Presseaussendung vom: 03.05.2020

Linz bekommt eine neue Integrationsstrategie: Sprache und Regeln im Fokus Integrationsstadträtin Regina Fechter: „Nach Corona umso wichtiger: wir stärken Respekt und Zusammenhalt in Linz!“

Die durch den Corona-Virus ausgelöste Krise hat es wieder gezeigt: die Linzerinnen und Linzer halten zusammen. Sichtbar wurde dieser Zusammenhalt etwa in zahlreichen Initiativen zur Nachbarschaftshilfe, bei denen sich aktiv auch viele Vereine Zugewanderter und Menschen mit Migrationshintergrund selbstlos beteiligten. „In Linz funktioniert das Zusammenleben einfach. Das ist sicher darauf zurückzuführen, dass wir seit jeher auf ein konstruktives Miteinander aller hier lebenden Menschen gesetzt haben“, so die Linzer Integrationsstadträtin Regina Fechter.

Seit mehr als 20 Jahren gibt es daher einen eigenen Migrations- und Integrationsbeirat (MIB) und ein Integrationsbüro, vor zehn Jahren wurde das erste Maßnahmenpaket Integration im Rahmen des aktuellen Linzer Sozialprogramms beschlossen. „Meiner Meinung nach war es an der Zeit, unsere Annahmen und Zielsetzungen von damals auf den Prüfstand zu stellen“, erklärt Stadträtin Fechter ihre Motivation, einen breit angelegten Prozess für eine Analyse und gegebenenfalls zeitgemäße Adaptierung der Linzer Integrationsstrategie ins Leben zu rufen.

„Wir haben 2019 mit Experten der Universität Salzburg begonnen, mit PraktikerInnen aus Linz fortgesetzt und mit Dialogen mit der Bevölkerung geendet“, erläutert Stadträtin Regina Fechter den Weg. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: „Wir haben in den fünf Handlungsfeldern Bildung, Arbeit, Nachbarschaft, Verwaltung und demokratische Teilhabe über 30 Zielsetzungen definiert. Diese Ziele werden bereits weitgehend durch die als zeitgemäß festgestellten bisherigen Aktivitäten in Linz verfolgt. Für manche braucht es Verbesserungen, nur weniges braucht es nicht mehr oder neu“, fasst Fechter zusammen. „Im Vordergrund stehen zwei wesentliche Erkenntnisse: Sprache ist der Schlüssel, und Regeln gelten für alle gleich!“ so Integrationsstadträtin Regina Fechter, die Integrationsarbeit als Querschnittsaufgabe aller gesellschaftlichen Institutionen sieht.

Der finale Entwurf der neuen Integrationsstrategie, in den die Erkenntnisse aus den Beratungen mit dem politisch besetzten Lenkungsausschuss eingeflossen sind, wird nun nochmal den Mitgliedern dieses Ausschusses zur Präsentation in den Fraktionen übermittelt. In der letzten Sitzung des Lenkungsausschusses am 2. Juni 2020 soll die Integrationsstrategie für Linz verabschiedet und in weiterer Folge dem Gemeinderat vorgelegt werden.

Linz war eine der ersten Städte, die dem Thema Integration einen breiten Raum einräumten. Bereits in den 1990ern wurde der Grundstein für eine erfolgreiche Integrationsarbeit gelegt, indem ein eigener Migrations- und Integrationsbeirat (MIB) sowie ein Integrationsbüro eingerichtet wurde. 2003 war der damalige Stadtrat Klaus Luger der erste dezidierte Integrationsreferent der Stadt. Er initiierte 2010 im Rahmen des neuen Sozialprogramms auch das Maßnahmenpaket Integration. „Diese konsequente Vorgehensweise hat uns viele negative Entwicklungen erspart, die in anderen Städten zu beobachten waren“, ist Fechter überzeugt.

