Medienservice vom: 25.03.2021 |Downloads zum Medienservice

Leistungsbilanz der Berufsfeuerwehr Linz im Coronajahr 2020 Knapp 3.500 Einsätze absolviert – zehn pro Tag

  • Corona brachte mit 14-Tage-Dienstschichten und Krisenstab besondere Herausforderungen

Durchschnittlich zehn Einsätze pro Tag absolvierte im Vorjahr die Mannschaft der Berufsfeuerwehr Linz. Insgesamt 3.463 Mal rückte das erfahrene Team aus, um Menschen und Tiere in unterschiedlichen Notlagen zu helfen. Das 186 Mann starke Team der Berufsfeuerwehr absolvierte 2.174 Technische Einsätze. Von den 1.289 Brandeinsätzen waren 803 Meldealarme. Insgesamt galt es im Vorjahr 411 Brände zu löschen, somit durchschnittlich einer pro Tag.

„Das Jahr 2020 war durch die Corona-Pandemie einzigartig. Eine wichtige Sicherheitseinrichtung wie die Berufsfeuerwehr Linz war davon natürlich besonders betroffen. Trotz der großen Herausforderungen konnte die Schlagkraft in voller Stärke aufrecht erhalten bleiben“, lobt Bürgermeister Klaus Luger die hervorragende Arbeit und große Flexibilität der Berufsfeuerwehr, die auch fixer Bestandteil des Krisenstabs ist. 

„Die Ausnahmesituation rund um das Coronavirus erforderte von unseren Feuerwehrmännern Ausnahmeleistungen. Die Kameraden blieben freiwillig jeweils für 14 Tage durchgehend in ihrer Feuerwache. Mein Dank gilt allen Feuerwehrkräften in Linz – Berufsfeuerwehr, Freiwillige und Betriebsfeuerwehr. Gemeinsam sorgen sie an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr für unsere Sicherheit“, zeigt sich Sicherheitsstadtrat Michael Raml von der Professionalität und Selbstlosigkeit der Berufsfeuerwehr beeindruckt.

411 Brände – um knapp 20 Prozent mehr als 2019

Insgesamt 411 Brände galt es im Vorjahr zu löschen, davon 115 Gebäude, 24 Fahrzeuge und 91 Müllbrände. 803 Alarme gingen über die etwa 638 angeschalteten Brandmeldeanlagen ein. Insgesamt absolvierte das Team 1.289 Brandeinsätze. 

Um die Wahrscheinlichkeit von Bränden so niedrig wie möglich zu halten, fließt das Expertenwissen der Berufsfeuerwehr bereits in die Planung von Neubauten ein. Auch die Einrichtung von Großbaustellen, wie zum Beispiel beim Bau der neuen Donaubrücke, erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr. Die Brandschutzprofis führen zudem regelmäßig Kontrollen an bestehenden Gebäuden durch und prüfen die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen.

Art der Einsätze Anzahl
Meldealarme 803
Gebäudebrände 115
Betriebsbaubrände 6
Fahrzeugbrände 24
Müllbrände 91
Wald- und Flurbrände 15
Brandverdacht 96
Brandnachbeschau 26
Sonstige Brandseinsätze 38
Ausbildungen / Übungen / vorbeugende Maßnahmen 75
Insgesamt 1.289

2.174 Technische Einsätze – um 20 Prozent weniger als 2019

Die technischen Einsätze machen mit 2.174 den Hauptteil der zu bewältigenden Arbeit aus. Die Einsatzkräfte retteten oder bargen im Vorjahr knapp 588 Personen, davon 174 Menschen aus defekten Aufzügen und 17 nach Verkehrsunfällen. Wegen Unfallverdacht öffneten die Feuerwehrmänner 350 Wohnungen. 

537 Einsätze betrafen Tiere, davon 90 wegen Bienen, Wespen und Hummeln sowie 20 Tiertransporte. 341 Tiere wurden aus Notlagen befreit und 59 tote Tiere geborgen.

476 Mal fielen Sicherungsarbeiten an, darunter 301 Sicherungsdienste Straße (beispielsweise bei einer Ölspur), 79 Sicherungsdienste an Gebäuden und 96 Sicherungsdienste Unwetter (zum Beispiel werden vorsorglich kleinere Brücken gehoben). Es gab 59 Gefahrenstoffeinsätze, 40 Mal war austretendes Gas die Ursache.

Besonderen Einsatz zeigte die Berufsfeuerwehr der Stadt Linz bei der Generalsanierung der Dreifaltigkeitssäule auf dem Linzer Hauptplatz. Die heikle Mission des Abbaus und der Wiedermontage der großen vergoldeten Metallteile – insbesondere der großen Figurengruppe mit Weltenkugel sowie dem fast 3,5 Meter breiten Strahlenkranz – meisterte die Spezialisten mit Bravour. Dabei waren sie mit Kranwagen und Drehleiter vor Ort. 

