Presseaussendung vom: 16.02.2021 |Downloads zum Medienservice

Programm „Digitales Linz“ ebnet Weg zur digitalen Stadt für alle Stadt Linz verbindet aktuelle Stärken mit den Chancen für die digitale Zukunft

  • Magistrat setzt konkrete Digitalisierungsaktivitäten und -projekte laufend um
  • Projektlandkarte aus acht Handlungsfeldern skizziert visionären und konkreten Maßnahmen-Mix

Die Zukunft der Städte ist digital. Es gilt daher, neue Lösungsansätze für weitere Digitalisierungsschritte zu finden, die der Bevölkerung dienlich sind. Dafür hat die Stadt Linz das Programm „Digitales Linz“ ins Leben gerufen, das sich als Experimentierraum und lebendiges Testfeld für die nächsten Digitalisierungsschritte in der Landeshauptstadt versteht. Mit einem Brückenschlag zwischen lokaler Expertise und internationalem Austausch ist der Weg für eine auf die Menschen gerichtete Digitalisierung gesetzt, um weiterhin eine moderne, innovative Stadt in einem digitalen Europa zu sein. 

Die Stadt Linz ist Initiator des Programms – erarbeitet werden die Inhalte und Projekte gemeinsam durch ein engagiertes Team von digitalen Expertinnen und Experten aus der Region. Das Team besteht aus einem operativen Kernteam des Magistrats sowie aus dem einem Digital Board – eine Gruppe von digitalen Expertinnen und Experten, die alle Interessen und Energien der Stadt bündelt und auf eine nutzenstiftende Digitalisierung ausrichtet. Ein klarer Vorteil, stammen diese aus der heimischen Kunst- und Kulturszene, der Industrie, der Wirtschaft, der Arbeitnehmervertretung, der Forschung und der Bildung, von Start-ups und aus der InnovatorInnen-Community. Bereits im Herbst 2020 brachten zudem die Linzerinnen und Linzer selbst in einer groß angelegten Bürgerbeteiligung ihre Visionen und Anliegen für das Programm ein. Mehr als 200 konkrete Vorschläge für eine digitale Stadt wurden dabei eingereicht und bilden die Basis des Programms „Digitales Linz“. Das Programm wird nun bei der nächsten Gemeinderatssitzung am 4. März zum Beschluss vorgelegt. Bei positiver Beschlussfassung können weitere konkrete Maßnahmen des digitalen Programms umgesetzt werden. 

„Die Lebensstadt Linz ist als Wirtschaftsraum und Industriestandort etabliert und kann – vor allem in Krisenzeiten – nur durch neue wirtschaftliche Anreize und Innovation weiterentwickelt werden. Genau da setzt das umfassende Programm an, indem es möglichst die gesamte Bevölkerung umfasst. Wir haben das ambitionierte Ziel, Linz als innovativste Stadt Österreichs zu festigen“, informiert Bürgermeister Klaus Luger.

„Die Digitalisierungsstrategie des Magistrats und der Unternehmensgruppe Linz verbindet alle Handlungsfelder der Stadt mit den regionalen Stakeholdern in einem digitalen Ökosystem. Die Landeshauptstadt ist der Ort der ständigen Weiterentwicklung und der Verbindung von Bewährtem mit Neuem. So versteht Linz auch die digitale Innovation. Das Programm umfasst somit sämtliche Lebens- und Arbeitsbereiche, die wir auch in konkreten Projekten umsetzen“, führt Magistratsdirektorin Mag.a Ulrike Huemer aus.

Digitale Stadt für alle

Das Programm „Digitales Linz“ ist eine strategische Initiative im Auftrag von Bürgermeister Klaus Luger, um zielgerichtet und in Kooperation mit der Forschung und Wirtschaft weitere Digitalisierungsschritte für die Bürgerinnen und Bürger zu setzen. Das langfristig und prozessorientiert angelegte Programm basiert auf der Arbeit von einem städtischen Kernteam sowie einem „Digitalen Board“, bestehend aus externen ExpertInnen aus dem Wirtschaftsraum Linz. Das Expertenteam erarbeitet partizipativ und unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger ein gemeinsames Digitalisierungsprogramm. Vorhandenes Know-how wird ausgetauscht, mit dem Ziel, ein langfristiges Maßnahmenpaket zu erstellen und konkrete Projekte laufend umzusetzen. Neben den eigenen, von den ExpertInnen erarbeiteten Inhalten, fließen die Ideen der Bevölkerung in das Programm mit ein. Strategisch berücksichtigt werden zudem unter anderem die städtische Innnovationsstudie, die Klimastrategie, die Integrationsstrategie der Stadt Linz, die Wirtschaftsstandortagenda 2027, die City-Branding-Strategie sowie der „Pakt für Linz“. 

