Medienservice vom: 11.05.2021

Neue Medien in den Linzer Kinderbildungseinrichtungen Kinder erlernen Medienkompetenz und verantwortungsvollen Konsum frühzeitig in städtischen Krabbelstuben, Kindergärten und Horten

  • Tablets, Schlaumäuse, Bee Bots & Co.: Vielfältiges Angebot zur spielerischen Medienbildung

Kinder und neue Medien – oft sind es bereits die Kleinsten, die ihre Eltern im Umgang mit Smartphone, Tablet und Laptop alt aussehen lassen. Was in der Nutzung moderner Kommunikations- und Informationstools jedoch häufig zu kurz kommt, ist die Vermittlung einer entsprechenden Medienkompetenz. Diese beschreibt die Fähigkeit, sowohl die verschiedenen Medien als auch deren Inhalte kompetent und vor allem kritisch zu nutzen sowie mit diesen Kanälen zu agieren. Die Stadt Linz setzt in Sachen Digitaler Medienbildung bereits bei den Jüngsten an und vermittelt diese bereits in ihren Kinderbildungseinrichtungen. Damit erlernen Kinder bereits von Beginn ihrer Bildungslaufbahn an einen kritischen, produktiven aber auch kreativen und selbstbestimmten Umgang mit Devices aller Art.

Zu diesem Zweck wurde etwa ein Pilotprojekt ins Leben gerufen, in jede Gruppe in zwei städtischen Kindergräten mit einem eigenen Tablet ausgestattet wurde. Das Service „Polylino“ ist ein digitales mehrsprachiges Bilderbuchservice für Kinderbildungseinrichtungen, das allen Kinder eine solide Lernbasis ermöglicht. Mit dem Sprachprogramm „Schlaumäuse“ können Kinder am Laptop selbstständig die Welt der deutschen Sprache erkunden. Darüber hinaus bestehen Kooperationen mit dem Ars Electronica Center, welches für Kindergartenkinder ein eigenes Kinderforschungslabor anbietet, und mit dem Kinderkulturzentrum Kuddelmuddel. Bei dieser Zusammenarbeit wird Kinderkultur per Videomeeting (nur die Angebote des Kuddelmuddels) vermittelt.

„Kinder sollen neue Medien von Anfang an kreativ aber auch kritisch nutzen. Ziel ist es, dass Kinder nicht nur konsumieren, sondern früh die Welt entdecken, die neue Medien eröffnen und sich in dieser selbstbestimmt und selbstbewusst bewegen können. Genauso spielerisch sollen sie die kritische Auseinandersetzung damit lernen. Sobald Kinder Smartphones, Tablets und andere Devices in den Händen halten, sollen sie auch die entsprechenden Kompetenzen vermittelt bekommen“, erklärt Bildungsstadträtin Mag.a Eva Schobesberger. 

„Die Schulung der Medienkompetenz erfolgt in Übereinstimmung mit dem Österreichischen BildungsRahmenPlan, welcher digitale Medien als wichtiges Mittel gesellschaftlicher Partizipation definiert. Die städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen übernehmen mit dieser Schulung der Medienkompetenz einen wesentlichen Beitrag, der leider nach wie vor viel zu häufig zu kurz kommt“, ergänzt Mag. Josef Kobler, Direktor der Kinder- und Jugendservices der Stadt Linz.

Bedeutung der Medienkompetenz

Medienkompetenz beschreibt die Fähigkeit, sowohl die verschiedenen Medien als auch deren Inhalte kompetent und vor allem kritisch zu nutzen sowie mit und in diesen Kanälen zu agieren.

Laut Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis (Pädagoge, Anthropologe, Genetiker und Psychologe) sollte Medienbildung früh beginnen, um Kinder von Anfang an darin zu stärken, sich in einer komplexen Medienwelt gut zurechtzufinden.

  • Medienkompetenz spielt in der modernen Wissensgesellschaft eine zentrale Rolle
  • Medienkompetenz gibt den Kinder Orientierung im „Medien-Dschungel“ und stärkt sie dabei, verantwortungsvoll mit Medien umzugehen
  • Medien erfüllen wichtige Funktionen beim aktiven gemeinsamen Lernen und bieten vielfältige Möglichkeiten

Medienkompetenz im Österreichischen BildungsRahmenPlan

Bildung wird laut dem Österreichischen BildungsRahmenPlan (BRP) als „lebenslanger Prozess der aktiven Auseinandersetzung des Menschen mit sich selbst und der Welt“ verstanden.

Zitat aus dem Österreichischer BildungsRahmenPlan

„Digitale Medien bestimmen den Alltag von Erwachsenen und Kindern und sind zu einem wichtigen Mittel gesellschaftlicher Partizipation geworden. Eine zeitgemäße elementare Bildung umfasst daher auch die Förderung kindlicher Medienkompetenz. Diese befähigt Kinder, unterschiedliche Medien zunehmend selbstgesteuert und kritisch zu nutzen. Die kreative Gestaltung von Medien ermöglicht darüber hinaus, sich auszudrücken und eigene Produkte zu schaffen.“

Welche Ziele hat die Medienbildung?

