Medienservice vom: 15.04.2021 |Fotos zum Medienservice

Nestle-Gründe Linz: Start für Neuentwicklung mit enormem Potential Leuchtturmprojekt Trinity schafft bis zu 2.000 neue Arbeitsplätze in zentraler Lage

Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé verabschiedete sich vor drei Jahren aus der Produktion am Standort Linz. Im März 2018 wurde in Linz das Werk an der Franckstraße geschlossen und führte damals bei mehr als 120 Beschäftigten zum Verlust Ihrer Arbeitsplätze. Das in der Folge ungenutzte Areal wurde von einem Investorenquartett erworben, in dem die Familien Fries und Scherb mehrheitlich beteiligt sind. Um die künftige Entwicklung des Areals proaktiv zu steuern, wurde die städtebauliche Kommission der Stadt Linz mit der Entwicklung einer Leitplanung zur weiteren Nutzung und Gestaltung des Areals beauftragt. Anfang 2019 wurden dabei die Entwicklungspotentiale des gesamten Gebietes rund um die Nestle-Gründe, ORF und Blumau-Tower bis zum Design-Center sowie die Franckstraße betrachtet. In Folge der Bewertung der Städtebaulichen Kommission strebte die Stadt Linz auf dem rund 17.000 Quadratmeter großen Areal eine wirtschaftlich zukunftsorientierte Stadtentwicklung an.

Als Ausgangsbasis dieser Entscheidung wurden in der Folge unter Beteiligung aller maßgeblichen Stakeholder im Rahmen eines angeschlossenen, kooperativen Verfahrens (iterativ) mit internen und externen Experten die konkreten Richtlinien für die Genese eines neuen Stadtquartiers erarbeitet.

Der daraus resultierende Entwurf für die künftige Bebauung des Trinity Park Linz (TPL), der an zentraler Stelle und in Verbindung mit Europaplatz und Design-Center neue städtebauliche Maßstäbe setzt, wurde von architekturbüro elsa prochazka (Wien), Riepl Riepl Architekten (Linz) und cino zucchi architetti (Mailand) entwickelt. Für die Freiraumplanung zeichnen die Auböck und Karasz Architects verantwortlich.

Das Projekt verbindet Natur und großstädtische Architektur und schafft Möglichkeiten für unterschiedlichste Nutzungen wie etwa Büroflächen für nationale und internationale Unternehmen, Gastronomie, Lebensmittelmarkt, Hotel, Studentenheim, ergänzt durch weitere informelle Kommunikations- und Freizeitbereiche.

„Im Gegensatz zu den ursprünglichen Investorenwünschen nach überwiegender Wohnnutzung wurde von der Kommission vorgeschlagen, in dem Triangel rund um das Design-Center einen Unternehmenscluster mit innovativem Nutzungsmix zu entwickeln", sagt Vizebürgermeister Hein. „Solche Cluster sind in Form geschlossener Betriebsbaugebiete in Linz bereits typisch und unterstützen die Bestrebungen nach einer autarken Stadt. Überdies ist das Areal auch durch die künftige S-Bahn-Station beim Projekt Franck-Kontor der Realtreuhand verkehrsmäßig sehr gut an den öffentlichen Verkehr angebunden. Im Interesse der hier lebenden und künftig arbeitenden Menschen wurde großer Wert auf die Entwicklung der Freiraumplanung gelegt“, betont Hein.

Die Nestlegründe an der Franckstraße, Foto: PTU/H.P

Die Nestlegründe an der Franckstraße, Foto: PTU/H.P.

Entwicklungsgeschichte

Die Städtebauliche Kommission gab bei ihrer Auseinandersetzung mit der künftigen Entwicklung des Planungsgebietes ihre Empfehlungen nach einer auch künftig überwiegend betrieblichen Nutzung des Areals. Grund dafür ist, dass das Areal in unmittelbarer Nachbarschaft bereits hochwertige Leitbetriebe hat wie die RLB mit dem Blumau-Tower und dem künftigen Raiffeisen-Campus, das ORF-Landesstudio, die Programmierfabrik, das Design-Center sowie das künftige Projekt Franck Kontor.

Die damit entstehende Clusterbildung soll mit der vorgeschlagenen Ausrichtung die wirtschaftliche Stärke von Linz in kraftvoller Weise ausbauen und unterstützen. Städtebaulich gab es Rahmenvorgaben zu Dichte, Höhenentwicklung, Baufluchten und Freiraum. Auch prozessuale Vorgaben zur konkreten Weiterentwicklung wurden formuliert.

Freiraumplanung wird großgeschrieben

Im Interesse der hier lebenden und künftig arbeitenden Menschen wurde großer Wert auf die Entwicklung der Freiraumplanung gelegt. Die Anforderung an eine ausreichende Durchgrünung am Areal mit einer kompakten, zusammenhängenden und öffentlich zugänglichen Parkfläche sowie öffentliche Wege sollen das Areal für alle LinzerInnen erlebbar und sinnvoll nutzbar machen.

