Presseaussendung vom: 25.11.2020 ||

Linzer Winterdienst: Gut gerüstet für Schnee und Eis Saison 2019/2020 war ein sparsamer Winter – nur 732 Tonnen Salz verbraucht

„Wir sind bestens gerüstet für den Winter. Unsere 167 MitarbeiterInnen des Winterdienst-Teams stehen für das Räumen von Schnee und Eis der Linzer Straßen, Geh- und Radwege bereit. Dabei wollen wir die Ressourcen so sparsam wie möglich einsetzen“, unterstreicht Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier. Die Lager sind gut gefüllt: Insgesamt liegen 900 Tonnen Streumittel, davon 700 Tonnen Salz, bereit. Seit 1. November wurden 56 Fahrzeuge für den Einsatz rund um die Uhr vorbereitet. Zusätzlich dazu wird die Betreuung von drei Winterdienstrouten an eine Fremdfirma vergeben und fünf Fahrzeuge mit Personal angemietet. Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, wird der Winterdienst jedes Jahr evaluiert.  

Die öffentlichen Fahrbahnen, die kombinierten Geh- und Radwege und Stiegenanlagen müssen von November bis März schnee- und eisfrei gehalten werden. Deshalb ist die Winterdienstzentrale an der Johann-Metz-Straße bedarfsweise rund um die Uhr besetzt, auch an Wochenenden und an Feiertagen. Die Streugut-Silos haben eine maximale Lagerkapazität von 1.095 Tonnen Salz und 250 Tonnen Splitt. 

Etwa 1.300 Kilometer müssen die MitarbeiterInnen zurücklegen, um einmal das gesamte Straßennetz zu räumen.

Aktuelle Wetterdaten von der Flugsicherung

Die Einsatzleitung der Winterdienst-Zentrale in der Johann-Metz-Straße koordiniert die Räumung und Streuung des gesamten städtischen Straßennetzes. Im Bedarfsfall ist die Einsatzleitung Tag und Nacht besetzt. 

Auf der Basis von regelmäßigen Informationen vom Fachdienst Meteorologie der Flugsicherung Hörsching (Austro Control) wird die Bereitschaft und Einsatzstärke für die jeweils folgenden Tage festgelegt.

Glatteis-Frühwarnsystem

Weiters gibt es in Linz ein Glatteis-Frühwarnsystem. Über das ganze Stadtgebiet sind vier Messpunkte verteilt, die der Einsatzleitung wichtige Daten liefern, wie zum Beispiel Fahrbahntemperatur, Lufttemperatur und Windgeschwindigkeit. Aber auch Informationen über die Fahrbahnbeschaffenheit wie Nässe oder Glätte und die Salzkonzentration werden bereitgestellt.

Bei der Routenplanung werden unterschiedliche Verkehrsflächen in vier Kategorien zugeordnet und nach Prioritäten gereiht, wie Hauptfahrbahnen, Nebenfahrbahnen, Geh/Radwege und Stiegenanlagen.

Fuhrpark im Einsatz

Auf den Hauptfahrbahnen kommen LKW zum Einsatz, Unimogs auf den Nebenfahrbahnen, Schmalspurfahrzeuge auf dem Rad- und Gehwegenetz. Für den händischen Winterdienst stehen den Teams Leicht-LKW mit Ladeflächen zur Verfügung.

Das Hauptstraßennetz wird in Linz rund um die Uhr von fix stationierten Lenkern abgefahren. Bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen ist ein Einsatz sofort möglich. Die Nebenstraßen, Geh- und Radwege sowie die Stiegenanlagen werden in der Regel von 4 bis 22 Uhr und an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen zwischen 5 und 22 Uhr betreut. Hier ist jedoch eine gewisse Vorlaufzeit notwendig, da diese Fahrer in Rufbereitschaft stehen und erst den Dienstort erreichen müssen. Die Stadt Linz betreut die Verkehrsflächen des Öffentlichen Gutes in einem höheren Stundenausmaß als in den Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen (RVS) vorgegeben.

