Medienservice vom: 18.01.2021

Pflegevorsorge für Linzer SeniorInnen Beste Versorgung auch in Zukunft gesichert

  • Standort-Entscheidung für neues Seniorenzentrum ab 2022

Das Wohlergehen der älteren Generation ist der Stadt Linz seit jeher ein zentrales Anliegen. So wurde bereits seit Anfang der 1990er Jahre in der oberösterreichischen Landeshauptstadt ein dichtes soziales Netz geknüpft, das auf die speziellen Bedürfnisse von SeniorInnen zugeschnitten ist. Ob stationär versorgt oder mobil in den eigenen vier Wänden betreut, die umfangreichen und leistbaren Services für die ältere Generation bilden eine wesentliche Säule des städtischen Sozialangebots. 

Basierend auf einer Bedarfsrechnung der Stadtforschung ist ab 2025 mindestens ein weiteres Seniorenheim erforderlich, ab 2030 werden sogar zwei zusätzliche Seniorenheime notwendig sein. Bei der Standortwahl werden Urfahr bzw. Kleinmünchen – Auwiesen und/oder Bindermichl – Keferfeld favorisiert. 

„Wir sind es jenen Linzerinnen und Linzern, die diese Stadt und dieses Land aufgebaut haben, schuldig, dass sie auch im höheren Alter bestmöglich versorgt und betreut sind. Das zur Verfügungstellen von geeigneten Angeboten wird daher auch in Zukunft einen großen Stellenwert in der Linzer Sozialpolitik besitzen. Derzeit ist Linz mit Seniorenzentren-Plätzen voll versorgt. Die steigende Lebenserwartung in den kommenden Jahren wird jedoch in vier Jahren die Errichtung zusätzlicher Pflegeeinrichtungen notwendig machen. Dazu hat die Stadtforschung Linz eine Bedarfs- und Standortanalyse erstellt“, so Bürgermeister Klaus Luger.

„Moderne Pflegeeinrichtungen, altersgerechte Wohnungen, Tageszentren, 24 Stunden-Betreuung, nachträgliche Lifteinbauten bis hin zu verschiedenen mobilen Diensten, wie Altenbetreuung, Hauskrankenpflege und Heimhilfen – Linz bietet SeniorInnen ein umfassendes Angebot. Mit den Prognosen der Stadtforschung können wir den zukünftigen Bedarf ermitteln und damit die Vollversorgung für die ältere Generation auch in Zukunft gewährleisten. Dank der neuen Analyse wissen wir, wann und wo voraussichtlich neue Seniorenzentren errichtet werden sollen“, sagt Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

Städtische Bedarfsprognose: nach 2025 ein weiteres Pflegezentrum, nach 2030 zwei weitere nötig

Die Stadtforschung Linz erstellte eine Bedarfsrechnung zur Abschätzung der Entwicklung des Bedarfs an Pflegeheimplätzen. Diese soll die Grundlage für die Wahl eines Standortes zur Errichtung eines neuen Seniorenheimes in Linz bilden. Wenn die prognostizierte Entwicklung eintrifft, wird in Linz ab 2025 ein Seniorenzentrum benötigt, ab 2030 wird man von zwei zusätzlichen Pflegeheimen ausgehen müssen. „Das heißt, bei einer Bauzeit von ca. zwei Jahren wird im kommenden Jahr die Standortentscheidung für neue Einrichtungen zu treffen sein“, sagt Bürgermeister Klaus Luger.

„Am wahrscheinlichsten wird in Urfahr ein neues Heim benötigt, ebenso in absehbarer Zeit in Kleinmünchen bzw. im Stadtgebiet Bindermichl“, ergänzt Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing. 

Demografische Entwicklung: 200 bis 400 zusätzliche Pflegeheimplätze in zehn Jahren benötigt

Aus den Prognoserechnungen der Stadtforschung zur Entwicklung des Bedarfs an Pflegeheimplätzen geht eindeutig hervor, dass aufgrund der demografischen Entwicklung ab Mitte des aktuellen Jahrzehnts mit einer deutlich steigenden Nachfrage zu rechnen sein wird. Für die Bedarfsentwicklung wurden zwei Szenarien gerechnet:

  • Das Modell „Status quo“ geht davon aus, dass auch in Zukunft das Eintreten der Pflegebedürftigkeit mit denselben Wahrscheinlichkeiten erfolgt wie aktuell beobachtet.
  • Das Modell „Gesünder Altern“ orientiert sich an den Annahmen der Arbeitsgruppe zum Bedarfs- und Entwicklungsplan des Landes Oberösterreich, die besagen, dass neben der steigenden Lebenserwartung auch das Eintreten der Pflegebedürftigkeit erst in höherem Alter erfolgt.

