Medienservice vom: 19.08.2021 |Downloads zum Medienservice

Wirtschaftsstandort Linz Städtische Maßnahmen als Turbo für Start Ups

  • Maßgeschneiderte Angebote fördern den Linzer Gründerboom

Im Zuge der Wirtschaftsstandort-Agenda 2027 erarbeitet das städtische Wirtschaftsressort gemeinsam mit externen Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und öffentlichen Institutionen konkrete Handlungsoptionen und Perspektiven zur Stärkung der heimischen Wirtschaft. Eine wesentliche Rolle dabei spielt die Unterstützung der Start Up-Szene.

„Neben etablierten Unternehmen ist es wesentlich für einen Wirtschaftsstandort, dass sich neue kreative Unternehmen gründen. Nur ein Zusammenspiel beider ermöglicht eine attraktive Weiterentwicklung eines Wirtschaftsraumes. Die dafür gesetzten Maßnahmen zeigen Früchte. In Linz werden trotz der Corona-Pandemie mehr als 800 Unternehmen im Jahr neu gegründet. Das bedeutet, dass pro Tag also im Schnitt mehr als zwei neue Projekte als Firma angemeldet werden. Davon kommt ein Fünftel aus der IT-Branche. Besonders im Start Up-Bereich werden Impulse gesetzt, die den Wirtschaftsmotor in der Landeshauptstadt ankurbeln“, informiert Vizebürgermeister Wirtschaftsreferent Mag. Bernhard Baier.

„In der Wirtschaftsstandort-Agenda 2027 sind die Rahmenbedingungen für das wirtschaftliche Handeln in Linz festgelegt. Eine wesentliche Säule dabei ist die Förderung der Start Up-Szene, die auf mehreren Ebenen erfolgt und zu einer Fortsetzung des Gründer- und Start Up-Booms in Linz führen wird“, sagt Projektleiterin Mag.a Anke Merkl. 

Digitaler Gründerboom 

Die Zahl der Unternehmensgründungen ist 2020 im Jahresvergleich trotz der Pandemie leicht angestiegen. Im Vorjahr wurden in Linz sogar mehr Unternehmen gegründet als im Jahr davor. Mit 861 Neugründungen sowie 115 Betriebsübernahmen gibt es 976 neue Unternehmen in der Landeshauptstadt. 2019 waren es „nur“ 736 Unternehmen sowie 110 Betriebsübernahmen.

Die meisten Gründungen in Linz gab es 2020 in der Sparte Gewerbe und Handwerk mit 314, dahinter die Sparten Handel (234) sowie Information und Consulting (216). Ein Schwerpunkt bei Neugründungen in Linz liegt vor allem in der wirtschaftsnahen Kreativwirtschaft oder auch im Internethandel.

Diese Zahlen für Linz zeigen, dass sich die Gründer im Jahr 2020 an die herausfordernde Situation angepasst haben. Sie nutzen digitale Leistungen, um sich vorzubereiten.

„Die Bilanz des Jahres 2020 verdeutlicht uns einmal mehr, wohin der Trend geht, nämlich in Richtung digitaler Modelle, die die Betriebe zukunftsfit machen. Daran richtet sich auch die Wirtschafts- und Start Up-Förderung der Stadt aus“, sagt Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier. 

Die Start Up-Offensive der Stadt Linz beruht auf folgenden Initiativen:
Ausweitung der Gründerförderung

Per Gemeinderatsbeschluss vom 1. Juli 2021 wurde das Schwerpunktprogramm zur Gründer- und Jungunternehmerförderung der Stadt verlängert, bei dem die Mietkosten in den ersten drei Jahren für Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer wesentlich reduziert werden. Dabei geht es vor allem um die Erweiterung der bestehenden Richtlinien um den neuen Standort im LIT Open Innovation Center. Das LIT Open Innovation Center ist mit seinen inhaltlichen Schwerpunkten in den Bereichen Artificial Intelligence, Roboter Intelligence, IT Security, Informationselektronik und Industrie 4.0 ein wichtiger Impulsgeber für die Weiterentwicklung dieser Themen und für die Stärkung der angesiedelten Wirtschaft.

