Presseaussendung vom: 22.09.2020 |

Das Linz der Zukunft wird von vielen entworfen Streitgespräche mit fünf Schwerpunkt-Themen starten

BürgerInnen bestimmen ihre Vision von Linz selbst mit

Diese Woche geht das erste von fünf Streitgesprächen zur Stadtentwicklung im Foyer des Alten Rathauses sowie auf der Online-Plattform www.linz-voraus-denken.at über die Bühne. In den Veranstaltungen diskutieren Expertinnen und Experten zu definierten Themen sowie kontroversiellen Ansätzen zeitgerechten Städtebaus. Im Anschluss daran sind Bürgerinnen und Bürger aufgefordert in Workshops konkrete Ideen mit zu entwickeln. Geleitet und entwickelt wird das Format vom Linzer Architekturbüro Kleboth und Dollnig. Morgen, Mittwoch, 23. September, ab 18.30 Uhr steht das erste Streitgespräch mit anschließendem Bürgerforum unter dem Thema „Stadtwirtschaft“ am Programm. Geleitet wird dieses von der renommierten Liegenschafts- und Stadtentwicklerin Claudia Nutz.

Die Veranstaltungsreihe ist Teil der im vergangenen Februar präsentierten Stadtentwicklungsstrategie 2020, die der Linzer Stadtentwicklung ein neues Leitbild sowie konkrete Ziele vorgeben soll. Die Veranstaltungsreihe war bereits für den heurigen Sommer geplant, musste jedoch – wie so viele andere Veranstaltungen Covid-bedingt – verschoben werden.

„Damit sich eine Stadt nachhaltig positiv entwickelt, braucht sie eine klare Vision. Mit der zu erstellenden Stadtentwicklungsstrategie gibt sich die Stadt Linz erstmals klare Richtlinien, die bei zukünftigen Entwicklungsschritten verfolgt werden. Ich freue mich daher sehr über das fix vorgesehene Format der Streitgespräche, das Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit gibt, ihre direkte Lebensumgebung selbst mit zu diskutieren und zu entwickeln“, betont Bürgermeister Klaus Luger.

„Das Thema Stadtentwicklung betrifft alle Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen. Um die Vielfalt an Meinungen und Vorstellungen zu kanalisieren und um Planungssicherheit für Projekte zu gewährleisten, ist es notwendig, den Diskussionsprozess in definierte Formate zu gießen. Ich freue mich auf kontroversielle Gespräche mit allen Beteiligten. Wir heben mit diesen Streitgesprächen die Bürgerbeteiligung auf ein ganz neues Niveau in Linz“, erklärt Infrastrukturreferent Vizebürgermeister Markus Hein.

Stadtentwickler Andreas Kleboth ergänzt: „Die Methode, die Themen ‚auszustreiten‘, entspricht unserer Vorstellung von Stadt. Stadt als ein Ort steten Wettstreits. Wettstreit um Platz, Wettstreit um Aufmerksamkeit, Wettstreit um Ideen. Doch bei aller Konkurrenz ist die Stadt zugleich der Ort des Ausgleichs und des sozialen Miteinanders.“

Fünf Termine an fünf Themenabenden

Verantwortungsvolle Stadtplanung muss als Querschnittsmaterie gesehen werden: Bei jedem Projekt sollen technische Möglichkeiten ebenso berücksichtigt werden, wie der (erwartete) gesellschaftliche Nutzen, Fragen der Nachhaltigkeit, Ästhetik sowie die Nutzen-Anforderungen des Projektbetreibers. Ein weiterer wichtiger Faktor in Sachen Machbarkeit liegt natürlich auch in der Finanzierbarkeit eines Vorhabens.

Um möglichst alle Facetten aufnehmen zu können, sind fünf Themengruppen identifiziert worden, die jeweils renommierte Expertinnen und Experten leiten. In den bevorstehenden Streitgesprächen mit anschließenden BürgerInnenforen werden Vor- und Nachteile der vorgeschlagenen Konzepte in einem öffentlichen Wettstreit diskutiert. Perspektiven-Entwürfe werden im Anschluss an eine Workshop-Phase, in der Bürgerinnen und Bürger aktiv mitarbeiten, präsentiert. Die Diskussion zwischen Fachleuten und „Laien“ ist dabei Teil des Konzepts und ausdrücklich erwünscht. Zum Schluss werden die Ergebnisse aller fünf Schwerpunktthemen von der Projektleitung in Kooperation mit den Moderatorinnen und Moderatoren zu einer Vision für die Stadtentwicklungsstrategie zusammengefasst, diskutiert und präsentiert.

