Medienservice vom: 03.05.2021 |Downloads zum Medienservice

Beschäftigungsinitiative Jobimpuls als erfolgreicher Part des städtischen Sozialprogramms Durchschnittlich 237 TeilnehmerInnen pro Monat

  • Bisher geltende maximale Beschäftigungsdauer von zehn Jahren für Menschen mit Beeinträchtigung aufgehoben

Das Beschäftigungsprogramm Jobimpuls der Stadt Linz befindet sich bereits seit Jahren im Regelbetrieb gilt dennoch bis heute als sozial innovativ. Jobimpuls bietet Menschen, die am Arbeitsmarkt nicht ohne Unterstützung und Vorbereitung eine Beschäftigung erlangen können, Arbeitsintegration, Betreuung am Arbeitsplatz sowie Aus- und Weiterbildung an. Das Programm richtet sich an Menschen, die Sozialhilfe beziehen und trotz entsprechender Bemühungen keine Erwerbsmöglichkeiten finden. Jobimpuls leistet im Zuge der Chancengleichheit berufliche Integration für Menschen mit Beeinträchtigungen und beschäftigt zudem Menschen im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe. Die Maßnahme wird laufend erweitert und an die aktuellen Rahmenbedingungen angepasst. Ein Erfolg wurde erst kürzlich verbucht: Der Gemeinderat beschloss einstimmig die Aufhebung der maximalen Beschäftigungsdauer von zehn Jahren für Menschen mit Beeinträchtigungen.

Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich, dass das Beschäftigungsprogramm Jobimpuls – nicht nur in Krisenzeiten – weiterhin stark benötigt und gut angenommen wird: Mit Stichtag 31. Dezember 2020 nahmen 224 Personen an dem Programm teil, davon 138 Frauen und 86 Männer. Das entspricht einer prozentuellen Aufteilung von 62 zu 38 Prozent. Insgesamt 86 Menschen wurden im vergangenen Jahr neu in das Programm aufgenommen: 46 Sozialhilfe-BezieherInnen, 30 nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz und zehn Personen im Zuge der Chancengleichheit.

Im Jahr 2020 haben insgesamt 122 Personen ihre Beschäftigung im Jobimpuls beendet, davon 89 Menschen mit Zugang über die Sozialhilfe. Durch intensive Sozialbetreuung und gezielter Aus- und Weiterbildung konnten 34 Prozent dieser Personen nach Jobimpuls einen Arbeitsplatz am Arbeitsmarkt finden. 49 Prozent beziehen im Anschluss an Jobimpuls keine Sozialhilfe mehr, bei 17 Prozent hat sich der Sozialhilfeanspruch reduziert.

„Die sozialen Anforderungen haben sich seit Ausbruch der Pandemie stark verändert, auch in der kommunalen Sozialpolitik. Das Programm Jobimpuls ermöglicht betroffenen Menschen die Chance auf eine Wiedereingliederung am Arbeitsmarkt. 3,1 Millionen Euro investierte die Stadt vergangenes Jahr für die Beschäftigung von 346 Jobimpuls-Teilnehmerinnen und Teilnehmern“, informiert Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

Ebenso soll der Ausbau des Beschäftigungsprogramms Jobimpuls im neuen Sozialprogramm verankert werden. „Linz ist bereits jetzt bei vielen sozialen Leistungen Vorreiterin, baut aber das bisher bestehende, dichte soziale Netz noch weiter aus. Darüber hinaus wurden zusätzliche Leistungen erarbeitet, die künftig das soziale Angebotsspektrum der Stadt Linz ergänzen“, betont Hörzing.

Der Schritt ins Berufsleben mit Jobimpuls

Hauptzielgruppe sind sowohl Personen, die Sozialhilfe beziehen, als auch Menschen mit Beeinträchtigung. Auch sozial auffällige junge Erwachsene erhalten mit Jobimpuls eine zweite Chance zur Wiedereingliederung am Arbeitsmarkt. Den Betroffenen wäre ohne Hilfe ein Wiedereinstieg in einen geregelten Arbeitsalltag aus sozialen und/oder psychischen und physischen Gründen nicht möglich. Von den 224 Jobimpuls-Kräften haben 98 Personen Anspruch auf Sozialhilfe, 77 haben einen geschützten Arbeitsplatz im Rahmen des OÖ. Chancengleichheitsgesetzes und 49 Personen wurden im Rahmen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes beschäftigt. Viele würden ohne dieses Programm langfristig in der Sozialhilfe verbleiben.