Aus heutiger Sicht ist ab etwa 2024 in Linz mit einem spürbaren Anstieg des Bedarfs an Pflegeheimplätzen zu rechnen, der – je nach Berechnungsszenario – im Jahr 2030 zwischen 2.200 und 2.400 Plätzen und im Jahr 2035 zwischen 2.400 und 2.700 Plätzen liegen wird. 

Aufgrund der prognostizierten Entwicklung sind spätestens ab 2025 neue Heimstandorte erforderlich. Als Entscheidungsgrundlage wurde von der Stadtforschung Linz die kleinräumige Entwicklung des Bedarfs an Pflegeheimplätzen unter die Lupe genommen. Dabei wurden die Zu- und Abgänge der vergangenen zehn Jahre in den Linzer Seniorenheimen analysiert. Ebenso standen die Entwicklung des Heimplatzangebotes und die Zahl der jährlich frei gewordenen und neu vergebenen Betten im Fokus. Mithilfe regionalisierter Bedarfsquoten und einer kleinräumigen Bevölkerungsprognose wurde ein Zukunftsszenario entworfen, das eine fundierte Entscheidungsfindung für zukünftige Heimstandorte ermöglicht.

Aktuell 17 Seniorenzentren in Linz zur Verfügung

Zum Stichtag 1.1.2020 gibt es in Linz insgesamt 17 Seniorenzentren, davon werden zehn von der Stadt Linz, die übrigen sieben von privater Hand betrieben. 

Seniorenheime in Linz (Stand 1.1.2020)
Name Adresse Feinraster Städtisch / privat Plätze
SZ Spallerhof Glimpfingerstraße 10-12 08 städtisch 260
SZ Franz Hillinger Kaarstraße 15-17 02 städtisch 132
SZ Kleinmünchen Dauphinestraße 94 10 städtisch 128
SZ Franckviertel Ing.-Stern-Straße 15-17 03 städtisch 122
SZ Dornach-Auhof Sombartstraße 1-5 01 städtisch 123
SZ Neue Heimat Flötzerweg 95-97 09 städtisch 126
SZ Keferfeld/Oed Meggauerstraße 1-3 07 städtisch 88
SZ Ebelsberg Sennweg 4 11 städtisch 28
SZ Pichling Falterweg 25 12 städtisch 64
SZ Liebigstraße Liebigstraße 26 03 städtisch 120
Sonnenhof Freinberg Sonnenpromenade 50 05 privat 128
Sonnenhof Lenaupark Raimundstraße 23 06 privat 130
Seniorenwohnhaus Karl Borromäus Bethlehemstraße 56-58 04 privat 125
Seniorenwohnhaus St. Anna Leondinger Straße 22 05 privat 86
Seniorenheim der Franziskusschwestern Losensteinerstraße 8 07 privat 124
Altenheim Rudigier Stockhofstraße 6 04 privat 100
Haus für Senioren Körnerstraße 34 04 privat 48
Gesamt       1.932

Die der Analyse zugrundeliegenden regionalen Überlegungen beziehen sich auf die Untergliederung des Stadtgebietes in 12 so genannte Feinraster-Sozialplanungsgebiete, wie sie auch zur Bedarfsplanung für die Kinderbetreuung und die Schulstandorte herangezogen werden. 

In jedem dieser 12 Sozialplanungsgebiete steht zumindest ein Seniorenheim zur Verfügung. Dabei zeigt sich, dass die privaten Standorte um die Innenstadt konzentriert sind, während die exponierteren Lagen hauptsächlich von der Stadt Linz bedient werden. 

