Medienservice vom: 07.09.2021 |Fotos zum Medienservice

Linzer Stadtbauernförderung für Natur- und Artenschutz LinzerInnen profitieren von den vielen ökologischen Maßnahmen der Linzer LandwirtInnen

Dank der mit 90.000 Euro dotierten Förderung wird den in Linz wirtschaftenden LandwirtInnen ein kleiner Teil des Aufwands abgegolten, den sie für die Stadtbevölkerung, die Umwelt und die Natur leisten. Insgesamt wurden heuer die Anträge von 67 Bäuerinnen und Bauern bewilligt: darunter die von 49 Urfahraner Bergbäuerinnen und Bergbauern! Beim Besuch der Familie Steininger am Mitterbauerhof machte sich Naturschutzreferentin Mag.a Eva Schobesberger ein Bild von den vielfältigen Leistungen, die die Linzer LandwirtInnen für die regionale Lebensmittelversorgung durch Ab-Hof Verkauf zum Beispiel von Bio-Eiern aber auch durch den aktiven Natur- und Artenschutz erbringen. 

„Mit unserer Förderung unterstützen wir die Linzer Landwirtinnen und Landwirte beispielsweise beim Erhalt und der Pflege von Heuwiesen, Blumenböschungen, Ackerrandstreifen und Rainen. Wir müssen alles tun, um unsere heimische Pflanzen- und Tierwelt und somit intakte Lebensräume zu schützen und zu erhalten. Ich bedanke mich bei den MitarbeiterInnen der Naturkundlichen Station und den Linzer LandwirtInnen, dass sie hier zusammen zum aktiven Natur- und Artenschutz beitragen“, sagt Naturschutzreferentin Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger

Die Naturkundliche Station (NaSt) hat die Grundlagen für diese Förderung entwickelt. Außerdem ist sie für deren Abwicklung, Bearbeitung und Auszahlung zuständig. Weiters sind die NaSt-MitarbeiterInnen laufend mit den Linzer Stadtbäuerinnen und Stadtbauern in Kontakt und beraten über ökologische und naturschutzrelevante Inhalte. Die Stadtbauernförderung der Stadt Linz verbindet ökologische, natur- und landschaftsschutzrelevante, umweltbezogene und bevölkerungswirksame Inhalte. Sie ist also eine Förderung im Sinne der Nachhaltigkeit. 

Schutz von Bienen und Co.

Die Erhaltung und Pflege von Wiesen, blumenreichen Böschungen, Ackerrandstreifen und Rainen ist ein wertvoller Beitrag für die Förderung der Tierwelt, insbesondere der Bienen, die aufgrund negativer Umwelteinflüsse in vielen Landesteilen beeinträchtigt und bedroht sind. Aber auch eine Menge anderer Tierarten profitiert von diesen Kleinstrukturen in der Landschaft: Schmetterlinge, Käfer, Heuschrecken, Vögel und Niederwild wie Hasen, Rebhühner und Fasane nutzen diese Pflanzenvielfalt als Nahrungsraum und Einstand. Gerade Kleinbiotope, die in der Landschaft verstreut sind, wie etwa steile Wiesenböschungen, beherbergen eine große Zahl von Pflanzenarten, die mittlerweile selten geworden oder vom Aussterben bedroht sind. Als Beispiele können Karthäuser- und Heidenelken (im Volksmund als „Steinnelken“ bezeichnet), Pechnelken, Quendel (oder Wilder Thymian) und Oregano (oder Wilder Majoran) genannt werden. Insgesamt wird auf einer Fläche von 6,4 Hektar die regelmäßige Mahd dieser Böschungen gefördert. Ein großer Teil dieser Flächen würde wohl nicht mehr gemäht werden, wenn die Stadt Linz die Bäuerinnen und Bauern nicht fördern würde. Die Folge wäre Verbrachung und Verbuschung und damit ein drastischer Rückgang der Artenvielfalt.

