Medienservice vom: 08.03.2021

Sicherheit, Gesundheitsversorgung und Beschäftigungsaussichten prägen mehr denn je Entscheidung für ein Leben in der Stadt Homeoffice führt zu stärkerer Verlagerung des Lebens aus Stadtzentren in Wohnviertel und Vororte

  • Auswirkungen auf Fachhandel und Gastronomie in der City – Linz reagiert mit neuen Strategien für Innenstadtbelebung und Mobilität

Mit regelmäßigen Umfragen untersucht PricewaterhouseCoopers unter anderem Veränderungen im Verhalten von Konsumenten. Vor dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie wurden knapp 6.200 Menschen aus 22 Städten in sieben Nationen befragt. Nach dem Ausbruch der Pandemie im April und Mai 2020 nahmen noch einmal 3.400 Menschen aus sieben europäischen Staaten an einer Umfrage teil. Ende 2020 präsentierte PricewaterhouseCoopers die Ergebnisse und die Erkenntnisse darüber, wie das Virus das Leben in den europäischen Städten verändert.

„Sicherheit und die Gesundheitsversorgung lösen Beschäftigungsaussichten als die Motive für ein Leben in der Stadt an der Spitze ab“, fasst Bürgermeister Klaus Luger die Kernaussagen der Studie zusammen. Durch Homeoffice würde sich außerdem das Leben aus belebten Innenstadtzentren mehr in die Wohnviertel und Vororte verlagern. „Das hat natürlich Auswirkungen auf den Fachhandel und die Gastronomie in der City“, meint das Linzer Stadtoberhaupt. 

Darum müsse auch die Stadt mit neuen Strategien auf diese Entwicklung reagieren: „Wenn die Menschen nicht mehr aufgrund der Arbeit in die Innenstadt kommen, ist es Erfordernis und Chance zugleich, das Zentrum durch neue Aktivitäten attraktiv zu erhalten“, meint Bürgermeister Klaus Luger. In diese Strategien würden auch das veränderte Mobilitätsverhalten einfließen, das durch den Ausbau der sanften Mobilität die Aufenthaltsqualität deutlich verbessert. Hinzu kämen neue Serviceangebote, wie die bereits geplanten Aufbewahrungsboxen. „Insbesondere Deutsche sehen ihre Städte auf die Krise gut vorbereitet. Auch Linz ist, unter anderem dank der hohen Disziplin der Linzerinnen und Linzer, bislang gut durch die Krise gekommen. „Mit unserem Pakt für Linz, dem 65-Millionen-Euro-Investitionspaket und der Digitalisierungsoffensive werden wir auch gestärkt aus der Krise hervorgehen“, ist Bürgermeister Klaus Luger überzeugt.

Sicherheit und Gesundheitsversorgung haben Priorität

3.400 Menschen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Schweden und Spanien nahmen an der zweiten Umfrage von PricewaterhouseCoopers (PwC) nach dem Ausbruch der Pandemie teil. Befragt nach den Gründen für ein Leben in der Stadt, antworteten die Befragten vorrangig mit „Sicherheit“ und „Gesundheitsversorgung“, gefolgt von „Beschäftigungsaussichten“. Durch den direkten Vergleich mit einer Umfrage vor der Virusausbreitung wird deutlich, dass diese Motive mehr denn je ausschlaggebend für die Wohnortentscheidung in der Stadt sind. Sicherheit und Gesundheitsversorgung können dabei binnen weniger Monate am stärksten zulegen.

Vor der Pandemie bildeten Beschäftigungsaussichten (30 Prozent), Freundes- und Bekanntenkreis (29 Prozent) und Wohnqualität (27 Prozent) die wichtigsten drei Gründe der Befragten, um in der Stadt zu leben. Die Gesundheitsversorgung lag mit 20 Prozent unter den letzten drei Motiven. Nach der Pandemie sind Schutz und Sicherheit mit 48 Prozent und die Gesundheitsversorgung mit 45 Prozent plötzlich die ausschlaggebendsten Gründe für ein Stadtleben. Der Ländervergleich der Zuwachsraten bestätigt dieses Bild (von Italien und Schweden gibt es keine Vergleichswerte, jedoch liegen auch dort Sicherheit und Gesundheitsversorgung unter den TOP-3-Motiven). 

