Medienservice vom: 08.06.2021

Arbeitsgruppe des Integrationsausschusses geht in finale Beratung Stadträtin Regina Fechter: „ExpertInnen empfehlen religions- und ideologieübergreifendes Vorgehen gegen Radikalisierung!“

  • Fokus in Extremismusbekämpfung liegt in Kooperation und im Bildungswesen

Mit dem so genannten „politischen Islam“ setzt sich seit geraumer Zeit eine eigene Arbeitsgruppe des Integrationsausschusses auseinander. Nach zahlreichen Gesprächsrunden mit verschiedenen, von den Gemeinderatsfraktionen genannte ExpertInnen zieht Integrationsstadträtin Regina Fechter Bilanz: „Alle ExpertInnen sehen in fundamentalistischen und extremistischen Strömungen eine große Herausforderung für die demokratische Gesellschaft. Unseren Ausgangspunkt nahmen wir zwar beim Islam, in der Diskussion wurde aber durchwegs von allen eingeladenen Auskunftspersonen die Auffassung vertreten, dass die Ursachen für eine demokratiefeindliche Radikalisierung religions- und ideologieübergreifend ident sind“, fasst die Integrationsstadträtin zusammen.

Der Fokus zur Extremismusbekämpfung müsse daher einerseits im Bildungswesen liegen, in dem Kinder und Jugendliche gegen desintegrative Strömungen jeglicher Herkunft immunisiert werden müssen. Andererseits braucht es die Kooperation mit den demokratisch gesinnten, integrativen Kultur- und Religionsvereinen, um durch Aufklärungs- und Imagearbeit Vorurteile abzubauen sowie gemeinsam Strategien zur Stärkung des Zusammenhalts zu entwickeln.

Deshalb sei es auch wenig zielführend und würde dem zu verteidigenden Gleichheitsgrundsatz widersprechen, wenn man bei einem Maßnahmenpaket gegen politisch-religiös motivierten Extremismus nur auf eine einzige Religion abzielen würde. „Das trifft sich auch mit den Aussagen Bischof Scheuers, der einmal meinte, die Angriffe auf den so genannten politischen Islam würden am Ende auf Religion im Allgemeinen und die Spaltung der Gesellschaft abzielen“, meint Stadträtin Regina Fechter.

In der ersten Runde der Diskussion kamen die von den Gemeinderatsparteien nominierten ExpertInnen zu Wort, von Insidern aus der Community bis hin zu ReligionswissenschaftlerInnen. In Runde 2 waren es vor allem Praktiker aus der Deradikalisierung und von Landespolizei sowie Verfassungsschutz, die neben den politischen Mitgliedern der Arbeitsgruppe auch VertreterInnen des Migrations- und Integrationsbeirates sowie von vier Religionsgemeinschaften über die Lage und mögliche Strategien informierten.

„Ich bin froh, dass wir von Anfang an den Weg des Dialogs gewählt haben. Unisono sprachen alle ExpertInnen davon, dass es jede Religion und jede politische Strömung treffen kann. Außerdem wurde unser bisheriger Weg bestätigt, nämlich durch Kooperation mit den demokratisch gesinnten Kräften diese zu stärken und gemeinsam einen Schutzwall gegen demokratiefeindliche, desintegrative Strömungen zu bilden. Als gutes Beispiel dient dabei das im November partei- und religionsübergreifend gesetzte starke Zeichen gegen den sinnlosen Terror-Amoklauf in der Wiener Innenstadt. Das Miteinander in Linz ist wohl auch das stärkste Instrument gegen gesellschafts- und
demokratiezersetzende Tendenzen, egal, aus welcher Richtung sie kommen“, sieht Integrationsstadträtin Regina Fechter die Notwendigkeit eines breiten, nicht eines engstirnigen Diskurses.

Aus den Aussagen aller ExpertInnen ging hervor, dass der Schlüssel der Verhinderung von Radikalisierung und Extremismus vor allem in der Bildungsarbeit liege. „Das beginnt bereits in einer demokratie- und sozialkompetenzfördernden Elementarpädagogik im Kindergarten. Vor allem im Schulalter besteht die größte Chance, Kinder gegen desintegrative Strömungen zu immunisieren“, fasst Regina Fechter zusammen. Außerdem müssen die aktiven, kooperativen und demokratisch gesinnten Vereine gestärkt werden, um noch unabhängiger von Fremdeinflüssen positiv zur Integration beitragen und gegen Vorurteile vorgehen zu können.

In der kommenden Woche sollen die Erkenntnisse der Diskussionsrunden in einer – hoffentlich finalen – Arbeitsgruppe beraten werden. Das entstandene Maßnahmenpapier umfasst vor allem Initiativen im Bildungswesen und in der Imagearbeit mit den Kulturvereinen, durch die demokratisches Bewusstsein gestärkt und Vorurteile abgebaut werden sollen. „Wir wollen dazu intensiv auf Schulen sowie die Bildungsdirektion und das Integrationsressort des Landes zugehen. Ich hoffe, dass wir dieses Papier, das eine Ergänzung zu den zahlreichen bisherigen Maßnahmen und unserer Integrationsstrategie darstellt, mit großer Mehrheit in der Arbeitsgruppe des Integrationsausschusses verabschieden können“, meint Integrationsstadträtin Regina Fechter