Zusätzliche Personalreserven zur Absicherung im Falle eines Covid-19 bedingten Personalausfalles

Um zu gewährleisten, dass der Winterdienstbetrieb auch bei vermehrtem Auftreten von Covid-19-Erkrankungen des Winterdienstpersonals gesichert ist, wurden Maßnahmen getätigt um bei einem Ausfall etwa einem Drittel der Belegschaft, die Straßenräumungen weiterhin zu garantieren. Der Winterdienstbetrieb und die Schneeräumungen müssen auch in Zeiten wie diesen gewährleistet sein. Daher wird im Notfall auf Ersatzpersonal in Form von Fremdzukäufen zurückgegriffen.

Winterdienst im Einsatz auf 600 Kilometer Straßen und 250 Kilometer Rad- und Gehwegen

Das Einsatzgebiet des Winterdienstes umfasst etwa 600 Kilometer Straßen sowie 250 Kilometer meist kombinierte Rad- und Gehwege, die nicht in die Verpflichtung der Anrainer fallen. Zusätzlich werden 134 Stiegenanlagen vom Schnee befreit. Geräumt wird nach einem eigenen Räumplan mit Prioritäten: Zuerst die Hauptverkehrswege, die exponierten Stellen an Brücken, die Verkehrswege mit Steigungen (z.B. die „Bergstraßen“ am Pöstlingberg, an der Kapuzinerstraße, am Freinberg) und die Straßen mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Buslinien). Um einmal das gesamte Straßennetz zu räumen und zu bestreuen, müssen die MitarbeiterInnen der Stadt Linz circa 1.300 Kilometer zurücklegen.

Insgesamt werden pro Saison und Jahr auf den Linzer Straßen durchschnittlich 2.000 Tonnen Salz benötigt. Dies variiert jedoch stark nach oben oder unten, je nach Witterung.

Sicher durch Linz auf dem Winterbasis-Radwegenetz

Auch heuer werden die Hauptrouten im Linzer Radwegenetz bevorzugt geräumt. Denn immer mehr LinzerInnen wollen ganzjährig ihre Wege mit dem Rad zurücklegen. Basierend auf einem erfolgreichen Pilotversuch auf Vorschlag der Radlobby , werden ausgewählte, wichtige Radwege vorrangig geräumt, die Räumung der restlichen Radwege erfolgt im Anschluss. Dieses so genannte Winterbasis-Radwegenetz wurde vor zwei Jahren in den Räumplan aufgenommen.

Die Verkehrswege sind auf der Homepage der Stadt Linz als Plan und bei der Radlobby als Google-Maps-Karte veröffentlicht. Alle, die mit dem Rad einpendeln, können daher ihre Routen bei Schneefall entsprechend anpassen. „Alltags-Radeln gewinnt damit auch in der kalten Jahreszeit weiter an Attraktivität und bringt eine erhebliche Verbesserung für die Radlerinnen und Radler“, erklärt Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier.

Feuchtsalzstreuung

Im Sinne der Verkehrssicherheit des Umweltschutzes und der Wirtschaftlichkeit setzt die Stadt Linz vor allem auf Feuchtsalz. Dieses spezielle Gemisch aus Kalzium- bzw. Natriumchlorid-Sole und Trockensalz vermindert Glättegefahr und taut Eis und Schnee in kürzester Zeit auf.

Durch den vermehrten Einsatz von Feuchtsalz kann zudem die Feinstaubbelastung durch Splitt im Winter gesenkt werden. Feuchtsalz hat außerdem den Vorteil, dass es feiner dosiert werden kann wodurch der Verbrauch gesenkt werden kann.

16 Streumittel-Silos an 13 Standorten in der Stadt

Die Stadt Linz verfügt über 16 Streumittelsilos an 13 Standorten, verteilt auf das gesamte Stadtgebiet von Linz (Salzsilos: acht Standorte mit insgesamt elf Silos; Splittsilos: fünf Standorte mit insgesamt fünf Silos). Sie fassen insgesamt 1.095 Tonnen Salz und 250 Tonnen Splitt. Der Jahresverbrauch hängt vom Wetter ab und schwankt daher in den einzelnen Winterperioden:

Der Streumittel-Verbrauch in der Wintersaison 2019/2020 war aufgrund des milden Winters vergleichsweise gering. Insgesamt wurden im vergangenen Winter 732 Tonnen Salz und 95 Tonnen Splitt verbraucht. Dies ist der niedrigste Wert in den vergangenen 18 Jahren. Einen ähnlich geringen Salz-Verbrauch hatte die Stadt Linz zuletzt im Winter 2013/14.

