Medienservice vom: 09.08.2021 |Downloads zum Medienservice|Fotos zum Medienservice

Aufforstungsprogramm in Linz Vizebürgermeister Baier: „3.000 zusätzliche Baumpflanzungen in den stadteigenen Wäldern“

  • Gesamtwaldfläche in Linz in den letzten 15 Jahren um 5 Prozent gewachsen

Linz zählt mit 1.724 Hektar Gesamtwaldfläche (500 Hektar davon sind stadteigene Wälder die im Besitz der Stadt Linz stehen) zu den grünsten Städten Österreichs. Die Wälder im Stadtgebiet liegen wie ein schützender Gürtel im Norden, Süden und Westen der urbanen Siedlungszonen.  

„Diese Waldgebiete sind für das Stadtklima von besonderer Bedeutung. Der Wald trägt auch massiv zur Lebensqualität der Bevölkerung bei. So ermöglichen Waldspaziergänge Erholung und gesunde Betätigung. Dies wiederum kann so mancher Krankheit vorbeugen und unser allgemeines Wohlbefinden steigern. Studien belegen, dass ein positiver Zusammenhang zwischen der Erreichbarkeit von Waldgebieten und der physischen Gesundheit der lokalen Bevölkerung besteht“, betont der Linzer Referent für Stadtnatur und Lebensqualität Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier.  

Bei allen Neupflanzungen strebt die Stadt die Schaffung gesunder und widerstandsfähiger Mischwälder an. Dies dürfte bereits Früchte tragen, denn bei den letzten Stürmen und vor allem im Zuge der Gewitter im Juli wurden im Schiltenbergwald und in Urfahr nur einige umgerissene Bäume und abgebrochene Äste verzeichnet. Vor großflächigen Schäden blieben die stadteigenen Wälder verschont. 

„Das Aufforstungsprogramm wird auch heuer konsequent fortgesetzt. Bereits im Frühjahr wurden 1.500 Jungbäume gepflanzt. Weitere 1.500 folgen nun im Herbst. Somit bereichern dieses Jahr bis zu 3.000 neue Bäume die stadteigenen Wälder. Unser Wald ist Lebensraum, Naherholungsoase, Trinkwasserfilter und grüne Lunge – ein ökologischer Hybrid, der für Ausgleich und Erholung sorgt“, führt Baier weiter aus. 

Insgesamt sind 18 Prozent des 96 Quadratkilometer großen Stadtgebietes bewaldet, damit liegt Linz, prozentual auf die Größe des Stadtgebietes gerechnet, im Waldflächen-Ranking etwas vor der Stadt Graz. Knapp ein Drittel des Waldes ist im Besitz der Stadt, die damit größter Waldbesitzer von Linz ist. 

Von den 1.724 Hektar Linzer Wald gehören ca. 500 Hektar dem Magistrat und werden von städtischen Mitarbeitern betreut. Während andernorts auf Grund des Bevölkerungswachstums die Waldflächen durch Neubauten reduziert wurden, verzeichnet Linz durch eine vorausschauende Forstplanung eine gegenläufige Entwicklung. „Während im Jahr 2004 ‚nur’ 1.650 Hektar in der Landeshauptstadt bewaldet waren, ist die Waldfläche in Linz in den vergangenen 15 Jahren um 5 Prozent (das entspricht einem Plus von 74 Hektar) gewachsen“, so Baier.

Die Betreuung und Bewirtschaftung der stadteigenen Wälder erfolgt durch den Stadtförster und ein 6-köpfiges Forstteam des Geschäftsbereichs Stadtgrün und Straßenbetreuung.

Im Vordergrund der Arbeit des städtischen Forst-Teams steht eine nachhaltige Bewirtschaftung, um die Wälder resistenter zu machen, vor allem, indem käferanfällige Fichten durch gesunden Laub- und Mischwald ersetzt werden.

Waldentwicklungsplan als Leitlinie für nachhaltige Entwicklung

Als Grundlage, um den Wald als Naherholungsraum und seine Schutzfunktion weiterhin zu erhalten und auszubauen, dient der Waldentwicklungsplan (WEP), der von der forstlichen Raumplanung des . Landesforstdienstes erstellt wurde und die nachhaltige Bewirtschaftung und Pflege der 500 Hektar stadteigener Wälder zum Ziel hat.

Es gilt, einen Stadt-Wald mit Zukunft zu schaffen. Die größte aktuelle Herausforderung dabei ist, dem Eschensterben und dem Borkenkäferbefall durch Aufforstung mit widerstandsfähigen Baumarten zu begegnen. 