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Rendering:  TRINITY PARK LINZ - PROCHAZKA | RIEPL | ZUCCHI

Grundriss_PROCHAZKA_RIEPL_ZUCCHI

Grundriss

„Iteratives“ Verfahren

Diese von der Stadt Linz angestrebte Entwicklung wurde in einer strukturierten Form im Rahmen eines kooperativen Verfahrens „iterativ“ weiterentwickelt. Hinter diesem etwas sperrigen Begriff verbirgt sich die Miteinbeziehung bei allen weiteren Planungsschritten sowohl der Investoren als auch der umliegenden Stake Holder. Im Vordergrund stand die konstruktive gemeinsame Weiterentwicklung mit allen Beteiligten sowie dem Projektentwickler und Mitinvestor Gerold Letzbor. Resultat dieses Prozesses ist das Projekt „Trinity Park“, das das Quartier des Nestle-Areals rund um das Design Center zu einem kompakten Stadtteil von zentraler Bedeutung im wirtschaftlichen Leben von Linz machen wird und neue urbane Maßstäbe setzt.

17.000 Quadratmeter Grundstücksfläche

Auf der Grundstücksfläche von ca. 17.000 Quadratmetern werden oberirdisch auf rund 60.000 Quadratmeter Bruttogeschoßfläche in qualitativ hochwertiger Architektur Räume für Geschäfte, Gewerbebetriebe, Nahversorger, Hotel, Büroflächen für nationale und internationale Unternehmen (Headquarter), Gastronomie, Studentenwohnungen etc. geschaffen.

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Rendering:  TRINITY PARK LINZ - PROCHAZKA | RIEPL | ZUCCHI

Der im Projekt neu entstehende zentrale Park wird eine ansprechend gestaltete Grünfläche von ca. 5.000 Quadratmetern umfassen. Eine ausreichend dimensionierte Tiefgarage sowie vor allem insgesamt 438 Fahrradabstellplätze tragen einem erwarteten, veränderten Mobilitätsbedürfnis der künftigen Nutzer Rechnung.

Das Projekt besteht aus fünf Bauteilen sowie einem weiteren Neubau für Büronutzung. Für großzügige „Durchwege“ werden insgesamt 7.200 Quadratmeter nicht unterbaute Freiflächen zur Verfügung stehen.

„Trinity“ – Drei Türme

Seinen Namen bekam das Bauvorhaben durch drei Türme, die identitätsbildend die, weiterführend vom Blumau-Tower, neue, markante Skyline des Areals formen.

Diese Türme werden Höhen von 80, 90 bzw. 100 Metern erreichen. Auf die durchlässige Gestaltung der Erdgeschoßzone sowie auf die Ausbildung einer durchgehenden Sockelzone („Belle Etage“) in den Obergeschoßen wurde großer Wert gelegt. Die Gestaltung des Projektes wurde von den international renommierten Architektenteams von Cino Zucchi, Mailand, Architekten Riepl/Riepl Linz, sowie Architekturbüro Prochazka, Wien übernommen.

10 Punkte-Check erfüllt

Bei der Planung der Hochpunkte des Projektes wurde jeweils die von der Stadt Linz verbindlich abzuarbeitende10 Punkte-Checkliste für Hochhäuser übermittelt, wobei auf die Belichtung bzw. Beschattungsthematik bzw. auf die Vorlage plausibler und nachvollziehbarer Windströmungsanalysen großer Wert gelegt wurde.

„Central Park“ zur Erholung

Eine Besonderheit ist der sanft ansteigende zentrale Park, der zu einer höher gelegenen, großzügigen, überdachten Terrasse führt, die einen weiten Ausblick nach Süden bietet ... über die Bahngeleise und die Baumkronen des Barbara-Friedhofs hinweg bis hin Richtung Alpen. Der besondere Platz wird durch gastronomische Einrichtungen ergänzt.

„Erst dadurch, dass in die Höhe gebaut wird, eröffnet sich diese großzügige Grüngestaltung. Im Sinne der kontinuierlichen Anpassung an die Folgen des Klimawandels ist dieser Aspekt besonders wichtig“, sagt Vizebürgermeister Hein.

„Durch die Realisierung des Nahverkehrsknotens Franckviertel liegt das Areal auch im unmittelbaren ,Fadenkreuz‘ wichtiger Nahverkehrsverbindungen. So soll damit im Zuge der neuen Streckenführung der Westbahn ein Umsteigekonoten im Bereich der Bahnunterführung Lastenstraße realisiert werden. Somit wird eine Anbindung an den integrierten Taktverkehr auf der Westbahn nach Ebelsberg/Pichling möglich sein“, führt Hein weiter aus.