„Der derzeitigen von der Corona-Pandemie verursachten Abwärtsspirale kann man nur mit ressortübergreifenden Investitionen entgegenwirken. Zu den Projekten, in denen öffentliche Ausgaben rasch und effizient für eine Ankurbelung der Konjunktur sorgen können, zählen auch verstärkt Investitionen in die Digitalisierung. Dabei bauen auf unseren Stärkefeldern, wie der Industrie, der Forschung sowie der Kunst und Kultur auf. Darüber hinaus legen wir technologisch einen besonderen Fokus auf das Themenfeld rund um künstliche Intelligenz”, ist Bürgermeister Klaus Luger überzeugt.

„Das Programm verfolgt das Ziel, mithilfe von Digitalisierung und nutzenstiftenden Projekten die Stadt Linz langfristig zu einem zukunftsfähigen Arbeits- und Lebensraum zu gestalten. Der Fokus liegt ganz klar auf der Einzigartigkeit der Stadt, auf den Stärken der Menschen, die hier leben und arbeiten – so versteht Linz auch digitale Innovation. Mit gezielten Modernisierungsmaßnahmen in unserer Verwaltung nimmt der Magistrat dabei auch eine Vorbildfunktion ein und setzt weitere Digitalisierungsschritte in Richtung Zukunft“, bekräftigt Magistratsdirektorin Mag.a Ulrike Huemer.

Linzer Prinzipien der Digitalisierung

Dem Programm „Digitales Linz“ liegen folgende Prinzipen zugrunde, die maßgebend für die Entwicklung und Priorisierung der einzelnen Projekte sind:

Mensch im Mittelpunkt

In Linz steht der Mensch in seiner Lebens- und Arbeitswelt im Mittelpunkt. Digitale Technologien, Geschäftsmodelle und Medien sollen die Linzerinnen und Linzer unterstützen und sind daher nur Mittel zum humanen Zweck. Für ein gutes Leben und für ein produktives und innovatives Arbeiten.

Zeitgenössische Kunst ist unsere Übersetzerin der Chancen und Risiken der Digitalisierung

Kunst hilft uns, die Möglichkeiten und die Auswirkungen der Digitalisierung zu verstehen. In der Vermittlung an alle Menschen sind Kunst und Kultur zentrale Partnerinnen und Linz baut hier auf die Tradition der Ars Electronica auf.

Innovative Offenheit

Die offene Linzer Innovationslandschaft zeichnet sich durch zwei Eigenschaften aus: Einerseits durch die kluge, kontinuierliche Weiterentwicklung von Bestehendem mit dem Input der lokalen Innovations-Community. Andererseits durch die rasche und unbürokratische Umsetzung, um von der Idee zur Innovation zu gelangen.

Ein besonders ausschlaggebendes Feld für Innovation sind Daten. Hier bekennt sich die Stadt zu einer differenzierten Betrachtung. Dort, wo keine personenbezogenen Daten von Menschen involviert sind, bietet das Digitale Linz eine Plattform für das Teilen der Daten sowie zur Anreicherung durch Expertinnen und Experten und die Schaffung neuer Erkenntnisse und Anwendungen im Sinne von Open Data Government und Open Commons. Der Schutz der personenbezogenen Daten gehört ebenfalls zur differenzierten Betrachtung und wird im nächsten Prinzip beschrieben.

