Medienservice vom: 12.03.2021

Echte Perspektiven für den organisierten Sport gefordert Nach Gesprächen mit den Sportdachverbänden steht für Vizebürgermeisterin Hörzing fest: „Die Bundesregierung ist gefordert, praktikable Öffnungsschritte zu präsentieren, anstatt den Breitensport generell zu blockieren!“

Drohender Mitgliederschwund, aufgestauter Frust bis hin zu Ängsten über den Fortbestand ihrer Vereine - die artikulierten Sorgen der Vereinsverantwortlichen sind angesichts monatelanger Schließungen ihrer Sportstätten und untersagtem Sportbetrieb vielschichtig. Mit ständig optimierten Präventionskonzepten blicken sie trotz allem kämpferisch und noch immer hoffnungsvoll in die Zukunft. Nach der gestrigen Sitzung mit den Vertreterinnen und Vertretern der drei Sportdachverbände ASVÖ, ASKÖ und Union, die rund 300 Linzer Sportvereine repräsentieren, fasst die Linzer Sportreferentin die intensiven Gespräche zusammen: „Aus Sicht des organisierten Sports überwiegt die Enttäuschung, dass fertige Konzepte weiterhin in der Schublade bleiben müssen. Absichtserklärungen sind nach Monaten geschlossener Sportstätten und weitgehend eingestelltem Sportbetrieb zu wenig. Es ist Zeit, den Vereinen das Vertrauen zu schenken, dass neben dem Spitzen- auch der Breitensport verantwortungsvoll unter Aufsicht geschulter Trainerinnen und Trainer möglich ist. Wer hingegen glaubt, allein mit der dauerhaften Schließung der Sportstätten agieren zu müssen, nimmt bewusst den physischen wie psychischen Absturz breiter Bevölkerungsgruppen in Kauf.“

„Jetzt sind tatsächlich die entscheidenden Wochen angebrochen“, so Hörzing, die eine verantwortungsvolle Öffnung der Sportaktivitäten nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für Erwachsene ab Ostern fordert. „Es geht nicht nur darum, Kindern und Jugendlichen den Freiluftsport zu ermöglichen. Das sollte angesichts verordneter Testungen in den Schulen längst Realität sein. Auch der restliche Vereinssport braucht nach Monaten des Hinhaltens eine echte Perspektive und Planbarkeit“, fordert die Linzer Sportreferentin. Mit geschulten Übungsleiterinnen und Übungsleitern, die auf die Einhaltung sportartspezifischer Präventionskonzepte achten, sollten die Voraussetzungen für den Breitensport für alle gegeben sein.

Mit fertig konzipierten Bewegungsangeboten lassen sich die Vereine ihre Zuversicht trotz der anhaltend schwierigen Situation nicht nehmen und scharren geradezu in den Startlöchern. „Die Sportvereine sind bereit, ihre bewährten Angebote abgestimmt auf die vorherrschende Situation neu aufleben zu lassen. Hierfür brauchen sie die volle Unterstützung der Dachverbände und auch der Stadt Linz, die wir nach Kräften leisten“, so Hörzing.

Am wichtigsten scheint zudem mehr Planbarkeit. Die Fortsetzung der Ankündigungspolitik mit kurzfristiger Veröffentlichung von Maßnahmenverordnungen wenige Tage bis Stunden vor Inkrafttreten sind mehr Zumutung als Hilfe, waren sich die Vertreterinnen und Vertreter der Sportdachverbände einig. Auch für die angekündigte Teilöffnung ab Montag fehlt bis zur Stunde die gesetzliche Grundlage.

Neben finanziellen Hilfestellungen bleibt das Um und Auf die Ermöglichung eines verantwortungsvollen Sportbetriebs. Deshalb sind auch die jüngsten Ankündigungen der Bundesregierung über finanzielle Hilfen zur Rückholung von Mitgliedern lediglich ein paar Tropfen auf den heißen Stein. „Mitglieder lassen sich nicht kaufen, sondern wollen mit attraktiven Angeboten bewegt werden. Ohne Sportbetrieb fehlt weiterhin die wesentliche Grundlage. Eine echte Perspektive sieht jedenfalls anders aus. Und wie so oft, steht auch dieses Mal die mediale Ankündigung im Vordergrund, die Details zur neuen Förderschiene lassen auf sich warten“, kommentiert Hörzing die weitere Hinhalte-Taktik des Sportministers.

„Die Vereine mit ihren engagierten Funktionärinnen und Funktionären brauchen klare Vorgaben, wie der Sport ausgeübt werden darf. Ein generelles Nein für den Breitensport ist inakzeptabel“, sieht Vizebürgermeisterin Hörzing andernfalls irreparable gesellschaftliche Schäden vorprogrammiert. „Niemand kann etwa eine Generation Nicht-Schwimmerinnen und Nicht-Schwimmer wollen. Nach einem Jahr Corona droht ein weiterer Rückgang der sportaffinen Menschen und damit ein höheres Risiko für psychische und physische Erkrankungen“, schließt Vizebürgermeisterin Hörzing.