Medienservice vom: 23.03.2021 |Fotos zum Medienservice

Pilotprojekt an drei Linzer Hortstandorten In speziellen Workshops erlernen Kinder Umgang mit neuen Medien

  • Die gesamte Hardware inkl. 120 Tablets werden dank Partner Raiffeisenlandesbank angekauft

Der Innovationshauptplatz startet in Kooperation mit der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich das Pilotprojekt „Tablets für Kinder“. Sorgfältig konzipierte Workshops zielen darauf ab, Kindern einen spielerischen und gleichzeitig sicheren Umgang mit Tablets zu lernen.

Die Workshops beginnen mit 5. Mai und dauern sieben Wochen lang bis Mitte Juni. Neun unterschiedliche Workshops werden insgesamt angeboten. Die Workshops werden von der städtischen Initiative „Open Commons“ durchgeführt. Auch die renommierte Programmierschule „Acodemy“ ist am Pilotprojekt beteiligt.

Die gesamten Kosten des Pilotprojektes übernimmt die Raiffeisenlandesbank. Hier sind die gesamte Hardware inklusive 120 Tablets und Tabletwägen sowie die personelle Besetzung für die Workshops in drei Linzer Horten zu nennen.

„In Zeiten der Digitalisierung ist es wichtig, Kindern einen offenen, sicheren, altersgerechten Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln. Gemeinsam mit der städtischen Initiative „Open Commons“ und der Programmierschule „Acodemy“ haben wir uns zum Ziel gesetzt, Kindern digitale Angebote einfach näherzubringen. Besonders freut es mich, dass wir mit der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich einen regionalen Partner zur Umsetzung dieses zukunftsweisenden Projektes mit an Bord haben“, betont Bürgermeister Klaus Luger.

„Die seit mittlerweile einem Jahr andauernde Corona-Pandemie und das daraus resultierende Distance-Learning an unseren Schulen zeigt ganz klar auf, wie wichtig der Umgang mit digitalen Geräten wie beispielsweise Tablets ist. Mein Ziel als Linzer Bildungsreferentin ist es, die Kinder beim Umgang mit den neuen Medien bestmöglich zu unterstützen. Das neue Pilotprojekt zeigt, dass wir hier auf einem sehr guten Weg sind“, sagt Bildungsstadträtin Eva Schobesberger. 

„Technologische Innovation begleitet uns alle im Alltag. Als Raiffeisenlandesbank engagieren wir uns auch bei gesellschaftlichen Themen, wobei uns das Thema Bildung bei jungen Menschen besonders am Herzen liegt. Beim Projekt ‚Tablets für Kinder‘ begrüßen wir besonders, dass Kinder einen pädagogisch unterstützten Zugang in die digitale Welt erhalten“, erklärt Dr. Heinrich Schaller, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank , die Unterstützung für das Linzer Pilotprojekt.

Medien- und Technologiekompetenzen sind Schlüsselqualifikationen der modernen Gesellschaft. Denn das Wissen um die technischen Hintergründe befähigt zu einem selbstbestimmten und angstfreien Umgang mit Technik. Zudem ist es heute eine wesentliche Voraussetzung für eine gelungene Partizipation am gesellschaftlichen Leben, für ein beruflich erfolgreiches Fortkommen und somit auch eine Maßnahme gegen den noch stärker werdenden IT-Fachkräftemangel am Wirtschaftsstandort Linz.

 
Pilotprojekt für drei Horte

Um den aktuellen Anforderungen an die nächsten Generationen gerecht zu werden, hat sich die Stadt Linz entschlossen, ein Pilotprojekt zu starten. Die Projektleitung liegt beim Innovationshauptplatz, der mit der städtischen Open Commons, der Programmierschule Acodemy sowie dem Partner Raiffeisenlandesbank zusammenarbeitet. Im Zuge des Projekts werden drei Linzer Horte mit etwa 120 Tablets und digitalen Geräten (Dash Roboter-Set, mBots inkl. Ladegerät, USB-Hub, Makey Makeys) für den pädagogischen Einsatz ausgestattet. Die am Pilotprojekt teilnehmenden Horte sind Jahnschule (14 Kinder), Goetheschule (44 Kinder) und Allendeplatz (46 Kinder). Insgesamt nehmen also rund 100 Kinder am Pilotprojekt teil. Sowohl den Kindern der 3. Schulstufe als auch motivierten HortpädagogInnen werden Schlüsselkompetenzen mitgegeben, um das Tablet sinnstiftend einzusetzen. Um die Qualität der pädagogischen Vermittlung sicherzustellen, werden die Kinder in Kleingruppen zu je 6 Personen von jeweils einer Mentorin/einem Mentor betreut. Pro Gruppe kann maximal eine HortpädagogIn teilnehmen. Im Zuge des Pilotprojektes ist eine Evaluierung durch eine Institution geplant.

Tablets eignen sich für den Einstieg in die digitale Welt vor allem wegen ihrer niederschwelligen Bedienbarkeit. So können Kinder spielerisch und lustvoll an wichtige Anwendungskenntnisse sowie an Möglichkeiten der Mitgestaltung von Technologie und digitalen Medien herangeführt werden.

Schulungen für MentorInnen

In einer zweitägigen MentorInnenschulung werden das medienpädagogische Konzept sowie die inhaltlichen und methodischen Herangehensweisen erörtert. Pädagogisch ausgebildete TrainerInnen werden auf diese Weise mit dem nötigen Hintergrundwissen ausgestattet. Sie erhalten praktische Tipps, mit denen sie der Hortgruppe begegnen können.

