Medienservice vom: 31.03.2021

Linzer Kinderbildungseinrichtungen für viele Kinder ein „sicherer Hafen“ Herausragendes Engagement in den Einrichtungen

  • Schobesberger: „Ich bedanke mich bei allen MitarbeiterInnen von ganzem Herzen“ 

Die Coronapandemie hat das Leben und den Alltag für alle verändert. Gerade auch Bildungseinrichtungen wurden und werden vor große Herausforderungen gestellt. Beim ersten Lockdown ab 18. März 2020 waren zunächst nur neun Einrichtungen über das Stadtgebiet verteilt geöffnet. Mit dem 4. Mai 2020 wurden dann wieder alle städtischen Krabbelstuben, Kindergärten und Horte geöffnet. Damit wurde sichergestellt, dass alle Kinder wieder in ihrem gewohnten Umfeld sein können. Die Einrichtungen bieten den Kinder „Normalität“ und Sozialkontakte und sind für viele ein „sicherer Hafen“ in diesen stürmischen Zeiten, wo sie Alltag und Routine finden können. 

„Das Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist besonders in dieser herausfordernden Zeit herausragend. Viele stellten ihre persönlichen Bedürfnisse und Ängste hinten an, um unseren Kindern ein sicherer Anker zu sein und mit hohen pädagogischen Standards die professionelle Förderung und Betreuung sicherzustellen. Ich bin deshalb auch sehr froh, dass unsere MitarbeiterInnen jetzt geimpft werden konnten. Dieses fordernde Jahr hat uns aber Probleme im elementarpädagogischen Bereich noch einmal deutlich vor Augen geführt. Wir brauchen dringend mehr Fachkräfte, um durch kleinere Gruppen Entlastung im pädagogischen Alltag erreichen zu können. Auch hinsichtlich der Bezahlung würde ich mir bundesweit einheitliche, höhere Standards wünschen. Bei allen unseren MitarbeiterInnen in den städtischen Kinder- und Jugendservices möchte ich mich für ihr besonderes Engagement und die großartige Arbeit in diesem so fordernden Jahr von ganzem Herzen bedanken“, so Bildungsstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.

Die Auslastung in den Kinderbildungseinrichtungen 

Beim ersten Lockdown ab 18. März 2020 waren zunächst nur neun Einrichtungen über das Stadtgebiet verteilt geöffnet. Mit dem 4. Mai 2020 wurden dann wieder alle städtischen Krabbelstuben, Kindergärten und Horte geöffnet. Damit wurde sichergestellt, dass alle Kinder wieder in ihrem gewohnten Umfeld sein können. 

  Krabbelstuben Kindergärten Horte
März 2020 1,4 % 1,2 % 0,6 %
Juni 2020 78 % 65 % 37 %
September 2020 64 % 67 % 70 %
Dezember 2020 75 % 65 % 66 %
März 2021 82 % 80 % 77 %

Die größten Herausforderungen

Die städtischen Kinderbildungseinrichtungen standen in diesem Jahr vor vielen Herausforderungen:

  • Kurzfristige Änderungen der Maßnahmen: eine große Herausforderung stellen oft die binnen kurzer Zeit umzusetzenden Maßnahmen dar, wie zum Beispiel zu Beginn der Pandemie die Beschaffung der Hygieneartikel 
  • Personal-Engpässe: In manchen Häusern kam es vereinzelt zu Personal-Engpässen aufgrund von Quarantäne oder Erkrankung. Die Abdeckung des Mindestpersonalstandes zur Aufrechterhaltung des Betriebs stellte immer wieder eine Herausforderung dar.  
  • Durch die Einschränkungen im Lockdown kamen viele Familien auch zu Hause an ihre Grenzen. Durch die Vernetzungen zu den Beratungsinstitutionen konnten viele Eltern jedoch unterstützt werden. 

Zusammenarbeit mit den Eltern 

Corona hat die Kommunikation mit den Eltern verändert. So fehlt aufgrund der notwendigen Sicherheitsvorkehrungen der tägliche Kontakt in der Bring- und Abholsituation (die Eltern übergeben ihr Kinder jetzt beim Eingang an die MitarbeiterInnen). Durch die veränderten Rahmenbedingungen wurden, gerade was die Kommunikation mit den Eltern betrifft, aber viele neue Wege beschritten. So wurden Newsletter, digitale Fotorahmen, die mehrsprachige Bilderbuchapp Polylino mit Gratiszugang für Eltern, „Sprechende Wände“ oder Infos/Botschaften an den Fenstern genutzt. Es war auch in vielen Einrichtungen beobachtbar, dass durch die veränderte Abhol- und Bringsituation Kinder die Möglichkeit haben, ihre Selbstständigkeit verstärkt zu erproben. 

