Medienservice vom: 10.06.2021

Pakt für Linz: Turbo für Klimaschutz und Klimaanpassungsmaßnahmen Sonderfördertopf E-Mobilität – Masterplan für E-Ladestationen und E-Car-Sharing-Initiativen in Linz

Vor einem halben Jahr wurde von allen vier Fraktionen der Linzer Stadtregierung der „Pakt für Linz“ beschlossen. Die in diesem kommunalen Investitionsprogramm aufgelisteten Maßnahmen im Umfang von 65 Millionen Euro sind Mittel, um die Stadt zu stärken und aus der Krise zu investieren. Es wurde auch ein eindeutiger Klimaschwerpunkt gesetzt. So muss im gesamten Investitionsprogramm auf Klimaschutz und Klimaanpassung geachtet werden, etwa durch Energieeffizienz-Maßnahmen, den Ausbau erneuerbarer Energien oder durch Begrünungs- und Beschattungsmaßnahmen.  

Neben diesem allgemeinen Gebot des Klimaschutzes sind im „Pakt für Linz“ für konkrete Maßnahmen und Begrünungsprojekte in der Stadt vier Millionen Euro vorgesehen, darunter die Neu- und Umgestaltung des Jahrmarktgeländes. 

Eine wesentliche Eigenschaft der Maßnahmen des Pakts für Linz ist ihre Funktion, als Initialzündung für Projekte und nicht nur als ein Einmal-Effekt zu wirken. Das Ziel besteht darin, langfristige und nachhaltige positive Auswirkungen auf das städtische Klima zu generieren. Dazu zählen jene 100.000 Euro, die nun in der kommenden Gemeinderatssitzung am 1. Juli 2021 für die Erhöhung der Förderungsmittel für die E-Mobilität sowie einen Masterplan für E-Ladestationen und E-Car-Sharing-Initiativen in Linz beschlossen werden sollen. 

„Der Klimaschwerpunkt des Pakts für Linz entspricht auch den Grundsätzen des Linzer Klimaprogramms, das den Fahrplan für die künftigen Maßnahmen der Stadt für einen umfassenden Klimaschutz festlegt. Ein wesentlicher Schritt für eine menschen-, umwelt- und klimagerechte Stadt ist die Förderung der E-Mobilität, die die Aspekte Klimaanpassung und Innovation vereint“, betont Bürgermeister Klaus Luger. „Wer schnell investiert, investiert doppelt. Laut dem Kommunalen Investitionsgesetz 2020 können Projekte aus dem Pakt für Linz vom Bund bis zur Hälfte des der Investitionskosten gefördert werden“, so Luger.

„Neben Ausgaben für die Bildung sind Investitionen in den Klimaschutz und zur Klimaanpassung Investitionen in unsere Zukunft. Mir war es bei den Gesprächen im Vorfeld des Pakts für Linz ein wesentliches Anliegen, diese Bereiche besonders zu stärken. Mit dem vorliegenden Antrag setzen wir zum einen auf die Unterstützung klimafreundlicher E-Mobilität und zum anderen auf Konzepte, die festlegen, wohin die Richtung der Stadt Linz dabei künftig gehen soll“, sagt Umweltreferentin Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger. „Es gilt, die Förderungen für E-Mobilitätsinvestitionen abzusichern und ebenso eine flächendeckende öffentlich zugängliche E-Mobilitäts-Ladeinfrastruktur zu entwickeln“, führt Schobesberger weiter aus.

E-Mobilitätspaket – Pakt für Linz

Österreich hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu werden. Um dieses Ziel und den damit verbundenen Ausstieg aus den fossilen Energien zu erreichen, ist eine Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft notwendig. Einer der wichtigsten Sektoren ist dabei der Verkehr. Neben dem Ausbau und der Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs sowie des Rad- und Fußverkehrs sind auch die E-Mobilität und die dazugehörige Infrastruktur auszubauen. Seit vielen Jahren fördert das Umweltressort der Stadt Linz daher bereits Investitionen für den Ausbau der E-Mobilität, vor allem die Anschaffung von E-Fahrzeugen für Betriebe. 