1.    Medien im Alltag entdecken, Medien sachgerecht und selbstständig bedienen können 
2.    Einsatz der Medien als Informationsquelle und zum Lernen, zur Kommunikation, zum kreativen Ausdruck, zur Unterhaltung und Entspannung anbieten 
3.    den eigenen Umgang mit Medien bewusst reflektieren 
4.    Kenntnisse über Art und Funktion von Medien (eigenes Programmieren, was ist die Absicht von Werbung? Etc.)

Medienkompetenz schafft Chancen und ermöglicht Gleichberechtigung

Digitale Medienbildung in Kinderbildungseinrichtungen der Stadt Linz kann die Erfahrungen der Kinder in den unterschiedlichen Bildungsbereichen erweitern. 

Das Lernen mit, über und durch digitale Medien befähigt Kinder schrittweise dazu, sich zu kompetenten, kreativen, aber auch kritischen und selbstbestimmten MediennutzerInnen zu entwickeln.

Die Förderung von Medienkompetenz und das Arbeiten mit digitalen Medien unterstützt und ergänzt die tägliche Bildungsarbeit. 

Medienbildung in elementaren Bildungseinrichtungen ist darüber hinaus auch als Beitrag zur Chancengerechtigkeit zu sehen. Kinder bringen unterschiedliche Vorerfahrungen im Umgang mit digitalen Medien mit. Innerhalb der Familien lassen sich qualitative und quantitative Unterschiede in der Art der Mediennutzung erkennen. Den Zugang zu Technik und Medien für beide Geschlechter gleichermaßen sicherzustellen, ist ebenfalls ein wichtiger Beitrag zur geschlechtssensiblen Erziehung.

Angebote und Pilotprojekte in den städtischen Krabbelstuben, Kindergärten und Horten

In den Kinderbetreuungs- und -bildungseinrichtungen der Stadt Linz wird besonderer Wert darauf gelegt, dass Kinder digitale Medien nicht nur als Konsumentinnen und Konsumenten erleben, sondern dabei auch selbstwirksam, kreativ und aktiv sein können.

Pilotprojekt Tablets

In zwei von der Stadt betriebenen Kindergärten läuft ein Pilotprojekt, bei dem für jede Gruppe ein Tablet zur Verfügung steht. Ziel ist, mit den Kindern gemeinsam den Umgang zu üben und das Tablet als Informations- und Wissensquelle  zu nutzen. Ein sachgerechter und altersadäquater Umgang wird von den Pädagoginnen und Pädagogen fachgerecht unterstützt.

Polylino

Dabei handelt es sich um ein digitales mehrsprachiges Bilderbuchservice für Kinderbildungseinrichtungen. Alle Kinder erhalten die gleiche Chance, die eigene Sprache zu lernen und zu entwickeln. Solide Muttersprachkenntnisse sind der Schlüssel zum weiteren erfolgreichen Lernen. Sie bilden auch die essenzielle Basis, die das Lernen anderer Sprachen vereinfacht. Gleichzeitig schaffen sie auch die Grundlage für die Schulbildung eines jeden Kindes. Mit Polylino erhalten Kinder die Möglichkeit, ihre Lieblingsgeschichten auf Deutsch und gleichzeitig in ihren Muttersprachen anzuhören. Mehrsprachige Kinder werden damit angeregt, all ihre sprachlichen Ressourcen einzusetzen.

Schlaumäuse Sprachprogramm

Die Sprachsoftware „Schlaumäuse“ von Microsoft können Kinder am Laptop verwenden und selbstständig die Welt der Sprache (Deutsch) entdecken. Die frühkindliche Sprachförderung wird dabei spielerisch unterstützt und die Sprachkompetenz der Kinder gefördert. Es gibt dabei immer ein Zeitlimit für die Kinder, die gerade das Programm nutzen. Beobachtet wird dabei aber, dass niemals ein Kind alleine vor dem Laptop sitzt, sondern Kinder gemeinsam daran Spaß haben. 

Zusammenarbeit mit AEC

Das Ars Electronica Center (AEC) bietet für Kinder im letzten Kindergartenjahr jedes Jahr ein „Kinderforschungslabor“ mit neuen Medien an. Bei einer Station geht es beispielsweise um Programmieren – das Kennenlernen einer ganz spezifischen Mensch-Maschine-Interaktion. In vielen Lebensbereichen finden sich Geräte, die vorher programmiert worden sind. Die Kinder lernen auf kindgerechtem, spielerischem Niveau selbstständig zu programmieren und können das selbst Programmierte gleich erleben (z.B. Bee Bots).

Kooperation mit dem Kinderkulturzentrum Kuddelmuddel – „Kinderkultur per Videomeeting“:
Die Corona-Maßnahmen haben unsere Kinderbildungseinrichtungen auch bei Ausgängen und Besuchen von externen Bildungspartnern eingeschränkt. Das Kinderkulturzentrum Kuddelmuddel hat die Initiative ergriffen und bereichert den Alltag im Kindergarten in dem unterschiedliche, interaktive Mitmachangebote (z.B. Workshop zum Thema Zirkus, Mitmachgeschichten, etc.) für Kinder gestaltet wurden. So hatten Kinder auch während der Lockdowns die Möglichkeit, Kinderkultur von echten Profis im vertrauten Umfeld des eigenen Kindergartens genießen zu können.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bildungsstadträtin Mag.a Eva Schobesberger zum Thema „Neue Medien in den Linzer Kinderbildungseinrichtungen“)

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