Medienservice vom: 17.09.2021

Gesundheitsinnovation als Wegbereiter Linz wird zur gesündesten Industriestadt Europas

  • Gesundheitsindikator als wissenschaftlicher Wegweiser

Ob im Privaten, in der Arbeitswelt oder im öffentlichen Leben – die Digitalisierung ist in vollem Gange. Innovation und Technologie bestimmen unsere Zukunft, auch die Zukunft unserer Gesundheit. Doch welche gesellschaftlichen Herausforderungen bringt dieser Fortschritt mit sich? An welchen Parametern macht man die Lösungen der Zukunft fest und wie sollen die richtigen Schritte für eine gesunde Zukunft ermittelt werden? 

Speziell das Gesundheitssystem wird sich in naher Zukunft diese Fragen stellen müssen. Um den Ansprüchen der Menschen auch morgen noch gerecht werden zu können, müssen wir dieses System heute verändern. 

Unser Ziel ist die beste Gesundheitsversorgung mit dem effizientesten und modernsten Mitteleinsatz für unsere Heimatstadt Linz

„Der Weg dorthin führt über Parameter, die geeignet sind, eine moderne Stadt von einer gesunden Gegenwart in eine gesunde Zukunft zu führen und die die Verknüpfung dieser Parameter zu einem Berechnungswerkzeug, einem „Linzer Gesundheitsindikator“, der uns anzeigt, wo der Weg beginnt aber auch Kompass ist, für die Stadt, für das Land und für Europa auf dem Weg zu gesundem Leben mit gesundem Fortschritt für gesunde Menschen“, ist sich Bürgermeister Klaus Luger sicher. 

Der Linzer Gesundheitsindikator soll zum Teil wissenschaftlicher, zum wesentlichen Teil aber politischer Wegweiser sein, hin zu evidenzbasierter, umfassender und nachhaltiger Gesundheitspolitik und Startschuss für ein Projekt, das alle wissenschaftlichen und innovativen Stärken der Stadt Linz so bündelt, dass die Gesundheitsvorsorge der Zukunft in dieser Stadt geschrieben werden kann. Die sauberste Industriestadt Europas wird zur gesündesten Industriestadt der Welt. Die Wiege der digitalen Kultur Österreichs wird Motor einer digitalen und innovativen, aber zugleich bürgernahen Gesundheitsentwicklung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt und zugleich alle Errungenschaften von Wissenschaft, Technik und Inno-vationskraft, die diese Stadt in sich trägt zusammenfasst.

Der Linzer Gesundheitsindikator wird von der Stadt Linz, der Johannes Kepler Universität, und dem Expertenteam Obergantschnig Management GmbH entwickelt. Letzteres hat unter anderem den Rechtsstaatlichkeitsindikator der österreichischen Rechtsanwälte und einen Innovations-Nutzen-Indikator für die ÖBB sowie einen alternativen Wirtschaftindikator (Neu-Wind) etabliert.
Der Linzer Gesundheitsindikator soll der erste Meilenstein für Linz auf einem neuen Weg, hin zu europäischer Deutungshoheit in allen Bereichen der Gesundheitsförderung, Gesundheitspolitik und Gesundheitsmanagement sein. Linz besinnt sich und sein Bundesland einmal mehr auf seine Stärke: Innovationskraft, Modernität und Wissenschaft. Wir haben mit Experten aus der Wissenschaft ein Berechnungsmodell entwickelt, dass es uns als Politiker möglich macht den gesundheitspolitischen Standort zu bestimmen und auch den Weg in eine gesunde Zukunft zu finden.

Linz als europäischer Vorreiter der Gesundheitsinnovation

Der Linzer Gesundheitsindikator und die daraus abgeleiteten Projekte werden die Gesundheitsvorsorge umfassend neu definieren, dem Bundesland Oberösterreich einen entscheidenden Vorsprung in der gesundheitspolitischen Planung „post-covid“ verschaffen und die Republik Österreich zum europäischen Vorreiter in allen Belangen der Gesundheitsinnovation machen. Linz wird nach Industrie und Kultur die Gesundheit in Europa revolutionieren und nachhaltig neugestalten.

