Presseaussendung vom: 30.10.2020 |

Neue Donaubrücke Linz: Montagearbeiten im Finish Letzter Brückenbogen wurde geschlossen

2020 ist das Jahr des Brückenbaus

Das Jahr 2020 steht in Linz nicht nur im Zeichen der Corona-Pandemie, sondern wird den Linzerinnen und Linzern auch als Jahr des Brückenbaus in Erinnerung bleiben. Ein sichtbares Zeichen dafür sind die drei Großbaustellen an der Donau. Erst vor kurzem wurden zwei neue Begleitbrücken der ASFINAG für den Verkehr freigegeben. „Wenn man die Investitionen für die neuen Donauquerungen zusammenrechnet, wird von Bund, Land und Stadt die unvorstellbare Summe von fast 350 Millionen Euro in die Verbesserung der Infrastruktur im Raum Linz investiert. Das ist ein Beitrag, der gerade in der Zeit der Pandemie hilft, die Abwärtsspirale der Wirtschaft zu bremsen. Der Brückenbau, der trotz anfänglicher Einschränkungen durch den Lock-Down im Frühjahr im Wesentlichen jetzt verzögerungsfrei weiterläuft, bildet einen Stabilitätsanker in wirtschaftlich unruhigen Zeiten“, kommentiert der Linzer Finanzreferent Bürgermeister Klaus Luger den wirtschaftsrelevanten Effekt der Brückenbauten. 

„Die neue Donaubrücke Linz ist sicher das mit Abstand wichtigste Verkehrsprojekt der letzten Jahrzehnte. Trotz der sehr komplexen Konstruktion und der COVID19-Pandemie, die sich leider auch auf die Verkehrsfreigabe auswirken, rückt mit dem nunmehrigen Schluss der Brückenbogen die Fertigstellung in greifbare Nähe. Sie ist auch die Grundvoraussetzung für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, für Errichtung der beiden S-Bahnlinien S6 und S7. Mit den gemeinsam mit dem Land Oberösterreich vereinbarten Realisierung der beiden S-Bahnen und der beiden O-Buslinien wird sie für eine schrittweise Verkehrsentlastung in der Stadt sorgen. Wichtig ist nun aber vor allem, dass auch die Finanzierung der beiden S-Bahnen mit dem Bund rasch ausverhandelt werden“, informiert der Linzer Infrastrukturreferent Vizebürgermeister Markus Hein. 

„Gleichenfeier“ bei der Neuen Donaubrücke Linz

Neben den hochaufragenden Baukränen am nördlichen und südlichen Brückenkopf auf Höhe St. Margarethen ist beim aktuellen Linzer Brückenbau-Boom das Geschehen auf der Montagefläche für die Neue Donaubrücke Linz am augenscheinlichsten. Erst gestern Donnerstag, 29. Oktober, wurden die letzten noch fehlenden Bogenteile angeliefert und nun am Freitag, 30. Oktober eingehoben. Jedes dieser beiden Stahlelemente hat ein Gewicht von 46 Tonnen. 

Heute, Freitag, 30. Oktober 2020, werden auch noch die letzten vier Querträger in den in Urfahr über Land in Endlage errichteten Brückenbogen eingefügt. Das ist gleichbedeutend mit einer „Gleichenfeier“, mit der das Erreichen des Dachgeschoßes bei einem Haus gewürdigt wird. Jeder einzelne dieser Querträger hat ein Gewicht von 7,3 Tonnen. 

Damit sind die letzten Stahlelemente des in Summe rund 300 Teile umfassenden Brückenpuzzles mit einem Gesamtgewicht von rund 8.500 Tonnen vor Ort. Angeliefert wurden die Stahlelemente aus Werken in Tschechien, Ungarn und Deutschland, wo sie vorgefertigt worden sind. Die Transporte mittels Spezialfahrzeugen erfolgten vorwiegend während der Nachtstunden.  

Sämtliche Stahlteile sind nun in Linz

In den kommenden Wochen werden am über Land befindlichen Tragwerk so wie bei den anderen beiden bereits geschlossenen Brückenbögen 2 und 3 die Schweiß- und Korrosionsschutzarbeiten fortgeführt. Ebenso wird die letzte Deckschicht in der Farbe hellgrau aufgebracht. Man verwendet als Witterungsschutz für diese Arbeiten die typischen weißen „Zeltaufbauten“, die treppenartig an den Stahlbögen angeordnet sind. 

„Trotz des fünfwöchigen Baustopps während des coronabedingten Lockdowns sollte somit der Endmontage und auch einem termingerechten Einschwimmen der bereits an Land zusammengebauten Brückentragwerke 2 und 3 nichts mehr im Wege stehen. Ebenso sollte der Verkehrsfreigabetermin im Oktober halten“, zeigen sich Bürgermeister Luger und Vizebürgermeister Hein zuversichtlich.