Um den Stadt-Wald klimafit zu halten, ist es besonders wichtig, Mischwald, zum Beispiel Eichen, zu setzen. 

In vom Eschentriebsterben betroffenen Flächen sind Wiederaufforstungen mit standortgerechten und widerstandsfähigen Baumarten (Rotbuche, Hainbuche, Eiche, Vogelkirschen, Douglastannen und Lärchen) nötig.


Aufforstung im Schiltenbergwald: Mischwald statt Fichtenmonokultur 

Kampfansage an den Borkenkäfer mit Laubbäumen 

Dem Borkenkäfer sagt die Stadt Linz mit der Aufforstung durch Laubbäume den Kampf an. Der Fichtenbestand wird nach Aufarbeitung der Schäden kontinuierlich durch Laubholz (ohne Eschen) ersetzt, um einen standortgerechten und gesunden Waldbestand für die kommenden Generationen zu garantieren.

Aufforstungen 2021 – 3.000 Bäume zusätzlich in den stadteigenen Wäldern

Nach der kompletten Aufforstung des so genannten Winklerwalds, einer grünen Oase im Stadtbezirk Froschberg, in den vergangenen Jahren, stehen in diesem Jahr großangelegte Baumsetzaktionen im Schiltenbergwald in Ebelsberg und in Urfahr im Fokus.


Pflanzungen im Schiltenbergwald


Aufforstungen am Büchlholzweg, Fotos: SGS Linz

2021 wurden im Frühjahr im Schiltenbergwald und in Urfahr am Büchlholzweg bereits 1.500 Jungbäume auf einer Fläche von ca. 20.000 Quadratmetern gepflanzt. Dabei wurden Eichen, Buchen und Tannen verwendet, um einen gesunden Mischwaldbestand zu erhalten.

Ab dem Herbst dieses Jahres, also zur Hauptpflanzzeit im Oktober, erfolgen weitere 1.500 Neupflanzungen.

„Die standortgerechten Jungpflanzen wurden auf Basis des Linzer Baumpflanzungskonzeptes ausgewählt und die Baumpflanzungen werden nach ökologisch nachhaltigen Gesichtspunkten durchgeführt, um eine möglichst lange Lebensdauer zu erreichen. Ziel ist, an Stelle der in Europa in der Vergangenheit weit verbreiteten Monokulturen, einen gesunden und widerstandsfähigen, ökologisch wertvollen Mischwaldbestand zu schaffen. Denn geht´s den Bäumen gut, geht es auch dem von einer Vielzahl an Faktoren abhängenden Stadtklima besser“, sagt Vizebürgermeister Baier. 

Laubholz-Naturverjüngung im Haselgraben

Parallel zu diesen Aufforstungen wird in den Waldflächen des Haselgrabens eine so genannte Naturverjüngung durch Laubholz durchgeführt.

Grundsätzlich soll im Sinne des § 13 Abs. 1 Forstgesetz eine Wiederbewaldung spätestens nach fünf Jahren durchgeführt werden. Diese Wiederbewaldung kann nicht nur durch Neupflanzung erfolgen, sondern auch durch so genannte Naturverjüngung. Der Naturverjüngung (Anflug oder Aufschlag) ist grundsätzlich prioritäre Bedeutung zuzumessen. Bei der Naturverjüngung stellt sich die Verpflichtung zur Wiederbewaldung erst nach zehn Jahren ein. Die Forstbehörde darf hier auch nicht vorweg in den Entscheidungsspielraum des Waldeigentümers eingreifen. Grundsätzlich liegt es im Ermessen des Waldeigentümers, mit welchen forstlichen Gewächsen und wann genau aufgeforstet wird.

Regionale und standortgerechte Nachpflanzung

Die gepflanzten Jungbäume müssen über Jahre gepflegt werden – unter anderem ausgemäht und vor Wildverbiss geschützt. Ein Schwerpunkt ist aber die Naturverjüngung. Das heißt, die Bäume die von selbst austreiben, werden besonders gefördert, da sie am besten anwachsen. Hauptbaumarten sind Buche, Eiche, Ahorn, Vogelkirsche, Lärche und Tanne.

Es gilt im Zuge der Neupflanzungen, den Fichtenbestand nach Aufarbeitung der Schäden kontinuierlich durch Laubholz (ohne Esche) zu ersetzen, um einen standortgerechten und gesunden Waldbestand für die kommenden Generationen zu garantieren.

Urfahr und Linzer Süden haben größten Waldanteil

Entsprechend den geografischen Gegebenheiten und historischen Entwicklungen verfügen Urfahr und der Süden von Linz über den größten Waldanteil.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier zum Thema „Aufforstungsprogramm in den Linzer Wäldern“)

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