Presseaussendung vom: 16.06.2020

Baumoffensive Linz Nächste Schritte für 1.000 neue Bäume in der Innenstadt

„1.000 neue Baumpflanzungen sollen die grüne Lunge von Linz stärken und das innerstädtische Klima nachhaltig verbessern“, kündigt der für Stadtnatur und Lebensqualität zuständige Vizebürgermeister Bernhard Baier die Umsetzung eines einzigartigen Masterplanes an. „Damit können wir die Temperaturen in der City senken, die Lebensqualität für die Bewohner heben und zugleich ein gesundes Umfeld für unsere Kinder schaffen. Bäume mit großen Kronen sind dabei unbestritten das geeignetste Mittel zur Verbesserung von Luft und Optik in der Landeshauptstadt.“

Hitze in der Stadt

Viele Großstädte stehen aktuell vor großen Herausforderungen wegen der klimatischen Veränderungen, die gerade auch in Linz deutlich spürbar sind – wie etwa Überhitzung im Sommer oder Tropennächte. Laut Klimaprognose muss man in Linz bis zum Jahr 2050 sogar mit einer Verdoppelung der Hitzetage (mehr als 30 Grad) rechnen – 2019 waren es bereits 24. Um die daraus resultierenden Auswirkungen einzudämmen, sind Baumbestände eine wesentliche Maßnahme zur Entschärfung.

„Daher haben wir für Linz einen österreichweit einzigartigen Masterplan entwickelt, der noch in diesem Jahr mit ersten Umbaumaßnahmen starten soll, um das Leben in Linz spürbar zu verbessern. Dann könnten bereits im nächsten Sommer die ersten neuen Bäume im Sinne einer Anpassung an den Klimawandel die Linzer Innenstadt kühlen“, betont Grünreferent Baier.

60 Straßenkilometer untersucht - 30 Straßenkilometer zeigen hohes Potenzial!

Im vergangenen Oktober wurde im Linzer Gemeinderat die Umsetzung des Projektes „1.000 neue Bäume für Linz“ als zentraler Bestandteil der städtischen Klimastrategie beschlossen. In einem ersten Schritt haben die Landschaftsarchitekten vom Planungsbüro 3:0 eine Potenzialanalyse erstellt und mögliche Straßenzüge für das gesamte Linzer Stadtzentrum untersucht. Dabei fließt Know-how aus den Bereichen Stadtklima, Verkehr und Infrastrukturleitungen in die Überlegungen mit ein. So wurden in Linz 60 Straßenkilometer genauer untersucht und bei rund 30 Kilometer gibt es eine reelle Möglichkeit für mehr Grün durch gezielt gepflanzte Bäume.

„Mit dieser umfassenden Untersuchung verfügen wir als Stadt über eine taugliche Grundlage um in die Umsetzung zu gehen. Im ersten Schritt wurde nun eine Auswahl von Straßenzügen getroffen und dazu werden Detail-Projekte für Pflanzungen erstellt“, erklärt Vizebürgermeister Baier die nächsten Schritte.

Die ausgewählten Straßenzüge sind:

  • Lustenauerstraße
  • Bürgerstraße
  • Schillerstraße
  • Schubertstraße
  • Ferihumerstraße
  • Freistädter Straße
  • Knabenseminarstraße
  • Kroatengasse
  • Wildbergstraße
  • Weingartshofstraße 
  • Leonfeldner Straße zw. Freistädter und Weigunystraße 

Nach Vorliegen der Details wird auch eine Bürgerinformation erfolgen. „Denn die Ansicht der Bewohner sowie betroffener Unternehmer ist vor der Umsetzung gefragt. Wir wollen niemanden vor vollendete Tatsachen stel-len, alle mit ins Boot holen und die Planung auf die Vorstellungen der Betroffenen abstimmen. Unser Ziel ist ambitioniert, aber möglich.“

„Schwammstadt“ als Lösung

Natürlich muss auch die bauliche Machbarkeit überprüft werden. Ob die Bäume gut integriert werden können und sich auch gut entfalten können. Bäume brauchen ja bekanntlich viel Wasser – und eine so genannte „Schwammstadt“ (Bild) ist eine technologische Entwicklung, die das Nutzen von Regenwasser für die Baumpflanzen bei geringstmöglichem Verkehrsflächenbedarf optimiert.

„Bei fachgerechter Planung lassen sich dabei die Anforderungen an den Straßenunterbau, die Retentionsfähigkeit, das Wurzelwachstum und auch die urbanen Nutzungsanforderungen problemlos vereinen“, ist Baier überzeugt.

Vizebürgermeister Baier: „Zur Veranschaulichung des Masterplans ,1000 neue Bäume für Linz‘ ein paar Beispiele, wie sich dieses durchaus ambitionierte Ziel auch realisieren lässt, ohne zu sehr in die vorhandene städtische Infrastruktur einzugreifen.“

Die Kroatengasse:

Die Parallelstraße zur Sandgasse wäre zur Bepflanzung gut geeignet und könnte ebenfalls mit mehr Grün zu einer wesentlichen Luftverbesserung in der Linzer Innenstadt beitragen.

Die Leonfeldner Straße (Bild):

In dieser Urfahraner Durchzugsstraße würden die Bäume als Beschattung für die Haltestellen von Bus oder Straßenbahn dienen und zugleich darunter parkende Autos kühlen. Weiters könnten die bepflanzten Flächen bei Regen überschüssiges Wasser aufnehmen und in den Untergrund ableiten. Zudem kann die entstehende Frischluftschneise vom Haselgraben kommend für eine natürliche Frischluftzufuhr in die Stadt von Norden nach Süden sorgen.

Die Schubertstraße:

„Aber auch andere Linzer Straßenzüge bieten sich für eine nachhaltige Begrünung mit großen Bäumen an,“ rechnet Baier damit, dass sich die Bevölkerung in diesen modernen Stadtentwicklungsprozess einbringen und mit konkreten Vorschlägen aktiv die Umsetzung unterstützen wird. „Warum sollen nicht jene Menschen, die ständig hier wohnen, ihre Ideen für ein lebenswertes Linz mit einbringen.“

3:0 Landschaftsarchitektur ist ein Planungsbüro in Wien. Seit der Gründung vor 20 Jahren haben sich sowohl das Büro als auch der Maßstab der Projekte stetig vergrößert. 

Die drei Partner und 8 MitarbeiterInnen widmen sich in erster Linie dem öffentlichen Raum und den vielfältigen und komplexen Anforderungen an Plätze, Straßen, Parks und Anlagen. 

Ein Schwerpunkt der Tätigkeiten von 3:0 ist die Klimawandelanpassung im besiedelten Raum. Und dabei die Rolle des Stadt- bzw. Straßenbaumes. Das Büro plant und forscht intensiv und gemeinsam mit unterschiedlichen Kooperationspartnern an der Verbesserung des Lebensraumes für Straßenbäume.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier zum Thema „Baumoffensive Linz - Nächste Schritte für 1.000 neue Bäume in der Innenstadt“)

Weiterer Gesprächspartner:
DI Daniel Zimmermann, Landschaftsarchitekt und Partner bei 3:0
 

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