Presseaussendung vom: 09.07.2020 |

Bewerbung zur Europäischen Innovations-Hauptstadt: Linz ist Nährboden für Bildung, Offenheit und Zugänglichkeit

Wirtschaft, Politik, Kultur und Kreativität sind gemeinsamer Treiber des Linzer Innovationssystems

Linz gestaltet sich immer mehr zu einem offenen Experimentier- und Zukunftslabor, welches Innovation nicht nur zulässt, sondern aktiv einfordert. Diese Entwicklungen gaben den Anstoß, sich für den Titel Europäische Innovations-Hauptstadt zu bewerben. Seit sechs Monaten arbeitet die Stadt an der Ausarbeitung der dafür notwendigen Unterlagen. Am 22. Juni wurde die Einreichung abgegeben. Unter dem Titel „Open Senses – Humanizing Innovation“ bündelte die Stadt ausgewählte Innovationsschwerpunkte.

In der umfangreichen Bewerbung hatte Linz dargestellt, wie die Stadt innovative Lösungen für gesellschaftliche, urbane Herausforderungen realisiert und dabei nicht die Technik, sondern den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Unter dem Titel „Open Senses – Humanizing Innovation“ fördert Linz ein stark verzweigtes Innovations-Ökosystem mit dem Ziel, Menschen zu befähigen, sich kritisch mit der Digitalisierung sowie der dafür notwendigen Technik auseinanderzusetzen.

„Früher beschrieben die LinzerInnen ihre Stadt bescheiden als Wegmarke zwischen den touristisch interessanteren Städten und historischen Schwergewichten Wien und Salzburg. Heute zieht die ‚Stadt in der Mitte‘ Innovatoren und junge Experten aus diesen beiden Nachbarstädten und weit darüber hinaus an. Die oberösterreichische Landeshauptstadt bietet Chancen auf hochwertige Arbeitsplätze sowie die Möglichkeiten zur unternehmerischen Entfaltung. Die Zugewandtheit von Linz auf das Morgen statt auf das Gestern ist der beste Ausgangspunkt für die Bewerbung zur Europäischen Innovations-Hauptstadt“, betont Bürgermeister Klaus Luger. 

„Linz gilt als treibende Kraft für die Wirtschaft unseres Bundeslandes und als das industrielle Herz Österreichs. Die Stadt hat auch eine sehr hohe Patentanmeldequote. Doch dieser Status ist nicht selbstverständlich. Um den Wirtschaftsstandort Linz weiterhin zukunftsfit zu machen, müssen wir für die kommenden Herausforderungen gerüstet sein. Mit dem Fokus auf Innovationen und Schlüsseltechnologien schaffen wir die Voraussetzungen für die Arbeitsplätze von morgen“, fasst Wirtschaftsreferent Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier die Gründe für die Bewerbung zur Europäischen Innovations-Hauptstadt zusammen. 

„Bereits mit der erfolgreichen Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2009 hat Linz internationales Renommee bewiesen und Bekanntheit als innovative Stadt erlangt. Seit der Ernennung zur UNESCO City of Media Arts 2014 gehört Linz dem exklusiven Kreis von weltweit 180 zukunftsorientierten Städten an, in denen die Kreativwirtschaft und im Besonderen Medienkunst großgeschrieben werden. Das AEC und die kreative Szene der Tabakfabrik sind zu Kristallisationspunkten einer dynamischen Stadtentwicklung geworden, zu Katalysatoren für Innovationen im Bereich der Digitalen Kunst und Kultur. Die nunmehrige Bewerbung ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer der innovativsten Städte Europas“, sagt Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer. 

Mensch und Vernetzung im Zentrum des Linzer Innovationsprozesses 

Künstliche Intelligenz, Mensch-Maschine-Interaktion, der Klimawandel und insbesondere die jüngere Geschichte – wo konsistente und bekannte Muster nicht mehr existieren – zeigen, dass die Welt noch komplexer, unsicherer und unbeständiger ist. Die Art und Weise, wie Menschen leben und arbeiten, verändert sich in einer radikalen und sehr kurzen Zeitspanne.

Linz, als eine Stadt, die den Werten der Menschlichkeit und Weltoffenheit verpflichtet ist, stellt die Weichen für eine neue und sich ständig verändernde digitale Gesellschaft. Die Innovationsaktivitäten der Stadt sind immer von der Frage geleitet, welche Bedeutung neue Technologien für das urbane Leben besitzen, und wie sich eine Stadt integrativ, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig machen kann. Seit dem ersten Ars Electronica Festival steht der menschliche Faktor im Zentrum des Innovationsprozesses. Linz bietet den BürgerInnen einen fruchtbaren Boden für Bildung, Offenheit und Zugänglichkeit. Die Stadt pflegt, unterstützt und fördert die Fähigkeiten, Fachkenntnisse und Talente, um einen offenen Diskurs, Dialog und eine offene Denkweise zu ermöglichen.