Durch die Förderung soll an diesem Standort eine gezielte Unterstützung der Ansiedelung technologieorientierter Unternehmen und Forschungseinrichtungen für den Zeitraum von drei Jahren sichergestellt werden. Derzeit sind 12 Arbeitsplätze im Open Space der LIT vorgesehen, wobei hier das monatliche Nutzungsentgelt für bis zu drei Arbeitsplätze pro Förderwerber gefördert wird.

Im Jahr 2020 waren es drei Standorte, an denen die Gründerförderung durch die Stadt zum Tragen kam: der Techharbour mit dem Techcenter Winterhafen und der Neuen Werft sowie die Tabakfabrik Linz. Es wurden acht Förderwerber durch Mietzuschüsse in der Höhe von 9.400 Euro netto pro Jahr gefördert.

„Spot on – On Spot“

Das Wirtschaftsressort der Stadt Linz stellt gemeinsam mit der Creative Region Linz & Upper Austria innovativen Jungunternehmern und Jungunternehmerinnen Schaufenster in der Linzer Innenstadt zur Verfügung. Die Unternehmen werden in einem Rahmen aus programmierbaren LED-Leuchtstoffröhren, den so genannten „Spotlights“, prominent in Szene gesetzt. Die dreidimensionale Anordnung der Elemente beeinflusst den Betrachtungswinkel und das jeweilige Erscheinungsbild für die vorbeziehenden Passanten. Durch den speziellen Aufbau der Leuchtmittel im Raum sind Botschaften nur dann erkennbar, wenn sich die Betrachter „on spot“, also am richtigen Punkt, befinden. Dieser wird entsprechend am Boden markiert. Die Beklebung der Schaufenster verweist auf zusätzliche Funktionen und lädt Passanten ein, die Projekt-Website via QR-Code zu besuchen und aktiv in Interaktion zu treten. „Spot on“ heißt es also für innovative und kreative Linzer Jungunternehmen.

Linzer Gründerinnen und Gründer bzw. Start Ups erhalten so Rampenlicht für ihre Arbeit. Insgesamt stehen drei Schaufenster zur Verfügung, die jeden Monat neue Unternehmen präsentieren. „Spot on – On Spot“ ist als Baukastensystem konzipiert und ermöglicht so eine Anpassung an die unterschiedlichen Maße der Schaufenster. Durch dieses System wird die in der Regel kurzfristige Bespieldauer der Schaufenster berücksichtigt und ein schneller „Umzug“ an einen neuen Ort mit anderen Maßen ermöglicht. Das Projekt ist grundsätzlich skalierbar und soll vorerst bis Ende 2021 dauern.

Bis zum Dezember ist jeder Monat einem anderen Schwerpunkt gewidmet. Anschließend werden im Dezember die Creatives of the year präsentiert, die zuvor mittels Jury gekürt werden.

Hub‘ERT

Mit dem Projekt Hub’ERT, dem Hub for entrepreneurship, research and technology, bietet die Stadt Linz in Kooperation mit allen relevanten Stakeholdern, wie WK, der Jungen Wirtschaft, tech2b, akostart, der JKU, der FH , der Creative Region, dem Techcenter, der Softwarepark Hagenberg und erfolgreichen Unternehmen ein Portal zu einem Netzwerk von unabhängigen und neutralen Unterstützern für Gründer, Start Ups und Jungunternehmer. Bis zu 4.000 Beratungsgespräche im Jahr und bisher fast 900 Beratungs- und Gründerevents sind wesentliche Eckdaten dafür, wie sehr dieses Angebot angenommen wird. 

EDISON

Mit dem zweistufigen Ideenwettbewerb EDISON wird potentiellen GründerInnen und kreativen, technologie- und innovativ-orientierte ErfinderInnen der Schritt in Richtung Unternehmertum leichter gemacht. Organisiert wird der Wettbewerb von tech2b in Zusammenarbeit mit dem TECH HARBOR, der Kunstuniversität Linz und der CREATIVE REGION.

