Presseaussendung vom: 02.03.2020

Die Hälfte der Stadt Zwischenbericht zum Linzer Frauenprogramm

Konsequent für mehr Gerechtigkeit

Mehr als die Hälfte der Linzer Bevölkerung ist weiblich – von den knapp 208.000 EinwohnerInnen sind etwa 107.000 Frauen. So gesehen gehört die Hälfte der Stadt den Linzerinnen. Das schlägt sich jedoch nicht in allen Bereichen nieder. In Sachen Geschlechtergerechtigkeit besteht nach wie vor Handlungsbedarf, denn Frauen sind überall dort unterrepräsentiert, wo es um gesellschaftliches Ansehen, Macht und Vermögen geht. Das Linzer Frauenprogramm bildet seit 2015 die Grundlage für viele frauenpolitischen Initiativen. Linzerinnen haben sich in einem partizipativen Prozess an der Programmentwicklung beteiligt. Es sind darin Schwerpunkte der kommunalen Frauenpolitik und konkrete Handlungspakete festgelegt. 

„Unser Auftrag ist, bestehende Diskriminierungen zu thematisieren und aktiv auf allen Ebenen dagegen anzuarbeiten. Denn den Linzerinnen steht nicht weniger als die Hälfte der Stadt zu!“, erklärt Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger. 

Vier Eckpunkte des Linzer Frauenprogramms

  • Die Linzerinnen müssen sichtbar gemacht werden. Aufgabe der Stadt Linz ist es sowohl als Kommune als auch als Dienstgeberin verstärktes Augenmerk darauf zu legen und gleichzeitig die Mitbestimmungsmöglichkeiten zu optimieren. 
  • Die Verbesserung der Lebensqualität in den Stadtteilen und im öffentlichen Raum ist das zentrale Ziel. Dies reicht vom Schaffen von Räumen für Frauen zur Kommunikation bis hin zu ideellen Entwicklungsräumen, die dem Empowerment von Frauen dienen.
  • Durch umfassende Vernetzung wird die Stärkung von Frauen in der Kommune angestrebt. Linz verfügt über ein großes, funktionierendes Netz an Beratungseinrichtungen und anderen Einrichtungen der Soziokultur. Es gibt es eine Reihe von Vernetzungsstrukturen, an denen die Linzer Fraueneinrichtungen und auch das Linzer Frauenbüro beteiligt sind. Je anonymer Wohnstrukturen und soziale Räume sind, umso schwerer fällt es vor allem Frauen mit Versorgungspflichten oder älteren Frauen, sich mit anderen Frauen auszutauschen oder zu vernetzen. Während der Erstellung des Frauenprogramms war dieses Thema eines der am häufigsten angesprochenen.
  • Ein Bündel gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und sozialstaatlicher Maßnahmen sind die Voraussetzung für die soziale Sicherheit von Frauen. Die Fortsetzung frauenspezifischer und frauenpolitischer Bildungsmaßnahmen sowie Aktivitäten zum Durchbrechen von Geschlechterstereotypisierungen sollen die Linzerinnen hier ebenso stärken wie etwa Unterstützungsangebote für Frauen in ihrem beruflichen Werdegang.

Die Eckpunkte des Frauenprogramms legen die Basis für zahlreiche Initiativen und Schwerpunkte in der Stadt Linz. 

Die Stadt Linz und die Unternehmensgruppe handeln geschlechtergerecht

Als Dienstgeberin: Der Magistrat, die Unternehmensgruppe der Stadt Linz (UGL) und ihre Führungskräfte bekennen sich zur verbindlichen Umsetzung des UGL-weiten Frauenförder- und Gleichstellungs-Programms „Gleiche Rechte – Gleiche Chancen“. Es werden alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um die tatsächliche Gleichstellung aller Beschäftigten unabhängig von ihrem Geschlecht zu erreichen. Vorhandene Benachteiligungen werden Zug um Zug abgebaut, mit dem Ziel, gleiche Entwicklungsmöglichkeiten für alle Mitarbeitenden zu schaffen. 