Rechtliche Voraussetzungen

Die Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen (RVS) sehen für die Betreuung von Fahrbahnen, Rad- und Gehwegen in Relation zu Bedeutung und Frequenz sowie der Intensität der Schneefälle gewisse Umlaufzeiten vor.

Umlaufzeit ist die Zeit, die ein Winterdienstgerät für seine Route benötigt, um einen vollständigen Räum- und Streueinsatz zu absolvieren und wieder am Beginn der Route zu stehen. Diese Zeiten kann die Stadt Linz auf all ihren Routen einhalten und somit eine Befahrung der Straßen auch bei winterlichen Verhältnissen ermöglichen. 

Eine sofortige beziehungsweise gleichzeitige Räumung der Fahrbahnen ist auch der Stadt Linz nicht möglich. Besonders schwierig ist die Bewältigung der Situation bei einsetzenden Schneefällen in den Stoßzeiten, da hier die Räumfahrzeuge oft genauso im Stau stehen wie die anderen Verkehrsteilnehmer.

Winterdienstverordnung

Geregelt wird der Einsatz der Streumittel in Linz in der vom Gemeinderat in seiner Sitzung vom 20. Oktober 2005 beschlossenen Winterdienst-Verordnung, die die Rahmenbedingungen für ein möglichst umweltschonendes Vorgehen bei der Bekämpfung von Eis und Schnee enthält.

Diese Verordnung erlaubt Salzstreuung auf

  • Hauptverkehrsadern
  • exponierten Straßen
  • Fahrbahnen, die von Bussen oder Schienenfahrzeugen im Linienverkehr benutzt werden 
  • Brücken
  • Haltestellenbereichen für öffentliche Verkehrsmittel 
  • Rampen für Behindertenfahrzeuge und Behindertenparkplätze 
  • Stiegenanlagen 
  • Gehsteigen und Gehwegen mit einem Gefälle von mehr als zehn Prozent 
  • Gehsteigen, die straßenseitig geneigt sind und die über eine Längsentwässerung verfügen

In diesen Fällen muss durch bauliche Maßnahmen sichergestellt sein, dass keine Auftaumittel in unversiegelte Bodenflächen und Gewässer eindringen – weder durch Versickern, Ableitung, noch durch Aufwirbelung. 

Im Linzer Stadtgebiet ist auf etwa 10 bis 15 Prozent der Verkehrswege keine Salzstreuung erlaubt, weshalb auf diesen Flächen Splitt gestreut wird.

Betreuung der Gehsteige ist Anrainerpflicht

Die Betreuung fast aller Gehsteige ist laut Straßenverkehrsordnung Aufgabe der Anrainer oder der Eigentümer von Häusern und Liegenschaften. Laut § 93 StVO müssen Gehsteige und Stiegenanlagen entlang der gesamten Liegenschaft täglich zwischen 6 und 22 Uhr von Schnee befreit sowie bei Glätte gestreut werden.

Appell an die VerkehrsteilnehmerInnen

In der kalten Jahreszeit können sich zum Beispiel die Fahrbahnverhältnisse schnell ändern und gefährlich werden, weil sich etwa durch Schnee der Bremsweg vervielfacht. Daher ist auch laut Straßenverkehrsordnung darauf zu achten, die Geschwindigkeit den Umständen anzupassen.

„Bitte passen Sie bei Eis und Schnee die Fahrweise den Straßenverhältnissen an. Wenn alle VerkehrsteilnehmerInnen rücksichtsvoll unterwegs sind, können viele Unfälle vermieden werden. Das Team des Winterdienstes leistet hervorragende Arbeit. Aber natürlich gilt bei extremen Wetterlagen auch besondere Vorsicht“, appelliert Vizebürgermeister Baier.

(Informationsunterlage zur Online-Pressekonferenz „Linzer Winterdienst – Gut gerüstet für Schnee und Eis“ mit Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier und DI Martin Stiedl, Stellvertretender Direktor des Geschäftsbereiches Stadtgrün und Straßenbetreuung, Leiter der Abteilung Logistik und Technik)

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