Presseaussendung vom: 12.03.2020 |

Aktuelle Maßnahmen zum Coronavirus Kinderbetreuung bleibt aufrecht

Tageszentren bleiben geöffnet 

Seniorenclubs, Museen, Musikschule werden geschlossen

Besuche in Spitälern und Seniorenzentren untersagt

Erste Schulschließungen werden durchgeführt 

Innerhalb eines Tages hat sich die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Linz von vier auf acht verdoppelt. Die Stadt Linz begrüßt die von der Bundesregierung eingeleiteten Maßnahmen, die vor allem die Verbreitung des Virus verlangsamen sollen. „Wir werden mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln natürlich einen Beitrag leisten, um diese Zielsetzung bestmöglich zu unterstützen. Durch eine gemeinsame Kraftanstrengung werden wir Linzerinnen und Linzer auch diese schwierige Situation meistern“, erklärt dazu heute Bürgermeister Klaus Luger. Besondere Brisanz weist auch die heute verfügte Schließung von drei Schulen und einem Kindergarten in der Landeshauptstadt aus.

Dennoch bleibt die Kinderbetreuung in Krabbelstuben, Kindergärten und Horten aufrecht, um berufstätigen Eltern die Ausübung des Berufes außer Haus zu ermöglichen. „Ich fordere jedoch jene Eltern auf, die nicht berufstätig sind oder von zuhause aus arbeiten, ihre Kinder jedenfalls zuhause zu betreuen. Das hilft mit, das Verbreitungsrisiko des Virus zu senken“, appelliert Luger an das Verantwortungsgefühl der Eltern. 

Auch zum Schutz der älteren Bevölkerung werden Maßnahmen gesetzt. „So schwer es auch fallen mag: die Besuche von Angehörigen in Spitälern und Seniorenzentren werden untersagt, mit Ausnahme von Kinder- und Palliativstationen. Denn Pflegebedürftige sind besonders gefährdet,“ begründet Luger diese einschneidende Maßnahme. Die städtischen Tageszentren in den Seniorenzentren bleiben jedoch geöffnet, weil sie eine wichtige Versorgungsfunktion für pflegebedürftige, zuhause lebende Menschen erfüllen. Es erfolgt jedoch eine strikte Abtrennung zu den BewohnerInnen der Heime, in denen es diese Angebote gibt, um das Ansteckungsrisiko zu senken. Die Seniorenclubs der Stadt werden allerdings geschlossen.

Tiefgreifende Einschnitte erfolgen im Kulturleben und im Bildungswesen. So werden ab morgen das BRG Hamerlingstraße, die HAK Auhof sowie die Berta-von-Suttner-Volksschule im Linzer Stadtteil Dornach geschlossen. Auch ein Kindergarten der Caritas sowie der städtische Hort in Dornach sind ab morgen bis auf Weiteres außer Betrieb.

Ebenfalls ab morgen werden in Gleichklang mit dem Land Oberösterreich die Museen ihren Betrieb einstellen, ab Montag folgt die Musikschule. Die Linzer Volkshochschule setzt bis 3. April zudem die von ihr organisierten Kurse aus.

1.    Kinderbetreuung bleibt aufrecht

Eine vollständige Schließung der Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen würde dazu führen, dass Alleinerziehende oder berufstätige Eltern, die keine Möglichkeit haben, von zu Hause zu arbeiten, ihrem Beruf nicht mehr nachgehen könnten. Da alle ExpertInnen von der Betreuung durch Großeltern strikt abraten, bedarf es dieses städtischen Sicherungsnetzes. Bürgermeister Klaus Luger stellt jedoch klar, dass dieses Angebot nur für Kinder gilt, die keine andere Betreuungsmöglichkeit besitzen. Rund jedes zweite Kind im Kindergarten und jedes dritte im Hort hat einen Elternteil, der keiner Berufstätigkeit nachgeht. Somit wird trotz der Aufrechterhaltung der städtischen Betreuung das Übertragungsrisiko massiv eingeschränkt.

Die Stadt hält somit ihr Kinderbetreuungsangebot aufrecht. Das bedeutet, dass

  • die Krabbelstuben bis auf Weiteres wie bisher geöffnet bleiben
  • die Kindergärten bis auf Weiteres wie bisher geöffnet bleiben
  • die Horte bis auf Weiteres wie bisher geöffnet bleiben. 

„Darüber hinaus arbeiten wir bereits an Notfallplänen zur Kinderbetreuung, sollten auch Volksschulen analog zu den Oberstufen-Schulen geschlossen werden. Ich hoffe, dass dieser Fall nicht eintritt, vorbereitet werden wir jedenfalls sein“, sagt Bürgermeister Klaus Luger.