Digitale Sicherheit

Das Digitale Linz schützt die personenbezogenen Daten der Linzer Bevölkerung und ist ein verlässlicher Partner ohne kommerzielle Eigeninteressen. Die Stadt erhält somit eine weitere Funktion im digitalen Ökosystem Linz als Hüterin für personenbezogene Daten. Sie sind ein Kernelement bei der Sicherstellung der Cybersecurity des Linzer Raums. Die Stadt Linz ist sich der laufenden Bedrohung durch Cyberkriminalität, digitaler Desinformation und Verhetzung im Internet in all ihren persönlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ausformungen bewusst. Deshalb ist die Wahrung der Cybersicherheit in allen Projekten höchste Priorität.

Nachhaltigkeit beim Nutzen von digitalen Technologien

Digitale Technologien verbrauchen wertvolle Ressourcen. Vom Stromverbrauch der Datenzentren bis hin zum Elektroschrott durch nicht mehr genutzte Smartphones, bedarf digitale Innovation auch eine besondere Achtsamkeit von Umwelt- und Klimaschutz. Das Digitale Linz setzt daher auf Ressourcenschonung durch nachhaltige Energieerzeugung und Wiederverwertung von Hardware.

Digital braucht sozial

Digitalisierung kann Menschen aus dem virtuellen Stadt- oder Arbeitsleben ausschließen – zum Beispiel aufgrund von geringen finanziellen Mitteln für digitale Ausrüstung, eines niedrigen Bildungsstatus oder von körperlichen oder mentalen Beeinträchtigungen. Jede Linzerin und jeder Linzer hat aber das Recht der Teilnahme am Digitalen Linz. Deshalb gilt es, den digitalen Zugang zu ermöglichen und individuell zu unterstützen. Im Sinne der sozialen Digitalisierung bleibt der analoge Zugang zu allen Angeboten und Dienstleistungen bestehen.

Digitale Projektlandkarte für die Stadt Linz

Im Programm hat Linz acht Handlungsfelder für die digitale Zukunft der Stadt identifiziert. Daraus sich ergebende Digitalisierungsaktivitäten und -projekte werden bereits jetzt laufend konzipiert, angewendet oder stehen kurz vor ihrer Umsetzung:

Zahlreiche Digitalisierungs-Projekte verbinden alle Lebensbereiche der Stadt.Zahlreiche Digitalisierungs-Projekte verbinden alle Lebensbereiche der Stadt.

Kunst und Kultur

Die Stadt Linz hat zeitgenössische Kunst und Kultur seit jeher als Übersetzerin von Chancen und Risiken gesehen. Das ist gerade auch während der Digitalisierung der Fall. Ob mit dem Ars Electronica Festival oder dem Ars Electronica Center – in der Medienkunst steht aktuelle vor allem das Potenzial von künstlicher Intelligenz im Fokus. Beispielhaft dafür seien noch genannt: Kunstuniversität Linz, Tabakfabrik Linz, VALIE EXPORT Center, Lentos Kunstmuseum, Atelierhaus Salzamt sowie Freie Szene Vereine und Initiativen wie servus.at, Time’s Up, Radio FRO, DORF TV, Crossing Europe Filmfestival und Nextcomic Festival. Gerade die Vernetzung und Stärke der freien Szene und ihres netzpolitischen Bewusstseins ist ein besonderes Merkmal in Linz.

Ein geplantes Projekt der Stadt befindet sich aktuell in der Umsetzungsphase: In der Landeshauptstadt werden Ansätze für digitale Vermittlung von Zeitgeschichte, Kunst und Kultur im öffentlichen Raum künftig nutzbar gemacht. In diesem Jahr sollen Erinnerungszeichen für NS-Opfer im Linzer Stadtraum installiert werden. Diese Erinnerungszeichen sollen durch eine Plattform auch virtuell „besucht“ werden können und als Prototyp für kommende Vermittlungsangebote im öffentlichen Raum dienen. Eine Weitergabe von Basis- bzw. vertiefender Information wird dadurch standortspezifisch ermöglicht. Technologien wie Augmented Reality können in aufbauenden Schritten ausgelotet werden und bieten neue Formen der Partizipation und Immersion.