Die Rückmeldungen vieler Eltern sind sehr positiv. Sie sind froh, dass die Kinder in gewohnter Qualität in „ihrer“ Kinderbildungseinrichtungen sein können. Was manchmal kritisch rückgemeldet wurde, ist der fehlende tägliche Kontakt mit den pädagogischen Fachkräften und der tägliche intensive und persönliche Austausch durch den die Eltern einen guten Einblick in die tägliche Bildungsarbeit bekommen. Alternativ dazu wurde aber in jedem Haus nach individuellen Lösungen gesucht um eine gelungene Bildungspartnerschaft sicherzustellen. 

Veränderungen im Alltag der Bildungsarbeit

Durch die veränderten Rahmenbedingungen wurde der professionelle Blick auf unterschiedliche Bildungssituationen wieder etwas geschärft und neue Ideen fanden Platz. Viele MitarbeiterInnen sind besonders kreativ geworden und haben neue Ideen entwickelt um das Bildungsjahr trotz bestehender Einschränkungen mit den Kindern abwechslungsreich und spannend zu gestalten.

Das Konzept der Lernwerkstätten, bei welchem die Kinder ihren Schwerpunkt täglich auf einen besonderen Bildungsbereich haben, kann nicht in gewohnter Form durchgeführt werden, da es für Kinder nicht möglich ist, den Raum selbstständig auszuwählen und täglich zu wechseln. Jedoch wurde von den MitarbeiterInnen das Konzept auf unterschiedliche Weise angepasst, um eine individuelle und qualitativ hochwertige Förderung der Kinder sicherzustellen.

Ausgänge und der Kontakt mit externen Personen sind sehr eingeschränkt bzw. bei roter Bildungsampel gar nicht möglich, das heißt es sind viele Ausflüge, Besuche von Kinderkulturveranstaltungen (Kuddelmuddel) oder externen Besuchern (wie zum Beispiel von den MitarbeiterInnen des AEC zum Thema Kinderforschungslabor) leider nicht durchführbar.

Auswirkungen auf die Kindergartenpflicht und SchulanfängerInnen

Die Kindergartenpflicht wurde bei der roten Bildungsampel ausgesetzt. Seit 15. Februar 2021 gilt die Kindergartenpflicht aber wieder für alle Kinder im letzten Kindergartenjahr. Die Schulanfänger und Schulanfängerinnen werden in diesem Bildungsjahr, wie in allen anderen Jahren auch, gut auf ihren Schulbeginn vorbereitet, um einen gelungenen Grundstein für ihre Bildungsbiografie zu legen. Während des Lockdowns hielten die Einrichtungen mit den SchulanfängerInnen besonderen Kontakt in Form von Newslettern, Kindergartenpost, Lernanregungen für zu Hause, und besonders diese Kinder wurden eingeladen die Bildungseinrichtungen zu besuchen.

Personalsituation: Es braucht neue Wege in der Ausbildung

Die Abdeckung des Mindestpersonalstandes zur Aufrechterhaltung des Betriebs stellte aufgrund von Erkrankungen oder Quarantäne immer wieder eine Herausforderung dar. Zum Glück konnten die LeiterInnen aber auf ein gutes Netzwerk innerhalb des Kinder- und Jugendservices zurückgreifend. Um langfristig genügend Fachkräfte für die Elementarbildungseinrichtungen sicherzustellen, müssen aber unbedingt mehr PädagogInnen ausgebildet werden. „Der steigende Bedarf an ElementarpädagogInnen stellt die Gemeinden vor enorme Herausforderungen. Ich halte es unter anderem deshalb für dringend erforderlich, dass der Bund hier aktiv wird und weitere berufsbegleitende Ausbildungen ermöglicht. So könnten wir auch Menschen, die bereits im Berufsleben stehen, sich aber neu orientieren wollen, erreichen. Dauerthema ist da natürlich auch die Bezahlung. Ich würde mir hier österreichweit einheitliche und vor allem auch höhere Standards wünschen,“ so Bildungsstadträtin Mag.a Eva Schobesberger. 

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bildungsstadträtin Mag.a Eva Schobesberger zum Thema „Bilanz: Mehr als ein Jahr Corona in den städtischen Kinderbildungseinrichtungen“)

Weitere GesprächspartnerInnen:
Mag. Josef Kobler, Direktor Kinder- und Jugendservices
Judith Auer, MSSc, Abteilungsleiterin Krabbelstuben und Kindergärten Mitte
Christine Heiduck, Abteilungsleiterin Krabbelstuben und Kindergärten Nord

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