Beitrag zum Hochwasserschutz

Die Förderung von Rainen und Ackerrandstreifen dient dem aktiven Bodenschutz durch Vegetationsbedeckung. Damit werden das Abfließen von Niederschlagswasser aus den Äckern und das Abschwemmen von Humus aus dem Boden gebremst, was letztendlich ein Beitrag zum Hochwasserschutz ist und den Eintrag von Nährstoffen in die Gewässer vermindert. Das wiederum kommt der Gewässerreinhaltung zugute.

Ein weiterer positiver Aspekt der Stadtbauernförderung ist die Erhaltung der städtischen, landschaftstypischen und bäuerlich geprägten Kulturlandschaft, die als wesentliches Element für das Erscheinungsbild der Stadt Linz als grüne Stadt gilt. Die im Grüngürtel aktiv wirtschaftenden Landwirtschaftsbetriebe tragen mit ihren Landschaftspflegeleistungen dazu bei, dass die Möglichkeiten der Naherholung für die Stadtbevölkerung erhalten bleiben.

Ökologische Schutz- und Ausgleichsfunktion:

Im Stadtgebiet kommt dieser Funktion des Grüngürtels besondere Bedeutung zu. Die Pflege und Erhaltung der landschaftsprägenden Elemente, wie Wiesen, Äcker, Böschungen, Raine, Obstbäume, Hecken, Feldgehölze, Wälder, Gräben und Kleingewässer sind Voraussetzung für das Überleben zahlreicher wild lebender Tier- und Pflanzenarten. Dazu kommt, dass Luftqualität und Stadtklima, Boden und Wasserhaushalt günstig beeinflusst werden. Insbesondere auf die Siedlungsrandbereiche wirkt sich diese Kleinklimaverbesserung sehr positiv aus.

Erholungs- und Freizeitfunktion:

Wohn- und Lebensqualität einer Stadt hängen eng mit dem Angebot an Naherholungsflächen zusammen. Die landwirtschaftliche Bewirtschaftung soll nicht nur die Landschaft freihalten und das Landschaftsbild bereichern, sondern spielt für die Linzerinnen und Linzer eine wichtige Rolle für vielfältige Freizeitaktivitäten wie Wandern, Rad fahren, Sport, Natur erleben (Wechsel der Jahreszeiten: Blüte der Obstbäume, Wiesenblüte, Heu- und Getreideernte). Diese Eindrücke sind eng mit der bäuerlichen Arbeit verknüpft.

Landschaftspflege- und Kulturfunktion:

Bäuerinnen und Bauern sind durch die Flächenbewirtschaftung ein Garant für die Pflege der Landschaft und die Bewahrung historischer Baustrukturen (z. B. alte Gehöfte, Kapellen, Zäune, Wegkreuze). Wenn die meist im Stadtrandbereich befindlichen dörflichen Strukturen nicht musealen Charakter bekommen sollen, kann auf landwirtschaftliche Betriebe nicht verzichtet werden. In Bezug auf die Kulturlandschaftserhaltung kommt der Aufrechterhaltung der traditionellen Nutzungsformen wichtige Bedeutung zu. Durch die Nutzung wird verhindert, dass Freiflächen verwildern oder wilde Mülldeponien entstehen.

Allerdings wird die kleinteilige Pflege der Landschaft, die früher zur bäuerlichen Arbeit gehörte, heute kaum mehr betrieben. Beispielsweise werden die für das Landschaftsbild und die Artenvielfalt wichtigen Ackerraine oder Wiesenböschungen nur mehr selten gepflegt, da dies unproduktiv, die Arbeit zu aufwendig ist. Feuchtwiesen oder Sümpfe werden häufig aufgeforstet, trockengelegt, beweidet oder brachliegen gelassen. Die früher übliche, einmalige späte Herbstmahd gibt es heute kaum mehr. Damit verschwinden die auf diesen Lebensraum angewiesenen Tier- und Pflanzenarten und die Landschaft wird Stück um Stück ärmer. Der zuletzt beschriebene Aspekt ist Ansatz für die von der Stadt Linz gewährte Förderung von Landschaftspflegemaßnahmen der Stadtbäuerinnen und Stadtbauern.

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