Medienservice vom: 14.06.2021

Radwegbau entlang ehemaliger Florianerbahn auf Schiene Landesrat Steinkellner und Stadtrat Michael Raml: Ein großer Mosaikstein im Netz für umweltfreundliche Mobilität

Nach der Errichtung eines neuen Radwegs am Nordufer der Donau nach Puchenau wurde heuer auch die Detailplanung für eine neue Radwegeverbindung am Südufer der Donau nach St. Margarethen in Auftrag gegeben. Aber nicht nur das: auch im Süden der Stadt, zwischen St. Florian und Linz, soll noch ab diesem Jahr ein Radweg errichtet werden.

„In Form von durchgängigen, komfortablen und sicheren Radrouten hoffen wir, den Anteil des Radverkehrs am Modal-Split merklich steigern zu können. Jeder Verkehrsteilnehmer der, wenn die Gelegenheit besteht, das Auto durch das Fahrrad ersetzt, leistet einen aktiven Beitrag für die Umwelt, seine Gesundheit und entlastet die frequentierten Hauptverkehrsadern“, so Landesrat für Infrastruktur Mag. Günther Steinkellner. „Die Radinfrastruktur in Linz wird an verschiedenen Stellen wie aktuell an der Industriezeile und an der Salzburger Straße laufend verbessert und ausgebaut. Mit der Errichtung von Radwegen in und aus der Stadt werden weitere Initiativen zur Nutzung des umweltfreundlichen Verkehrsmittels Fahrrad gesetzt“, betont der Linzer Stadtrat Michael Raml. 

„Neben der in Kooperation zwischen dem Land Oberösterreich und der Stadt Linz bei der geplanten Radstrecke nach St. Margarethen ist nun auch der Bau des Radweges auf der ehemaligen Trasse der Florianerbahn auf Schiene. Die Behördenverfahren für die straßenrechtliche Verordnung sind bereits eingeleitet. Als Baubeginn streben wir den Herbst 2021 an“, so Steinkellner und Raml unisono: „Damit wird ein großer Mosaikstein im Netz für umweltfreundliche Mobilität für Linz gesetzt. Der Beschluss dazu soll auf Antrag des Infrastrukturressorts in der kommenden Gemeinderatssitzung am 1. Juli 2021 fallen“. 

Das notwendige Behördenverfahren ist weitgehend abgeschlossen. Der Geh- und Radweg wird nahe der Wiener Straße bei der Kreuzung Wiener Straße/Traundorfer Straße beginnen und auf der ehemaligen Trasse der Florianerbahn verlaufen.

Neuer komfortabler Radweg

Die befestigte Breite des Geh- und Radweges ist mit 3,5 Meter geplant  und schafft damit eine komfortable und breite Geh- und Radwegverbindung. Die beidseitigen Bankettstreifen werden mit einer Breite von 0,5 Metern angeordnet. „Wir haben uns bei der Kostentragung des Projekts, das insgesamt 760.000 Euro erfordert, auf eine Kostenteilung zu gleichen Teilen zwischen Land Oberösterreich und Stadt Linz geeinigt“, so Steinkellner und Raml weiter.

Geplante Trassenführung Geplante Trassenführung 

Verbindung zwischen Ebelsberg und Pichling – Einbeziehung des Naherholungsareals Pichlinger See

Um die Verbindung zwischen Ebelsberg und Pichling und in weiterer Folge ein Erreichen des Erholungsgebietes Pichlinger See für das Radfahren attraktiver zu gestalten, soll der kombinierte Geh- und Radweg entlang der B1 zwischen dem Ennsfeld und der Pichlinger Straße zum überwiegenden Teil auf der Trasse der ehemaligen Florianerbahn platziert werden. 

Auf dem Bild sind die Gleise der Florianerbahn zu erkennenAuf dem Bild sind die Gleise der Florianerbahn zu erkennen

Es ist geplant, ausgehend von der Ennsfeldstraße auf eine Länge von 640 Metern und zwischen der sogenannten Uferkurve und der Pichlinger Straße auf einer Länge von 1.400 Metern den kombinierten Geh- und Radweg in einer Breite von 3,50 Metern sowie beidseits Bankette herzustellen. 

