Medienservice vom: 26.07.2021 |Fotos zum Medienservice

Klimaanpassung: Neben Hitze stehen sowohl Extremwetterereignisse wie Starkregen als auch der Erhalt der Biodiversität im Fokus Zahlreiche Hochwasserschutz- und Revitalisierungsmaßnahmen in den vergangenen Jahren durchgeführt

In seiner letzten Sitzung im Juli hat der Gemeinderat den Fahrplan für die Konzepterstellung zur Klimaanpassung der Stadt Linz beschlossen. In aller Munde ist dabei bereits, dass das Stadtgrün ausgeweitet werden muss, um Schutz vor Überhitzung zu bieten.

„Klimaanpassung bedeutet aber wesentlich mehr, vor allem auch die Berücksichtigung von Extremereignissen wie Starkregen oder auch Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität. Ich bin deshalb sehr froh, dass wir im Wasserbau in den vergangenen Jahren wichtige Maßnahmen umsetzen konnten. Wir müssen sowohl im Klimaschutz als auch in der Klimaanpassung jetzt die notwendigen Weichen stellen, um unsere Lebensgrundlagen für die nächsten Generationen zu erhalten“ so die für Umwelt, Natur- und Hochwasserschutz zuständige Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger. 

In den vergangenen Jahren sind zahlreiche Hochwasserschutz-, aber auch Revitalisierungsmaßnahmen vor allem an Linzer Bächen durchgeführt worden. So wurden im Linzer Süden sowohl der letzte Teilabschnitt des Aumühlbachs, als auch der Magerbach revitalisiert. Am Haselgraben wird seitens der Wildbach-und Lawinenverbauung gemeindeübergreifend ein Hochwasserschutz- und Revitalisierungsprojekt umgesetzt. Zudem wurde 2014 der Traundamm westlich der B1 auf Linzer Stadtgebiet saniert, da das Hochwasser 2013 hier einen dringenden Handlungsbedarf erfordert hat.

Strategische Schwerpunkte des Klimaanpassungskonzepts für Linz

Auf Antrag des Umweltressorts hat der Gemeinderat folgende zehn übergeordneten Ziele als die strategischen Schwerpunkte für die Klimaanpassung von Linz beschlossen: 

  • Klimaökologische Ausgleichsfunktion auf städtischer Ebene erhalten und aufwerten (Beispielsweise Durchlüftungsschneisen erhalten);
  • Stadtklimatisch wirksame Freiflächen schaffen, erhalten und aufwerten;
  • Aufenthaltsqualität im Freien erhalten und aufwerten;
  • Biodiversität erhalten und fördern;
  • Veränderte Risikolage bei Extremereignissen berücksichtigen. Berücksichtigung der veränderten Häufigkeit und Intensität in der Stadt- und Raumplanung, in Katastrophenvorsorge sowie im Katastrophenmanagement;
  • Verbesserung und Ausbau der stadtklimatisch bedeutsamen Datenlage;
  • Governance – Umgang mit dem Klimawandel als integralen und strategischen Bestandteil der Stadtverwaltung und -entwicklung etablieren;
  • Interne sowie externe Bewusstseinsbildung intensivieren;
  • Gesundheit und Wohlbefinden – gesundheitliche Belastungen vermindern und Förderung des Wohlbefindens der LinzerInnen unter veränderten klimatischen Rahmenbedingungen;
  • Kritische Infrastruktur – Funktionsfähigkeit von kritischer Infrastruktur und kritischen Serviceleistungen sicherstellen. 

Das Klimaanpassungskonzept soll den Umgang mit dem Klimawandel als integrierten und strategischen Bestandteil in der Stadtverwaltung und -entwicklung verankern und nachteilige Auswirkungen des Klimawandels auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft vermeiden. Zusätzlich soll aber auch aufgezeigt werden, wie sich ergebende Chancen genutzt werden können. Ein Anpassungskonzept dient damit als Entscheidungshilfe und Planungsgrundlage und gibt dazu einen Überblick über die erwarteten Auswirkungen von Klimafolgen im Stadtgebiet von Linz auf Grundlage von wissenschaftlichen Prognosen.

Weiterer Fahrplan: Review durch den Klimabeirat und partizipativer Prozess

Als nächster Schritt auf dem Weg zum Klimaanpassungskonzept werden so genannte Verwundbarkeitsstudien für jeden einzelnen Stadtteil erstellt werden. Diese zeigen, welche Gebiete in der Landeshauptstadt besonders hohen Handlungsbedarf in Hinblick auf Klimaanpassung aufweisen. Gegen Ende des dritten Quartals soll der Aufbau des Klimaanpassungskonzepts durch die Klimastabstelle dem Klimabeirat für ein erstes Review und fachliche Rückmeldungen zur Verfügung gestellt werden. 

Ende des laufenden Jahres startet darüber hinaus ein umfassender partizipativer Prozess: Die Stadt arbeitet darin gemeinsam mit Tochtergesellschaften ihrer Unternehmensgruppe (UGL), Bürgerinnen und Bürgern sowie weiteren Stakeholdern mit Linz-Bezug unter anderem Handlungsempfehlungen aus Sicht der Beteiligten aus. Voraussichtlich Mitte 2022 soll das Klimaanpassungskonzept dann beschlossen werden. 

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