Presseaussendung vom: 27.11.2020

Umnutzung Kapuzinerkloster: „Größte Sorgfalt bei Behandlung des Leuchtturmprojektes ist angebracht.“ Gestaltungsbeirat fordert detaillierte Überarbeitung und Abstimmung mit Bundesdenkmalamt

Der Beirat für Stadtgestaltung tagte zum 178. Mal, coronabedingt erstmals mit online per Videokonferenz zugeschalteten Mitgliedern in Zürich und Frankfurt sowie weiteren TeilnehmerInnen. Im Sitzungsraum selbst wurde auf eine geringstmögliche Besetzung aufgrund der gegebenen Abstandsregeln geachtet.

Unter der Leitung von Prof. M.Arch. DI Zvonko Turkali hat sich der Gestaltungsbeirat bei der Beurteilung des vorgelegten Projektes im ehemaligen Kapuzinerkloster in der Kapuzinerstraße auf die Notwendigkeit einer nochmaligen Vorlage verständigt.

Das Gremium fordert unter anderem eine fokussierte Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt in Bezug auf die erhaltenswürdig erachtete Kapelle, die Interventionen in der bestehenden Natursteinmauer und sowie dem Ausbau des Dachraumes im bestehenden Klostergebäude. Bezüglich der Freiraumplanung wird weiterhin eine feinere Bearbeitung des Klostergartens, insbesondere im Bereich der beabsichtigten Kindergartennutzung eingefordert. Den sensiblen architektonischen Übergängen zwischen alt und neu sind volumetrisch als auch bezüglich der Detaillierung besondere Beachtung zu schenken. Dies macht eine weitere Überarbeitung des bisherigen Plans sinnvoll und notwendig.

„Die Empfehlung des Gestaltungsbeirats ist zu akzeptieren“, kommentiert Infrastrukturreferent Vizebürgermeister Markus Hein die Entscheidung, „dieses Projekt wird das gesamte Kapuzinerviertel nachhaltig prägen. Es ist deshalb besonders wichtig, hier genau auf die entsprechende Qualität zu achten. Wenn aber ein Projekt drei Mal antritt, muss auch kontrolliert werden, ob die Empfehlungen des Gestaltungsbeirats ausreichend klar formuliert waren. Es ist die Aufgabe der Stadtplanung, auch das zu hinterfragen.“

Bei einem auf Initiative von Vizebürgermeister Hein durchgeführten, beispielhaften Mediations- und Planungsprozess mit Anrainern, Investoren, Architekten und Stadt Linz wurden bereits im Vorfeld die Rahmenbedingungen für die Entwicklung des Stadtteils erarbeitet und abgestimmt. 

In diesem Kontext soll nun das im Gestaltungsbeirat vorgelegte Bauvorhaben den gesamten Stadtteil durch eine gelungene, alltagstaugliche sowie mit interessanten Nutzungen versehene Mischung zwischen historischer Bausubstanz und neuer Architektur wesentlich aufwerten. 

„Genau darum ist bei diesem Projekt auch die Bewertung der architektonischen Ausprägung mit großer Sorgfalt zu behandeln, denn dieses Projekt ist das Leuchtturmprojekt für die Weiterentwicklung des ganzen Stadtviertels. Hier soll auch im Sinne der umliegenden Bevölkerung eine qualitativ hochwertige und nachhaltige Lösung gefunden werden.“

Das profanisierte Kapuzinerkloster in Linz soll eine Neunutzung als Gewerbekomplex für Bürodienstleistungen erhalten, wobei die bestehenden Gebäude erhalten bleiben. Die Klosteranlage wird im Inneren für Büronutzungen mit Bürozellen und Besprechungszonen adaptiert, im Kirchengebäude selbst sind Gastronomie sowie Besprechungsbereiche vorgesehen.

Der Beirat für Stadtgestaltung der Stadt Linz besteht aus den vier international renommierten ArchitektInnen Prof. M.Arch. DI Zvonko Turkali, DIin Evelyn Rudnicki, DIin Anne Kaestle und DI Peter Zoderer. 

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