Presseaussendung vom: 17.06.2020

Umstellung auf Notbetrieb ab 16. März 2020 betraf MitarbeiterInnen im unterschiedlichen Ausmaß Von besonderen Anfordernissen in der direkten Krisenbewältigung bis zur unvermeidlichen Dienstfreistellung bei vollen Bezügen

200.000 Euro stehen zur Verfügung: für fairen Bonus zwischen 500 Euro und 1.000 Euro pro Person

Am 16. März 2020 wurde der Magistrat Linz aufgrund der Anordnungen der Bundesregierung in einen Notbetrieb übergeführt. Für die rund 2.760 Beschäftigten im Magistrat und in der Kinderbetreuung entstand dadurch eine völlig neue Situation mit unterschiedlicher Betroffenheit.

Besonders gefordert waren jene MitarbeiterInnen, die direkt mit der Krisenbewältigung beschäftigt waren, etwa mit dem „contacttracing“. In anderen Aufgabengebieten war das Arbeitspensum kein wesentlich höheres als in normalen Zeiten, allerdings waren die MitarbeiterInnen durch Kontakt mit KundInnen in besonderem Maße exponiert. Viele MitarbeiterInnen verrichteten ihre Tätigkeit unter neuen Rahmenbedingungen, etwa im Homeoffice. Für manche Beschäftigte fiel Coronabedingt die Beschäftigungsgrundlage vorübergehend weg – sie wurden bei vollen Bezügen freigestellt. Insgesamt waren trotz Notbetrieb rund 1.300 MitarbeiterInnen durchgehend in Beschäftigung.

„Anfang April zeigte sich, dass wir noch einen langen Weg aus der Krise vor uns haben. Gleichzeitig wurde auch deutlich, wie gut die Stadtverwaltung dank der Einsatzbereitschaft aller MitarbeiterInnen funktionierte. Da war mir klar, dass wir zumindest außergewöhnliches Engagement besonders würdigen müssen“, erklärt Bürgermeister Klaus Luger. „Darum beauftragte ich das Personalressort der Stadt, namentlich Personalstadträtin Regina Fechter und Personaldirektorin Brigitta Schmidsberger, mit der Ausarbeitung eines fairen Bonusmodells bis Ende April.“

„Die zeitliche Vorgabe war bedauerlicherweise nicht haltbar. Zu unterschiedlich waren die neuen Arbeitsbedingungen und zu unwägbar die weiteren Entwicklungen“, erklärt Stadträtin Regina Fechter. „Wir haben rasch den Status Quo erhoben, haben jedoch nicht zuletzt auch die weiteren Schritte in Bund und Land abgewartet. Mit dem endgültigen Hochfahren des Magistrats erschien ein weiteres Zuwarten allerdings nicht mehr zielführend“, so Personaldirektorin Brigitta Schmidsberger.     

„Bei meinem Dienstantritt wurden mir die Überlegungen präsentiert. Wir haben das grundsätzliche Einvernehmen mit der Personalvertretung hergestellt und die Genehmigung des Bürgermeisters eingeholt. Ich bin überzeugt, dass wir die geforderte faire Lösung gefunden haben“, freut sich Magistratsdirektorin Ulrike Huemer.

Diese Lösung sieht nun drei Kategorien von Bonuszahlungen vor: 

  • 1.000 Euro für MitarbeiterInnen, deren Einsatz weit über der erwartbaren Norm und der Normalarbeitszeit lag, 
  • 800 Euro für MitarbeiterInnen, deren Einsatz über der Norm, jedoch innerhalb der Normalarbeitszeit war, oder für jene, die häufigen, direkten KundInnenkontakt hatten, und
  • 500 Euro für MitarbeiterInnen, die punktuell abseits der Norm eingesetzt waren oder ihre angestammten Aufgaben unter erschwerten Bedingungen erfüllen mussten.

In Summe stehen rund 200.000 Euro zur Verfügung. Die endgültige Festlegung trifft die Personaldirektion mit den Geschäftsbereichen und der Personalvertretung.

Das Corona-Virus hat im Leben aller Menschen tiefe Einschnitte hinterlassen. „Aktuell sind rund 480.000 Menschen in Österreich arbeitslos, und über 1,1 Millionen Menschen befinden sich in Kurzarbeit“, blickt Bürgermeister Klaus Luger erschüttert auf die Auswirkungen der Gesundheitskrise. In Linz sind rund 12.600 Menschen arbeitslos und mehr als 72.000 in Kurzarbeit. „Diese Entwicklung macht mich sehr betroffen. Umso wichtiger war es mir, dass wir ein Bonussystem für die Beschäftigten im Magistrat entwickeln, das besonderes Engagement oder außerordentliche Exponiertheit würdigt, zugleich sowohl nach innen als auch nach außen jederzeit rechtfertigbar ist“, so das Linzer Stadtoberhaupt.

Bei der Umstellung auf einen Notbetrieb wurden jene MitarbeiterInnen, die nicht unmittelbar zur Krisenbewältigung bzw. zur Systemerhaltung erforderlich waren, bei vollen Bezügen dienstfrei gestellt. 
Viele Beschäftigte waren in der Folge teilweise im Homeoffice tätig. „Bereits vor der Krise nutzten rund 140 MitarbeiterInnen die Möglichkeiten der Telearbeit. Bei Ausbruch der Krise haben wir diese Arbeitsplätze binnen kürzester Zeit auf rund 900 mehr als versechsfacht“, ist Personalstadträtin Regina Fechter stolz. Unter den neuen Arbeitsbedingungen waren die eingesetzten MitarbeiterInnen sehr flexibel und unterschiedlich im Einsatz. Grundsätzlich wurde alles, das erforderlich und möglich war, bearbeitet. Coronabedingt war das anfallende Arbeitspensum allerdings stark eingeschränkt. „Darum gab es MitarbeiterInnen-Gruppen, die vollständig dienstfrei gestellt waren, andere, die teilweise im Einsatz waren und solche, die voll oder sogar mit Mehrleistungen im Einsatz waren“, erklärt Personaldirektorin Brigitta Schmidsberger den Status Quo während der Krise. 