220 Millionen Euro Investitionsvolumen – Umfangreiche Vorbereitung der Baueinreichung beginnt

Der Start des Projektes wird mit der geplanten Baueinreichung im Frühjahr 2022 beginnen. Die Baubewilligung für das Gesamtprojekt wird mit Ende 2022 erwartet. Die Abbrucharbeiten können zu diesem Zeitpunkt beginnen. Der Baubeginn des Großbauvorhabens ist mit Anfang 2023 vorgesehen. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt etwa 220 Millionen Euro.

Im Endausbau kann laut heutiger Einschätzung der Investoren Raum für bis zu 2.000 Arbeitsplätze im gesamten Areal zur Verfügung gestellt werden. Diese Zahl an Arbeitsplätzen wird somit die frühere Ausgangssituation um ein Vielfaches übertreffen, was die Bedeutung dieses Projektes für ganz Linz nachdrücklich unterstreicht.

Die Investoren legen Wert auf die Feststellung, dass bei der Gestaltung des Projektes hochwertige Materialien zum Einsatz kommen, um eine nachhaltige Werthaltung und für die Nutzerinnen langfristig ansprechende Wahrnehmung des Komplexes sicherzustellen.

Planungsvorgaben, Synergiemöglichkeiten und Verkehrsanbindungen

Die städtebauliche Planung für das Projektareal erfolgte unter der Präambel, die Rahmenbedingungen und übergeordneten Festlegungen, die von öffentlichem Interesse sind, zu definieren und vorzugeben. Innerhalb dieses Rahmens konnten dann die beteiligten Akteure ihr Projekt entfalten. Diesem Anspruch dienen auch die hoheitlichen Planungsinstrumente, Flächenwidmungsplan und Bebauungsplan.

Durch die clusterartige Konzentration unternehmerischer Aktivitäten können Nutzungskonflikte mit benachbarten Wohnbauten weitgehend vermieden werden, so dass der Betriebsstandort sich auch in der Zukunft sinnvoll weiterentfalten kann. Das sorgt auch für Planungssicherheit. Paradebeispiele für eine solche Entwicklung sind die Tabakfabrik und die Entwicklungsperspektive der angrenzenden Fleischmarkthallen. Weitere derartige Unternehmenscluster finden sich auch im Areal rund um die Universität. Auch das Projekt „Post City“ hat die Voraussetzungen dafür, langfristig ein starker Standort für Unternehmen zu werden.

Triangel am Bahnbogen – Unternehmenscluster mit Potenzial

Der Standort kann in vielfacher Hinsicht punkten. So ist das Nestle-Areal gemeinsam mit den umliegenden Betriebsstandorten schon jetzt ein innerstädtisch integrierter Arbeitsstandort, beginnend im Norden mit dem neuen Raiffeisen Campus, über Blumau Tower, ORF-Landesstudio, Nestle-Areal, Franck-Kontor, Lidl- und ÖBB-Grundstück, Courtyard Marriot Hotel, Designcenter mit angrenzendem Parkplatz und auch die nur wenig entfernt liegende Medizinuniversität.

Das gesamte Gebiet kann als „Triangel am Bahnbogen“ beschrieben werden und soll im Sinne der genannten Zielsetzung zu einem Unternehmenscluster mit klarem Profil entwickelt werden. Der Standort soll zudem als eigene Marke etabliert werden und hochwertige Leitbetriebe anlocken.

Die Verkehrsanbindung ist künftig herausragend, entsprechend dimensionierte Straßen- und Busanbindungen existieren bereits, und in Zukunft wird mit dem S-Bahnhof in der Lastenstraße und der geplanten zweiten Haupt-ÖV-Achse mit Haltestelle beim Design-Center eine intensive Vernetzung mit dem öffentlichen Verkehr gegeben sein.

Allein 8.000 Passanten/Tag werden künftig den neuen Knotenpunkt nutzen und den Hauptbahnhof entlasten. Damit wird dieser Ort zu einem der höchstfrequentierten Orte in der Stadt und optimal für hochwertige Angebote mit hoher Nutzerdichte.

Schon jetzt besteht eine ausgezeichnete Erreichbarkeit mit Auto und Buslinien, wozu in Zukunft eine hochwertige Anbindung an die S-Bahn kommt.

Freiraum

Der 5.000 m2 große Park in der Mitte wird durch zusätzliche, intensiv begrünte öffentliche Flächen am Bahnbogen ergänzt, entlang denen auch hochwertige Wegverbindungen, die parallel zum Gleiskörper verlaufen, genutzt werden können. Dies soll die Durchwegung zwischen Franckstraße, Blumauerstraße und Lastenstraße durch das Areal ermöglichen. Darüber hinaus wird entlang der Franckstraße ein ausreichend großer Grünstreifen mit Baumstandorten eingeplant.

(Pressekonferenzzum Thema „Nestle-Gründe – Start für Neuentwicklung mit enormen Potential“ von Infrastrukturreferent Vizebürgermeister Markus Hein)

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