Belohnt werden Einreichungen in den Kategorien Technologie, Innovation und Kreativwirtschaft. Dazu gibt es den Sonderpreis für „Social Entrepreneurship“ für „Digitalisierung“ und den EDISON Junior.

Die Digitale Meile – DIGITAL MILE

Linz ist einer der Top-Technologiestandorte in Österreich. Von der Donaulände über die Hafenstraße bis zur Industriezeile haben sich mittlerweile mehr als 112 IT-Unternehmen mit knapp 3.000 MitarbeiterInnen angesiedelt. Vor allem die Tabakfabrik und die Neue Werft sind hier die Hot-Spots. Im März 2019 wurde von der Stadt Linz die Initiative „Digitale Meile gegründet“, um Know-how, Wissen und Talente in der IT-Branche zu bündeln und gemeinsam den Standort für IT-Fachkräfte noch attraktiver zu machen. Ein Expertenrat unterstützt aktiv Start Ups im Technologiezentrum „Neue Werft“.

Bei der Digitalen Meile handelt es sich um die stärkste Fokussierung von IT-Wirtschaft in Oberösterreich. Als Kernteam engagieren sich aktuell: 

Bet-at-home, Cloudflight, Dynatrace, Fabasoft, karriere.at, MIC, Netural, Smarter E-Commerce, s&t und der TECH HARBOR. Die Abwicklung erfolgt durch den TECH HARBOR (Dachmarke über NEUE WERFT & TECHCENTER), der als Gesellschaft im rein öffentlichen Eigentum die Initiative bereits erfolgreich aufgebaut hat.

Allgemeines Ziel der Digitalen Meile ist es, den Standortbereich „Tabakfabrik – Hafen“ für nationale und internationale Fachkräfte in der IT-Branche attraktiv zu machen. Es geht darum, Fachkräfte zu gewinnen, zu halten und auszubilden.

Zur Weiterqualifikation von internationalen Fachkräften finden seit 2019 zudem firmenübergreifende Sprachkurse statt. Seit Beginn besuchten rund 120 TeilnehmerInnen die Kurse.

Auch für die Heranbildung des Nachwuchses ist die Digitale Meile mit dem so genannten DiMi-Camp im Einsatz.

Das DiMi-Camp ist ein Sommerprogramm mit technischem Schwerpunkt für Kinder zwischen 10 und 15 Jahren. Dieses Pilotprojekt findet heuer von 23. bis 27. August statt. In Kooperation mit der HTL Leonding und dem CoderDojo lernen Kinder spielerisch Elektrobasteln und das Programmieren. Das Pilotprojekt DiMi wird mit 35 Kindern durchgeführt und verfolgt das Ziel, in den nächsten Jahren weiteren TeilnehmerInnen dieses Service anzubieten.

Die Kosten der Umsetzung diverser spezifischer Maßnahmen werden von den Unternehmen selbst getragen. Die Koordination und Planung der Maßnahmen wird von Land und Stadt Linz gefördert. 

In diesen beiden, auch städtischerseits geförderten Einrichtungen sind aktuell ca. 110 JungunternehmerInnen und GründerInnen aktiv.

Darunter befinden sich einige besonders innovativen Firmen wie z.B.

Ein Fixpunkt der Digitalen Meile ist das Techcenter am Winterhafen. In dieses ist zusätzlich ein Gründerzentrum integriert, das besonders JungunternehmerInnen aus den technologischen Schwerpunktbereichen anspricht. Sie können Mietzuschüsse über die Stadt Linz erhalten.

Das tech2b Gründerzentrum zielt vor allem darauf ab, High-Tech-Unternehmen zu fördern. Forschungsergebnisse sollen über Unternehmensgründungen verwertet werden, um mehr und erfolgreiche High-Tech-Unternehmen in Oberösterreich zu schaffen.

tech2b ist eng an die oberösterreichischen Forschungseinrichtungen der Johannes Kepler Universität Linz, FH Oberösterreich sowie außeruniversitärer Forschungszentren gekoppelt.

