Presseaussendung vom: 11.03.2020

94 Prozent aller TeilnehmerInnen wurden nach Kursabschluss beruflich integriert 2019 absolvierten 79 Kick-Jugendliche etwa 170 Praktika und Schnuppertage

Seit 1997 organisiert und betreut der Verein für Sozial- und Gemeinwesenprojekte (VSG) das Jugendangebot Kick. Bei diesem Projekt finden junge Menschen ohne Lehrabschluss beziehungsweise mit persönlichen Problemen, egal welcher Art, beste Möglichkeiten und Voraussetzungen, eine Lehrstelle oder einen Arbeitsplatz zu finden. Insgesamt konnten im Vorjahr 51 Jugendliche erfolgreich vermittelt werden. Sie fanden nach Abschluss ihrer Kurse und ihrer Betreuung von Kick eine Lehrstelle, traten in ein Dienstverhältnis ein oder konnten an ein anderes Angebot weitervermittelt werden. 

„Mit Kick hat die Stadt Linz ein innovatives und richtungsweisendes Projekt und Angebot, das aus dem sozialen Netz unserer Stadt nicht mehr wegzudenken ist. Dass 51 Jugendliche erneut erfolgreich vermittelt werden konnten, spricht eine eindeutige Sprache“, betont Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

Aktuelle Situation für Jugendliche am Linzer Arbeitsmarkt

Ende Februar 2020 waren beim Arbeitsmarktservice Linz insgesamt 964 Linzerinnen und Linzer als arbeitssuchend vorgemerkt, die zur Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen gehören. Im Vergleich zum Februar des vergangenen Jahres hat sich die Anzahl bei den bis 19-Jährigen kaum verändert, bei den 20- bis 24-Jährigen gab es Zuwächse in Höhe von 5,9 Prozent. 

Nach Bildungsabschlüssen betrachtet, bestätigt sich ein schon gewohntes Bild: die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit ist eine abgeschlossene Berufsausbildung. Knapp 60 Prozent der derzeit knapp tausend betroffenen jungen Linzerinnen und Linzer verfügen maximal über einen Pflichtschulabschluss.

Das AMS Linz hat sich für das Jahr 2020 deshalb einen besonderen Schwerpunkt gesetzt und möchte die Anzahl der geförderten Berufsausbildungen deutlich erhöhen. Einerseits, um die Chancen der arbeitssuchenden Menschen zu verbessern, andererseits aber auch, um den Linzer Unternehmen die dringend benötigten Fachkräfte zur Verfügung stellen zu können.

Besonders erwähnenswert sind hier zwei Ausbildungsmodelle: die Arbeitsplatznahe Qualifizierung (AQUA) und die Lehrstellenförderung für Personen über 18 Jahre. 

Insgesamt absolvieren derzeit 842 Jugendliche und junge Erwachsene eine vom AMS geförderte Ausbildung, wie zum Beispiel im Jugendangebot KICK. 111 Jugendliche suchen aktuell noch nach einer Lehrstelle und könnten theoretisch aus einem Angebot von 153 Lehrstellen wählen. Theoretisch, weil sich oft die Wünsche der Jugendlichen mit den Ausbildungsangeboten nicht decken beziehungsweise auch umgekehrt, die Jugendlichen den Anforderungen der Unternehmen nicht entsprechen.

Für Herbst 2020 sind bereits 645 Lehrstellen in Evidenz. Knapp 100 Jugendliche sind schon in Vormerkung für einen Zeitpunkt nach Schulabschluss. 

Die Zahlen der unselbständigen Beschäftigten und die Arbeitslosenquote beziehen sich auf den gesamten Arbeitsmarktbezirk (inclusive Urfahr-Umgebung). Die Arbeitslosenquote im Jänner 2020 betrug bei den 15- bis 19-Jährigen 4,4 Prozent. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 0,6 Prozent. Bei den 20- bis 25-Jährigen wurde eine Zunahme von 0,2 Prozent auf 8,6 Prozent registriert. 

Neue Chancen für Jugendliche mit Vermittlungs-Hemmnissen

Die Schnelllebigkeit unserer Zeit, die immer stärker werdende Digitalisierung und die weltweite wirtschaftliche Situation mit all ihren Facetten und Anforderungen an beruflichen und persönlichen Voraussetzungen, birgt vor allem für Jugendliche und junge Erwachsene mit Vermittlungs-Hemmnissen die Gefahr, aus dem Erwerbsleben und der Integration am Arbeitsmarkt weitgehend ausgeschlossen zu werden. Besonders für Jugendliche, die keinen Schulabschluss oder keinen höheren Abschluss als den einer Pflichtschule vorweisen können, ist der Einstieg in das Arbeitsleben oft sehr schwierig, in vielen Fällen oft sogar unmöglich. Um gerade diesen Menschen eine Chance am Arbeitsmarkt zu ermöglichen, wurde im Jahr 1997 durch den städtischen Verein für Sozial- und Gemeinwesenprojekte (VSG) das Jugendangebot Kick ins Leben gerufen.

„Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist Kick eine bedeutende Institution, um junge Menschen ohne Lehr- und Schulabschluss nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Überdies gehört auch die persönliche und soziale Stabilisierung, die fachliche und allgemeinbildende Qualifizierung sowie Selbständigkeit und eigenverantwortliches Handeln im täglichen Leben zum Förderprogramm“, sagt Sozialreferentin Karin Hörzing. 
Eine gute und stabile Vermittlung bedeutet für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Kick vor allem, dass Betriebe gefunden werden, die die Jugendlichen unterstützen und in entsprechendem Maße auch fördern. 

2019 – ein erfolgreiches Jahr für Kick

Das Jahr 2019 war für Kick überaus erfolgreich. Insgesamt 79 Jugendliche wurden im vergangenen Jahr intensiv betreut. Erfreulich ist die Tatsache, dass davon 54 Personen die Betreuung erfolgreich abgeschlossen haben. Nur ein Teilnehmer beendete Kick nach der maximalen Kurszeit von neun Monaten, weitere zwei Personen schieden aus dem Kick-Kurs vorzeitig aus (Drop-Out). Von den abgeschlossenen 54 Jugendlichen konnten 28 in ein Lehrverhältnis, 18 in ein Dienstverhältnis und fünf in ein anderes Angebot vermittelt werden. 

„Es ist überaus erfreulich, dass mehr als 94 Prozent der aufgenommenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgreich vermittelt werden konnten. Ihnen eröffnet sich somit eine realistische Chance in der Arbeitswelt Fuß zu fassen“, freut sich Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

Mit 94 Prozent wurde übrigens sogar der Wert aus dem Jahr 2018 (92 Prozent) übertroffen. Dies bedeutet somit die höchste Vermittlungsquote seit Bestehen von Kick. Die durchschnittliche Quote aller 23 Kick-Jahre von 1997 bis 2019 beträgt 85 Prozent. 

Berufliche Integration 2019

Vermittlungen gesamt 51 94,4 Prozent
Kursende (max. neun Monate) 1 1,9 Prozent
Kursabbrüche (= Drop-Out) 2 3,7 Prozent
Abgeschlossene Betreuungen 54 100 Prozent
Sonstige Beendigung 1  
Vermittlungen im Detail    
Lehrverhältnisse 28 55 Prozent
Dienstverhältnisse 18 35 Prozent
Andere Angebote 5 10 Prozent
  51 100 Prozent

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 79 Linzer Jugendliche aufgenommen, 25 davon setzten ihre Betreuung aus dem Jahr 2018 fort. Drei Teilnehmer waren kürzer als zwei Monate bei Kick. 

Im Jahr 2019 wurden von den 79 Kick-Jugendlichen etwa 170 Praktika und Schnuppertage in der freien Wirtschaft und im öffentlichen Bereich absolviert. Die einzelnen Personen führten somit durchschnittlich zwei Praktika durch. 70 Prozent der abgeschlossenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschaffte das in der Wirtschaft oder in den öffentlichen Einrichtungen absolvierte Praktikum eine Anstellung im gleichen Unternehmen. 98 Prozent der Praktika fanden in der freien Wirtschaft statt, zwei Prozent in stadtnahen beziehungsweise öffentlichen Einrichtungen. Die nächste Kick-Auswahl erfolgt am Montag, 30. März 2020, am Spallerhof, Glimpfingerstraße 8, 2. Stock. 

Um die beruflichen Chancen weiter zu erhöhen, werden die Kick-Jugendlichen bei Bedarf dabei unterstützt, den B-Führerschein zu erlangen. Jene, die sich auf die Berufsschule vorbereiten können, werden unter anderen in den Fächern „Angewandte Mathematik“ oder „Angewandte Wirtschaftslehre“ unterstützt. 

Die 79 teilnehmenden Jugendlichen waren zu 54 Prozent männlich und 46 Prozent weiblich. Der Altersschnitt lag zwischen 15 und 21 Jahren. Fast 80 Prozent der Kick-Jugendlichen sind Minderjährige. 67 Prozent aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind österreichische Staatsbürger. 81 Prozent aller Personen, also 64, besitzen einen positiven Pflichtschulabschluss. Insgesamt waren 72 Prozent aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer bis zu einem halben Jahr ohne Beschäftigung. Neun Prozent suchten sieben bis zwölf Monate eine Arbeit, 19 Prozent waren mehr als ein Jahr ohne Anstellung. Die durchschnittliche Verweildauer der aus Kick ausgeschiedenen Jugendlichen betrug vier Monate. 

23 erfolgreiche Jahre

Die vorliegenden Zahlen dokumentieren eindrucksvoll, dass Kick zu einem wahren Erfolgsmodell avanciert ist. Seit 1997 nahmen 1.534 Personen an Kick teil. 1.183 davon haben die Kurse erfolgreich und mit viel Engagement abgeschlossen. 1.008 Jugendliche konnten dabei am lokalen Arbeitsmarkt oder in einer anderen Form der Weiterbildung integriert werden. 