2.    Versorgung pflegebedürftiger Personen bleibt aufrecht

Generell untersagt werden mit sofortiger Wirkung Besuche von Angehörigen in Krankenhäusern und Seniorenzentren, ausgenommen Kinder- und Palliativstationen. Bürgermeister Klaus Luger ersucht um Verständnis für diese einschneidenden Maßnahmen: „Der Schutz der Seniorinnen und Senioren hat Vorrang!“

Die Stadt Linz verfügt über drei Tageszentren, in denen pflegebedürftige Personen untertags betreut und versorgt werden. Diese wichtige Versorgungs- und Betreuungsstruktur bleibt aufrecht. Jedoch erfolgt eine strikte Trennung der HeimbewohnerInnen, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. 

Die Seniorenclubs der Stadt, die ein weiteres Angebot der Stadt Linz für ältere Personen darstellen, werden allerdings geschlossen, da selbst durch kleinere Menschenansammlungen in dieser sensiblen Personengruppe die Ausbreitung des Virus begünstigt würde.

3.    Hallenbäder außer Betrieb – ab morgen Museen und ab Montag Musikschule geschlossen sowie Lehrgänge der Volkshochschule abgesagt

Die vom Erlass der Bundesregierung erfassten Hallenbäder wurden bereits geschlossen. In Abstimmung mit Landeshauptmann Thomas Stelzer werden ab morgen auch die Museen sowie Montag die Musikschule Linz geschlossen. Ob es zur Schließung weiterer Einrichtungen kommt, hängt weitgehend von der weiteren Vorgehensweise des Bundes ab. Ebenso werden ab morgen alle Lehrgänge der Volkshochschule abgesagt.

4.    Erste Schulschließungen werden durchgeführt

Von vier nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Personen wurde bekannt, dass sie mit nahen Verwandten, die SchülerInnen bzw. PädagogInnen sind, im engen Kontakt gestanden sind. Daher sieht das Gesundheitsservice der Stadt die Schließung der Bildungseinrichtungen, an denen diese Verwandten tätig sind bzw. die sie besuchen, als zwingend notwendig an. Es handelt sich dabei um das BRG Hamerlingstraße, die HAK Auhof, die Bertha-von-Suttner-Volksschule samt Hort sowie den Pfarrcaritas-Kindergarten Heiliger Geist. Die entsprechenden Schritte werden heute veranlasst.

5.    Feuerwehr für neue Herausforderung gerüstet

Stadtrat Michael Raml, der sowohl Gesundheits- als auch Feuerwehrreferent ist, erklärt: „Das Coronavirus stellt auch unsere städtischen Sicherheitseinrichtungen vor potentielle Herausforderungen. Die Linzer Feuerwehren sind bestens für die Situation gerüstet. Als Mitglied des städtischen Krisenstabs ist die Linzer Berufsfeuerwehr immer mit den neuesten Infos versorgt. Neben vielen präventiven Maßnahmen wurden die Mitarbeiter der Linzer Feuerwehren mittlerweile speziell geschult, etwa in Sachen Hygiene und Kontakt mit Erkrankten. Falls die Kapazität der Kräfte der Linzer Berufsfeuersfeuerwehr nicht ausreichen sollte, kann auch auf die 160 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren zurückgegriffen werden. Der Ordnungsdienst der Stadt Linz stellt im Bedarfsfall ebenfalls Personal für verschiedene Hilfs- und Versorgungsmaßnahmen zur Verfügung. Alle tragen damit zur Aufrechterhaltung der Infrastruktur und Sicherheit sowie zur Versorgung bei möglichen Engpässen bei.“

6.    Linzer Märkte bleiben in Betrieb

Nach Durchsicht des Erlasses des Bundesministeriums und in Abstimmung mit der Bezirksverwaltungsbehörde sind die Grünmärkte von Absagen nicht betroffen und weiterhin in Betrieb. Allerdings werden die Termine des Flohmarktes am Linzer Hauptplatz bis auf Weiteres abgesagt. 

Der neue Erlass „Maßnahmen gegen das Zusammenströmen größerer Menschenmengen nach § 15 des Epidemiegesetzes“ des Gesundheitsministeriums besagt im Detail, dass „ […] Einrichtungen zur Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung, im Zusammenhang mit der Befriedigung der Grundbedürfnisse des öffentlichen Lebens (Lebensmittel, Einkaufszentren, gastronomische Einrichtungen) […]“ davon nicht erfasst sind.

(Informationsunterlage zum Pressegespräch mit Bürgermeister Klaus Luger, Gesundheitsstadtrat Michael Raml, Magistratsdirektorin Martina Steininger, Bezirksverwaltungsdirektor Karl Ludwig sowie Gesundheitsdirektor Dietmar Nemeth zu Maßnahmen der Stadt Linz als Beitrag zur Verlangsamung der Corona-Pandemie)

Aufzeichnung des Live-Streams zur Pressekonferenz

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