Industrie

Linz ist und bleibt führend in der Automatisierung und Digitalisierung der industriellen Produktion und stellt sich dem internationalen Wettbewerb bei der Vernetzung von Maschinen, Fabriken und Fahrzeugen. Die Standortqualität des digitalen Linz ist ein zentrales Anliegen dieses Programms. Eine Schlüsselrolle des Linzer Standortes spielt dabei ein zukunftsgewandtes Bildungsangebot, das der Qualifizierung in Digitalisierung, Automatisierung und Robotik ein großes Augenmerk schenkt. Das Linzer Kompetenzangebot reicht von der Heranführung in den frühesten Kinderjahren über Lehre, HTL, Fachhochschule oder Ausbildung auf unseren Universitäten – inklusive der zu gründenden Technischen Universität Linz – bis zur lebenslangen Weiterbildung.

Zu den geplanten Projekten zählen etwa autonome Fahrzeuge, Smart Digital Buildings, das digitale Screening-Tool KLIMALINZ oder 5G – Breitbandinternetlösungen, deren Technologie bereits von der Linz AG angewendet wird. Die Linz AG Telekom nutzt den zukünftigen 5G-Mobilfunk-Standard, um „Stand-Alone“-5G-Netze – so genannte Campuslösungen – für Unternehmen zu errichten und marktreife Business-Anwendungen zu entwickeln. Das private 5G-Netz ist auf allen Ebenen von öffentlichen Mobilfunknetzen getrennt. Die Unternehmen nutzen alle Vorteile und Ressourcen exklusiv für ihre speziellen Anwendungen. Diese werden von der LINZ AG exklusiv für einen bestimmten Verwendungszweck der servicierten Unternehmen geplant und optimiert und die Stadt Linz auf ihrem Weg zur Innovationshauptstadt begleitet.

Start-ups und Innovator-Teams

Linz stellt ein optimales Biotop für digitales Unternehmertum der Zukunft dar. Der urbane Raum bietet Nischenmärkte als Potenzial für Start-ups. Mittels einer adäquaten Vernetzung der erfahrenen Industrieunternehmen mit den vielfältigen in Linz ansässigen Hochschulen werden neue Möglichkeiten für Geschäftsmodelle und Kooperationen geschaffen. Die digitale Wirtschaft findet in Linz attraktive Rahmenbedingungen und Angebote, von Breitband-Internet über Gründerzentren, Kommunikationsunterstützungen bis hin zu Beratungsangeboten. Abgerundet wird dieses Angebot durch Inkubatoren, Business Angels und Coworking Spaces. 

Der Standort Linz wird als Netzwerk für Innovationstreibende ausgebaut und zieht dabei internationale IT-Unternehmen und Start-ups an. Jedes dritte Linzer Start-up hat seine Schwerpunkte im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie. Das Programm „Digitales Linz“ will die richtigen Rahmenbedingungen für innovative, erfolgreiche junge Unternehmen schaffen und sich als attraktiver Standort bei der Vernetzung von Maschinen, Fabriken und Fahrzeugen weiter etablieren.

An konkreten Projekten zur Förderung von Start-ups wird bereits gefeilt: So wurden etwa bereits Konzepte für die Pilotwerkstatt Linz, für die Berücksichtigung von lokalen Start-ups bei Beschaffungsprozessen sowie für ein Linzer GründerInnen-Stipendium entwickelt.

Digitale Daseinsvorsorge

Eine notwendige Infrastruktur rund um Energie, Telekom, Wasser, Abfall, Logistik, Transport, Mobilität und Freizeit für alle Lebensbereiche ist durch die Linz AG im gesamten Stadtgebiet sichergestellt. Auch die digitale Infrastruktur gewinnt verstärkt an Bedeutung. Bereits jetzt bietet die Linz AG eine Vielzahl dieser Leistungen in digitalen Formen an, die den Kundinnen und Kunden den Alltag wesentlich vereinfachen und einen hohen Beitrag zur Lebensqualität in Linz leisten. Hohe Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit stehen stets im Vordergrund. Die Erfüllung von Bedürfnissen der Kundschaft steht bei Innovationen, neuen Servicemodellen und Dienstleistungen im Vordergrund und bestimmt den Arbeitsalltag der Linz AG Teams. 