Linzer Bevölkerung nimmt häufiger medizinische Leistungen in Anspruch

Eine Auswertung von oberösterreichischen Registerdaten zeigt, dass die Linzer Bevölkerung im Vergleich zur restlichen Bevölkerung mehr medizinische Leistungen in Anspruch nimmt. Auch wenn man für soziodemografische Eigenschaften wie Alter, Geschlecht und Migrantenstatus kontrolliert, konsultieren Linzerinnen und Linzer häufiger Ärzte, nehmen mehr Medikamente, besuchen Spitalsambulanzen häufiger und verbringen mehr Zeit in stationärer Pflege. Innerstädtisch sind die Arztleistungen in 4040 am höchsten, während die meisten Ambulanzbesuche und längsten Spitalsaufenthalte in 4020 zu verzeichnen sind.

Detailanalysen legen nahe, dass die Unterschiede sowohl auf den Gesundheitszustand als auch auf ein unterschiedliches Gesundheitsverhalten zurückzuführen sind. Dadurch ergeben sich folgende Auswirkungen und Schlussfolgerungen:

  • Höhere Ausgaben für die Behandlung von Krebserkrankungen, kardiovaskulären Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen und psychischen Erkrankungen (Stichwort COVID)
  • LinzerInnen gehen weniger oft zu den Allgemeinmedizinern und häufiger zu den Fachärzten. Sie nehmen regelmäßiger an Vorsorgeuntersuchungen (VU, MUKI, Mammografie, PSA Tests) teil.
  • Höherer Wahlarztanteil in der Allgemeinmedizin, geringerer Wahlarztanteil bei den Fachärzten (Verfügbarkeit von FachärztIinnen mit Kassenvertrag)

Bei Betrachtung der Kindergesundheit (Ergebnisse aus Schuluntersuchungen) zeigt sich folgendes Bild:

  • Weniger Allergien und Zahnprobleme bei den Linzer Kindern (die häufigsten Diagnosen) -- Verbesserungen über die Zeit
  • Deutlich höhere Anteile von Übergewicht und Dickleibigkeit – Verschlechterung über die Zeit

Linz erweist sich ebenso als Zentrum der medizinischen Versorgung in

  • Die Ärztedichte in Linz ist relativ betrachtet hoch. Sie sinkt allerdings in den letzten Jahren.
  • Linz hat eine wichtige Versorgungsfunktion für das gesamte Bundesland im Facharztbereich und vor allem im stationären Bereich (65 % der Ausgaben in den Linzer Spitälern entfallen auf PatientIinnen, die nicht in Linz leben).
  • Keine Hinweise auf dadurch verursachte Ressourcenbeschränkungen für die Linzer Bevölkerung.

 „Wir leben in einer sehr schnelllebigen Zeit und es ist schwierig, in der Datenflut einen Überblick zu behalten. Gerade für politische Entscheidungsträger ist es wichtig, den Sachverhalt ganzheitlich beurteilen zu können und Stärken und Schwächen im Detail zu erkennen“, betont Wirtschaftsexperte Obergantschnig. 

SDG3 als eines der Sustainable Development Goals (SDGs) inkludiert eben Gesundheit und Wohlergehen und wird sehr prominent gewichtet. Das zeigt einmal mehr, wie stark der Gesundheitsbereich mit dem Wohlbefinden und damit der Zufriedenheit der Bevölkerung korreliert.

Im Rahmen des Gesundheitsindikators der Stadt Linz stellte sich die Frage, wie es um das Gesundheitssystem der Stadt Linz grundsätzlich bestellt ist. Darüber hinaus war es uns auch ein Anliegen, Stärken ausfindig zu machen und Verbesserungspotenziale offenzulegen. Für die Experten bestand die Aufgabe darin, gesundheitsrelevante Themen in Zahlen zu gießen und sie dadurch vergleichbar zu machen. 

Der Indikator basiert auf drei wesentlichen Säulen. Der Gesundheitsumfrage der Stadt Linz, den Zielerreichungsgrad der Gesundheitsziele der Stadt Linz und dem Gesundheitswesen, welche auf Basis der Auswertungen von Prof. Pruckner erstellt wurden. 

Auf einer Skala von 0 (negativ) bis 100 (positiv) konnte der Gesundheitsindikator der Stadt Linz mit einem Wert von 62 ein gutes Ergebnis erzielen.

