Medienservice vom: 15.01.2021

Wie radikal soll Demokratie sein? Online-Konferenz der VHS Linz in Kooperation mit „mehr demokratie!“ am 22. Jänner

„Wie radikal soll Demokratie sein? Demokratie grundlegend – von der Wurzel – denken und leben” – dazu findet am Freitag, 22. Jänner, eine Online-Konferenz der Volkshochschule Linz gemeinsam mit der parteiunabhängigen Initiative für eine Stärkung direkter Demokratie „mehr demokratie!“ statt. Wir leben in einer Zeit bedrohlicher Tendenzen in Richtung weniger Demokratie, wo demokratische und rechtsstaatliche Errungenschaften in Frage gestellt werden. Gerade für Menschen, denen Demokratie ein grundsätzliches Anliegen ist, wird es daher ein immer wichtigeres Bedürfnis, sich Energie und Kraft aus Ansätzen zu holen, die ihre Perspektive in einem Mehr an Demokratie sehen. Die radikal-demokratischen Ansätze stellen dem rechtspopulistischen Gerede über Demokratie etwas Gehaltvolles entgegen. Radikaldemokratie kritisiert aber auch die bestehende liberale Demokratie, wo es geboten erscheint. Demnach gehen wir nicht einem postdemokratischen Ende der Demokratie entgegen. Vielmehr sind unsere westlichen Demokratien nie demokratisch genug gewesen.

Die Konferenz zur „Radikaldemokratie” wird in den virtuellen Raum verlegt und findet ab 15 Uhr ausschließlich online über die Plattform ZOOM (geöffnet ab 14.45 Uhr) statt. Sie wird umrahmt von zwei grundlegenden Vorträgen. Die Teilnahme ist kostenlos – eine Registrierung ist unter: https://zoom.us/meeting/register/tJEsfuGoqjsoEt3kmgCoZmktNSbBE8WKs_OU erforderlich.

Oliver Marchart, Universitätsprofessor für Politische Theorie an der Universität Wien, wird demnächst sein Buch „Der demokratische Horizont. Politik und Ethik radikaler Demokratie“ veröffentlichen. Er sieht die Antwort auf die Demokratiekrise in einer Demokratisierung der Demokratie: durch Radikalisierung und Neuerfindung der klassischen Prinzipien von Freiheit, Gleichheit, Solidarität und Volkssouveränität. 

Markus Pausch, Professor an der Fachhochschule Salzburg, hat in seinem Buch „Demokratie als Revolte. Zwischen Alltagsdiktatur und Globalisierung“ eine Demokratietheorie der Revolte entworfen, die er an den gegenwärtigen Lebensverhältnissen in Europa prüft. Demokratie ist nicht nur eine Staats-, sondern auch eine Lebensform, die untrennbar mit der Revolte des Individuums verbunden ist. Sie beginnt mit dem Widerstand gegen Zwang und Unterdrückung, gründet auf Zweifel und Dialog und kämpft gegen Ungerechtigkeit und Autoritarismus. 

Zwischen den beiden Vorträgen wird in drei parallelen Workshops der Frage nachgegangen, wie Demokratie in den Lebensbereichen Schule, Klima und Stadtplanung radikal gedacht und gelebt werden kann.