Presseaussendung vom: 01.07.2020 |

„Teach For Austria Sommerwochen“ für Schulabgänger von NMS & Poly Gemeinsame Initiative gegen Jugendarbeitslosigkeit

Die Corona-Krise hat den SchülerInnen einiges abverlangt. Vor allem Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Familien konnten dem Online-Learning nicht oder nur teilweise folgen. Besonders hart trifft es jene, für die im Juli die Schulpflicht endet. Deshalb organisieren Stadt Linz, Teach For Austria und der Verein für Sozial- und Gemeinwesenprojekte (VSG) in Linz im Rahmen der „Teach For Austria Sommerwochen“ ein Zusatzangebot für SchülerInnen nach der Pflichtschule, um hier gegenzusteuern.

„Wir wollen verhindern, dass dieser Jahrgang ‚abgehängt‘ wird und aus dem System fällt. Unser Angebot bietet diesen Jugendlichen Gelegenheit, im Sommer Wissen nachzuholen und zu festigen. Die Unterstützung ist nötig, um diesen jungen Menschen einen fairen Start ins Berufsleben zu ermöglichen. Den Jugendlichen fehlt nicht nur ein Teil des Lehrstoffes im Abschlussjahr. Heuer fehlen vielfach auch Perspektiven für ihre weitere berufliche Zukunft. Denn viele Unternehmen kämpfen mit den Folgen der COVID-19 Maßnahmen, weshalb sich die Suche nach einer Lehrstelle schwieriger gestaltet als in den Vorjahren. Wer dazu noch mit Bildungslücken ins Rennen geht, hat keine guten Karten“, erklärt Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

Knapp 51.400 Menschen sind laut aktuellen Zahlen des AMS in Oberösterreich arbeitslos, davon alleine in der Landeshauptstadt mehr als 13.000. Besonders der Anteil der unter 25-Jährigen ist im Vergleich zum Vorjahr exorbitant angestiegen: Waren im Mai 2019 noch 908 Menschen unter 25 Jahren in Linz als arbeitslos gemeldet, sind im Mai 2020 1.593 junge Menschen ohne Job. Das bedeutet ein Plus von 75,4 Prozent. Auffällig ist dabei das Qualifikationsniveau arbeitsloser Jugendlicher: Oberösterreichweit hatten 5.134 Jugendliche maximal einen Pflichtschulabschluss, 2.786 absolvierten eine Lehre, 1.351 der jungen Jobsuchenden eine mittlere bis höhere Ausbildung und 855 Jugendliche gar keinen Schulabschluss.

„Fellows“ unterstützen lernschwache Jugendliche

Die gemeinnützige Organisation Teach For Austria engagiert sich seit 2017 in Oberösterreich dafür, dass auch Kinder und Jugendliche mit schlechteren Startbedingungen ihr Potenzial voll entwickeln können und eine gute Perspektive bekommen, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Die Bildungsinitiative rekrutiert engagierte LehramtsakademikerInnen und bildet sie zu sogenannten „Fellows“ aus. Diese unterrichten als vollwertige Lehrkräfte für mindestens zwei Jahre an herausfordernden Mittelschulen und Polytechnischen Schulen im oö. Zentralraum, wo die Quote der Jugendlichen im Alter von 15 bis 24 Jahren, die ihre Ausbildung abbrechen, weit über dem österreichweiten Durchschnitt liegt.

Ferien kostenfrei nutzen zur Förderung der eigenen Talente

Seit vielen Jahren werden im Rahmen der Teach For Austria Sommerakademie die Teach For Austria Sommerwochen abgehalten. Dabei können die Fellows ihr Wissen praktisch anwenden und Unterrichtserfahrung sammeln. Zwei Wochen lang übernehmen sie den gesamten Unterricht von der Planung bis zur Durchführung und werden dabei von TrainerInnen begleitet. Die Sommerwochen finden heuer erstmals auch in Linz statt.
Von 17. bis 28. August werden 60 Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jah-ren kostenlos in einem intensiven Halbtagesunterricht beim Verein für Sozial- und Gemeinwesenprojekte (VSG) in der Glimpfingerstraße 8 in Linz betreut. Finanziert werden die Teach For Austria Sommerwochen in Linz durch das Bundeskanzleramt/Sektion Integration sowie durch die Stadt Linz. Der gemeinnützige VSG stellt seine Räumlichkeiten zur Verfügung. „Gemeinsam gegen die Jugendarbeitslosigkeit – und für einen positiven weiterführenden Bildungsweg“ lautet das Motto der heurigen Sommerwochen.