Der TECH HARBOR bietet an deinen beiden Standorten im TechCenter und in der Neuen Werft Unterstützung mit Beratung, Förderung, Infrastruktur und Netzwerk für JungunternehmerInnen. Im TechCenter und in der Neuen Werft, die auch städtischerseits gefördert werden, sind aktuell ca. 110 JungunternehmerInnen und GründerInnen aktiv. 

Neugründungen auf den Linzer Märkten 

Ein fruchtbarer Boden für Neugründungen und Start Ups sind auch die städtischen Märkte. Jüngstes Beispiele dafür sind der Einzug der BIO Austria in das umgebaute Glashaus am Grünmarkt sowie die Neugründungen Pastamacher und DeRgustationsladen, am Südbahnhofmarkt.

Mit der Eröffnung des neuen Bio Austria Marktes am Grünmarkt in Urfahr geht nicht nur der Wunsch vieler Konsumenten nach Vielfalt und besonderes Qualität regionalere Bio-Produkte in Erfüllung, sondern Bio Austria setzt auch Impulse für stete Innovation und qualitative Weiterentwicklung der biologischen Landwirtschaft. 

Bio Austria am Grünmarkt Urfahr

Neueröffnung „Pastamacher“ am Südbahnhof

Neben dem Grünmarkt ist auch der Südbahnhofmarkt ein guter Boden für Start Ups bzw. innovative JungunternehmerInnen. Kreative Neuniederlassungen zeugen davon, wie jene der „Pastamacher“, die am 2. Februar auf dem Linzer Südbahnhofmarkt öffneten. Ein weiteres Beispiel ist der „DeRgustationsladen", der vor mehr als einem Jahr aufgesperrt hat. Hier finden Kunden mit Liebe ausgewählte Schmankerl und Handelsartikel, Geschenkideen, Geschirr, spezielle Lebensmittel und vieles mehr. 

Ausblick: Konzeptionierung des Female Entrepreneurship Programmes

Das Thema Female Entrepreneurship ist in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus gerückt: Studien belegen, dass GründerInnenteams mit einem wesentlichen Anteil an Frauen langfristig erfolgreicher sind. In der Realität sind Frauen jedoch sowohl in Führungsebenen als auch bei Gründungen unterrepräsentiert. Dies gilt auch für die Kreativwirtschaft und die Start Up-Szene.

Um Frauen in der Szene zu fördern und einen Beitrag zur Sichtbarkeit und Stärkung von Unternehmerinnen zu leisten, soll ab 2022 ein maßgeschneidertes Female Entrepreneurship-Programm in Kooperation mit vorhandenen Netzwerken angeboten werden. Dieses soll neben Talkformaten, Workshops und Weiterbildung auch Mentoring beinhalten.

Förderungen und Kontakt 

Alle Unterstützungen zur Gründer- und Jungunternehmerförderung und der Kontakt zum seitens der Stadt Linz zuständigen Geschäftsbereich Finanzen und Wirtschaft, Abteilung WEU sind auf www.linz.at unter folgendem Link zu finden: https://www.linz.at/serviceguide/viewchapter.php?chapter_id=123258

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz „Wirtschaftsstandort Linz – Städtische Maßnahmen als Turbo für Start Ups“ von Wirtschaftsreferent Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier. Weitere Gesprächspartnerin: Mag.a Anke Merkl, MBA, Projektleiterin, Leiterin der Abteilung Wirtschaft und EU des Geschäftsbereiches Finanzen und Wirtschaft)

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Die Stadt Linz fördert im Rahmen der Open Commons Region Linz den Einsatz von freier, anbieterunabhängiger Software. Freie PDF-Reader für Ihr Betriebssystem finden Sie auf der Seite pdfreaders.org (neues Fenster), einem Angebot der Free Software Foundation Europe. Sie können auch den PDF-Reader von Adobe verwenden.

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