorhandene Potential in der Stadt Linz bündeln. Mit der Eröffnung des Innovations-Hauptplatzes im Sommer 2019 wurden die Voraussetzungen für die Umsetzung und Weiterentwicklung des Programms geschaffen.

Es beinhaltet 35 Handlungsansätze. Davon befinden sich bereits elf Projekte in der Umsetzung sowie weitere zehn Maßnahmen in der Konzeptionierungsphase. Neben den Handlungsansätzen des Innovationsprogrammes erfolgte auch der Start der Planung von sechs weiteren Innovationsprojekten.

Eine Kernaufgabe des Linzer Innovationsbüros liegt in der Vernetzung mit PartnerInnen. Im vergangenen halben Jahr konnte der Linzer Innovationshauptplatz mit rund 40 KooperationspartnerInnen, wie unter anderem mit der Johannes-Kepler-Universität, den Fachhochschulen, der Arbeiterkammer Oberösterreich, der Factory 300, der Creative Region, den Unternehmen Firma Simply Bread sowie Image FX, der Grand Garage, dem Ars Electronica und der Österreichischen Hochschülerschaft Projekte abwickeln.

Zu den Aufgaben des Innovationsbüros zählt nicht zuletzt die Bewerbung von Linz als europäische Innovationshauptstadt.

Zudem werden begleitend dazu Events veranstaltet. Neue Veranstaltungsformate wie die „Tour der Linzer Innovation“ ermöglichen es den BürgerInnen, neue Technologien zu testen. Besonders bei der Jugend sind diese Aktivitäten sehr gefragt.

Die nächsten Maßnahmen befinden sich schon in den Startlöchern, so arbeitet der Innovationshauptplatz derzeit an weiteren Projekten. Gleichzeitig werden die erfolgreichen etablierten Formate fortgesetzt.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger zum Thema „Linz – Österreichs Hotspot für Digitalisierung und Innovation“)

Infos zum
Coronavirus
Infos zum Coronavirus

Hier finden Sie aktuelle Informationen der Stadt Linz zum Thema Coronavirus. Allgemeine und bundesweite Fragen beantwortet ein Corona-Chatbot.

Mehr dazu