Daher investiert die Stadt Linz mit Jobimpuls in individuell angepasste Arbeitsplätze, eine intensive Betreuung sowie in ein vielseitiges Angebot an Aus- und Weiterbildungen. Etwa 3,1 Millionen Euro nahm das städtische Sozialressort vergangenes Jahr für die Beschäftigung von 346 Jobimpuls-TeilnehmerInnen und durchschnittlich 237 Personen pro Monat in die Hand. „Diese Kosten sind durch die mittel- bis langfristigen Einsparungen bei den Ausgaben der Sozialhilfe mehr als gedeckt. Jobimpuls ist ein Angebot bei dem der Social Return on Investment unmittelbar erkennbar und messbar ist“, führt Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Hörzing aus.

Die Arbeitsplätze finden sich in verschiedenen Geschäftsbereichen im Magistrat Linz, in den Seniorenzentren, Kindergärten und Horten der Stadt Linz, aber auch in sozial ausgerichteten Vereinen (zum Beispiel Volkshilfe, SOMA, VSG und ARGE Obdachlose). Das Bildungsangebot reicht von Kursen, Ausbildungen bis hin zur außerordentlichen Lehrausbildung.

Mit Stichtag 31. Dezember 2020 waren 103 Personen im Kernmagistrat, 48 in den Unternehmen der Stadt Linz und 73 in Sozialen Vereinen eingesetzt.

Aus- und Weiterbildungen

Viele der beschäftigten Jobimpuls-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter nützten im Vorjahr die Möglichkeit, im Rahmen des befristeten Arbeitsvertrages berufsbegleitend eine Aus- oder Weiterbildung abzuschließen. Die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind vielschichtig. Sie reichen vom Angebot von Sprach- und Grundbildungskursen, Ausbildung zu Heim- bzw. Kindergartenhelfern/-helferinnen, bis zur außerordentlichen Lehre. Durch gezieltes Jobcoaching und Sozialbetreuung können zudem viele einen Schul- oder beruflichen Abschluss erlangen.

Persönlicher Gewinn

Jobimpuls ermöglicht die persönliche Entwicklung der Teilnehmenden, die letztlich zu einem Beschäftigungsverhältnis führen soll.

„Der regelmäßige, strukturierte Alltag und der Erwerb von Kompetenzen stärkt das Selbstbewusstsein und aktiviert die Eigenverantwortung der Jobimpuls-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, betont Vizebürgermeisterin Hörzing. „Durch die Anerkennung am Arbeitsplatz erhöht sich das Selbstwertgefühl. Davon profitiert auch das soziale Umfeld“, erklärt Hörzing weiter.

Richtige Wahl des Arbeitsplatzes

Kern der Beschäftigungsmaßnahme Jobimpuls ist der Arbeitsplatz, an dem der/die jeweilige Jobimpuls-Mitarbeiter/in eingesetzt wird. Auf die Wahl der passenden Einsatzstelle wird besonders geachtet. Die MitarbeiterInnen werden als handwerkliche Hilfskräfte (Gartenbereich, Küche, Reinigung, Tischlerei, Verkauf etc.) oder als Bürohilfskräfte entsprechend ihren Fähigkeiten, Möglichkeiten und Wünschen eingesetzt. Bereits erworbene in- und ausländische Ausbildungen, Qualifikationen und Erfahrungen fließen in die Entscheidungsfindung mit ein, um in weiterer Folge realistische Zukunftsperspektiven zu schaffen.

Bezugspersonen sind die Sozialbetreuerinnen bei Jobimpuls und der/die unmittelbare Vorgesetzte am Arbeitsplatz. Dieses Modell kombiniert professionelle Begleitung mit alltäglichem Lernen am Arbeitsplatz und gezielte Aus- und Weiterbildung.

