Medienservice vom: 27.08.2021

Stadt Linz und Militärkommando OÖ verstärken ihre Zusammenarbeit Umfassende Vorbereitungen auf Krisensituationen im Rahmen einer „Schutz und Hilfe“-Zone

  • Kaserne Linz-Garnisonstraße wird um 10 Millionen Euro ausgebaut und zu autarkem Krisenstandort aufgewertet
  • Bürgermeister Klaus Luger: „Stadt Linz und Militärkommando Oberösterreich kooperieren nicht erst seit Pandemie hervorragend – zur Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger“
  • Militärkommandant Brigadier Mag. Dieter Muhr: „Bundesheer und Stadt Linz bereiten sich gemeinsam auf neue, krisenhafte Situationen wie Blackouts vor“

Die Landeshauptstadt Linz und das Militärkommando Oberösterreich sind seit jeher starke Partner, wenn es darum geht, auf außergewöhnliche Herausforderungen zu reagieren. Aktuellstes Beispiel dafür ist etwa der vom Bundesheer betriebene Teststandort im Linzer Design Center. Dieser stellte seit Monaten eine der wichtigsten Einrichtungen zur Pandemiebekämpfung im gesamten Bundesland dar. Angesichts sich wandelnder Bedrohungslagen und Krisenszenarien, wie Pandemien, Terroranschlägen, Blackouts oder der angesichts des Klimawandels zunehmenden Gefahr von Naturkatastrophen gehen die Stadt und das Militärkommando Oberösterreich nun eine intensivierte Partnerschaft ein. So sollen hinsichtlich künftiger Szenarien gemeinsame Vorbereitungen getroffen werden und eine eigene „Schutz und Hilfe“-Zone für den Zentralraum eingerichtet werden. Deren Kern soll der Fliegerhorst Vogler in Hörsching bilden, die Kasernenstandorte Linz-Garnisonstraße, Wels und Enns sind jedoch wesentliche Standorte im Krisenfall.

Der Bundesheer-Standort in der Linzer Garnisonstraße spielt in den Planungen des Militärkommandos künftig eine wesentliche Rolle: So wird dieser in den kommenden drei Jahren um 10 Millionen Euro saniert und zum autarken Standort ausgebaut. Damit bleibt nicht nur die letzte Bundesheer-Kaserne in der Landeshauptstadt erhalten, sondern auch die Stellungskommission für oberösterreichische Wehrpflichtige. Auch das Heerespersonalamt wird bis Ende 2023 von Wels in die Garnisonstraße verlegt.

„Die  Corona-Pandemie  hat  die  Notwendigkeit  einer  guten Zusammenarbeit zwischen  der  Stadt Linz und dem Bundesheer aufgezeigt. Wir werden auch in Zukunft  einen  wesentlichen  Beitrag leisten. Wir werden uns gemeinsam mit der Stadt Linz auf neue krisenhafte Situationen, wie zum Beispiel bei einem Blackout, vorbereiten“, betont Militärkommandant Brigadier Mag. Dieter Muhr.

„Die Corona-Pandemie hat uns deutlich vor Augen geführt, wie wichtig funktionierende Einsatzstrukturen, aber auch eine reibungslose Zusammenarbeit aller handelnden Organisationen sind. Eine Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Militärkommando und der Stadt Linz ist daher nur folgerichtig und eine Investition in die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger. Im Namen der Stadt Linz begrüße ich natürlich die Investitionen des Bundesheeres in dessen Standort an der Garnisonstraße. Dieser wird dadurch nicht nur langfristig abgesichert, sondern stellt auch einen unverzichtbaren Standort im Krisenfall dar“, erklärt Bürgermeister Klaus Luger, der als Bezirkshauptmann auch dem Krisenstab der Landeshauptstadt vorsteht.

Stadt Linz und Militärkommando Oberösterreich gehen Partnerschaft ein

Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Linz als 208.000 Einwohnerinnen und Einwohner umfassender Ballungsraum mit dem Militärkommando Oberösterreich hat sich bei der Bewältigung der Covid-19-Pandemie bewährt. So konnten auf mehreren Ebenen gemeinsam mit Land Oberösterreich sowie den Einsatzorganisationen wesentliche Herausforderungen binnen kürzester Zeit – Stichwort Massentests bzw. Impfstraßen – gemeistert werden.

Die Pandemie hat uns allen jedoch vor Augen geführt, dass sich die Bedrohungslagen und potenzielle Krisensituationen in den vergangenen Jahren gewandelt haben, welche unsere Gesellschaft vor Herausforderungen stellen können, die vor wenigen Jahrzehnten noch als undenkbar erschienen sind.

Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Linz baut daher in wesentlichen Punkten auf die Bewältigung von Krisensituationen auf. Zusätzlich sind jedoch sowohl soziale als auch kulturelle Aspekte in der Übereinkunft enthalten.

