Presseaussendung vom: 13.07.2020 |

Linz hat einen Stadtklimatologen Klimaschutz und die Kühlung der Stadt zwei zentrale Zukunftsherausforderungen für Linz

Seit Juni 2020 ist Mag. Johannes Horak der Linzer Stadtklimatologe. In sein Aufgabengebiet wird unter anderem die klimatologische Begutachtung von Projekten im Linzer Stadtgebiet fallen. Weiters wird Johannes Horak internationale, nationale und regionale Projekte zu den Themen Luftreinhaltung und Stadtklima sowie die datenbasierte Analyse der Folgen des Klimawandels im Linzer Stadtgebiet vorbereiten. Begleiten wird der Klimaexperte künftig zum Beispiel auch Projekte wie die Baumpflanzungsoffensive. Die Erarbeitung von Klimawandel-Anpassungskonzepten wird ebenso ein Schwerpunkt sein, wie die Bewusstseinsbildung zu Klimafragen – sowohl intern am Magistrat als auch in Zusammenarbeit mit externen Organisationen.

„Die Anstellung eines Stadtklimatologen ist eine der Maßnahmen des im Vorjahr im Gemeinderat beschlossenen Linzer Klimaprogramms. Es ist wichtig, dass wir nun mit Johannes Horak selbst einen Experten im Haus haben, damit stadtklimatische Fragestellungen die Bedeutung bekommen, die sie tatsächlich haben. Es geht um nichts anderes, als um die Frage, wie unsere Stadt angesichts der Erhitzung unseres Planeten in Zukunft lebbar bleibt“, betont Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.

„Mein Lebensmittelpunkt war und ist seit vielen Jahren in Linz und ich schätze die Vielseitigkeit dieser lebenswerten Stadt. Die Stadt muss sich jedoch an die nicht mehr abwendbaren Folgen des Klimawandels anpassen, um weiterhin so lebenswert zu bleiben. Stadtklimatische Fragestellungen werden deshalb in Zukunft immer wichtiger werden. Darum freue ich mich, die Stadt Linz mit meiner Expertise unterstützen zu dürfen“, so der Stadtklimatologe zu seinem neuen Aufgabengebiet.

Dritte wesentliche Empfehlung der Stadtklima-Grundlagenstudie umgesetzt

Auf Initiative von Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobesberger hat das Umweltressort der Stadt Linz Ende 2018 die ExpertInnen von „Weatherpark – Meteorologische Forschung und Dienstleistungen“ beauftragt, die bestehenden Stadtklimainformationen für Linz zu erheben und zu bewerten. Die Ergebnisse der Grundlagenstudie zeigten den aktuellen Status der derzeit verfügbaren Stadtklimainformationen (Grundlagen, Stand der Technik, Verfügbarkeit etc.) und leiten darauf aufbauend auf die Landeshauptstadt abgestimmte Maßnahmenempfehlungen ab. Die Anstellung einer/s versierten StadtklimatologIn war neben der Erstellung einer Stadtklimaanalyse und dem Einsetzen eines Klimabeirates eine der wesentlichen Empfehlungen des Berichts.

Um die zukünftigen stadtklimatologischen Herausforderungen bewältigen zu können, bedarf es mehr an Expertise zu Stadtklimafragen innerhalb der Verwaltung. Als PrimärexpertIn, so die Empfehlung, soll ein/e StadtklimatologIn den anderen Fachabteilungen beratend zur Seite stehen. An dieser Position sollen dann auch Informationen über etwaige nationale und internationale Entwicklungen zusammengeführt und weiter verteilt werden. Dies soll zu einer besseren Kommunikation und Abstimmung bezüglich Stadtklimatologie/Klimawandelmaßnahmen innerhalb der Stadt Linz beitragen.
Auch der Linzer Klimabeirat wird diesen Sommer seine Arbeit aufnehmen. Das mit acht externen ExpertInnen besetzte Gremium soll die Klimaarbeit der Stadt unterstützen und die Projekte, die aus dem ebenfalls neu geschaffenen Klimafonds finanziert werden, fachlich bewerten.

Wichtige Maßnahme für lokalen Klimaschutz

„Die Stadt Linz muss zum einen in den lokalen Klimaschutz investieren, um so einen Beitrag zur dringend notwendigen globalen CO2-Reduktion zu leisten. Zum anderen müssen wir die Stadt und unser Leben in der Stadt an die bereits jetzt nicht mehr abwendbaren Folgen der Klimakrise – wie zum Beispiel die steigende Hitzebelastung – anpassen. Dass es dafür auch eine entsprechende Expertise in der städtischen Verwaltung braucht, ist eigentlich selbstredend. Ich freue mich daher sehr, dass Herr Horak als Klimatologe jetzt seit Juni die fachliche Expertise im Umweltressort erweitert“, betont Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.

Der Schutz vor Hitze wird in den nächsten Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnen. Einige Maßnahmen für eine grünere und somit kühlere Stadt werden bereits umgesetzt: Die Stadtklimaanalyse ist seit Anfang des Jahres in Erarbeitung und die Baumpflanzungsoffensive wurde gestartet. Zudem wird seit vergangenem Jahr die Begrünung von Fassaden und Dächern vom Umweltressort gefördert.

Linzerinnen und Linzer können mithelfen

Der Stadtklimatologe gibt Tipps für die Bevölkerung, selbst einen Beitrag für ein besseres Klima zu leisten: „Zum Beispiel tägliche Wegstrecken mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zu erledigen, den Fleisch- und Milchkonsum zu reduzieren, innereuropäisch lieber den Zug zu nehmen, anstatt sich ins Flugzeug zu setzen oder Lebensmittel und andere Produkte regional einzukaufen“, empfiehlt der Klimaexperte.

Zur Person Johannes Horak

Johannes Horak hat sein Physikstudium im Bereich Quantennanophysik an der Universität Wien absolviert. Zuletzt war Johannes Horak an der Universität Innsbruck tätig, an der er sich gerade in der Endphase seines Doktorats in Atmosphärenwissenschaften befindet. In seiner Freizeit ist er begeisterter Geländeläufer, Bergwanderer und Radfahrer. Nebenbei betreibt Horak seine Website www.timaios.org, auf der er wissenschaftliche Themen und Zusammenhänge allgemein verständlich erklärt.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger und Stadtklimatologen Mag. Johannes Horak zum Thema „Linz hat einen Stadtklimatologen“. Weiterer Gesprächspartner: DI Wilfried Hager, Abteilungsleiter Umweltmanagement) 

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