Smarte Digitallösungen wurden bereits umgesetzt, etwa im Bereich Mobilität durch tim und LinzMobil, im Bereich Energie mit E-Tankstellen und Versorgung mit Strom durch Photovoltaik-Anlagen bis hin zur digitalen Bestattung; hier bietet die Linz AG bereits zahlreiche Dienstleistungen online an. Künftige Projekte in der digitalen Daseinsvorsorge forcieren etwa Blackout-Prävention oder Smart-City-Konzepte für eine bessere Energieeffizienz und Energieeinsparungen.

Digitale Bildung und Forschung

Bildung ist ein hohes Gut geworden, dessen konsequente Weiterentwicklung bis ins Alter für uns von besonderer Wichtigkeit ist, um am veränderten gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Der Zugang zu Bildung ist allerdings ungleich verteilt und die Digitalisierung wirkt hierbei zusätzlich wie ein Katalysator: Sie befeuert die Fähigkeiten und Fertigkeiten jener, die bereits Bildungsprivilegien besitzen. Im Umkehrschluss heißt das, dass für jene, denen Zugänge, Infrastruktur und Vorerfahrung fehlen, mehr niederschwellige Angebote geschaffen werden müssen, um Chancengleichheit zu gewährleisten. Langfristig wird so sichergestellt, dass diverse Heranwachsende auch für Spezialgebiete und Vertiefung in Forschung Interesse zeigen können.

Die Stadt Linz setzt auch in Zukunft mit zahlreichen Projekten und Schwerpunkten auf weitere Impulse, damit Wissen und Forschung als Basis der digitalen Zukunft bestehen bleiben kann. Schon jetzt weist die Landeshauptstadt eine herausragende Bandbreite an Studien- und Forschungsprogrammen auf. Kritische Medien- und Technologiekompetenzen dienen als Schlüsselqualifikationen und werden auch in städtischen Einrichtungen wie z.B. in Linzer Horten, Pflichtschulen oder in der digitalen Stadtbibliothek vermittelt. Die neue Technische Universität wird weitere wichtige Impulse setzen und die digitale Landschaft weiter prägen. Ebenso soll die „Generation 65+“ besonders gefördert werden, um Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu erhalten.

Neue Arbeitswelten

Linz ist Österreichs Stadt der Arbeit. So gibt es in Linz mehr Arbeitsplätze als gemeldete Personen, die zweitgrößte Bruttowertschöpfung Österreichs, in 13.220 Unternehmen stehen 210.000 Arbeitsplätze zur Verfügung – und jeder vierte Arbeitsplatz in Oberösterreich befindet sich innerhalb der knapp 100 Quadratkilometer der Landeshauptstadt, die selbst nur acht Promille (0,8 Prozent) des gesamten Bundeslandes umfasst. Zudem ist knapp die Hälfte aller in Linz lebenden Personen erwerbstätig. Diese Fakten lassen erkennen, dass in Linz das Thema Arbeit großen Stellenwert hat. 

Aufgrund der Corona-Krise wird ein zunehmender Anteil von Arbeit – da wo es möglich ist – im Home Office erbracht. Die Anwesenheitspflicht wird aufgehoben, der feste Arbeitsplatz wird durch so genannte Shared Spaces ersetzt, wo die Beschäftigten sich einen freien Gemeinschaftsarbeitsplatz suchen und dort ihr Notebook aufklappen. Auch die Bindung an eine fixe Arbeitszeit wird immer häufiger aufgegeben und durch Vertrauensarbeitszeit ersetzt: Wann, wo und wie die Arbeitskräfte das vereinbarte Ergebnis erbringen, ist in ihre Selbstverantwortung gestellt. 

Digitale Innovationen verändern fortlaufend und nachhaltig Produktionsprozesse und Dienstleistungen in der Arbeitswelt. Zur Stärkung des Wirtschaftsraumes, Verbesserung der Lebensqualität sowie der gesellschaftlichen Teilhabe fördert die Stadt Linz Projekte für fundierte Ausbildungen für die Berufe der Zukunft sowie Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel in der IT-Branche. Federführende Initiativen sind der Aufbau von Coding Communities in Linz oder Digital Innovation Hub Work, ein Innovationslabor in Zusammenarbeit mit Netzwerkbeteiligten aus Forschung und Bildung zur Förderung von Klein- und Mittelunternehmen. Bereits im Vorfeld konnte nun ein besonderer Erfolg erzielt werden: Linz wird Standort eines von insgesamt sechs österreichischen Digital Innovation Hubs (DIH). Konkret handelt es sich dabei um Zusammenschlüsse von wissenschaftlichen Einrichtungen zur Unterstützung der Digitalisierung in Klein- und Mittelbetrieben mit Hilfe von Informationen, Weiterbildungen und spezifischer Digitalisierungsberatung. Die Einrichtung des DIH Arbeitswelt KMU – kurz DIH.work. – wurde, wie die Stadt Linz bereits Anfang Februar bekannt gab, ohne Auflagen und im vorgeschlagenen Ausmaß von der Forschungsförderungsgesellschaft des Bundes (FFG) genehmigt. 