Denn E-Kraftfahrzeuge haben gegenüber Kraftfahrzeugen mit Verbrennungsmotor zahlreiche Vorteile: Sie sind leiser, sie emittieren dort, wo sie betrieben werden, keine Luftschadstoffe, sie sind beim Betrieb energieeffizienter und stoßen – basierend auf dem derzeitigen Strommix in Österreich – pro gefahrenem Kilometer deutlich weniger CO2 aus als Verbrenner. Der zu erwartende weitere Ausbau von umweltfreundlichen Stromerzeugungsanlagen wird diesen Vorteil noch weiter verstärken.

E-Kraftfahrzeuge besitzen damit sowohl einen Umweltvorteil aus der Sicht der Luftreinhaltung als auch einen Klimaschutzvorteil. 

Das von den Magistrats-Geschäftsbereichen Planung, Technik, Umwelt sowie Finanzen erarbeitete und nun zur Beschlussfassung durch den Gemeinderat vorliegende E-Mobilitätspaket soll einerseits durch einen Sondertopf im Rahmen des „Pakts für Linz“ Förderungen für E-Mobilitätsinvestitionen absichern, andererseits den Auftrag für die Initiierung einer flächendeckenden öffentlich zugänglichen E-Mobilitäts-Ladeinfrastruktur erteilen. 

Finanziert werden soll dieses Paket aus Mitteln des Pakts für Linz. Es beruht auf drei Standbeinen: 

1. Sondertopf „Förderung der E-Mobilität“ mit 100.000 Euro

In den vergangenen Jahren ist die jährliche Zulassungszahl an E-Autos beständig zwar konstant, aber in überschaubarem Ausmaß gestiegen. Bis Ende 2020 sind in Linz insgesamt ca. 1.000 E-Autos zugelassen worden. 

Das Jahr 2021 zeigt aber eine Wende nach oben hin, da die Anzahl der Neuanmeldungen von E-Autos sprunghaft ansteigt. Bis dato liegt zusätzlich zu jenen Fahrzeugen Privater, deren Ankauf vom Bund unterstützt wird, bei der Stadt Linz bereits nach den ersten Monaten ein Fördervolumen von 120 Anträgen für E-Autos in verschiedenen Betrieben vor. Damit wären die heuer zur Verfügung stehenden Mittel der Stadt bereits zur Gänze ausgeschöpft. 

Um die Förderungen für die Betriebe also im heurigen Jahr ausreichend gewährleisten zu können (pro E-Auto € 1.000,--) und gleichzeitig einen Anschub zum weiteren Ausbau öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur zu schaffen, wird im Sinne eines Signals für den Klimaschutz und des Paktes für Linz für das Jahr 2021 eine Aufstockung der entsprechenden Mittel vorgenommen. 

Es ist daher vorgesehen, einen Sondertopf in Höhe von 100.000 Euro einzurichten und damit den Energiesparfonds der Stadt Linz aufzustocken. 

2. Entwicklung eines Masterplans für öffentliche E-Mobilitäts-Ladeinfrastruktur 

Derzeit wird von der Stadt ergänzend zu den nicht unbeträchtlichen Förderungen seitens des Bundes für Privatpersonen vor allem die Einführung von Elektrofahrzeugen in Unternehmen unterstützt. Dazu kommen Förderungen von Lastenfahrrädern und Dienstfahrrädern. 
Neben dieser Förderung von E-Fahrzeugen ist der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur eine wesentliche Stoßrichtung der Stadt Linz zur Forcierung der E-Mobilität. Es genügt also nicht, dass E-Autos günstiger zu erwerben sind, denn vor allem E-Ladestationen, die in der Nähe sind, und an denen schnell und kostengünstig geladen werden kann, wirken sich belebend auf den Kauf von E- Fahrzeugen aus. 

Neben dem Ziel, die Förderungen der Stadt für Linz weiter gewährleisten zu können, muss daher ein dichteres Netz an leistungsstarker Ladeinfrastruktur vorrangig sein. Derzeit gibt es in Linz exakt 327 öffentlich zugängliche Ladestecker für E-Mobile, die meisten davon für E-Fahrräder. 

Meist handelt es sich bei den Ladestationen um solche, die bei Firmen installiert sind und bei denen KundInnen laden dürfen. In öffentlichen Tiefgaragen kann üblicherweise mit 3,8 kW geladen werden, fallweise auch mit 11 kW.