  • Gemeinsame Vorbereitung auf Krisen: Pandemien, Terroranschläge, Fake News, Deep Fake, Blackout oder Naturkatastrophen – neue und sich wandelnde Bedrohungslagen werden Themen einer gemeinsamen Vorbereitung von Bundesheer und Stadt Linz sein. Hierzu werden Workshops, Planspiele und konkrete Übungen stattfinden, deren Planung bereits begonnen haben.
  • Autarkie des Standortes Garnisonstraße: Im Anlassfall werden vom Linzer Kasernenstandort aus Einsätze geführt bzw. unterstützt. Die oben genannten Szenarien treffen die Gesellschaft unvermittelt und haben Auswirkungen auf ziviles wie auch militärisches Leben gleichermaßen. Das Bundesheer wird diese Szenarien mit dem Personal und Material, welches aktuell inklusive Miliz zur Verfügung steht, aus den Kasernen und Standorten heraus bewältigen müssen. Daher ist ein Standort in Linz von großer Bedeutung.
  • Zusammenarbeit bei der zukünftigen „Schutz und Hilfe“-Zone: Diese Zone soll Linz gemeinsam mit dem Zentralraum abdecken. Deren Kern stellt der Fliegerhorst Vogler nahe des Flughafens Linz in Hörsching dar. In der Umsetzung eingebunden sind die anderen Kasernen des Zentralraums, wie etwa der Garnisonstraße sowie den Heeresstandorten Wels und Enns.
  • Zentraler Standort für Stellungspflichtige: Mit dem Erhalt der Stellungsstraße in Linz sowie der Übersiedelung der Abteilung Personalgewinnung des Heerespersonalamtes steht in Linz ein zentraler Standort für Stellungspflichtige, aber auch für Bundesheer-Angehörige zur Verfügung.
  • Unterstützung in sozialen Fragen: Die Stadt Linz unterstützt das Bundesheer künftig etwa bei der Vermittlung von Wohnungen für Heeresangehörige, die von auswärts in den Großraum Linz zuziehen, um hier ihren Dienst zu versehen.
  • Konzerte: Neben dem traditionellen Konzert der Militärmusik im Brucknerhaus (heuer am 15. November) soll es künftig ein großes Konzert gemeinsam mit Partnern im Frühling auf dem Domplatz geben.

Kaserne Amtsgebäude Garnisonstraße wird ausgebaut

Der Standort der Kaserne in der Linzer Garnisonstraße ist nach jahrelangen Diskussionen gesichert: Die Ergänzungsabteilung mitsamt der Stellungsstraße verbleiben – wie vergangene Woche vom Militärkommando angekündigt – in Linz. Damit bleibt der Landeshauptstadt dieser wichtige Standort erhalten, der darüber hinaus auch der Unterstützung und Versorgung von Assistenzkräften und des Truppenübungsplatzes Treffling dient. Zudem dient der Standort Garnisonstraße auch zur Bereitstellung von Einsatzkräften und Stäben bei Großveranstaltungen. So wurde hier beispielsweise während der EU-Ratspräsidentschaft eine ABC-Einheit vorgehalten. Aktuell werden die in der Teststation im nahe gelegenen Design Center eingesetzten Soldaten von hier aus versorgt.

Um das bestehende Amtsgebäude auf seine Voraussetzungen hinsichtlich eines Blackouts zu evaluieren, wurde dieses vor Kurzem einem Blackout-Stresstest unterzogen. Die Ergebnisse werden derzeit analysiert, um Anforderungen für die Errichtung eines autarken Standortes mit einbeziehen zu können.

In den kommenden drei Jahren investiert das Bundesheer etwa 10 Millionen Euro in die Sanierung und in die Neuerrichtung eines Mehrzweckgebäudes bzw. von Sportanlagen. Bis Ende 2023 wird das derzeit in Wels angesiedelte Heerespersonalamt die neuen Räume im Amtsgebäude Garnisonstraße beziehen, womit alle personalrekrutierenden Dienststellen in Oberösterreich an einem Standort vereint werden.

Pandemie: Flächendeckendes Angebot an Teststraßen ohne Bundesheer undenkbar

Seit Ende Jänner dieses Jahres steht das Bundesheer durchgehend in der Landeshauptstadt im Einsatz. Gemeinsam mit den Angeboten von Stadt Linz, Land Oberösterreich sowie den Rettungsorganisationen stellen somit die Soldatinnen und Soldaten ein flächendeckendes Angebot an Testmöglichkeiten in Linz sicher. Seit Beginn des Einsatzes standen insgesamt mehr als 500 Bundesheer-Angehörige an Teststraßen, als Sanitäterinnen bzw. Sanitäter sowie als Versorgungskräfte im Einsatz. In den Spitzenzeiten der Testreihen waren bis zu 70 Männer und Frauen in Uniform bei den Tests aktiv. Das Bundesheer erwies sich damit nicht nur im größten Teststandort der Landeshauptstadt, dem Design Center, als verlässlicher Partner, sondern auch an weiteren Standorten, wie etwa im Volkshaus Ebelsberg sowie in der Berufsschule in der Glimpfingerstraße.

„Die Stadt Linz ist mit 208.000 Einwohnerinnen und Einwohnern der größte Ballungsraum des Bundeslandes, in dem sich durch die starken Pendlerbewegungen Tag für Tag mehr als 300.000 Menschen aufhalten. Im Hinblick auf mögliche Bedrohungslagen bedanke ich mich für die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Militärkommando und halte die Entscheidung des Bundesheeres für den Ausbau der Strukturen in der Landeshauptstadt für äußerst klug und verantwortungsvoll“, betont Bürgermeister Klaus Luger abschließend.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger und Militärkommandant Brigadier Mag. Dieter Muhr zum Thema „Stadt Linz und Militärkommando verstärken Zusammenarbeit“)