Presseaussendung vom: 18.09.2020

Steht Linz vor der zweiten Corona-Welle? Bürgermeister Klaus Luger begrüßt Maßnahmen der Bundesregierung

Gesundheitsstadtrat Michael Raml: „Städtisches Gesund-heitsservice gut aufgestellt, schnellere Testergebnisse gefordert“

Täglich ansteigende Fallzahlen, neue Clusterbildungen und ein möglicher drohender Lockdown sorgen aktuell für Beunruhigung. Ab kommenden Montag gelten deshalb bundesweit neue, verschärfte Regeln. Das gab die Bundesregierung am Donnerstag bekannt. Betroffen sind Veranstaltungen, die Gastronomie und auch private Feiern. Auch in der Landeshauptstadt wird ein Anstieg der Infektionen verzeichnet. Die Faktenlage zeigt auf, dass sich diese Entwicklung von jener Anfang April deutlich unterscheidet.

„Endlich wird nicht mehr über Farben, sondern wieder über Fakten geredet. Ich bin zufrieden über die Entscheidung der Bundesregierung, nach dem bisherigen Fehlstart der Corona-Ampel, endlich wieder klare Covid-Maßnahmen einzuführen, die für alle gelten. Damit wird eine rechtliche Handhabe geschaffen, auf der auch die Bezirksverwaltungsbehörde aufbauen kann. Dies ist die Basis dafür, die Verunsicherung der Bevölkerung hintan zu halten“, zeigt sich Bürgermeister und Bezirkshauptmann Klaus Luger erleichtert.

„Wir haben das Personal des städtischen Gesundheitsservices den Sommer rechtzeitig personell aufgestockt und können daher auch höhere Fallzahlen rasch bearbeiten. Wichtig ist, dass die Tests schneller durchgeführt und ausgewertet werden, damit Verdachtsfälle rasch Gewissheit haben. Für behördliche angeordnete Tests ist derzeit ausschließlich das Rote Kreuz zuständig, das mit Sicherheit mit Hochdruck arbeitet. Da mehrere Institutionen aber mehr testen können, sollte diese Monopolstellung vom Land Oberösterreich kritisch hinterfragt werden “, betont Sicherheits- und Gesundheitsstadtrat Michael Raml.

Aktuelle Faktenlage

Mit Stand heute, 12 Uhr, sind im Linzer Stadtgebiet 169 Personen positiv auf Covid-19 getestet. Das entspricht einem Anstieg von 26 Personen gegenüber dem Vortag. 436 Personen befinden sich vorsorglich zuhause in Quarantäne. Die Zahl der insgesamt bisher mit Covid-19 Infizierten liegt für Linz seit Ausbruch der Corona-Krise nun auf 1.137 Personen, davon gelten 962 Menschen wieder als genesen.

Die zweite Grafik zeigt den Vergleichswert zwischen der Zahl der Infizierten während des Ausbruchs der Pandemie im März 2020 und September 2020. Der höchste tägliche Zuwachs der neu infizierten Personen in Linz liegt mit Stand 17. September um knapp 40 Prozent höher als Ende März. 

Das Contact Tracing der Gesundheitsbehörde verzeichnet aktuell neben den Auswirkungen des GLS-Clusters keine weiteren Cluster-Bildungen in der Stadt Linz. Die Infiziertenzahlen sind primär auf private Kreise sowie Reiserückkehrer (aus Mazedonien, Deutschland und der Türkei) zurückzuführen. 

Eine weitere Zuordnung der Fälle zeigt folgende Grafik:

Ein Vergleich der Bezirke Oberösterreichs zeigt, dass der Zentralraum sowie die Bezirke Freistadt und Vöcklabruck aktuell Schwerpunkte der Corona-Pandemie bilden.

„Wir haben das Personal des städtischen Gesundheitsservices den Sommer rechtzeitig personell aufgestockt und können daher auch höhere Fallzahlen rasch bearbeiten. Aus gesundheitspolitischer Sicht würden mir 20 Intensivpatienten deutlich mehr Sorgen machen, als 200 Infizierte, die über weite Teile nur leichte oder gar keine Beschwerden haben. Mit gestrigem Stand hatten wir in ganz Oberösterreich zwei Patienten, die aufgrund Covid auf der Intensivstation behandelt werden müssen“, informiert Gesundheitsreferent Michael Raml.

Verstärkte Kontrollen in der Gastronomie 

Der aktuelle Anstieg der Infiziertenzahlen ist großteils auf Ansteckungen in Innenräumen zurückzuführen. „Natürlich ist es verständlich, dass die Menschen feiern möchten und das soll auch weiterhin so sein. Ich appelliere jedoch eindringlich an die Eigenverantwortung der Bevölkerung und an die Einhaltung der geltenden Regeln. Abstandsregeln und Schutzmaßnahmen sind unbedingt einzuhalten. Wer sich krank fühlt, sollte keine öffentlichen Räume oder Plätze aufsuchen“, so das Linzer Stadtoberhaupt.

Darüber hinaus bekräftigt Luger das konsequente Vorgehen gegenüber Regelverstößen in der Gastronomie. „Wir haben in der vergangenen Woche mit der Bar 'Big Chef‘s' bereits ein Lokal wegen mehrerer Verstöße behördlich geschlossen. Es gilt jetzt verstärkt, neue Cluster bereits in der Entstehung zu unterbinden. Als Bezirksverwaltungsbehörde werden wir die Nacht- und Partygastronomie auch in den kommenden Tagen auf die Einhaltung aller Regeln kontrollieren. Für die hervorragende Unterstützung der Polizei bedanke ich mich“, kündigt Luger an.

Cluster-Bildungen in Verteilerzentren & Co. eindämmen

In Hinblick auf die aktuelle Entwicklung der steigenden Infiziertenzahlen in Post- und Verteilerzentren bzw. Lagerhallen spricht sich Bürgermeister Klaus Luger für striktere Kontrollen der Einhaltung der Covid-Sicherheitsmaßnahmen durch das Arbeitsinspektorat und mehr Schutz der Arbeitnehmer aus: 
„Die Rahmenbedingungen in solchen Lagern begünstigen die Ausbreitung des Virus. Sehr viele Menschen arbeiten oftmals auf sehr engem Raum. Überall, wo es ähnliche Situationen gibt, sollte darauf geachtet werden, dass diesen schlechten Bedingungen ein Ende gesetzt wird“, betont Luger.

„Große Sorge bereitet mir derzeit vielmehr die Unsicherheit und Verwirrung in Zusammenhang mit der Behandlung anderer Krankheiten. Es scheint mir immer deutlicher zu werden, dass viele Ärzte verunsichert sind, wie der Patientenkontakt derzeit ablaufen soll. Das ist für Patienten und Ärzte gleichermaßen untragbar. Ich erwarte mir hierfür eine einheitliche Vorgabe durch das Gesundheitsministerium, die seit Monaten überfällig ist. Dieses Problem betrifft nicht nur unsere Stadt Linz und Oberösterreich, sondern ganz Österreich. Andernfalls wird der Herbst zu noch viel mehr Chaos und unnötigem Leid im Gesundheitswesen führen“, führt Raml weiter aus.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz mit Bürgermeister Klaus Luger und Stadtrat Michael Raml zum Thema „Steht Linz vor der zweiten Corona-Welle?“)

Weitere GesprächspartnerInnen:
Mag.a Ulrike Huemer, Magistratsdirektorin
Dr. Dietmar Nemeth, Direktor Geschäftsbereich Gesundheit und Sport
 

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