Ziel: 600 „Schnellladestationen“ bis 2025

Derzeit sind in Linz aber nur 25 Stationen vorhanden, die als „Schnelllader“ bezeichnet werden können (ab 50 kW). Besonders im Umfeld großer Wohnanlagen sind geeignete Lademöglichkeiten nur selten zu finden. Es ist daher anzustreben, die Versorgungsdichte öffentlich zugänglicher E-Ladestationen – auch auf dem öffentlichen Gut – deutlich anzuheben.

Öffentlich zugänglich bedeutet, dass eine Ladestation entweder für alle E-AutobesitzerInnen zugänglich ist oder bei Wohnanlagen, Firmen etc. einem größeren Personenkreis zur Verfügung steht. 

Die Stadt Oslo beispielsweise, die etwa dreimal so groß wie Linz ist und als europäisches Vorbild hinsichtlich Elektromobilität gilt, hat derzeit bereits 1.300 E-Ladestationen, wobei in naher Zukunft noch weitere 600 Ladestationen installiert werden sollen (davon 400 als Schnelllader). 

Daher wird beantragt, dass das Umweltmanagement der Stadt Linz in enger Zusammenarbeit mit den betroffenen Geschäftsbereichen und der Linz AG ein Konzept erarbeitet, wie und wo diese zusätzliche Ladeinfrastruktur entstehen könnte. In Orientierung auf die Stadt Oslo bedeutet dies – heruntergebrochen auf die Anzahl der EinwohnerInnen in Linz – dass bis zum Jahr 2025 etwa 600 öffentlich zugängliche E-Ladestationen mit einem hohen Anteil an Schnellladeinfrastruktur vorhanden sein sollten.

Mögliche Kooperationen mit Linzer Betrieben

Die Stadt Linz kooperiert beim Ausbau des E-Ladenetzes sehr eng mit der stadteigenen Linz AG. Auf Basis des nun zu erstellenden Masterplans für öffentliche E-Mobilitäts-Ladeinfrastruktur wäre eine Kooperation und Vernetzung mit anderen Linzer Großbetrieben und interessierten Unternehmen durchaus denkbar. Auch das Potential aus sich daraus ergebenden Innovationen ist sehr groß. 

3. Ausbau des E-Car-Sharings

Auch wenn im Zuge der Umstellung auf E-Autos die E-Ladeinfrastruktur ausgebaut wird, löst dies nicht das Grundsatzproblem des ruhenden Verkehrs, der große Flächen des öffentlichen Gutes beansprucht. Aus der Sicht der Nachhaltigkeit wäre daher ebenfalls anzustreben, dass die Anzahl der Fahrzeuge im öffentlichen Raum reduziert wird, um Raum für andere Zwecke freimachen zu können. Dies könnte dadurch gelingen, indem das tim-Angebot weiter ausgebaut wird und zusätzlich E-Car-Sharing-Initiativen unterstützt werden. 

„Mit Initiativen wie den t.i.m-Standorten in Kooperation mit der Linz AG wurde ein vielversprechender Anfang gemacht. An sieben Standorten in Linz können diese vernetzten Angebote von öffentlichen Verkehr mit zukunftsweisender Elektromobilität bereits genützt werden. Ein Konzept, das im Interesse einer Reduzierung des ruhenden Verkehrs durch Car-Sharing durchaus ausbaufähig ist. Auch diesbezüglich sind Kooperationen mit Großbe-rieben und innovationsbereiten UnternehmerInnen anzustreben“, so Bürgermeister Klaus Luger und Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobersberger. 

(Informationsunterlage zur Online-Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger und Umweltreferentin Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger zum Thema „PAKT FÜR LINZ: Sonderfördertopf E-Mobilität – Masterplan für E-Ladestationen und E-Car-Sharing-Initiativen in Linz“)

Linz als digitales Herz der ganzen Region – Programm „Digitales Linz“ 

Dieses Vorhaben ist Teil des strategischen Programms „Digitales Linz“. Ein Team aus magistratsinternen und externen ExpertInnen beschäftigt sich im Auftrag von Bürgermeister Klaus Luger und unter Leitung von Magistratsdirektorin Mag.a Ulrike Huemer damit, die Stadt Linz als zukunftsfähigen Arbeits- und Lebensraum zu erhalten. Aktuelle Stärken werden dabei mit den Chancen für die Zukunft kombiniert. 

Weitere Informationen unter https://digitales.linz.at