Presseaussendung vom: 06.10.2020 ||

Mobile Dienste sind wichtige Stütze für ältere Menschen Stadt Linz bietet seit 2012 Vollversorgung

2019 wurden mehr als 2.100 ältere Linzerinnen und Linzer betreut

Das Wohlergehen der älteren Generation ist der Stadt Linz seit jeher ein zentrales Anliegen. So wurde bereits seit Anfang der 1990er Jahre in der oberösterreichischen Landeshauptstadt ein dichtes soziales Netz geknüpft, das auf die speziellen Bedürfnisse von SeniorInnen zugeschnitten ist. Ob stationär versorgt oder mobil in den eigenen vier Wänden betreut, die umfangreichen und leistbaren Services für die ältere Generation bilden eine wesentliche Säule im städtischen Sozialangebot.  

„Wir sind es den Linzerinnen und Linzern, die diese Stadt und dieses Land aufgebaut haben, schuldig, dass sie auch im höheren Alter bestmöglich versorgt und betreut sind, unabhängig vom persönlichen Einkommen. Das Bieten von geeigneten Angeboten hat daher in der Linzer Sozialpolitik einen großen Stellenwert. Gerade die mobilen Dienste gewährleisten ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden. Hauskrankenpflege, mobile Betreuung und Heimhilfe stehen im Zentrum der mobilen SeniorInnenbetreuung in unserer Stadt“, freut sich Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

MitarbeiterInnen der Mobilen Dienste bieten Hilfe und Unterstützung im Alltag – ob durch Essen auf Rädern, beim Einkaufen, im Haushalt und bei anderem mehr. Besonders die Hauskrankenpflege, die mobile Betreuung sowie die Heimhilfe bilden in der mobilen SeniorInnenbetreuung den Schwerpunkt. Angeboten werden sie von der Volkshilfe, der Caritas, dem Samariter-Bund, dem Roten Kreuz, dem Oberösterreichischen Hilfswerk, der Evangelischen Diakonie und dem Verein Miteinander. Die Stadt Linz ist für die Gesamtkoordination der Dienste, also für Auftragsvergabe, Controlling sowie Vor- beziehungsweise Mitfinanzierung verantwortlich. 

Mobile Dienste sind ein wesentlicher Grund für den Rückgang der Nachfrage nach Pflegeplätzen. Schnittstelle für all diese Angebote sind dabei die Sozialberatungsstellen Kompass der Stadt Linz. Hier erfahren Betroffene und Angehörige, welche mobilen und stationären Angebote es für die jeweilige Lebenssituation gibt, bis hin zur Aufnahme in ein Pflegeheim.

Vor allem ältere LinzerInnen, die zu Hause Unterstützung benötigen und über keine ausreichende private Hilfe verfügen, erhalten eine mobile Versorgung. Diese Betreuungsleistung wird dabei in die Mobile Betreuung und Hilfe (MBH) und die Hauskrankenpflege (HKP) unterteilt. Diese kann wiederum in medizinische HKP, die vom Arzt verordnet wird, und soziale HKP unterteilt werden.

Die mobile Betreuung und Hilfe besteht aus der Fachsozialbetreuung „Altenarbeit“ (FSBA), die für die eigentliche Pflege zuständig ist sowie der Heimhilfe (HH), die primär Tätigkeiten des Haushalts, Einkaufen, Besorgungen erledigt. Seit einer Gesetzesänderung und einer Zusatzschulung darf die Heimhilfe auch Teile der FSBA-Tätigkeiten ausführen. In der Praxis kommt es ebenfalls vor, dass die FSBA auch Haushaltsaufgaben wahrnimmt.

Bedarfsentwicklung Mobile Dienste

In den vergangenen Jahren wurde die mobile Betreuung und Hilfe in Linz massiv ausgebaut, dementsprechend entwickelten sich auch die Einsatzzeiten und Personalstärken sehr dynamisch nach oben. Infolge des Ausbaus und durch die Zunahme der 24-Stunden-Betreuung reduzierten sich die Wartelisten, sodass etwa seit 2012 in Linz von einer Vollversorgung gesprochen werden kann. Seit 2015 stagnieren die Betreuungszahlen.

In der Grafik wird neben der von der Stadtforschung errechneten Bedarfsentwicklung auch der Korridorbereich (Minimal- und Maximalgrenzen) des Bedarfsentwicklungsplans 2015 (BEP) des Landes dargestellt. Dieser liegt im Jahr 2020 zwischen 160.000 und 220.000 Betreuungsstunden.

Aufgrund der demografischen Entwicklung ist in Linz in den kommenden Jahren mit einem leicht steigenden Bedarf an Mobiler Hilfe (Fachsozialbetreuung „Altenarbeit“ und Heimhilfe) zu rechnen, der ab etwa 2024 stärker anzusteigen beginnt. Linz bewegt sich dabei klar innerhalb des Zielbereiches des BEP 2015.

2020 wurden mit den Betreuungsvereinen insgesamt rund 176.000 zu leistende Betreuungsstunden vereinbart und erbracht. Aus derzeitiger Sicht sollte mit diesem Volumen für die nächsten Jahre das Auslangen zu finden sein. Auch bei einer Aufteilung der Dienste Fachsozialbetreuung „Altenarbeit“ und Heimhilfe nach dem Schlüssel 2:1 bewegt sich Linz jeweils im Zielbereich der Landesvorgaben. 