Die Dimensionen der Brückenbögen der Neuen Donaubrücke Linz (NDL) sind gigantisch. Mit 15 Metern Höhe überragen sie ein viergeschoßiges Haus. Ab dem Frühjahr 2021 sollen die beiden über der Donau befindlichen Brückenbögen mit einem Spezialschiff auf die beiden Flusspfeiler aufgesetzt werden. Anschließend sind die Betonfahrbahnplatte, die Brückenausrüstung (Geländer, Fahrbahnübergangskonstruktion, Inspektionswagen etc.), die Straßen- und Effektbeleuchtung sowie die Fertigstellung der beidseitigen Straßenanschlüsse an die Linke Brückenstraße und an die Hafenstraße geplant. Den Abschluss bilden der Rückbau des Vormontageplatzes sowie Ufergestaltungs- und Bepflanzungsmaßnahmen 

Neue Donaubrücke in Bildern:

Was bisher geschah

Der Baufortschritt der neuen Donaubrücke seit der Spatenstichfeier am 4. Juli 2018 ist Schritt für Schritt inklusive eines Ausblicks auf die kommenden Monate auf der Homepage der Stadt Linz nachzuverfolgen:  

www.linz.at/Bautagebuch Neue Donaubrücke

Diese Aufnahme vom Oktober 2018 zeigt, wie der nördliche Flusspfeiler aus dem Wasser „wächst“.

Diese Aufnahme vom Oktober 2018 zeigt, wie der nördliche Flusspfeiler aus dem Wasser „wächst“. (Foto: Schimetta Consult ZT GmbH)

Der Bagger legt die Pfahlköpfe am Grund des Pfeilers frei. Der Bagger legt die Pfahlköpfe am Grund des Pfeilers frei. (Foto: Schimetta Consult ZT GmbH)

Blick durch die Pfeiler zur Linzer Seite Foto: Schimetta Consult ZT GmbHBlick durch die Pfeiler zur Linzer Seite  (Foto: Schimetta Consult ZT GmbH)

Schließen des dritten Brückenbogens

Am 30. Oktober 2020 wurden die letzten Teile des Brückenbogens auf Urfahrer Seite eingehoben                                                               Am 30. Oktober 2020 wurden die letzten Teile des Brückenbogens auf Urfahrer Seite eingehoben.

Alle drei Brückenbögen sind komplett.Alle drei Brückenbögen sind komplett.

Einschwimmen wird spektakulär

Das Einschwimmen wird der nächste große Schritt in der Genese der Neuen Donaubrücke sein. Und sich spektakulär gestalten. Denn während bei den Bypässen zur Voest-Brücke das schwerste Teil 1.500 Tonnen wog, ist ein Brückenbogen der Neuen Donaubrücke Linz 2.800 Tonnen schwer.   

Breite Geh- und Radwege sowie Aussichtsbalkone

Rendering: Marc MimramRendering: Marc Mimram

Die Neue Donaubrücke Linz hat eine Länge von 400 Metern und eine maximale Breite von 33,7 Metern. Zwei Fahrspuren stehen für den Individualverkehr zur Verfügung. Die oberwasserseitig geplante Gleistrasse wird als Fahrbahn für Busse dienen. Auf jeder Brückenseite werden zwei Meter Breite Gehwege und 2,50 Meter breite Radwege entstehen.  Aussichtsbalkone sollen einen neuen Blick auf Linz ermöglichen. 

Rückbau der Montagefläche mit neuem Zugang zur Donau

Mit Abschluss der Bauarbeiten soll die 250 mal 80 Meter große Manipulationsfläche in Urfahr rückgebaut werden, wobei mittels Stufen und Kiesflächen mit Flachwasserzonen ein direkter Zugang zum Wasser vorgesehen ist. Damit wird eine neue Aufenthaltsqualität am nördlichen Donauufer geschaffen und Linz ein weiteres Stück Richtung Donau rücken. 

Webcams

Zwei Webcams sind auf die Baustelle der Neuen Donaubrücke gerichtet. Von Urfahr und vom Südufer der Donau können Sie die Bautätigkeiten verfolgen. Alle zehn Minuten entstehen tagsüber neue Bilder, die auch über eine Archivfunktion abrufbar sind.

Webcam 1

Webcam 2

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger und Infrastrukturreferent Vizebürgermeister Markus Hein zum Thema „Letzter Brückenbogen der Neuen Donaubrücke Linz wird geschlossen“)

 

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