Als Fördergeberin: Förderungen und Subventionen der Stadt Linz sind an Kriterien der Geschlechtergerechtigkeit anzupassen. Vorbild für die gesamte Stadt ist dabei die Linz Kultur. Der Kulturentwicklungsplan der Stadt Linz legt im Kapitel „Für eine Symmetrie der Geschlechter“ fest, dass die Zielvorgaben für die Gleichstellung von Frauen und Männern jährlich evaluiert werden. Alle Jurys, Beiräte, Kuratorien und sonstige Gremien im städtischen Kulturbereich werden z.B. nach Möglichkeit paritätisch besetzt. Zur Erreichung einer finanziellen Parität bei Projektaufträgen, Preisvergaben, Förderungen und Stipendien werden Konzepte erarbeitet und Realisierungsvorschläge gemacht. Anhand der Entwicklungen über die Jahre – dokumentiert im jährlichen Symmetriebericht- ist ersichtlich, was möglich ist, wenn Geschlechtergerechtigkeit ein gemeinsames Ziel ist. Wünschenswert wäre, dies auch auf andere Förderbereiche auszudehnen.

Als Auftragsgeberin: Die Stadt Linz bekennt sich zur Berücksichtigung sozialer Belange in der öffentlichen Auftragsvergabe nach dem Bundesvergabegesetz (BVergG 2006). Immer noch verdienen Frauen durchschnittlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Neben den eklatanten Einkommensunterschieden bestehen für Frauen oftmals auch geringere Aufstiegschancen, Benachteiligungen bei Weiterbildungsmöglichkeiten und weniger Arbeitsplatzsicherheit. Mit der Koppelung von Auftragsvergaben an Frauenförderung erhalten jene Firmen einen Auftrag, die innerbetriebliche Gleichstellungsmaßnahmen zumindest während der Auftragsausführung umsetzen. Damit wird ein Signal gesetzt, Unternehmen direkt in die Verantwortung für die Gleichstellung von Frauen und Männern zu nehmen.

Frauen sichtbar machen

Auf Initiative von Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger wird jährlich um den Internationalen Frauentag der mit 3.600 Euro dotierte „Frauenpreis der Stadt Linz“ vergeben. Diese Auszeichnung soll durch die öffentliche Aufmerksamkeit, finanzielle Unterstützung und politische Anerkennung helfen, die feministischen und frauenpolitischen Anliegen des ausgezeichneten Projektes voranzubringen sowie als Vorbild zu geschlechterdemokratischem Handeln ermutigen.

Mit dem Marianne.von.Willemer.Preis holt die Stadt Linz jährlich Frauen vor den Vorhang, die literarisch oder im Bereich der Netzkunst tätig sind. Ursprünglich wurde der mit 3.600 Euro dotierte Preis – die erste Vergabe erfolgte im Jahr 2000 – alle zwei Jahre ausgelobt, jedoch als Literatur- und Netzkunstpreis gemeinsam. Seit 2004 sind beide Sparten getrennt. Die Verleihung erfolgt jährlich, in den ungeraden Jahren wird der Literaturpreis vergeben, in den geraden Jahren der Netzkunstpreis. Der Marianne.von.Willemer – Frauen.Literatur.Preis hat sich mittlerweile in der Frauenliteraturszene etabliert und ist aus dem österreichischen Literaturbetrieb nicht mehr wegzudenken.

Als erste Stadt Österreichs vergibt Linz städtische Auszeichnungen für die Gleichstellung von Frauen und Männern. Die Erweiterung der städtischen Auszeichnungen für außerordentliche Leistungen zur Gleichstellung von Frauen und Männern gilt für das „Große Goldene Ehrenzeichen“, das „Große Ehrenzeichen“ und für Medaillen. Bei der Verleihung der städtischen Ehrenzeichen werden zudem heute vermehrt Frauen geehrt.

Gemeinsam mit dem Moviemento veranstaltet das Linzer Frauenbüro die Linzer Frauenfilmtage, um Frauen und ihre Erzählungen in der männerdominierten Filmbranche sichtbar zu machen. Denn Filme spiegeln nicht nur die Gesellschaft wider, in der sie entstehen, sie schaffen mit ihren Bildern auch einen veränderten Blick auf unsere Welt. „Frau.Macht.Film“ eröffnet neue Blickwinkel auf das Leben von Frauen. „Eine Gesellschaft, die kein Interesse hat an den Geschichten, die ihre Frauen zu erzählen haben, verarmt, und ihr Bild von sich selbst ist verzerrt“, sagte die deutsche Regisseurin Jutta Brückner einmal. 