Um sicherzugehen, dass die Stadt weiterhin zeitgemäße Antworten auf die bestehenden und künftigen Herausforderungen gibt, hat Fechter 2019 einen Prozess zur Aktualisierung der Integrationsstrategie ins Leben gerufen. „Mir war wichtig, dass wir diesen Prozess dafür möglichst breit anlegen“, erklärt dazu die städtische Integrationsreferentin. So wurden zuerst Experten der Universität Salzburg beauftragt,

eine Analyse der bisherigen Aktivitäten in Linz vorzunehmen. Diese erste Außensicht wurde dann gemeinsam mit namhaften PraktikerInnen aus dem Bildungs- und Gesundheitswesen, dem Arbeits- und Wohnungsmarkt, den sozialen Sicherungsnetzen und der öffentlichen Verwaltung vertiefend analysiert.

An drei Abenden stand schließlich in speziell moderierten, kleingruppigen Dialogveranstaltungen der gemeinsame Gedankenaustausch mit BürgerInnen über das Zusammenleben in Linz im Mittelpunkt. Danach setzte sich der politisch bestellte Lenkungsausschuss mit einem Erstentwurf auseinander. „Der Prozess ist bislang sehr gut verlaufen, auch wenn wir durch die Corona-bedingten Beschränkungen im Frühjahr etwas an Tempo verloren haben“, stellt Stadträtin Regina Fechter fest. Mittlerweile konnten auch die Erkenntnisse aus der politischen Diskussion im ersten Lenkungsausschuss des heurigen Jahres in den Entwurf eingearbeitet werden.

Im Vordergrund der Integrationsarbeit steht natürlich der Spracherwerb: „Nur, wenn wir einander im wahrsten Sinne des Wortes verstehen, kann das Zusammenleben funktionieren“, ist Stadträtin Regina Fechter überzeugt. Sprachkompetenz ist der Schlüssel zu gelingender schulischer Bildung und damit zu besseren Chancen am Arbeitsmarkt. Auch in der Nachbarschaft, im Umgang mit der Verwaltung, dem Sozial- und dem Gesundheitswesen spielen sprachliche Verständigungsmöglichkeiten eine zentrale Rolle. „Letztlich ist Sprache damit auch die Basis für demokratische Teilhabe. Gleiche Rechte für alle hier lebenden Menschen bedeutet vor allem gleiche Regeln für alle. Das Verstehen dieser Regeln ist somit eine zentrale Voraussetzung für das gelingende Miteinander. Bislang hat das gut funktioniert, auch durch die gute Zusammenarbeit mit den Institutionen, die für die Schaffung dieser Voraussetzungen und die Durchsetzung der Regeln verantwortlich sind“, erklärt Regina Fechter.

Integrationsarbeit ist nämlich eine Querschnittskompetenz: für die Vermittlung von Lerninhalten wie etwa Sprache sind die Bildungsinstitutionen zuständig, in der urbanen Nachbarschaft gibt es Hausverwaltungen, im öffentlichen Raum sind Polizei und Ordnungsdienst für die Durchsetzung von Regeln verantwortlich. „Das Integrationsbüro kann begleiten und mit Know-How unterstützen, aber die Erfüllung der gesellschaftlichen Kernaufgaben muss durch die dafür bestehenden Einrichtungen erfolgen“, fasst Fechter eine weitere wichtige Erkenntnis aus der Integrationsstrategie zusammen.

Am 2. Juni 2020 soll die letzte Sitzung des Lenkungsausschusses stattfinden. „Ich freue mich, dass ich heute die finale Fassung der Integrationsstrategie für Linz den Ausschussmitgliedern übersenden konnte. Damit haben sie ausreichend Zeit und etwa rund um die Gemeinderatssitzung Gelegenheit, diese in ihren Fraktionen zu präsentieren. Dann können wir noch vor dem Sommer die neue Integrationsstrategie für Linz verabschieden“, ist Integrationsstadträtin Regina Fechter zuversichtlich

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