Für die Entscheidung, in ein Pflegeheim einzuziehen, hat die Nähe zum vorherigen Wohnort inzwischen nicht unbedingt oberste Priorität: besonders bei akutem Eintritt von Pflegebedürftigkeit spielen andere Faktoren, wie rasche Verfügbarkeit eines Pflegeplatzes oder auch die örtliche Nähe zu nahen Angehörigen, eine wichtige Rolle. Dennoch ist es ein Ziel der Stadt Linz, auch dezentral Betreuungseinrichtungen zur Verfügung zu stellen. 

Vollversorgung seit 10 Jahren gewährleistet

In den vergangenen zehn Jahren standen an Linzer Seniorenheimen jährlich 600 bis 700 Abgängen ungefähr genauso viele Zugänge gegenüber. Somit sind im abgelaufenen Jahrzehnt insgesamt jeweils fast 6.500 Personen in ein Seniorenheim eingezogen bzw. in einem solchen verstorben. Knapp zwei Drittel entfallen dabei auf städtische Seniorenheime, der Rest auf die privaten. In der jüngeren Vergangenheit sind die Vormerklisten für eine Heimaufnahme sehr kurz, so dass seit nunmehr mehr als zehn Jahren von einer Vollversorgung gesprochen werden kann.

Seniorenheime in Linz (Stand 1.1.2020)
Jahr Zugänge Abgänge
Stadt Privat Gesamt Stadt Privat Gesamt
2010 455 273 728 426 206 632
2011 388 268 656 439 223 662
2012 354 252 606 383 256 639
2013 398 233 631 405 234 639
2014 361 224 585 367 220 587
2015 364 291 655 397 239 636
2016 432 232 664 387 232 619
2017 408 229 637 412 260 672
2018 349 229 578 403 283 686
2019 441 287 728 442 259 701
Gesamt 3.950 2.518 6.468 4.061 2.412 6.473

Durchschnittsalter der BewohnerInnen in den Linzer Seniorenheimen beträgt etwa 85 Jahre

Das Durchschnittsalter der Bewohnerinnen und Bewohner in den Linzer Seniorenheimen liegt bei etwa 85 Jahren. Aufgeteilt nach Altersgruppen zeigt sich, dass der Großteil der Personen, die in ein Linzer Seniorenheim ziehen, zum Zeitpunkt des Einzugs zwischen 80 und 89 Jahre alt ist. Annähernd gleich viele Zuzüge kommen jedes Jahr aus den Altersgruppen „70 bis 79“ bzw. „90 und älter“, wobei im Laufe der Jahre eine merkliche Verschiebung in Richtung der höherbetagten Gruppe zu beobachten ist. Lediglich ein Bruchteil der Zugänge ist zwischen 60 und 69 Jahre alt, noch jüngere sind die absolute Ausnahme.

Zugänge in Linzer Seniorenheimen (nach Altersgruppen)
Jahr Unter 60 60 bis 69 70 bis 79 80 bis 89 90 und älter Gesamt
2010 9 34 142 415 109 709
2011 17 39 122 360 106 644
2012 9 51 95 302 129 586
2013 7 40 99 326 145 617
2014 7 32 108 300 128 575
2015 11 39 141 299 149 639
2016 8 46 117 310 170 651
2017 5 37 126 305 153 626
2018 1 33 129 262 139 564
2019 8 28 179 315 181 711
Gesamt 82 379 1.258 3.194 1.409 6.322

Prognose: ab 2025 ein zusätzliches Zentrum, ab 2030 zwei weitere benötigt

Für die Prognose der zu erwartenden Heimzugänge werden die alters-, geschlechts- und planungsgebietsspezifischen Heimeintrittsquoten auf die Bevölkerungsprognose angewendet. Werden die einzelnen Gruppen zusammengeführt, so erhält man eine Gesamtzahl an Personen, die aus den verschiedenen Gebieten in ein Seniorenheim ziehen würden. Wesentliches Fakt ist: Durch die steigenden Bevölkerungszahlen und vor allem auch die alternde Bevölkerung wird sich in den kommenden Jahren ein steigender Bedarf an Seniorenheimplätzen ergeben.

Dafür gibt es zwei Berechnungsmodelle: 

Die Fortschreibung des „Status quo“ und das Modell „Gesünder Altern“, das davon ausgeht, dass trotz steigender Zahlen an Älteren infolge einer gesünderen Lebensführung und daraus resultierender gewisser Fitness der “Golden Agers“ ein geringerer Bedarf an Pflegeplätzen resultiert. Das Modell des Status Quo geht ab 2025 von 740 erwarteten Zugängen jährlich, jenes des „Gesünder Altern“ von 700 Zugängen jährlich aus. 