Zur Präsentation des Zweiten Linzer Frauenberichtes fand eine feministische Intervention im Juni des Vorjahres am Hauptplatz statt. Dabei wurde gesellschaftliche, politische und ökonomische Gleichberechtigung lautstark und sichtbar eingefordert. Der Hauptplatz wurde zur Projektionsfläche für Gegenwart und Utopie. Frauen aus unterschiedlichen Lebensbereichen traten mit Passantinnen und Publikum in Interaktion. Privates und Politisches als theatrales Wechselspiel mündeten in ein visuelles Gewitter großflächiger Textinterventionen der Wiener Künstlerin starsky. Umgesetzt wurde diese öffentliche Intervention von FIFTITU% – Vernetzungsstelle für Frauen in Kunst und Kultur in Oberösterreich. 

Mädchenarbeit – Mädchen stärken und Rollenbilder aufbrechen 

Das Frauenbüro bietet in Kooperation mit vielen Vereinen und Organisationen ein umfassendes Programm zur Stärkung von Mädchen an.

Gewalt im Fokus: Das Frauenbüro der Stadt Linz bietet für Linzer Pflichtschulen zahlreiche Workshops zum Thema sexualisierte Gewalt an. Kooperiert wird dabei mit mehreren Organisationen. Das sind das autonome Frauenzentrum, der Verein PIA (Prävention, Beratung und Therapie bei sexueller Gewalt) und der Verein PROGES. Die Workshops sind ausschließlich über die Schulen zu buchen. „Gewalt und vor allem sexualisierte männliche Gewalt sind nach wie vor Tabuthemen. Das wollen wir diesem breiten Angebot aufbrechen. Die Workshops haben alle präventiven Charakter und sollen einerseits auf das Thema aufmerksam machen und andererseits auch ganz konkret Mädchen in einem selbstbewussten Umgang mit dem eigenen Körper stärken“, erklärt Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.

Techniktag für Mädchen: Um Mädchen einen Einblick in die technische Berufswelt zu geben und um ihr Interesse zu wecken, veranstaltet das Linzer Frauenbüro den Linzer Techniktag im Neuen Rathaus. Schülerinnen der 5. und 6. Klassen werden dazu eingeladen. Gemeinsam mit dem Institut für Ausbildungs- und Beschäftigungsberatung (IAB) wird ein umfangreiches Programm geboten. Bei Workshops können die Schülerinnen in Berufe schnuppern, wie zum Beispiel Tischlerin, Elektrotechnikerin, Mechatronikerin, Elektronikerin, Multimediatechnikerin, Orthopädietechnikerin, Orthopädieschuhmacherin.

Mädchen-Fußball-Aktionstag: Das Frauenbüro organisiert gemeinsam mit der Union Kleinmünchen den Mädchen-Fußball-Aktionstag für Linzer Schülerinnen. Auf der Sportanlage des reinen Mädchen- und Frauenfußballvereins am Straßlandweg werden mittels Stationsbetrieb einfache Techniken, Spaß und Freude rund ums „runde Leder“ vermittelt. Zum Aktionstag werden Schülerinnen der 5. bis 9. Schulstufe sowie Mädchen der städtischen Horte eingeladen, um alternative Freizeitmöglichkeiten zu vermitteln. 

Girls Eishockey Day: In der Eissporthalle an der Unteren Donaulände bringen die Ice Cats Linz interessierten Fünf- bis Elfjährigen diese Sportart näher.

Anlässlich des Internationalen Mädchentages am 11. Oktober stehen am Linzer Hauptplatz Aktionen auf dem Programm, um auf die spezifischen Bedürfnisse und Probleme von Mädchen aufmerksam zu machen. Motto der Veranstaltung des Frauenbüros der Stadt Linz: „Gemeinsam für die Rechte von Mädchen und gegen Unterdrückung und Diskriminierung!“ Mit den Aktivitäten wollen wir erreichen, dass Mädchen ihre Rechte gleichberechtig wahrnehmen können und selbstbewusst Lebenschancen entdecken und nutzen können“, erklärt Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.

Angebote für städtische Bildungseinrichtungen: „Frauenpolitik muss schon bei Mädchen ansetzen und darf keine Generation aussparen!“, lautet das Motto des Linzer Frauenbüros. Um Gleichbehandlung, Gleichberechtigung und Chancengleichheit gewährleisten zu können, ist es nötig, auch Kinder und Jugendliche für dieses Thema zu interessieren und sensibilisieren. Daher liegt ein Augenmerk des Linzer Frauenbüros auf dem Themenkreis Mädchenförderung. Workshops werden altersentsprechend für Kindergärten, Horte, Volksschulen, Neue Mittelschulen und Polytechnische Schulen angeboten, vom geschlechtssensiblen Puppentheater, bis zum Workshop Bodyshaming oder Fußball- und Rugby-Aktionstage. 

