Medienservice vom: 01.07.2021

Städtebauliche Kommission präsentiert Grundlagen für die Entwicklung des Lenauviertels Raml: „Lenauviertel soll charaktervolles, lebendiges Stadtquartier mit hoher Aufenthaltsqualität werden“

Städtebauliche Planung bedeutet, den Rahmen für einzelne Projekte innerhalb eines Gebietes aus einer übergeordneten Perspektive zu schaffen. Auch bei der aktuellen Betrachtung der Städtebaulichen Kommission des Lenauviertels wurden die Potenziale und Bezüge des Standorts erkannt und sollen bei der Entwicklung künftiger Projekte einfließen.

So wie andere Linzer Stadtgebiete ist auch das Lenauviertel im Umbruch. Dieses Stadtareal befindet sich jedoch schon lange in einer Umbruchphase. Aus dem Spannungsverhältnis aus unterschiedlichen Stadtstrukturen, Nutzungen, Maßstäblichkeiten, stadträumlichen Beziehungen und Entstehungszeiten kommt aber auch das spezifische Potenzial des Viertels. 

Bemerkenswert ist etwa die sehr zentrale Lage des Viertels, das aber dennoch vom Linzer Stadtzentrum isoliert ist. Diese Widersprüchlichkeit ergibt sich aus dem Verlauf der Bahntrasse, die tangential zum Stadtzentrum verläuft. Ein Phänomen, dass in vielen größeren europäischen Städten zu beobachten ist. 

Das Quartier gliedert sich in drei Teilbereiche und ist durch starken Durchzugsverkehr und gewerbliche Nutzung mit großen Parkplätzen geprägt. Die zahlreichen in Vorbereitung befindlichen, teils großvolumigen Neubauprojekte (‚Tanzende Türme‘, Realisierung European 14-Projekt in der Wiener Straße, neue Bebauungspläne und Blockrandschließungen, Barbaraquartier) eröffnen Möglichkeiten, Nutzungsschwerpunkte und Charakteristik des Ortes neu zu definieren. Dafür erscheint es notwendig, die völlig unterschiedlichen Qualitäten der drei prägenden Teilgebiete zu erkennen und zu stärken.

„Die Etablierung des Lenauviertels als charaktervolles, lebendiges Stadtquartier mit hoher Aufenthaltsqualität ist auch deshalb von zentraler Bedeutung, weil das Viertel sozusagen als ,Trittstein‘ in den Linzer Süden zu sehen ist, der positive Impulse für weitere Entwicklungen des südlich angrenzenden Stadtraums geben kann“, erklärt Stadtrat Michael Raml.

Ziel der städtebaulichen Kommission ist eine nachhaltig attraktive, innovative und lebenswerte Entwicklung der Stadt Linz auf Basis hoher städtebaulicher Qualität zu unterstützen. Als Sachverständigengremium besteht die Aufgabe der städtebaulichen Kommission in der Ausarbeitung und Dokumentation von konkreten städtebaulichen Zielsetzungen zur Verwendung von städtebaulichen Entscheidungen. Dazu zählt die Erarbeitung städtebaulicher Zielsetzungen für komplexe Projekte mit großen Dimensionen, die auch ihre Umgebung beeinflussen. Die städtebauliche Kommission besteht grundsätzlich aus drei externen und drei internen Fachexperten aus den Bereichen Architektur, Stadtplanung, Raumplanung, Verkehrsplanung und Freiraumplanung. Je nach Komplexität der Aufgabe werden weitere Mitglieder hinzugezogen.