34 Prozent der ehemaligen Sozialhilfe-BezieherInnen finden einen Job am Arbeitsmarkt

89 Personen aus dem ehemaligen Sozialhilfebezug haben 2020 das Jobimpuls-Programm beendet. Die Ursachen für einen Austritt sind entweder das reguläre Ende des Arbeitsvertrages oder der Wechsel in den Arbeitsmarkt. 2020 konnten 34 Prozent in den Arbeitsmarkt weitervermittelt werden. Weitere 49 Prozent benötigen nun keine weitere Sozialhilfe mehr, bei 17 Prozent hat sich der Sozialhilfeanspruch reduziert. Viele haben durch ihre Tätigkeiten in Jobimpuls Versicherungszeiten beim Arbeitsmarktservice (AMS) erlangt. Sie werden nach Abschluss des Programms von diesem weiter betreut.

Im vergangenen Jahr beendeten 115 Menschen die Teilnahme an Jobimpuls, 80 nach dem Sozialhilfeausführungsgesetz, 24 nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz und elf nach der Chancengleichheit.

Vorteile

Durch Jobimpuls wird die Arbeitslosigkeit in Linz reduziert und es befinden sich mehr Menschen in Ausbildung. Auch die Ausgaben an Sozialhilfe werden dadurch verringert. Jobimpuls leistet im Zuge der Chancengleichheit berufliche Integration für Menschen mit Beeinträchtigungen. Durch Struktur und Beschäftigung im Rahmen von Jobimpuls wird auch das Familiensystem stabilisiert.

Gesetzliche Grundlagen

  • „Hilfe zur Arbeit“, § 18 Oö. SHG, Jobimpuls richtet sich an Menschen mit Anspruch auf Sozialhilfe, die trotz entsprechender Bemühungen keine Erwerbsmöglichkeiten finden. 
  • „Arbeit und fähigkeitsorientierte Aktivität“, § 11 Abs. 2 Oö. ChG 
  • Maßnahmen im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe, § 12 Oö. KJHG

Mehr Chancengleichheit: Änderung der Beschäftigungsdauer für MitarbeiterInnen mit Beeinträchtigungen einstimmig beschlossen

Menschen mit Beeinträchtigungen mit Anspruch auf einen geschützten Arbeitsplatz haben leider oft keine Chance, am ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Daher ist es in vielen Fällen erforderlich, diese Menschen dauerhaft und unbefristet zu beschäftigen. Bislang waren die Dienstverhältnisse auf zehn Jahre befristet. Diese Menschen mussten auf einen anderen geschützten Arbeitsplatz verwiesen werden, wo sie erneut eingeschult und sich an die neuen Gegebenheiten anpassen mussten. In der Praxis hat sich gezeigt, dass diese Beschäftigten nach zehn Jahren im Beruf einen wichtigen Beitrag für die Stadt Linz leisten und in den Abteilungen, Einsatzstellen und Vereinen nicht mehr wegzudenken sind. Eine Befristung eines geschützten Arbeitsplatzes war daher bisher für alle Beteiligten kontraproduktiv.

Das Sozialressort der Stadt Linz hat deshalb einen entsprechenden Antrag im Gemeinderat eingebracht, der im April einstimmig beschlossen wurde. Der bisherige Gemeinderatsbeschluss wurde nun dahingehend geändert, dass die bisher geltende Beschäftigungsdauer von Jobimpuls-MitarbeiterInnen von maximal zehn Jahren für Menschen mit Beeinträchtigungen aufgehoben wird und eine unbefristete Beschäftigung ermöglicht wird.

„Dieser einstimmige Beschluss ist als erfreulicher Erfolg zu verbuchen. Damit zeigt Linz soziale Stärke und hält die hohen Standards weiter aufrecht“, betont Vizebürgermeisterin Hörzing abschließend.

(Pressekonferenz von Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing zum Thema „Jobimpuls – Bilanz und Schwerpunkte 2021“)

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