Stadtwirtschaft – Claudia Nutz / nutzeffekt

Mittwoch, 23. September 2020, 18.30 – 21.30 Uhr

Linz ist die wirtschaftlich erfolgreichste Region Österreichs. Dieser Erfolg ist auch Resultat der in Linz vorherrschenden Ermöglichungskultur für Unternehmen, die sich der Innovation verschrieben haben. Vor allem Kreativ-Hotspots, wie die Tabakfabrik, bieten jungen, aufstrebenden Firmen einen optimalen Nährboden für eine dynamische Entwicklung. In diesem Streitgespräch unter Leitung der Stadtplanerin Claudia Nutz (nutzeffekt GmbH) werden wichtige Fragen aus dem Spannungsfeld Wirtschaft und Stadtentwicklung bearbeitet, etwa: Wie kann die wirtschaftliche Entwicklung des Standorts Linz aussehen, weiter wie bisher oder soll bzw. muss es eine Richtungsänderung bei der grundsätzlichen wirtschaftlichen Ausrichtung geben? Auch Themen wie harte Standortfaktoren (Erschließung, Widmung, Energieversorgung etc.), weiche Standortfaktoren (Lebensqualität, Image, Kulturangebot etc.) sowie das vorhandene Dienstleistungsspektrum werden in diesem Themenblock diskutiert. Darüber hinaus steht auch im Fokus, wie Stadtentwicklung zu einem gesunden, städtischen Budget beitragen kann.

Claudia Nutz ist seit 20 Jahren in der Entwicklung von großen Liegenschaften / Stadtquartieren tätig. Mit ihrer sowohl technischen als auch wirtschaftlichen Ausbildung war sie beruflich zunächst beim gewerblichen Bauträger BOE Bauobjekt Entwicklung tätig. Es folgten Engagements beim Beratungsunternehmen immovement und bei der Bundesimmobiliengesellschaft. Danach war sie in leitender Position bei Wien 3420 Aspern Seestadt als auch bei der ÖBB Immobilienmanagment GmbH aktiv. Mittlerweile ist Claudia Nutz mit ihrem Beratungsunternehmen „nutzeffekt“ selbständig.

Stadtwachstum – Max Rieder / maxRIEDER

Mittwoch, 7. Oktober 2020, 18.30 – 21.30 Uhr

Das zweite Streitgespräch wird vom Architekten und Stadtentwickler Max Rieder (Salzburg / Wien) geleitet. Zentrale Fragen sind dabei, ob Entwicklungsprojekte die richtigen Schwerpunkte für das gewünschte Stadtwachstum setzen: Wie soll die Stadt in Zukunft wachsen? Weiter in bei Breite oder verstärkt in die Höhe? Wo sind die Grenzen des Stadtwachstums? Kommt an die richtige Stelle die richtige Nutzung? Entspricht die Dichte den Zielen der Stadtentwicklung? Wo wird Linz erweitert und welche Flächen werden dafür genutzt? Wie können Flächen verfügbar gemacht und die Stadt langfristig auch gestaltbar bleiben? Ganz besonders soll dabei auf die spezifischen Voraussetzungen das Potenzial von Linz geachtet werden, wodurch der Standort sein unverwechselbares und eindeutiges Profil stärker positionieren kann.

Max Rieder ist Architekt und Ingenieurkonsulent für Kulturtechnik & Wasserwirtschaft. Neben seiner Lehrtätigkeit hat er aufgrund seiner interdisziplinären Ausbildung ein umfangreiches Portfolio aus zahlreichen prämierten Projekten, Beratungen und Realisierungen in den Bereichen Architektur, Wasser, Stadt, Landschaft und Gestaltungsprozessen. Zu seinen Auftraggebern zählen Kommunen und Gemeinden, ASFINAG, ÖBB, Energieversorger, Immobiliengesellschaften, gemeinnützige und gewerbliche Bauträger, Unternehmen und Private.

Stadtleben – Rolf Touzimsky und Daniela Herold / THuM Ateliers

Mittwoch, 14. Oktober 2020, 18.30 – 21.30 Uhr

Das Leben in der Stadt Linz nimmt eine weitere Gruppe, geleitet vom Linzer Architekten-Team Daniela Harold und Rolf Touzimsky, in den Fokus. Unter anderem sollen folgende Fragen diskutiert und erarbeitet werden: Was trägt ein Projekt zur Steigerung der Lebensqualität bei? Wird dadurch der öffentliche Raum aufgewertet? Ist ein Mehrwert für die Bevölkerung gegeben? Zentral sind hierbei Faktoren wie Wohnraum-Angebot, Umweltschutz, Freizeit- und Naherholungsraum sowie das Gemeinschaftsleben.

Rolf Touzimsky ist Architekt und Lehrbeauftragter an der TU Wien am Institut für Städtebau und Landschaftsplanung. Er hat mehrjährige Praxis an der Schnittstelle von Architektur und Stadtplanung in Konzeption, Gestaltung und Realisierung sowie Erfahrung in Darstellungsmethodik und Visualisierung.

