Medienservice vom: 18.02.2021 |Downloads zum Medienservice

Aktivpass bietet einkommensschwachen LinzerInnen Unterstützung für den Alltag Aktuell knapp 30.000 städtische Vorteilskarten im Umlauf

  • Wegen Corona deutlich weniger Aktivpässe beantragt 

Seit mittlerweile 32 Jahren bietet die Landeshauptstadt einkommensschwachen LinzerInnen mit dem Aktivpass eine besondere Unterstützung für den Alltag an. Durch diese spezielle Vorteilskarte, die jede volljährige Person mit Hauptwohnsitz in Linz beziehen kann, erhalten viele Menschen wieder Zugang zu Leistungen und Angeboten, die sie anders nicht finanzieren könnten. 

Derzeit sind knapp 30.000 Aktivpässe ausgegeben bzw. im „Umlauf“. Die Bandbreite reicht von vergünstigten Eintritten in die städtischen Museen über Ermäßigungen für Hallenbad, Freibad und Eishalle bis hin zu besonderen Tarifen in den Stadtbibliotheken. Auch die Möglichkeit, das Linzer öffentliche Verkehrsnetz der Linz Linien um nur 14 Euro pro Monat zu nutzen, findet großen Anklang. 

Die Corona-Pandemie hat auch beim Aktivpass deutliche Spuren hinterlassen. Von allen beziehungsberechtigten Personengruppen wurden 2020 deutlich weniger Aktivpässe in Anspruch genommen als noch 2019. „Der starke Rückgang lässt sich laut unseren ExpertInnen vor allem aus der eingeschränkten Mobilität und den damit reduzierten Möglichkeiten, die Einrichtungen und damit die Ermäßigungen zu nutzen, ableiten“, erklären Bürgermeister Klaus Luger und Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing. 

Die monatliche Einkommensgrenze für den Bezug des Linzer Aktivpasses wir jährlich angepasst. Aktuell haben alle LinzerInnen, die weniger als 1.294 Euro netto im Monat verdienen, Anspruch auf die städtische Vorteilskarte. 

„Seit Ausbruch der Corona-Pandemie hat der Aktivpass als unterstützende soziale Maßnahme der Stadt Linz nochmals an Bedeutung gewonnen. Durch Jobverlust und Kurzarbeit sind viele Menschen vor große ökonomische Herausforderungen gestellt. Mit dem Aktivpass wollen wir einen Beitrag leisten, damit diese Menschen dennoch am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können“, erklärt Bürgermeister Klaus Luger.   

„Mit dem Aktivpass hat die Stadt ein sehr erfolgreiches Instrument geschaffen, um zielgerichtet Menschen mit wenig Einkommen unter die Arme zu greifen. Der Aktivpass wird in zahlreichen Einrichtungen in Linz akzeptiert und stellt damit eine wichtige Unterstützungsleistung für Menschen mit niedrigerem Einkommen dar. Der Aktivpass stärkt somit das soziale Netz der Stadt Linz zusätzlich“, betont Vizebürgermeisterin und Sozialreferentin Karin Hörzing.

Einmaliges Sozialprojekt 

Mit der Einführung des Linzer Aktivpasses bewies die Stadt Linz bereits 1989 das richtige soziale Gespür, wie man Menschen mit geringem Einkommen effektiv unter die Arme greifen kann. Zahlreiche Angebote ermöglichten den Einkommensschwachen leistbare Produkte und Freizeitmöglichkeiten. Durch die laufende Verbesserung des Angebots und der Zugangsmöglichkeit dieser Linzer Vorteilskarte wuchs auch die Nachfrage seither stark an. Speziell seit dem Jahr 2007, als die Voraussetzungen für den Erhalt nicht mehr an das Haushaltseinkommen gebunden waren, sondern nur mehr das persönliche Monatseinkommen als Kriterium herangezogen wurde. Die gleichzeitige massive Ausweitung der Leistungen, hier vor allem das günstige Monatsticket der Linz Linien, machten das Angebot noch attraktiver. 

Aktivpassentwicklung 

Derzeit sind exakt 29.835 Aktivpässe (Stichtag 31.12.2020) ausgegeben. Die Zahlen haben sich seit Einführung des Aktivpasses im Jahr 1989 auf hohem Niveau eingependelt. Die Ausweitung des Angebotes 2007 brachte einen Anmeldeansturm: Alleine in diesem Jahr wurden damals rund 35.700 Pässe ausgestellt. Im Jahr zuvor erhielten „nur“ etwa 13.000 LinzerInnen einen Aktivpass. Trotz dieser schon hohen Ausgangszahl stieg die Nachfrage nach der Linzer Vorteilskarte weiter an. Mit fast 43.000 Aktivpässen wurde im Jahr 2015 der bisherige Spitzenwert erzielt.  

