Medienservice vom: 22.02.2021 |Downloads zum Medienservice

Linzer Stadtklimaanalyse Klimaanalysekarte liegt nun vor

Seit Anfang des Jahres 2020 laufen die Arbeiten von Weatherpark zur Linzer Stadtklimaanalyse. Im ersten Halbjahr 2020 wurden zahlreiche klimatologische Auswertungen und Modellierungen für Linz vorgenommen, die dann durch eine Kontrollmesskampagne validiert wurden. Nun liegt die Klimaanalysekarte für Linz vor. Diese weist Gebiete mit ähnlichen Klimacharakteristika (so genannte Klimatope) aus. Zusätzlich gibt sie eine räumliche Verteilung von maßgeblichen Klimaphänomenen des Linzer Stadtklimas auf einer Karte wieder, wie etwa Kaltluftentstehungsgebiete und Gebiete mit starker Überwärmung. Darauf aufbauend wird nun die Planungshinweiskarte für Linz finalisiert. 

„Die nicht mehr abwendbaren Auswirkungen der Klimakrise müssen noch stärker und vor allem systematisch berücksichtigt werden. Die Klimaanalysekarte und die Planungshinweiskarte werden deshalb wichtige Grundlagen für die weitere Planung und Entwicklung von Linz sein. Die Karten zeigen deutlich was wir schaffen müssen, um unsere Stadt weiterhin so lebenswert zu erhalten: Bestehende Grünräume konsequent schützen und Neue schaffen. Das bedeutet auch, dass wir endlich zu einem nachhaltigeren und sensibleren Umgang mit der Ressource Boden und mit unserem Stadtgrün kommen müssen“, so Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.

„Klimafragen müssen bei Bebauungsentscheidungen in den Fokus rücken, damit unser Land und unsere Städte auch in Zukunft lebenswert bleiben. Die vorliegende Klimaanalysekarte für Linz zeigt deutlich, wie sensibel wir mit unseren Grünflächen umgehen müssen. Gegen die unerträgliche Hitze im Sommer in den Städten sind schattenspendende Bäume, hitzeabsorbierende begrünte Fassaden und unversiegelte Flächen die beste Klimaanlage. Auch überregional geschützte Grünzonen sind extrem wichtig für die Lebensqualität, der hohe Bodenverbrauch und die Zersiedelung in unserem Land müssen dringend gestoppt werden“, so Klima-Landesrat Stefan Kaineder. 

Ziele der Stadtklimaanalyse

Nach einer Richtlinie des VDI (Verein Deutscher Ingenieure) sind die Ziele einer planungsbezogenen Stadtklimatologie u.a.:

  • Abbau von Hitzeinseln
  • Optimierung der städtischen Belüftung

Insbesondere bedingt dies eine

  • Stadtplanung mit Blick auf Lufthygiene und thermischen Komfort und
  • die Erhaltung und Förderung von Frischluft- oder Kaltluftentstehungsgebieten.

Während des Projektprozesses wird eng mit dem Umweltressort des Landes zusammengearbeitet, das die Erstellung der Stadtklimaanalyse zu 25 Prozent mitfinanziert. 

Die Klimaanalysekarte 

Die Klimaanalysekarte wurde anhand von Geo-Informationen und numerischen Stadtklimasimulationen erstellt. Dabei werden unter anderem das Geländemodell, Gebäude und die Landnutzung berücksichtigt. Es wurde eine flächendeckende Analyse der Klimafunktionen im Untersuchungsraum durchgeführt.

Die Klimaanalysekarte weist Gebiete mit ähnlichen Klimacharakteristika (so genannte Klimatope) aus. Zusätzlich gibt sie eine räumliche Verteilung von maßgeblichen Mechanismen (Klimafunktionen) des Linzer Stadtklimas auf einer Karte wieder, wie etwa Kaltluftentstehungsgebiete und Gebiete mit starker Überwärmung. Folgende Klimatope sind für Linz auf der Klimaanalysekarte ausgewiesen:

Erstellen der Planungshinweiskarte (PHK)

Basierend auf der Klimaanalysekarte erfolgt die Ausarbeitung der Planungshinweiskarte (PHK). Hier werden die teilweise komplexen stadtklimatischen Funktionen bewertet. Somit kann die klimatische Sensibilität unterschiedlicher Areale bestimmt und deren Wertigkeit räumlich zugeordnet werden. Die daraus resultierenden Empfehlungen und Hinweise zielen darauf ab,

  • die klimatischen Verhältnisse im Bestand zu verbessern;
  • die zukünftigen urbanen Entwicklungen zu koordinieren;
  • die Auswirkungen des prognostizierten Klimawandels möglichst abzumildern.

Die PHK kann sowohl in der Flächenwidmung, als auch in der Entwurfs- und Einreichplanung eingesetzt werden.

Vertiefende Untersuchung am Beispiel Bereich Schlachthof 

Wie können Erkenntnisse aus der Stadtklimaanalyse konkret in konkrete Planungs- bzw. Umsetzungsprojekte einfließen? Dies soll am Beispiel des Areals im Bereich des Linzer Schlachthofs dargestellt werden. Für dieses Gebiet ist derzeit noch eine vertiefte Detailuntersuchung anhand der derzeitigen groben Planungsstandes im Gange. Die Detailuntersuchung wird konkrete stadtklimatische Empfehlungen für dieses Gebiet formulieren und damit demonstrieren, in welcher Form Ergebnisse der Stadtklimaanalyse für Planungsprojekte vertieft dargestellt werden und welche konkreten Empfehlungen damit verbunden sind. 

Szenarien zur Stadtentwicklung und zum Klimawandel

Zudem werden in einem nächsten Schritt auch die zukünftigen Entwicklungen in Linz beleuchtet: Ein Szenario einer möglichen zukünftigen Stadtentwicklung (zum Beispiel eine Simulation von Linz 2050) wird als Eingangsdatensatz genutzt, um klimatische Veränderungen durch die zukünftigen Eingriffe aufzuzeigen und zu bilanzieren. Neben der zukünftigen Bebauung werden auch die stadtklimatischen Auswirkungen aufgrund der allgemeinen klimatischen Entwicklung (also ein Klimaszenario) abgebildet. Basierend auf einem Regionalmodell, das die klimatischen Verhältnisse in den nächsten Jahrzehnten darstellt, wird ein Ausblick auf die klimatischen Veränderungen im Stadtraum Linz gegeben.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobesberger und Klima-Landesrat Stefan Kaineder zum Thema „Linzer Stadtklimaanalyse - Klimaanalysekarte liegt nun vor“)

Weitere GesprächspartnerInnen:
Mag. Simon Tschannett, Weatherpark
MSc. Isabel Auer, Weatherpark
Dipl.-Ing. Sebastian Kupski, INKEK
Mag. Johannes Horak, Stadtklimatologe 

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