Art der Einsätze Jahr 2019 Jahr 2020
Einsätze mit Tieren 830 537
Sicherungsdienst Straße / Unwetter / Gebäude 530 476
Wohnungsöffnungen nach Unfallverdacht 333 350
Wasserschäden / teilweise mit Wohnungsöffnungen 157 150
Diverse technische Einsätze 177 132
Ausbildungen / Übungen / vorbeugende Maßnahmen 193 123
Menschenrettung aus defekten Aufzügen 277 174
Gefahrenstoffeinsätze 73 59
Assistenzleistung für Polizei / Rettungsdienst 63 54
Bergearbeiten 37 28
Person in Gefahr 15 23
Menschenrettung nach Verkehrsunfällen 21 17
Menschenrettung 8 13
Rettung aus Höhen / Tiefen / Wasser 18 11
Taucheinsätze 2 4
Serviceleistung für die Stadt 9 23
Katastrophenhilfsdienste 5 0
Gesamt 2.748 2.174

Neue Einsatzleitzentrale

Die Nachrichtenzentrale der Berufsfeuerwehr wurde in den vergangenen Jahren auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Die Leitstelle bildet im Ernstfall das Herzstück der Kommunikation. Dank der Digitalisierung ist es der Berufsfeuerwehr Linz und den freiwilligen Feuerwehren möglich, noch rascher und gezielter am Einsatzort zu sein. 

Je nach Lage und Einsatzstichwort werden die Einsatzkräfte von der Zentrale über Sirene und Piepser verständigt. Die Alarmierung erfolgt über das digitale Warn- und Alarmsystem, das vor einigen Jahren aufgebaut wurde. Dieses wird gemeinsam mit dem OÖ. Landesfeuerwehrverband und der Freiwilligen Feuerwehr Wels von der Berufsfeuerwehr Linz im Leitstellenverbund betrieben. Ziel ist es, neben der unabhängigen Einsatzabwicklung und Einsatzverwaltung jeder einzelnen Einsatzorganisation für den Starklastfall und sonstige Großereignisse gerüstet zu sein. 

Dazu wurden im Vorfeld die Räumlichkeiten der Nachrichtenzentrale in den Jahren 2017 und 2018 im zweiten Obergeschoß der Hauptfeuerwache neu errichtet. Nach der Installation der Sprachkommunikationsanlage und der Haustechnik ist nun in den Jahren 2019 und 2020 eine neue Einsatzleittechnik installiert worden. Die Investitionen der Stadt Linz für die Adaptierung der Räume und die technische Einrichtung betrugen eine Million Euro.

Akustischer Einsatz bei der Klangwolke

Mit einer ganz besonderen Aktion beteiligten sich die Berufsfeuerwehr der Stadt Linz sowie die Freiwilligen Feuerwehren der Landeshauptstadt an der Klangwolke 2020. Von Süden nach Norden ließ jede Feuerwehr am Samstag, 12. September, zwischen 20 und 21 Uhr für je 15 Sekunden nach und nach ihre Sirenen ertönen. Es handelte sich dabei um einen Teil der akustischen „Wolke über Linz“.

Gute Zusammenarbeit mit Freiwilligen und Betriebsfeuerwehren

Vier Freiwillige Feuerwehren und acht Betriebsfeuerwehren unterstützen die Berufsfeuerwehr Linz bei der Bewältigung der Aufgaben. Somit sorgten im vergangenen Jahr knapp 700 Feuerwehrleute für die Sicherheit der Bevölkerung. 

Durch die starke Nord-Süd-Ausdehnung des Stadtgebietes sind die vier Freiwilligen Feuerwehren sehr wichtig. Im Norden von Linz stehen die Freiwilligen Feuerwehren Pöstlingberg und St. Magdalena für die Bevölkerung im Einsatz. Der Linzer Hausberg mit den schmalen und steilen Zufahrtswegen erschwert für die Berufsfeuerwehr das rasche Eingreifen. Die Unterstützung vor Ort durch die freiwilligen Kräfte ist daher immens wichtig für die erste Brandbekämpfung, Menschenrettung und die Löschwasserversorgung. Im Linzer Süden sind die Freiwilligen Feuerwehren Ebelsberg und Pichling sofort zur Stelle – letztere verfügt über eine gut ausgebildete Wasserwehr.

Der hohe Stellenwert der acht Betriebsfeuerwehren ist unumstritten. Die gut geschulten Einsatzkräfte mit hervorragenden Ortskenntnissen leisten entscheidende Erstmaßnahmen in ihren Ausrückebereichen und bemühen sich um den vorbeugenden Brandschutz. Folgende Linzer Betriebe haben eine Betriebsfeuerwehr: voestalpine, Chemiepark Linz, Landestheater Linz, Linz AG, ÖBB Technisches Services-Werk Linz, Siemens, Linz Textil und Schiffswerft AG Linz.

Ein gutes Beispiel für die gute Zusammenarbeit war ein Einsatz Anfang Juli im Chemiepark Linz. Bei einer Verpuffung in einer Ammoniakanlage konnten die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr gemeinsam mit den Kollegen der Betriebsfeuerwehr die Lage schnell unter Kontrolle bringen. Dank der effizienten Arbeit konnte ein Schadstoffaustritt verhindert werden. Es bestand somit trotz der Flammen- und Rauchentwicklung keine Gefahr für die Anrainerinnen und Anrainer und die nebenstehenden Gebäude.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger, Feuerwehrreferent Stadtrat Michael Raml und Branddirektor Dr. Christian Puchner zur „Leistungsbilanz 2020 der Berufsfeuerwehr Linz“)

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