Unselbstständig Erwerbstätige sind häufigste Beziehergruppe 

Durch die soziale Ausrichtung der Anspruchsberechtigung haben sehr viele LinzerInnen die Möglichkeit, diesen Pass zu beanspruchen. Die größte Gruppe mit 8.346 Pässen ist dabei die der unselbständigen Erwerbstätigen. Vor allem für teilzeitbeschäftigte Frauen mit einem geringen Einkommen bietet der Aktivpass ein attraktives Angebot. So beträgt der Frauenanteil bei den Unselbstständig Erwerbstätigen mehr als 80 Prozent. 

Platz zwei nehmen die PensionistInnen mit derzeit 5.958 Aktivpässen ein. Auch hier sind die weiblichen Aktivpass-Besitzerinnen eindeutig in der Überzahl. Auf dem dritten Rang folgen schließlich Arbeitslose bzw. NotstandshilfeempfängerInnen mit insgesamt 5.101 Personen. 3.190 Menschen ohne jegliches Einkommen verfügen ebenfalls über einen Aktivpass. 

Generell ist festzuhalten, dass die Corona-Pandemie auch beim Aktivpass deutliche Spuren hinterlässt. Von allen beziehungsberechtigten Personengruppen wurden 2020 deutlich weniger Aktivpässe in Anspruch genommen als noch 2019. Bei den BezieherInnen der Bedarfsorientierten Mindestsicherung (BMS) ist der Rückgang mit minus 56 Prozent eklatant. Aber auch bei den StudentInnen (-32%), Zivil- u. Präsenzdiener (-32%), Personen in Karenz (-28%) sowie bei den UnternehmerInnen (-24%) hat sich Corona besonders negativ ausgewirkt. „Der starke Rückgang lässt sich laut unseren ExpertInnen vor allem aus der eingeschränkten Mobilität und den damit reduzierten Möglichkeiten, die Einrichtungen und damit die Ermäßigungen zu nutzen, ableiten“, erklären Bürgermeister Klaus Luger und Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing. 

Generell profitieren Frauen deutlich mehr vom städtischen Aktivpass. 72 Prozent der AktivpassinhaberInnen sind Frauen. 

Junge Menschen nutzen Aktivpass stark

Wenn man einen Blick auf die Altersstruktur wirft, ist eines augenscheinlich:  Jungen Menschen sind die Vorzüge des Aktivpasses bekannt und sie nutzen diese Möglichkeit auch. Mit 21 Prozent stellen die 18- bis 29-Jährigen die größte Gruppe bei den Aktivpass-Bezieherinnen. Die weitere Verteilung ist relativ gleichmäßig, nimmt mit zunehmendem Alter jedoch leicht ab.

Verteilung nach Nationalität

Bei der Verteilung der Nationalitäten sind sechs von zehn AktivpassbezieherInnen ÖsterreicherInnen. 11 Prozent entfallen auf das EU-Ausland sowie 30 Prozent auf sonstige Staaten. 

Im Nationalitäten-Ranking liegt Österreich klar vor Bosnien und Herzegowina gefolgt von Afghanistan und der Türkei.

Hauptwohnsitz ist wichtiges Kriterium für Aktivpass 

Die soziodemografische Auswertung der Aktivpass-Daten des Jahres 2020 zeigt deutlich, dass bei fast allen Personengruppen ausschließlich Menschen mit Hauptwohnsitz in Linz von der städtischen Vorteilskarte profitieren. Lediglich bei der Personengruppe „Behinderte, Betreute in Wohnprojekten und Vereinen“ gibt es eine Minderheit von Nebenwohnsitzen. Bei den Zivil- und Präsenzdienern gibt es Personen, die über keinen Wohnsitz in Linz verfügen.

AktivpassinhaberInnen nach Aufenthaltsdauer

Je länger die Menschen in Linz leben, desto höher ist der Anteil der InhaberInnen von Aktivpässen. So wohnen 38 Prozent seit mindestens 20 Jahren mit angemeldetem Hauptwohnsitz in der Landeshauptstadt. Bei der Personengruppe, die zwischen 20 und 10 Jahren Linzerinnen oder Linzer sind, beträgt der Anteil nur noch 19 Prozent. Der Anteil der AktivpassinhaberInnen nimmt mit der kürzeren Verweildauer in Linz kontinuierlich ab.

In Kleinmünchen-Auwiesen ist Aktivpass besonders beliebt

Die Auswertung nach statistischen Bezirken zeigt, dass es in Kleinmünchen-Auwiesen mit mehr als 4.200 Linzerinnen und Linzer die meisten Aktivpass-Bezieherinnen gibt. Auch in Urfahr mit knapp 3.700 sowie in der Inneren Stadt erfreut sich die städtische Vorteilskarte großer Beliebtheit.