Daniela Herold ist Architektin und Senior Scientist am Institut für Kunst und Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo sie ihm Rahmen der Professur Geographie Landschaften Städte sowie der Professur für Visionäre Formen der Stadt (Stiftungsprofessur der Stadt Wien von 2009-2018) in der Lehre tätig ist.

Stadtnetzwerk – Andrea Weninger / Rosinak & Partner

Mittwoch, 4. November 2020, 18.30 – 21.30 Uhr

Digitalisierung schafft neue Netzwerke – Linz ist ein vernetztes System. Damit die Landeshauptstadt „funktioniert“, greifen innerhalb der Stadtgrenzen und auch darüber hinaus viele Räder ineinander. Mit den Netzwerken, die eine Stadt am Laufen halten, beschäftigt sich ein Team, geleitet von Andrea Weninger vom Büro Rosinak & Partner aus Wien. In dieser Gruppe wird geklärt, wie die Stadt mit dem Umland kooperieren kann, um sich optimal weiter zu entwickeln. Partizipation der eigenen Bevölkerung ist ebenfalls ganz zentral: Wie kann Linz seine Bürgerinnen und Bürger informieren und diese an Planungsprojekten beteiligen? Wie sieht eine transparente Stadtentwicklung aus? Welche Initiativen laufen derzeit bereits in Linz und wie können Synergien genutzt werden? Die Möglichkeiten der Digitalisierung erweitern die Möglichkeiten einer vernetzten Stadt noch weiter: Werden Potenziale der neuen Medien, der Digitalisierung ausreichend genutzt und berücksichtigt?

Andrea Weninger ist Geschäftsführerin und Ingenieurkonsulentin für Raumplanung und Raumordnung. Sie leitet den Bereich Raum & Mobilität. Andrea Weninger hat Raumplanung an der TU Wien studiert und ist seit mehr als zehn Jahren Lektorin an der FH St. Pölten und am FH Campus Wien. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Mobilitätskonzepte, räumliche Entwicklung, Machbarkeitsstudien und Analysen in der Verkehrs- und Umweltpolitik. Sie ist Mitglied des Fachbeirats für Stadtplanung und Stadtgestaltung in Wien.

Stadtzukunft – Claudia Schönegger / Terra Cognita

Mittwoch, 18. November 2020, 18.30 – 21.30 Uhr

In dieser Querschnittsmaterie geht es darum, Linz langfristig verantwortungsvoll auszurichten und die Stadt so wertvoll wie möglich an künftige Generationen weiterzugeben. Fragestellungen der Arbeitsgruppe, geleitet von Claudia Schönegger von Terra Cognita aus Salzburg, sind etwa: Nutzt das Projekt die Potenziale des Standorts optimal? Wie kann gegebenenfalls eine Nachnutzung aussehen, falls das Projekt nicht funktioniert? Wie können Fragen des klimagerechten Städtebaus berücksichtigt werden (Durchlüftung, urbane Hitzeinseln, Oberflächenversiegelung, Beschattung, etc.)? Ist das Projekt auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Ökoverbund) adäquat angeschlossen? Bleibt die Stadt flexibel genug, um auch in Zukunft noch agile Stadtentwicklung betreiben zu können?

Claudia Schönegger bearbeitet mir ihrem Team der Terra Cognita KG Fragen der Raum- und Regionalentwicklung auf verschiedensten räumlichen und fachlichen Ebenen. Derzeit ist die Geographin und Raumplanerin auch Teil des Teams zur Erstellung des österreichischen Raumentwicklungskonzeptes „Raum für Wandel 2030“ im Auftrag der Österreichischen Raumordnungskonferenz. Ein Fokus ihrer Arbeiten liegt in den Themen „Ressourcenschutz und Klimawandel“ und den damit verbundenen Herausforderungen für eine nachhaltige Gestaltung und Entwicklung.

Anmeldung und Informationen

Aufgrund der Covid-19-Schutzbestimmungen ist leider nur eine begrenzte Anzahl an Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Foyer des Alten Rathauses möglich. Eine Anmeldung via www.linz-voraus-denken.at ist daher unbedingt erforderlich. Interessierte können an den Streitgesprächen sowie an den anschließenden BürgerInnenforen auch online über die Beteiligungsplattform CitizenLab teilnehmen. Auch hierfür ist eine Anmeldung via www.linz-voraus-denken.at erforderlich.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger und Infrastrukturreferent Vizebürgermeister Markus Hein zum Thema „Stadtentwicklungsstrategie 2020 – Start der Streitgespräche“. Weiterer Gesprächspartner: DI Andreas Kleboth, Kleboth und Dollnig ZT GmbH)

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