Zwischen diesen beiden Teilabschnitten soll der kombinierte Geh- und Radweg auf einer Länge von 480 Metern auf einer bereits bestehenden Aufschließungsstraße geführt werden. Diese soll dafür auf fünf Meter verbreitert werden.

Zwischen der Uferkurve und der Pichlinger Straße ist darüber hinaus vorgesehen, landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen ein Befahren des Geh- und Radweges zu erlauben, und zwar in Längsrichtung zur Holzbringung aus dem angrenzenden Schiltenbergwald. Dazu sollen insgesamt drei Zufahrtsmöglichkeiten von der B1 realisiert werden.

Strecke entlang der B1Strecke entlang der B1

Adaptierungsmaßnahmen bei der Ampel Wiener Straße/Pichlinger Straße 
Im Zuge der Errichtung des Radweges soll für den Bereich öffentliche Beleuchtung und Verkehrstechnik eine Leerverrohrung mitverlegt werden. Zugleich ist ein Datenkabel zur VLSA Wiener Straße / Ennsfeldstraße für die Datenverbindung zum Verkehrsleitrechner eingeplant. 
Die Verkehrslichtsignalanlage Wiener Straße - Pichlinger Straße wird während den Bautätigkeiten in Betrieb bleiben. 

Gesamtkosten 760.000 Euro

Die Ausschreibung der Stadt Linz zur Durchführung der Arbeiten ergab Gesamtkosten in Höhe von 760.000 Euro, wovon 580.000 Euro auf die Straßenbauarbeiten zur Geh- und Radwegherstellung, 125.000 Euro auf die begleitenden baulichen Vorkehrungen und 55.000 Euro auf die Installationsarbeiten der VLSA Wiener Straße / Pichlinger Straße entfallen. Der Anteil von 50 Prozent der Kosten für die Stadt Linz beträgt somit 380.000, die andere Hälfte übernimmt das Land Oberösterreich. 

„Ganz im Sinne des Art. 15 der Oö. Landesverfassung nehme ich meine Aufgabe wahr und möchte die Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger in unserem Heimatland steigern. Die Leistungen beim Ausbau der Radwegeinfrastruktur und die Sicherheit einer ökologischen Mobilität stehen dabei im Fokus“, unterstreicht Landesrat für Infrastruktur Mag. Günther Steinkellner.

Rückblick 

„Mit dem neuen Radweg, der zu einem großen Teil auf den Gleisen der ehemaligen Florianerbahn verläuft, wird, ebenso wie im Linzer Osten, wo ein neuer Radweg Richtung Posthof errichtet wurde, eine weitere ehemalige Schienenstreck für sanfte Mobilität genützt“, schließt Stadtrat Michael Raml. 

Die ehemalige Straßenbahn Ebelsberg–St. Florian, auch Florianerbahn genannt, ist eine eingestellte Straßenbahnstrecke in Oberösterreich. Sie war ursprünglich eine als Eisenbahn konzessionierte schmalspurige Lokalbahn zwischen der früher selbstständigen Gemeinde Ebelsberg (heute ein Stadtteil von Linz) und St. Florian. 

Eigentümerin war die Lokalbahn Ebelsberg–St. Florian AG, die Betriebsführung oblag der Firma Stern & Hafferl aus Gmunden. 

Die Spurweite beträgt wie jene der Linzer Straßenbahn 900 mm.  Der reguläre Betrieb dauerte vom 2. September 1913 bis zum Jahresende 1973. Ab 1929 war sie in Ebelsberg direkt mit dem Linzer Straßenbahnnetz verbunden, sodass Beiwagen von Linz bis St. Florian durchlaufen konnten.

Nach der Einstellung auf Grund zu hohen Defizits im Jahr 1973 wurde ein Teilstück bis 2003 noch als Museumsbahn genützt.