Bewusstseinsbildung zur ökonomischen Unabhängigkeit

Kostenlose Rechtsberatung zur Einkommenssicherung bieten Juristinnen des autonomen Frauenzentrums. Frauen können sich vor wichtigen Lebensentscheidungen über Rechte und Ansprüche in der Partnerschaft bzw. nach einer etwaigen Trennung sowie über allgemeine Fragen der finanziellen Absicherung informieren.

Frauen stehen in ihrem Leben vor vielen Entscheidungen, bei denen rechtliche Informationen wichtig sind. Deshalb bietet das Frauenbüro der Stadt Linz zudem Informationsabende durch Rechtsexpertinnen für Frauen zu folgenden Themen an Karenz und Wiedereinstieg in den Beruf; Lebensgemeinschaft, eingetragene PartnerInnenschaft und Ehe; Staatliche Pension und Hürden für Frauen. Zu diesen Themen bietet das Frauenbüro auch kostenlose Infos in Publikationen und Ratgebern an. https://www.linz.at/frauen/5011.php

Der Equal Pay Day markiert jenen Tag, ab dem Frauen im Vergleich zu Männern bis Jahresende zwar nicht umsonst, aber „gratis“ arbeiten. Um auf diesen Einkommensunterschied hinzuweisen, wird die Initiative „Warum nicht gleich? Gleiche Bezahlung!“ der vergangenen Jahre fortgesetzt. 2019 fiel dieser Tag auf den 22. Oktober. Oberösterreichweit liegt der Einkommensunterschied bei 23,9 Prozent. Das Frauenbüro macht mit verschiedenen Aktionen auf diese Diskriminierung aufmerksam. 

Equal Pension Day: Frauen erhalten in Österreich um fast 43 Prozent weniger Pension als Männer! Angesichts dieser Tatsache hat der Österreichische Städtebund den Equal Pension Day initiiert. Der Equal Pension Day markiert den Tag im Jahr, ab dem Frauen im Vergleich zu Männern statistisch gesehen ihr Jahrespensionseinkommen erreicht haben. Auch Equal Pension Day finden jährlich Aktivitäten zur Bewusstseinsbildung statt. 

Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch Bildungseinrichtungen

Mit den Krabbelstuben, Kindergärten und Horten bietet die Stadt Linz beste Bildungseinrichtungen und für Eltern die Möglichkeit, Familie und Beruf zu vereinbaren. Die KundInnenfreundlichen Öffnungszeiten kommen den LinzerInnen optimal entgegen. 

Gewaltschutz und Unterstützung von Frauen in besonderen Notlagen

Selbstverteidigungskurse für Frauen und Mädchen bietet das Frauenbüro der Stadt Linz in Kooperation mit dem autonomen Frauenzentrum Selbstverteidigungskurse an. „Bei diesen Kursen lernen die Frauen und Mädchen, wie sie die Kräfte ihres Körpers zur Verteidigung auch ohne sportliche Vorkenntnisse richtig einsetzen können“, betont Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger. Neben der Steigerung des Sicherheitsgefühls ist es Ziel dieser Kurse, auch die Persönlichkeit im Umgang mit alltäglichen Konflikten, Grenzüberschreitungen und Gewaltsituationen zu stärken. Die angewandte Technik „Drehungen“ wurde von Frauen für Mädchen und Frauen entwickelt. Sie baut auf die Stärken des weiblichen Körpers auf. Das Bewusstsein über vorhandene Kräfte wird verstärkt, das Wissen über Körpersprache, Haltung und Wirkungsweise von Bewegungen vertieft.

Gewalt gegen Frauen ist weltweit – auch in Österreich – die häufigste Menschenrechtsverletzung. Im Rahmen der internationalen Kampagne „16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen“ wird das Recht auf ein gewaltfreies Leben eingefordert. Diese 16 Tage finden zwischen 25. November (Internationaler Tag gegen Gewalt gegen Frauen) und 10. Dezember (Internationaler Tag der Menschenrechte) statt. In Linz werden in dieser Zeit kostenlose Veranstaltungen und Informationsabende angeboten. 

Gewalt im Fokus: Das Frauenbüro der Stadt Linz bietet für Linzer Pflichtschulen zahlreiche Workshops zum Thema sexualisierte Gewalt an. Kooperiert wird dabei mit mehreren Organisationen. Das sind das autonome Frauenzentrum, der Verein PIA (Prävention, Beratung und Therapie bei sexueller Gewalt) und der Verein PROGES. 