Lokale Wirtschaft und KMU

Die Covid-19-Krise hat gezeigt, dass die Menschen zusammenrücken und verstärkte Kooperationen als große Chance empfinden. Diese Chancen sollen nun auch für die Stärkung der Linzer Wirtschaft genutzt werden. Im Mittelpunkt stehen die Schwerpunkte Regionalität, Kreativität, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Dabei ist es wesentlich, den Digitalisierungsschub für den Handel anzukurbeln sowie Sektoren-übergreifende Kooperationen zu stärken.

Das soll insbesondere durch gezielte Maßnahmen gefördert werden, an denen sich die Stadt Linz beteiligt oder als Initiator fungiert. Konzepte für einen eigenen digitalen Marktplatz, für den Einsatz von QR-Codes an Schaufenstern oder für die Einrichtung eines Digitalfonds zur Stärkung lokaler Unternehmen wurden bereits entwickelt. Der Digitalfonds der Stadt Linz wäre jährlich mit einer bestimmten Summe dotiert und soll der Sonderförderung von Projekten mit starken Digitalisierungsbezug dienen, welche die lokale Wirtschaft beleben, sich mit der Schaffung von modernen Arbeitsplätze auseinandersetzen sowie Maßnahmen für eine innovationsgetriebene, digitalisierte Ökonomie setzen.

Digitale Stadtverwaltung

Durch die Digitalisierung der Services der Stadt können Verwaltungsangebote einfach, sicher und schneller zugänglich gemacht werden. Mit dem Chatbot „Frag ELLI!“, dem Linzer Innovationshauptplatz, der Plattform „Schau auf Linz“ oder diversen Online-Services fährt die städtische Verwaltung bereits ein breit gefächertes Digitalangebot. Die Digitalisierung bietet hier einen Mehrwert durch Verbesserung der Services und durch Förderung der Transparenz in der Verwaltung. Bereits digitalisierte Amtswege müssen in Zukunft weiterhin auch analog zur Verfügung stehen. Zudem sollen bestehende Angebote und Services neu gedacht und innovative Angebote (weiter-)entwickelt werden. Geplant sind etwa ein digitales mehrsprachiges Serviceportal, ein virtueller Serviceschalter oder die Optimierung des strukturierten Datenmanagements im Magistrat der Stadt Linz. 

„Die Digitalisierung muss einen Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen schaffen. Gerade deshalb ist es für die Entwicklung neuer Angebote wichtig, diese aus Nutzersicht zu gestalten. Denn die Digitalisierung bringt ebenfalls eine neue Erwartungshaltung mit sich. Menschen erwarten sich die Möglichkeit einer zeit- und ortsunabhängigen Erreichbarkeit von Services der Stadt bei gleichzeitig vereinfachter Nutzbarkeit. Für die Stadtverwaltung Linz gilt, dass trotz der zunehmenden Digitalisierung von Leistungen und Services niemand ausgeschlossen wird“, erläutert Magistratsdirektorin Mag.a Ulrike Huemer.

„Die Rolle der Stadtverwaltung ist entscheidend für einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort. Rasche Betriebsanlagengenehmigungen, zügige Umsetzung von Bauprojekten oder die effiziente Erledigung von Förderungen können im Wettbewerb der Standorte eine wesentliche Rolle spielen und daher gilt es hier innovative Projekte zu realisieren“, bekräftigt Bürgermeister Klaus Luger abschließend.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger und Magistratsdirektorin Mag.a Ulrike Huemer zum Thema „Digitales Linz“)

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