Prognostizierte Zugänge in Linzer Seniorenheimen - Modell "Status quo" (nach Feinrastergebiet der früheren Wohnadresse)
Jahr 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 Gesamt
2025 98 88 30 101 35 48 90 65 53 83 31 16 738
2030 113 97 35 114 40 55 99 77 64 97 36 23 850
2035 118 106 40 124 45 65 106 87 74 111 41 29 946

2030 sind es schon 850 bzw. 785 Zugänge, noch stärker fallen sie 2035 aus, wenn 950 (Gesünder Altern: 830) Zugänge pro Jahr zu erwarten sind. 

Prognostizierte Zugänge in Linzer Seniorenheimen - Modell "Gesünder Altern" (nach Feinrastergebiet der früheren Wohnadresse)
Jahr 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 Gesamt
2025 91 86 28 97 32 46 87 63 51 79 30 16 706
2030 103 90 33 104 37 52 92 71 58 90 33 22 785
2035 104 93 34 108 40 57 96 76 65 97 34 26 830

Aus den Abgangsquoten und den insgesamt in Seniorenheimen vorhandenen Plätzen in jedem Sozialplanungsgebiet errechnet sich eine Zahl an Plätzen, die im Durchschnitt jedes Jahr neu vergeben werden können. Unter der Annahme gleichbleibender Platzkapazitäten bleiben diese für die Folgejahre konstant. 

Prognostizierte Abgänge aus Linzer Seniorenheimen (nach Feinrastergebiet des Heimstandortes)
Jahr 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 Gesamt
p. anno 37 43 95 101 69 39 63 87 44 43 12 21 654

Aus dem zunehmenden Auseinanderklaffen von konstanten Abgangs- und zunehmenden Zugangszahlen ergeben sich die Schlussfolgerungen, dass ab 2025 ein und ab 2030 wahrscheinlich zwei zusätzliche Seniorenheime erforderlich sind. 

Drei weitere mögliche Standorte: Urfahr, Kleinmünchen – Auwiesen, Bindermichl – Keferfeld

In den folgenden Darstellungen werden die prognostizierten jährlichen Heimzugänge eines Planungsgebietes den in diesem Gebiet freiwerdenden und damit verfügbaren Betreuungsplätzen bildlich gegenübergestellt. So lässt sich erkennen, in welchen Gebieten die Nachfrage mit den voraussichtlich verfügbaren Plätzen besser oder schlechter bedient werden kann und wo Handlungsbedarf besteht.

Es zeigt sich relativ deutlich, dass vor allem die Stadtmitte sehr gut abgedeckt ist. Besonders auffällig ist das Planungsgebiet 3 (Franckviertel), das mit den Seniorenzentren Franckviertel und Liebigstraße sehr gut ausgestattet ist und Kapazitäten für Pflegebedürftige aus anderen Planungsgebieten aufweist. Auch der Linzer Süden, wo die Nachfrage verhältnismäßig eher gering ist, ist bestens versorgt. Andererseits geht hervor, dass nördlich der Donau (Urfahr) die Zahl der prognostizierten Zugänge jene der verfügbaren Plätze deutlich übersteigt. Ein ähnliches Bild zeigt sich in Planungsgebiet 10 (Kleinmünchen - Auwiesen), wo bis dato vergleichsweise wenige Plätze zur Verfügung stehen, sowie in Planungsgebiet 7 (Bindermichl - Keferfeld). 

„Aus der Tatsache, dass das Stadtzentrum, das Franckviertel und der gesamte Süden von Linz sehr gut versorgt sind, ist zu schließen, dass eher Urfahr sowie allenfalls die Bereiche Kleinmünchen - Auwiesen und/oder Bindermichl - Keferfeld am besten für neue Seniorenheime prädestiniert sind. Die Entscheidung darüber wird im kommenden Jahr zu treffen sein“, betonen Bürgermeister Klaus Luger und Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing, die auch Aufsichtsratsvorsitzende der Seniorenzentren Linz GmbH ist.


(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger und Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing zum Thema „Bedarf an neuen Seniorenzentren in Linz“)