Maria Schwarz-Schlöglmann Lecture zum Gewaltschutz: Die Veranstaltungsreihe steht im Zeichen des Gedenkens an die Linzerin Maria Schwarz-Schlöglmann (1958-2018), Gründerin und langjährige Geschäftsführerin des Gewaltschutzzentrums . Sie werden vom Institut für Legal Genderstudies an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der JKU in Kooperation mit dem Frauenbüro der Stadt Linz und dem Gewaltschutzzentrum veranstaltet und sollen die Auseinandersetzung mit Gewalt- und Opferschutz forcieren und auf eine nachhaltige Basis stellen. Das Veranstaltungsformat will vor allem rechtswissenschaftliche Expertise und Praxis zusammenbringen: Durch wissenschaftliche Vorträge, praxisnahe Diskussionen und interdisziplinären Austausch sollen Lösungsansätze entwickelt werden, um Gewaltschutz als Menschenrecht effektiv zu machen. 

„Kein Täter werden!“ – Mit diesem Pilotprojekt zur Gewaltprävention wird in der Stadt Linz eine neue Offensive gegen häusliche Gewalt gestartet. Männergewalt ist in unserer Gesellschaft ein großes Problem. Mindestens jede fünfte Frau ist in Österreich von häuslicher Gewalt betroffen. Wir wissen, dass die Dunkelziffer noch viel höher ist. Drohende häusliche Gewalt versetzt tausende Frauen täglich in Angst. Das können wir als Gesellschaft nicht hinnehmen! Neben einer engagierten Frauenpolitik bedarf es dringend mehr opferschutzzentrierter Täterarbeit und Gewaltprävention von Anfang an. Im Doppelbudget 2020/2021 sind erstmals Mittel dotiert, um ein eigenes Pilotprojekt zum Gewaltschutz mit den erfahrenen MitarbeiterInnen des Familienzentrums Pichling zu starten. Das Familienzentrum Pichling (Famiz Pichling) ist Teil der Kinder- und Jugendservices (KJS) der Stadt Linz. Neben klassischer Elternbildung und -beratung wird seit zehn Jahren spezielle Beratung für Gewalthandelnde und deren Familien angeboten. Durch jeweils zusätzliche 50.000 Euro für das Jahr 2020 und 2021 können vorhandene Angebote erweitert sowie neue Angebote im Kampf gegen Gewalt in der Familie etabliert werden. Dadurch kann sehr kurzfristig und effizient der Gewaltschutz sowohl präventiv als auch situationsbezogen erhöht werden. Geplant sind Angebote zur opferschutzorientierten Täterarbeit und gewaltpräventive Beratung bei Trennungssituationen. Ergänzt wird dieses Angebot durch Präventionsprogramme mit den städtischen Kindergärten und Horten.

Die Stadt Linz hilft Menschen mit geringen Einkommen mit einem „Kautionsfonds“. Dieser ist mit 50.000 Euro jährlich dotiert. Die Gewährung eines Kautionsbeitrages ist nicht Folge einer gesetzlichen Verpflichtung, sondern eine freiwillige Sozialleistung des Linzer Sozialressorts. Es handelt sich dabei um ein zinsenloses Darlehen der Stadt Linz für die Aufbringung der Kaution bzw. eines Baukostenzuschusses bei der Anmietung einer Wohnung, wenn die Betroffenen sonst nicht in der Lage wären, die notwendigen Mittel selbst zu finanzieren. Die Höhe des jeweiligen Kautionsbeitrags ist mit der Hälfte der vereinbarten Bruttokaution bemessen und beträgt maximal 1.500 Euro für Familien und 1.000 Euro für Einzelpersonen. Damit können gerade auch Frauen in Konflikt- und Notsituationen bei der Wohnungssuche unterstützt werden. 

Informationsunterlage zur Pressenkonferenz „Die Hälfte der Stadt – Zwischenbericht zum Linzer Frauenprogramm“ mit Frauenreferentin Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger und der Linzer Frauenbeauftragten Mag.a Jutta Reisinger)

Reisepass
jetzt verlängern!
Reisepass jetzt verlängern!

Im "Superpassjahr 2020" laufen die Pässe vieler LinzerInnen ab. Reservieren Sie Ihren Termin gleich online, um Wartezeiten zu vermeiden.

Mehr dazu