Einführung für HortmitarbeiterInnen

In Hinblick auf eine reibungslose organisatorische Abwicklung sowie auf Beteiligungsmöglichkeiten für HortmitarbeiterInnen werden Einführungsabende angeboten. Zentrales Anliegen dahinter ist die Senkung von Hemmschwellen seitens der PädagogInnen.

Darauf aufbauend wird in einem Folgetermin allen interessierten HortpädagogInnen eine Weiterbildung in Form eines Crashkurses namens „helloworld toolkit“ ermöglicht. In diesem Grundkurs lernen die TeilnehmerInnen niederschwellig das 1x1 der Medienpädagogik kennen.

Es werden für die Workshops wichtige thematische Grundsatzfragen beantwortet, wie beispielsweise:

  • Was ist Code? 
  • Was ist hacken? 
  • Was ist ein Roboter?
  • Wie bin ich im Internet sicher unterwegs? 
  • Was ist ein gutes Passwort? 
  • Wie kann ich meine Daten sowie die von Kindern schützen?

Elternabend zur Information

Um der oft verbreiteten Angst von Eltern vor einem möglichen negativen Einfluss der Tabletnutzung auf die Kinder zu begegnen, werden bei Elternabenden positive Einsatzmöglichkeiten vorgestellt, die zum Nachmachen zu Hause einladen. Zudem soll die Informationsveranstaltung im Vorfeld zur Transparenz sowie zu einer Sensibilisierung auf die pädagogische Notwendigkeit des Einsatzes von digitalen Technologien im Hortalltag beitragen. Aufgrund der aktuellen Corona-Lage ist nicht sicher, wann die Elternabende stattfinden können. Vorab erhalten die Eltern jedoch Informationsunterlagen.

Workshops im Detail

Die Workshops starten mit 5. Mai und dauern sieben Wochen lang bis Mitte Juni. Das Angebot beinhaltet neun unterschiedliche Workshops. Die Workshops werden von der städtischen Initiative „Open Commons“ in Form von Projektwochen durchgeführt. Vier Tage lang arbeiten geschulte MedienpädagogInnen jeweils mit einer Hortgruppe. Zusätzlich werden die Hortkinder von der Programmierschule Acodemy – der im deutschsprachigen Raum führenden Programmierschule für Kinder – in ihre Räumlichkeiten am Taubenmarkt eingeladen. Dort dürfen sie sich für etwa zwei Stunden auf Laptops am Programmieren von Spielen versuchen.

Bei den Workshops geht es um das Erlernen von digitalen Kernkompetenzen, bei denen das Tablet als zentrales Vermittlungsmedium dient. Die Workshopmodule sind so angelegt, dass sie mit den Kindern durchgeführt werden und dabei die HortpädagogInnen, die bereits einen Wissensvorsprung haben, in der praktischen Vermittlung der Inhalte geschult werden. Jedes Modul schließt mit einer Reflexionsphase der vorgestellten Techniken ab. Den Kindern wird dabei ein adäquater Umgang mit sensiblen Situationen auf spielerische Weise nähergebracht. Die Workshops fußen auf vier Hauptmodulen:

1.    Mein erster Code und Robotik

Mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen werden die Lernroboter Dash und mBot programmiert. So ist der erste Einblick in die Grundlagen des Programmierens ein Kinderspiel.

2.    Elektronische Schaltkreise & wearables

In diesem Modul wird gebastelt und genäht, um die Antworten auf folgende Fragen zu erfahren: Was ist ein Schaltkreis? Wie bringe ich die LED zum Leuchten? Und warum brauche ich einen Microcontroller, damit sie auch blinkt?

3.    Microcontroller und Sensorik

Wie funktionieren Sensoren? Was können sie wahrnehmen? Wie kann ich sie selber programmieren? Und wie kann ich mit diesem Verständnis mein eigenes Projekt beginnen? Um hier die richtigen Antworten zu bekommen, ist Eigenregie gefragt!

4.    Fotografie, Video und kritische Medienkompetenz

Das große pädagogische Potential von Fotografie und Videos wird in diesem Modul genutzt, um sich Themen wie UrheberInnenrechte und Nutzungsrechte, Recht am eigenen Bild sowie Datenschutz spielerisch zu nähern. Für viele Hortkinder besonders interessant ist das Bauen von analogen Foto-Filtern sowie deren Nutzung auf ihren Smartphones.

Weiterer Einsatz der Tablets im Hort und zu Hause

Eine Sammlung von Ideen, Methoden und konkreten Anwendungsbeispielen wird den TeilnehmerInnen in Form einer Printpublikation mitgegeben. So soll sowohl den HortpädagogInnen als auch der ganzen Familie der weitere und sinnvolle Einsatz des Tablets im Hort und zu Hause ermöglicht werden.
HortpädagogInnen erhalten dadurch Ideen und konkrete Methoden, um Aktivitäten mit dem Tablet laufend und auch für Kinder anderer Schulstufen anbieten zu können. Darüber hinaus wird die Publikation online auch für alle anderen Interessierten nach Projektabschluss als Download zur Verfügung stehen.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger, Bildungsreferentin Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger, Generaldirektor Dr. Heinrich Schaller (Raiffeisenlandesbank Oberösterreich) zum Thema „Tablets und Digitale Kompetenz für 120 Linzer Hortkinder“)

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