Mehr als 2.100 Personen wurden 2019 mobil betreut 

Im Jahr 2019 wurden, ohne Tageszentren, insgesamt 2.129 KlientInnen betreut und 170.000 Einsatzstunden geleistet.

Im Monatsdurchschnitt bedeutet das rund 1.270 versorgte Personen mit etwa 13.800 Einsatzstunden. Die Entwicklung der vergangenen fünf Jahre weist annähernd gleichbleibende KlientInnen-Zahlen aus. Eine Auswertung für den Monat Dezember 2019 über die Altersstruktur von Menschen, die Mobile Dienste in Anspruch nahmen, zeigt, dass der Großteil (61 Prozent) der betreuten KlientInnen bereits mehr als 80 Jahre alt ist.


Grafik: Auswertung für Dezember 2019

Neun Stunden Betreuung pro Klient

Die Einsatzzeiten der MitarbeiterInnen reichten im Jahr 2019 von durchschnittlich einer viertel Stunde im Monat bis zu 127 Stunden im Monat pro Klient. Der relativ größte Teil der KlientInnen konsumierte 2,5 bis 5 Stunden MBH. Im Durchschnitt wurden je Klientin bzw. Klient etwa neun Stunden MBH pro Monat in Anspruch genommen.

Stadt Linz investiert 2,74 Millionen Euro in Mobile Betreuung 

Zu den Kosten der Mobilen Betreuung und Hilfe sowie der Hauskrankenpflege leisten KlientInnen, in Abhängigkeit von ihrem Familien-Nettoeinkommen und dem Bezug eines Pflegegeldes, einen den Vorgaben des Landes entsprechenden Kostenbeitrag. Die dadurch nicht gedeckten Kosten für die MBH tragen zu je 50 Prozent das Land Oberösterreich und die Stadt Linz. Im vergangenen Jahr betrug dieser städtische Beitrag 2,74 Millionen Euro. Insgesamt lagen die Gesamtausgaben bei 7,86 Millionen Euro.

Mobile Dienste – Finanzielle Entwicklung

Insgesamt kostete 2019 eine Einsatzstunde in Linz durchschnittlich 46,24 Euro. Die KlientInnen leisten einen nach Einkommen gestaffelten Kostenbeitrag. Nach Abzug dieses Beitrags kostete die Einsatzstunde für die öffentliche Hand in Linz durchschnittlich 32,29 Euro. Diese Kosten werden von der Stadt Linz und dem Land Oberösterreich je zur Hälfte getragen.

180.000 Betreuungsstunden durch Rahmenvertrag gesichert

Bereits 2013 wurde das Verrechnungssystem des zuständigen städtischen Geschäftsbereiches Soziales, Jugend und Familie auf das so genannte Normkostenmodell umgestellt. Mit einem Gemeinderatsbeschluss wurde ein Rahmenvertrag beschlossen, in dem die Leistungsstundenkontingente mit jedem der sieben Trägervereine festgelegt wurden. Unter- oder Überschreitungen im Ausmaß von maximal 10 Prozent werden toleriert. Ausgehend von diesem Rahmenvertrag wird jährlich mit jedem Verein eine Leistungsvereinbarung für das nächstfolgende Jahr ausverhandelt. Für 2020 sind dies 120.000 Stunden für Fachsozialbetreuung und 56.000 Stunden für Heimhilfe. 

Hauskrankenpflege

Hauskrankenpflege (HKP) erfolgt zum Teil auf Verordnung des Arztes. KlientInnen leisten in Abhängigkeit von ihrem Familiennettoeinkommen und dem Bezug eines Pflegegeldes einen den Vorgaben des Landes Oberösterreich entsprechenden Kostenbeitrag. Die Kosten, die nicht durch die Beiträge der KundInnen gedeckt sind, werden vom Oberösterreichischen Gesundheitsfonds, der Gebietskrankenkasse und dem Sozialressort des Landes finanziert.

Die Hauskrankenpflege wurde in Linz bis Mitte des Jahres 2013 zur Gänze von der Linzer Volkshilfe getragen. Seit der Umstellung auf die multiprofessionellen Dienste und das Normkostenmodell ist jeder Verein in seinem Betreuungsgebiet für die Erbringung der Hauskrankenpflegeleistung zuständig. Dementsprechend werden seitens des Geschäftsbereiches Soziales, Jugend und Familie mit jedem Verein vertraglich Betreuungsstunden für das jeweils nächstfolgende Jahr festgelegt.

Mit den Trägervereinen wurde mittels Leistungsstundenvereinbarung für 2020 ein Ausmaß von 42.850 Stunden festgelegt. Bei den vom Land zugrunde gelegten 1.210 Normproduktivstunden je Vollzeitkraft entspräche dies einer Vereinbarung von mehr als 35,4 Personaleinheiten.

Für das Jahr 2020 liegt der vom Landes-BEP 2015 vorgegebene Zielbereich für Linz unter dem Minimum von 43.700 Betreuungsstunden und einem Maximum von 59.100.

Die Stadt Linz ist zwar für den Rahmenauftrag der HKP zuständig, hat aber wegen der ärztlichen Verordnung in der Realität nur geringen Einfluss auf das Ausmaß der geleisteten Einsatzstunden. Eine Bedarfsberechnung bietet so gut wie keine Handlungsansätze für die Stadt und wurde daher nicht in Angriff genommen.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing zum Thema „Mobile Dienste sind wichtige Pflegevorsorge für Linzer SeniorInnen“)

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