Digitale Infrastruktur als Wettbewerbsvorteil - Homeoffice verändert Mobilitätsverhalten

Mit dem Ausbruch der Pandemie wurde Homeoffice für viele ArbeitnehmerInnen zur neuen Normalität. Eine gute Internetverbindung spielt dabei eine wichtige Rolle. Der Umfrage von PwC zufolge sind zwei Drittel der befragten BewohnerInnen europäischer Städte zufrieden mit der Qualität und der Geschwindigkeit ihrer Netzanbindung. Gut ein Viertel ist sogar sehr zufrieden. 
Der hohe Anteil an Menschen, die neuerdings im Homeoffice arbeiten (in den Niederlanden acht von zehn, in Deutschland sieben von zehn StadtbewohnerInnen), verändert auch das Mobilitätsverhalten. Zwar bleibt das Auto das beliebteste Verkehrsmittel, jedoch ist immer weniger der Arbeitsweg als der Einkaufsort ausschlaggebend für die Wahl des Verkehrsmittels. Beim Einkauf in Stadtzentren nutzen bereits beinahe drei Viertel der Menschen die sanfte Mobilität (Zu Fuß gehen, Radfahren, öffentliche Verkehrsmittel). 

Wenig überraschend, dass sich die EuropäerInnen im großen Ausmaß den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel wünschen. Bedeutender ist die Entwicklung, dass sich das Leben – und damit der Einkauf – aus den Stadtzentren heraus in die Stadtteile verlagert. Mit den Auswirkungen auf den Fachhandel und die Gastronomie in der City.

Neue Attraktivität in der Innenstadt schaffen: Aufenthaltsqualität verbessern, Serviceangebote erweitern

Die Verlagerung des Lebens der Menschen in ihre unmittelbare Wohnumgebung bietet Risken und Chancen zugleich. „Österreichische Studien, wie etwa die kürzlich von Standort+Markt präsentierte, legen einmal mehr nahe, dass der Einzelhandel und die Gastronomie am Scheideweg sind“, meint Bürgermeister Klaus Luger.

Die Stadt will auf diese Entwicklung mit einer neuen Strategie mit zwei Schwerpunkten reagieren: „Wenn der Weg in oder durch die Innenstadt kein Automatismus mehr ist, weil er nicht mehr durch die Arbeit vorgegeben ist, bietet uns das eine einmalige Chance. Das Verkehrsaufkommen könnte reduziert oder zumindest neu gelenkt werden. Durch die Betonung sanfter Mobilitätsarten innerhalb der City haben wir auch mehr Möglichkeiten, durch entsprechende Oberflächengestaltung und Nutzung die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Dazu gehören etwa neue Stadtoasen wie jene am Hauptplatz, mit Wasserflächen, die zugleich zur Kühlung der Stadt beitragen“, erklärt das Linzer Stadtoberhaupt. „Mit größeren Events, aber auch kleineren Veranstaltungen wie Konzerten auf öffentlichen Plätzen sowie mehr Kunst im öffentlichen Raum schaffen wir zusätzliche Gründe für einen Besuch in der Innenstadt. Büros, Geschäfte und Lokale wollen wir außerdem stärker miteinander und mit der Stadt vernetzen, damit sie bestmöglich an unseren Attraktivierungsmaßnahmen partizipieren können“, so Luger. 

Eine dieser Attraktivierungsmaßnahmen könnten etwa neuartige Aufbewahrungsboxen sein: „Wenn es uns gelingt, die Menschen weiterhin zum Einkaufen in die Stadt zu lotsen, und zwar nicht mit dem eigenen Auto, und wenn wir ihnen dafür eine zusätzliche Aktivitätenpalette anbieten wollen, brauchen sie Orte zum Deponieren ihrer Einkäufe“, nennt Bürgermeister Klaus Luger ein weiteres Beispiel für möglichen Veränderungen in der Innenstadt. „Anbieter solcher Depots sind bereits mit uns im Gespräch, erste Testboxen sind bereits im Probeeinsatz“, so Bürgermeister Klaus Luger abschließend.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger zum Thema „Wie die COVID-19-Pandemie das Leben in der Stadt verändert“)