„Gemeinsam mit unseren Partnern richtet sich unser Bildungsangebot an AbgängerInnen von Neuen Mittelschulen und Polytechnischen Schulen. Unser Ziel ist es, wertvolles Wissen des heurigen Schuljahres nachzuholen und zu festigen. Dabei konzentrieren sich unsere Fellows auf die Hauptfächer und darauf, die Jugendlichen wieder für das Lernen zu begeistern und ihr Selbstvertrauen zu stärken. Teach For Austria hat langjährige Erfahrung in der Abwicklung von Sommerwochen und spezifische Kenntnisse, was die Förderung von Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Verhältnissen und mit sprachlichen Barrieren betrifft. Unsere TrainerInnen bilden 13 neue Fellows, die ab September in Oberösterreich eingesetzt sind, methodisch-didaktisch aus und betreuen diese dann vor Ort. Mittels Projektunterricht fördern wir so junge Potenziale und geben den SchulabgängerInnen eine faire Chance, ihren Weg in eine weiterführende Ausbildung oder Lehre zu schaffen“, erklärt Elke Genc, Regionalleiterin von Teach For Austria Oberösterreich. 

Differenzierte Unterstützungs- und Aufholarbeit im Lernzentrum LEARN

Der VSG bietet in seinem Lernzentrum LEARN am Standort Glimpfingerstraße maßgeschneiderte Angebote für Menschen, die Unterstützung bei der Entwicklung ihres Bildungs- und Berufsweges in Anspruch nehmen möchten. Die Kooperation mit Teach For Austria schließt direkt an dieses Angebot an und intensiviert die differenzierte Unterstützungs- und Aufholarbeit. „Die Sommerwochen sind gut aufgestellt und wir rechnen in dieser Zusammenarbeit mit großen Erfolgen. Bereits im September beginnen bei LEARN wieder neue Kurse – von der Basisbildung über den Pflichtschulabschluss bis zur Berufsschulvorbereitung, die im vergangenen Jahr 35 Jugendlichen den Weg zu einer Lehrausbildung ermöglicht hat. Die Begegnung im Sommer stellt für die Teilnehmenden also auch ein Kennenlernen möglicher Ausbildungsperspektiven im Kursangebot von LEARN dar“, freut sich Michael Hinterberger, Bereichsleiter der LEARN-Basisbildung, auf zukunftsweisende Effekte der Sommerwochen.

Weitere Maßnahmen der Stadt Linz

Mit mehr als 180 Lehrlingen ist die Unternehmensgruppe Linz selbst eine der größten Ausbildungsstätten in der Landeshauptstadt und somit wichtiger Akteur im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit.

„Angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit bekommt die Ausbildung, die die Stadt Linz anbietet, einen noch wichtigeren Stellenwert“, betont Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing. „Damit leisten wir auch einen wichtigen Beitrag gegen die aktuell leider sehr hohe Jugendarbeitslosigkeit. Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise haben einen Mangel an Lehrstellen und Ausbildungsplätzen verursacht. Wir müssen alle Kräfte bündeln, damit diese jungen Menschen nicht übersehen werden und eine Generation dem Arbeitsmarkt verloren geht“, so Vizebürgermeisterin Hörzing. 

Über Teach For Austria

2050: Jedes Kind hat die Chance auf ein gutes Leben – egal, wie viel Geld oder Bildung seine Eltern haben. Das ist die Vision der gemeinnützigen Organisation Teach For Austria. PädagogInnen sind ein wichtiger Schlüssel, um dorthin zu kommen. Kern der Arbeit von Teach For Austria ist deshalb das sogenannte Fellowprogramm. Dieses zweijährige Leadership-Programm bringt in Österreich seit 2011 besonders engagierte HochschulabsolventInnen unterschiedlichster Fachrichtungen als Vollzeit-Lehrkräfte an herausfordernde Schulen und seit Herbst 2019 auch als PädagogInnen an Kindergärten. Hier arbeiten sie mit Kindern und Jugendlichen aus sozio-ökonomisch benachteiligten Familien, die ein hohes Risiko für einen frühen Ausbildungsabbruch haben. Alle, die am Programm teilnehmen, sind QuereinsteigerInnen – sie werden von Teach For Austria ausgewählt, auf den Einsatz in der Schule und im Kindergarten vorbereitet und über zwei Jahre begleitet. Teach For Austria nennt die ProgrammteilnehmerInnen Fellows und versteht sie als ImpulsgeberInnen, die durch ihre diversen Studienhintergründe und Berufserfahrungen den Schul- und Kindergartenalltag bereichern und ihre Kids dabei unterstützen weiterführende Bildungswege zu gehen.

Anmeldung: 
www.teachforaustria.at 
Telefon: 0699/ 16 45 65 07

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Vizebürgermeisterin Sozialreferentin Karin Hörzing zum Thema „Initiative gegen Jugendarbeitslosigkeit“)

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