Medienservice vom: 07.05.2021 |Fotos zum Medienservice

Mehr Mittel für Frauenberatung, Gewaltschutz und Prävention Zutiefst bestürzt reagiert Frauenstadträtin Schobesberger auf den 10. und 11. Femizid in diesem Jahr

Österreich zählt dieses Jahr bereits elf Femizide. Zutiefst bestürzt reagiert darauf Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger: „Frauenmorde sind die schlimmst mögliche Eskalation eines umfassenden Problems: Wir leben in einer Gesellschaft, die geprägt ist von einer massiven Schieflage zwischen den Geschlechtern. Eine Ausprägung ist Männergewalt, genährt von männlichem Besitz- und Anspruchsdenken gegenüber Frauen. Das können wir als Gesellschaft nicht hinnehmen! Neben einer engagierten Frauenpolitik bedarf es mehr denn je einer opferschutzorientierten Täterarbeit und Gewaltprävention von Anfang an“, sagt Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger. Im städtischen Frauenressort wird Gewaltschutz und Prävention großgeschrieben und seit Jahren ausgebaut. Um die Schieflage zwischen den Geschlechtern langfristig zu beseitigen, muss jedoch auf allen Ebenen gehandelt werden.

Bestehende Hilfsangebote bekannter machen

Bestehende Hilfseinrichtungen sind den Betroffenen oft nicht bekannt und viele wissen nicht, wohin sie sich in dieser sehr schwierigen Situation wenden können. Die Frauenhelpline gegen Gewalt (0800/222 555) bietet kostenlose und anonyme Hilfe für gewaltbetroffene Frauen an. Die Helpline ist rund um die Uhr erreichbar. Das Frauenbüro der Stadt Linz hat zu diesem Zweck Stafix-Sticker mit der Telefonnummer der Frauenhelpline angeschafft, welche an verschiedenen Orten im Linzer Stadtgebiet angebracht werden, und zwar dort, wo mit einer hohen Frequenz von Frauen zu rechnen ist. Die Stafix-Sticker sind aus elektrostatischem Material (ohne Klebstoff) und können somit rückstandslos entfernt werden. Die Stafix-Sticker wurden an Linzer praktische ÄrztInnen und GynäkologInnen, sämtliche städtische Kindergärten und Horte verschickt. Die Sticker sind in allen öffentlichen Toiletten der Stadt Linz angebracht. Außerdem in den Toiletten der beiden Rathäuser, im Wissensturm sowie in den Bibliotheken der Stadt Linz. Sie können jederzeit gerne einfach ab- und mitgenommen werden und werden laufend nachbestückt. Eine kostenlose Nachbestellung der Sticker ist jederzeit unter frauenbuero@mag.linz.at möglich.

Foto (Logo):

Autonomes Frauenzentrum bietet präventive Rechtsberatung

Finanzielle Unabhängigkeit ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Frauen ihr Leben selbstbestimmt und frei von Gewalt gestalten können. Die Erwerbsbiographien von Frauen sind jedoch vielfach durch Berufsunterbrechungen zur Betreuung von Kindern und Angehörigen sowie Zeiten der Teilzeitbeschäftigung geprägt. Dies kann für Frauen weitreichende Konsequenzen haben und gerade auch in der Pension existenzbedrohend sein. So erhalten Frauen in Österreich um 42 Prozent weniger Pension als Männer. Durch die Folgen der Corona-Pandemie stehen vor allem Frauen vielfachen Belastungen gegenüber. Dementsprechend ist es wichtig, dass Frauen die Möglichkeit haben, sich gezielt über die Auswirkungen von Entscheidungen zu informieren und ihre Rechte kennen. Gemeinsam mit dem autonomen Frauenzentrum (afz) stellt das Frauenbüro ein kostenloses Beratungsangebot zur Verfügung. Für 2021 wurden die Mittel dafür um 25 Prozent auf 60.000 Euro erhöht.

Kontakt:
Telefon: +43 743 602200
E-Mail: hallo@frauenzentrum.at
www.frauenzentrum.at

Opferschutzorientierte Täterarbeit (OTA): Kooperation des Gewaltschutzzentrums OÖ und des Familienzentrums Pichling

Opferschutzorientierte Täterarbeit beinhaltet strukturierte Interventionen zur Beendigung und Verhinderung von Gewaltverhalten. Im Zentrum stehen der Schutz und die Sicherheit der Opfer. Seit diesem Jahr gibt es nun eine spezielle Kooperation zwischen dem Gewaltschutzzentrum und dem Familienzentrum Pichling. Das Ziel der Kooperation ist, dass möglichst wirksame Maßnahmen der Rückfallprävention gesetzt werden können. Weitere Gewalttaten sollen vermieden und die Sicherheit der gefährdeten Person erhöht werden. Das Konzept der opferschutzorientierten Täterarbeit ist klar fall- und situationsorientiert, mit einem starken Fokus auf der unmittelbaren Arbeit am Klienten in Abstimmung mit Einrichtungen, die Opfer von häuslicher Gewalt betreuen.

Kontakt:

Gewaltschutzzentrum OÖ

Das Gewaltschutzzentrum ist in ganz Oberösterreich tätig und unter +43 732 607760 oder per Mail unter ooe@gewaltschutzzentrum.at erreichbar.

Familienzentrum Pichling

Gemeinsam werden Lösungsmöglichkeiten zum Ausstieg aus dem Gewaltkreislauf erarbeitet oder die Entwicklung von Deeskalationsstrategien unterstützt, damit Gewalt verhindert wird.

Kontakt Familienzentrum Pichling: Tel. +43 732 320071 oder familienzentrum.pichling@mag.linz.at.

Sensibilisierungsmaßnamen des Frauenbüros

Gemeinsam mit dem autonomen Frauenzentrum werden seit vielen Jahren Selbstverteidigungskurse für Linzerinnen angeboten. Zudem bietet das Frauenbüro in Kooperation mit verschiedenen Vereinen und Organisationen laufend eine breite Palette von Gewaltpräventionsworkshops in den Schulen an. Darüber hinaus gibt es weitere Sensibilisierungsmaßnahmen zum Thema Geschelchterrollen, etwa das geschlechtersensible Puppentheater Josefine. Jährlich werden zudem im Rahmen der “16 Tagen gegen Gewalt gegen Frauen” Sensibilisierungsmaßnahmen wie die “Sprechblasenaktion gegen Gewalt” durchgeführt.

Creative Commons-Lizenz (neues Fenster)
Dieses Werk ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.

Die Veröffentlichung der Bilder ist für Medien honorarfrei, jedoch nur mit Fotonachweis. Falls nicht anders angegeben ist anzuführen: "Foto: Stadt Linz". Bei gewerblicher Nutzung bitten wir um Kontaktaufnahme.