Presseaussendung vom: 15.02.2021

Stadt Linz trauert um Hannes Leopoldseder Bürgermeister Klaus Luger: „Wegbereiter der elektronischen Medienkunst und Mitbegründer der Ars Electronica“

Die Landeshauptstadt Linz trauert um den ehemaligen ORF-Landesintendanten Hannes Leopoldseder, der am 12. Februar 2021 im Alter von 80 Jahren in Linz verstorben ist.

Bürgermeister Klaus Luger sieht in  Leopoldseder einen Visionär und  Wegbereiter. „Schon in einer Zeit, als ,Kunst am Computer‘ für die meisten Menschen noch Science Fiction war, hat Leopoldseder die Bedeutung der elektronischen Medienkunst erkannt. Seinem Wirken hat Linz die internationale Spitzenposition in diesem Bereich zu verdanken. Leopoldseder hat wesentlich zum Wandel der Stadt von einem Zentrum der Stahlindustrie zu einem Hotspot der futuristischen elektronischen Kunst beigetragen. Am deutlichsten wird das durch seine Funktion als  Mitbegründer der Ars Electronica und der Klangwolke“, betont Luger.

Hannes Leopoldseder wurde am 27. März 1940 in St. Leonhard bei Freistadt geboren. Er maturierte am Bischöflichen Gymnasium Petrinium in Linz. Nach dem Studium der Anglistik und Germanistik in Wien begann seine Karriere beim ORF. 

Von 1974 bis 1998 war Leopoldseder Intendant des ORF-Landesstudios Oberösterreich. in dieser Funktion initiierte er in Zusammenarbeit mit dem Verband der Oberösterreichischen Volkshochschulen an der Johannes Kepler Universität Linz die Linzer Mediengespräche. 

Von 1975 bis 2007 war er Präsident des OÖ. Presseclubs.  

Während seines Vorsitzes im Oberösterreichischen Landeskulturbeirat wurde das Festival der Regionen ins Leben gerufen. 1979 gehörte er zu den Mitbegründern des Festivals Ars Electronica mit der Linzer Klangwolke als herausragendem medialem Ereignis. Das von ihm entwickelte Konzept des Festivals für Kunst, Technologie und Gesellschaft dient als Leitidee für weltweit ähnliche Festivals und wurde 1987 mit dem Prix Ars Electronica, dem weltweiten Wettbewerb für digitale Medien und 1991 mit dem AEC als Museum der Zukunft ergänzt.

1986 war das ORF-Landesstudio Ausgangspunkt für das ORF-Friedenslicht aus Bethlehem.
Von 1989 bis 2002 war Leopoldseder ORF-Informationsintendant, wobei sein Verantwortungsbereich im Fernsehen die gesamte TV-Information, Kultur und Wissenschaft sowie Sport und Religion umfasste. Ab 2008 lehrte er zum Thema Ars Electronica und seit 2009 war er Honorarprofessor an der Kunstuniversität.

Für seine Verdienste wurde Leopoldseder vielfach ausgezeichnet. So erhielt er 1982 die Kulturmedaille und 1987 den Ehrenring der Stadt Linz.