Aktivpässe gelten automatisch bis 30. Juni

Wie bereits im Frühjahr des Vorjahres verlängern sich Aktivpässe, die seit Jahresbeginn und in den kommenden Monaten auslaufen, automatisch bis 30. Juni. Damit trägt die Stadt dazu bei, die Frequenz an Kundinnen und Kunden im BürgerInnen-Service Center des Neuen Rathauses möglichst gering zu halten und die Weitergabe des Corona-Virus einzudämmen. „Nach wie vor gilt es, jeden nicht unbedingt notwendigen persönlichen Kontakt zu vermeiden und alle Möglichkeiten, in denen Covid-19-Infektionen stattfinden können, weitestgehend auszuschließen. Die Stadt Linz nimmt die Maßnahmen sehr ernst, die sowohl dem Schutz der Bürgerinnen und Bürger als auch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den städtischen Serviceeinrichtungen dienen. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit ist darüber hinaus nicht davon auszugehen, dass sich die Netto-Einkommen der Aktivpass-Nutzerinnen und -Nutzer in den kommenden Monaten erhöhen werden“, erklären Bürgermeister Luger und Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Hörzing.

Aktivpass-Tickets um 14 Euro 

Seine Attraktivität verdankt der Aktivpass in seiner aktuellen Form vor allem dem damit verbundenen Monatsticket für öffentliche Verkehrsmittel. Der Preis für die Benutzung der LinzLinien ist für die Aktivpass-InhaberInnen um nur 14 Euro äußerst günstig gehalten. 
Vergünstigte Einzelfahrscheine können mit dem Aktivpass aber auch direkt genutzt werden. So wird zum Beispiel aus einem Mini-Ticket eine Langstreckenkarte und aus einem MIDI-Ticket eine 24-Stunden-Karte. Die Monatskarten berechtigen auch zur Fahrt mit der Pöstlingbergbahn. 

„Die Aktivpass-Monatskarte für den öffentlichen Verkehr ermöglicht Mobilität für Menschen mit einem niedrigen Einkommen, die anders für diese Personengruppe nicht gewährleistet wäre“, erklärt Bürgermeister Klaus Luger.

Aktivpass-Vergünstigungen 

Folgende Vergünstigungen können mit dem Linzer Aktivpass in Anspruch genommen werden: 

  • Ars Electronica Center Linz: ermäßigter Eintritt
  • Botanischer Garten: ermäßigter Eintritt
  • Internet- und Handyvergünstigungen - nähere Infos beim jeweiligen Provider:
    • Magenta (Bitte geben Sie dazu im Magenta-Shop die Dachverbandsnummer MDV 470 bekannt.)
    • LIWEST-Shop Linz
  • Landesgalerie Linz: ermäßigter Eintritt
  • Landestheater: ermäßigter Eintritt für ausgewählte und am Monatsplan gekennzeichnete Vorstellungen
  • Lentos Kunstmuseum Linz: ermäßigter Eintritt
  • Linz Linien:
    • Monatskarte um 14 Euro: 
    • Die Monatskarte ist nicht übertragbar! Die Aktivpassnummer muss auf der Monatskarte eingetragen werden.
    • Einzelfahrscheine und Mehrfahrtenkarten: MINI = Langstreckenkarte, MIDI = 24-h-Karte
    • Fahrten mit der Pöstlingbergbahn: Monatskarten berechtigen auch zur Fahrt mit der Pöstlingbergbahn.
  • Linz Service: 50 % Ermäßigung auf Einzeleintritte in Hallenbad, Eishalle und Freibad (ausgenommen Sauna); 25 % Ermäßigung für Babyschwimmkurse (Veranstalter: Linz Service, Durchführung: Verein Nessie)
  • LIVA: Ermäßigung für ausgewählte Veranstaltungen
  • Musikschule der Stadt Linz: ermäßigter Erwachsenentarif
  • Nordico Stadtmuseum Linz: ermäßigter Eintritt
  • OK im Kulturquartier: ermäßigter Eintritt
  • Posthof: ermäßigter Eintritt
  • Schlossmuseum Linz: ermäßigter Eintritt
  • Stadtbibliotheken: 50 % Ermäßigung für Printmedienkarten und Kombikarten
  • Tabakfabrik Linz: ermäßigter Eintritt für ausgewählte Veranstaltungen (zum Beispiel "Van Gogh - The immersive Experience" 11.12.2020 bis 14.2.2021)
  • Volkshochschule: 50 % Ermäßigung bei Kursen und Veranstaltungen (ausgenommen ermäßigte Kurse)

Voraussetzungen für die Ausstellung eines Aktivpasses: 

  • vollendetes 18. Lebensjahr 
  • Hauptwohnsitz Linz 
  • monatliches Netto-Einkommen bis zu 1.294 Euro 

SchülerInnen bzw. Jugendliche unter 18 Jahren, die keinen Anspruch auf Ermäßigung bei den Linz Linien haben, können den Aktivpass ebenso beziehen.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger und Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing zum Thema „Linzer Aktivpass“)

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