Einige MitarbeiterInnen aus weniger beanspruchten Abteilungen meldeten sich bald freiwillig zur Unterstützung in Aufgabengebieten, die stärker gefordert waren, etwa beim „contacttracing“. Dort waren die Beschäftigten weit überdurchschnittlich engagiert, oft auch zu Nachtzeiten und über die Wochenenden im Einsatz. „Die spontan gezeigte Bereitschaft zur Unterstützung der KollegInnen zeigt, dass der Zusammenhalt im Magistrat stark ist“, sind Bürgermeister Klaus Luger und Stadträtin Regina Fechter überzeugt. Auch diese Einsatzfreude sollte entsprechend gewürdigt werden.

„Die Schwierigkeit bei der Suche nach einem fairen Bonussystem lag vor allem darin, dass grundsätzlich ohnehin und selbstverständlich alle MitarbeiterInnen ihr Grundgehalt weiter erhielten, unabhängig davon, ob sie die volle Arbeitszeit leisteten oder nicht“, erklärt Brigitta Schmidsberger. „Mehrstunden, die über die normale Arbeitszeit hinausgingen, wurden den jeweiligen MitarbeiterInnen zusätzlich abgegolten, etwa mit Zuschlägen“, so die Personaldirektorin weiter. Somit wurden also keine Leistungen erbracht, für die es nicht auch die entsprechend finanzielle Gegenleistung gab, dienstgeberseitig bestand also keine Notwendigkeit für weitere finanzielle Boni.

„Trotzdem war es mir ein Anliegen, die besondere Einsatzbereitschaft in exponierten Aufgabengebieten oder das Einbringen von Fähigkeiten in neuen, außergewöhnlichen Situationen speziell zu würdigen“, erklärt Bürgermeister Klaus Luger. „Ich denke da etwa an unsere Tischler, die in kürzester Zeit mit dem ihnen eigentlich fremden Werkstoff Plexiglas für den Schutz der MitarbeiterInnen im Bürgerservice sorgten“, ergänzt die Personal- und Liegenschaftsreferentin Stadträtin Regina Fechter. „Ich bin erst in einer Phase zum Linzer Magistrat gestoßen, als wir bereits wieder begonnen haben, auf Normalbetrieb umzustellen. Ich habe allerdings auch in dieser kurzen Zeit und auch bei Betrachtung von außerhalb feststellen können, wie gut die Linzer Stadtverwaltung in dieser schwierigen Zeit funktioniert hat. Das geht nicht ohne das Engagement jener, die hier täglich arbeiten“, ist Magistratsdirektorin Ulrike Huemer beeindruckt.

Darum wurde folgende Vorgehensweise entwickelt:

  • Zuerst wird von der Personaldirektion eine Liste erarbeitet, welche MitarbeiterInnen für eine Bonuszahlung in Frage kommen. Dabei muss natürlich der besondere Einsatz nachvollziehbar begründet werden und beispielsweise festgestellt werden, ob zusätzlicher KundInnenkontakt („Exponiertheit“) bestand.
  • Die Beurteilung der Intensität des Einsatzes erfolgt durch die Zeiterfassung.
  • Das sind die Grundlagen, nach denen in drei Kategorien die Bonuszahlungen festgelegt werden:
    • 1.000 Euro für weit über die normale Beschäftigung hinausgehenden Einsatz bei hoher zeitlicher Intensität
    • 800 Euro für weit über die normale Beschäftigung hinausgehenden Einsatz, allerdings im normalen Stundenausmaß, oder für häufigen, direkten KundInnenkontakt
    • 500 Euro für punktuell über die normale Beschäftigung hinausgehenden Einsatz oder dem Nachgehen der gewohnten Beschäftigung unter erschwerten Bedingungen. 

MitarbeiterInnen, die ihren erhöhten Einsatz bereits in mehr Freizeit abgegolten bekommen haben, erhalten keinen Bonus. Der endgültige Vorschlag für Personen, die einen Bonus erhalten sollen, erfolgt in Abstimmung mit den Geschäftsbereichen und der Personalvertretung.

„Wir stellen insgesamt etwas mehr als 200.000 Euro zur Verfügung, das entspricht dem Leistungsprämienbudget, das der Gemeinderat beschlossen hat“, erläutert Finanzreferent Bürgermeister Klaus Luger abschließend. 

(Informationsunterlage zum Pressegespräch mit Bürgermeister Klaus Luger, Personalstadträtin Regina Fechter, Magistratsdirektorin Ulrike Huemer sowie Personaldirektorin Brigitta Schmidsberger zum Bonus für besonders geforderte oder exponierte MitarbeiterInnen während der Covid-19-Pandemie)
 

Neuer Wohnsitz?
Fristen beachten!
Neuer Wohnsitz? Fristen beachten!

Jede Wohnsitzänderung ist der Stadt Linz innerhalb von 3 Tagen verpflichtend bekannt zu geben. Die Ab-, An- oder Ummeldung ist persönlich, postalisch oder online möglich.

Alle Details sowie den Meldezettel finden Sie im Service A-Z. Auch der städtische Chatbot ELLI beantwortet Ihre Fragen zum Meldewesen.

Mehr dazu