Kick-Jahresergebnisse im Überblick

Jahr/e Aufgenommene TN Kick abgeschlossen Vermittlungen Prozent
2010 70 51 45 88
2011 84 58 53 90
2012 79 58 44 76
2013 79 53 43 81
2014 87 67 53 90
2015 85 57 47 89
2016 86 59 49 83
2017 87 63 55 87
2018 76 49 45 92
2019 79 54 51 94
1997-2019 1.534 1.183 1.008 85

Die Vermittlungsquote von Kick ist in den vergangenen Jahren stets auf einem hohen Niveau geblieben. 

Hervorragende individuelle Betreuung

Die an Kick teilnehmenden Mädchen und Burschen weisen naturgemäß die verschiedensten Ausgangssituationen auf. Das heißt, die Berufspädagoginnen und Pädagogen stehen vor unterschiedlichsten Anforderungen und individuellen Problemlagen. Mobilitätseinschränkungen führen mit 92 Prozent das Ranking der psychosozialen Problemlagen und Vermittlungs-Hemmnisse an. Mangelnde Berufserfahrung und –praxis, Stigmatisierung durch Herkunft und Kultur sind ebenfalls ganz vorne zu finden wie famili-re Probleme oder fehlendes Durchhaltevermögen. 

Durch ein individuelles Job-Coaching, Berufsorientierung, Arbeitspraktika, Schulungen und Sozialberatung wird auf die Problemlagen eingegangen und diese großteils beseitigt. 

Das umfangreiche Ausbildungsangebot umfasst neben Deutsch-, Mathematik- und Allgemeinbildung auch die Erhöhung der digitalen Kompetenz der Jugendlichen. Schulungen durch Juristen/Juristinnen der Arbeiterkammer über Rechte und Pflichten von Lehrlingen oder den richtigen Umgang mit Geld und Verschuldung durch den Verein klartext werden ebenfalls angeboten.

Betriebsbesuche ermöglichen den Jugendlichen einen Einblick in die unterschiedlichen Unternehmensstrukturen und helfen so zu einer besseren Orientierung bei der Arbeitsplatzsuche. 

Kurs-Zufriedenheit extrem hoch

Die Zufriedenheit der Jugendlichen mit Kick wird extern durch das AMS mittels einer Online-Befragung und intern durch den VSG nach Kursabschluss mittels Feedbackbogen erhoben. Beide Befragungen sind anonym.
Die Zufriedenheit der am Kurs des Jahres 2019 teilgenommenen Personen fiel sowohl bei der Überprüfung durch das AMS als auch durch interne Befragung sehr positiv aus. So empfehlen 100 Prozent den Kick-Kurs weiter, 100 Prozent der Jugendlichen bewerteten das Kick-Programm mit „sehr gut“. 

Mehr als 80 Prozent gaben an, dass folgende persönliche Ziele durch den Kurs erreicht wurden:

  • Top Bewerbungsunterlagen
  • Berufliche Orientierung & Berufskunde
  • Sicherheit in Bewerbungsgesprächen
  • Erhöhung des Selbstvertrauens
  • Kenntnisse über die eigenen Stärken und Schwächen
  • Besserer Umgang mit Problemen
  • Sammlung von Berufserfahrung durch Schnuppertage und Praktika

Quick-Kick – die Kurzberatung

30 Klientinnen und Klienten wurden 2019 bei Quick-Kick durch Kick-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten und betreut. Insgesamt wurden etwa 64 beratungs- und Betreuungsstunden geleistet. Quick-Kick war für die 30 Personen an insgesamt 45 Tagen geöffnet. 

Der VSG hat mit Quick-Kick eine erweiterte Form der Beratung für einen speziellen Personenkreis im Angebot und richtet sich an Jugendliche, die 

  • bereits einen Kurs absolvierten und ihre Lehrstelle beziehungsweise. ihre Arbeitsstelle wieder verloren haben,
  • einen geringen Unterstützungsbedarf benötigen,
  • selbstständig mit wenigen Beratungseinheiten am Arbeitsmarkt Fuß fassen können, 
  • bereits eine Berufsorientierungsmaßnahme absolviert haben,
  • Begleitung und Beratung von Berufspädagoginnen und Pädagogen benötigen, um eine adäquate Maßnahme beziehungsweise Institution für deren spezielle Problemlage zu finden (beispielsweise Sucht), 
  • durch eine Anfrage von anderen (sozialen) Einrichtungen, Institutionen und Maßnahmen vermittelt werden (z. B. Arbeiterkammer, Geschäftsbereich Soziales, Jugend und Familie, Jugendzentren, …) und kurzfristige Beratungseinheiten in Anspruch nehmen.

Erfolgreich gegen die Jugend-Arbeitslosigkeit

Die intensive und überaus kompetente Zusammenarbeit der Projektpartnerinnen und –partner ist ein Garant für den Erfolg des Angebotes. Die Finanzierung wird zu 50 Prozent von der Stadt Linz und zu je 25 Prozent von Land Oberösterreich und Arbeitsmarktservice getragen. 

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing zum Thema VSG Kick – Jahresbilanz 2019“)