Linz hat die Transformation von einer reinen industriellen „Stahlstadt" zu einer Stadt der Technologie und der digitalen Kunst vollzogen. Diese Wandlung führte zur guten Mischung aus traditionellen Produktionsunternehmen, etablierten führenden Unternehmen, zahlreichen sehr erfolgreichen mittelständischen Betrieben sowie einer lebendigen Gründer- und Kulturszene. Diese Treiber und Macher interagieren miteinander und schaffen so ein Innovationssystem, welches sich kontinuierlich verbessert. Ein Erfolg, der auf frühen Mut zu Innovation, auf Bekenntnis zu Kultur und Bildung sowie auf eine langjährige erfolgreiche Praxis interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen städtischer Verwaltung, Wirtschaft und Kultur aufbaut.

Anhand der von der Europäischen Kommission vorgegebenen Kriterien „experimentieren, engagieren, expandieren sowie ermächtigen“ wurde das Linzer Innovationssystem dargestellt.

Wichtige Experimentierorte der Innovation in Linz stellen unter anderem die Linzer Tabakfabrik, die Digitale Meile, die Grand Garage, die Strada del Startup sowie das Kraftwerk dar. Um BürgerInnen in den Innovationsprozess einzubeziehen, sind in den Bewerbungsunterlagen der Linzer Innovations-Hauptplatz, ScienCity, Hello World, Jugend hackt, TIM sowie WillyFred angeführt. Die innovative Attraktivität der Stadt wird durch das Linzer Institut of Technology (LIT) sowie das letztjährige AEC Festival ‚Out of the box‘ untermauert. Die Befähigung der BürgerInnen, indem sie durch die Umsetzung innovativer Praktiken einen konkreten und messbaren Mehrwert bringen, zeigen die Zukunftswerkstatt sowie ‚the School of the future‘ des AECs.

„Organisatorische“ Rahmenbedingungen 

Um den „European Capital of Innovation Award 2020“ der EU-Kommission können sich Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern bewerben. Es werden sechs Preise vergeben für die Städte, die es mit ihren Initiativen geschafft haben, eine innovationsfördernde Umgebung zu initiieren. Die Gewinnerstadt erhält eine Million Euro Preisgeld, jeweils 100.000 Euro erhalten die fünf Zweitplatzierten. 

Seit 2014 wird der Preis durch die Europäische Kommission jährlich an eine europäische Stadt vergeben, die am besten Innovationen zur Verbesserung des Lebens ihrer BürgerInnen einsetzt. Die Europäische Kommission sieht Innovation als System, welches BürgerInnen mit ihrer Lebensumwelt, der öffentlichen Verwaltung sowie den politischen EntscheidungsträgerInnen und der Wirtschaft verbindet. Dadurch soll ein interaktives stadtweites Innovations-Ökosystem geschaffen werden. Die Gewinner der vorangegangenen Jahre waren: Barcelona (2014), Amsterdam (2016), Paris (2017), Athen (2018) und Nantes (2019).

 Innovations-Hauptstadt-Team
Das Team rund um die Bewerbung zur Europäischen Innovations-Hauptstadt.

Wie geht es weiter

Ein Gremium aus hochrangigen, unabhängigen ExpertInnen aus ganz Europa, die nach den Horizon-2020-Regeln ernannt werden, nimmt zwischen Juli und September 2020 eine individuelle Bewertung vor. Die Summe der Einzelbewertungen wird eine erste, vorläufige Rangliste ergeben.

Bis zu 12 der bestplatzierten Städte – die Finalistenstädte – werden Ende August / Anfang September 2020 in Brüssel zu Anhörungen mit der Bewertungsjury einberufen. Die Präsentation ist ein integraler Bestandteil des Bewertungsprozesses und wird in die endgültige Rangliste der Ausschreibung aufgenommen. 

Der Gewinner des Preises „Europäische Innovations-Hauptstadt 2020“ werden zusammen mit den fünf zweitplatzierten Städten auf den Europäischen Forschungs- und Innovationstagen in Brüssel (22.–24. September 2020) bekannt gegeben.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger, Wirtschaftsreferent Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier und Kulturreferentin Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer zum Thema „Bewerbung zur Europäischen Innovations-Hauptstadt“)

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