Die Bereich Gesundheitsumfrage und Gesundheitsziele konnten ein sehr positives Ergebnis erzielen. Auffallend aber ist, dass sich die Säule Gesundheitswesen im neutralen Bereich befindet und eine Abwärtsdynamik aufweist. Das ist im Wesentlichen auf steigende Kosten zurückzuführen. Die Gründe seien unterschiedlicher Natur. Die Kostenbelastung steigt im Regelfall mit zunehmendem Lebensalter oder dem Wohlstand. Gepaart mit einer abnehmenden Zufriedenheit mit dem Gesundheitssystem stellt sich die Frage, ob Ressourcen effizient eingesetzt werden.

Professor Pruckner weiß, seine Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen zu ziehen.  

Die steigenden Ausgaben für die medizinische Versorgung und Unzufriedenheit der PatientInnen wirft die Frage nach der Effizienzmessung im Gesundheitssystem auf

  • Ausgaben pro Lebensjahr
  • Ausgaben pro qualitätsbereinigtem Lebensjahr
  • Subjektiver Gesundheitszustand

Nichtsdestotrotz hat eine Stadt hat im österreichischen Gesundheitssystem wenig Einflussmöglichkeiten, da Sozialversicherung und Landesgesundheitsfonds die Versorgung steuern. Für die Stadt Linz besteht aber ein gewisser Spielraum, um präventiv Ernährungs- und Bewegungsprogramme für Kinder, Beratungsangebote für Erwachsene und psychosoziale Dienstleistungen sowie Gesundheitsförderung in städtischen Betrieben anzubieten.

Stadt Linz beweist Mut zur Veränderung

„Die Ergebnisse unserer Arbeit verstehen sich als Kompass, mit dem die Politik, Problemfelder erkennen und bearbeiten kann, jedenfalls aber auch als zukünftiger Maßstab des eigenen Engagements. Als Experte für Indexierungen kann ich der Stadt Linz jedenfalls gratulieren zu ihrem Mut, politische Handlungen zumindest im weiteren Sinne zu vermessen. Ich habe in unterschiedlichen Umfeldern solchen Indizes berechnet und platziert, und weiß, dass es einen professionellen, reflektierten und mutigen Institutionsgeist braucht, um Maßnahmen ex post und ex ante durch Zahlen und Bewertungen transparent zu stellen. Eines aber steht fest, wirklicher Fortschritt in jeder Entwicklung braucht solche Werkzeuge und deshalb bin ich mir sicher, dass die Stadt Linz ihren Weg für gesunde Bürger weiter entschlossen und sicher wird gehen können“, konkludiert der Analyst Josef Obergantschnig.

„Linz wird zur gesündesten Industriestadt Europas“

Gesundheitsstadtrat Raml bedankt sich für die Expertise und fasst folgende Ergebnisse zusammen:

Linz schneidet in vor allem jenen Bereichen sehr gut ab, in denen wir als Stadt selbst Verantwortung tragen können. In dem Bereich, in dem wir von EU-, Bundes- und Landespolitik abhängig sind, gibt es offensichtlich den größten Handlungsbedarf.

„Daraus ergeben sich für mich zwei wesentliche Handlungsnotwendigkeiten: Erstens wir müssen Linz selbst auf dem Kurs halten, auf dem es gesundheitspolitisch unterwegs ist und wir müssen unsere Stimme noch lauter dort einbringen, wo wir nur mittelbar gestalten können, wo aber dennoch wesentliche Entscheidungen für die Gesundheit der Linzerinnen und Linzer getroffen werden: In den übergeordneten Entscheidungsebenen. Ich garantiere allen Bürgerinnen und Bürgern, dass unser Indikator auch der Beginn einer Linzer Offensive auf die gesundheitspolitischen Entscheidungsträger dieser Ebenen sein wird. Man wird uns spüren. Konstruktiv, kritisch und andauernd. Wir werden nicht müde werden, das zu erreichen, was wir erreichen wollen: Die gesündeste Industriestadt Europas zu werden“, betont Gesundheitsstadtrat Michael Raml.

Um dieses Ziel erfolgreich umsetzen zu können, ist ein klares Bild der aktuellen Lage sowie eine Prognose der laufenden Entwicklung unabdingbar. Quantifizierbare Indikatoren sind das Fundament einer ganzheitlichen Betrachtung. Sie erlauben uns erst, ein Abbild des Status quo zu erstellen und einen Blick in die Zukunft zu werfen. Sie ermöglichen ein transparentes Handeln, basierend auf nachvollziehbaren und berechenbaren Parametern. Mittels dieser Indikatoren kann klar aufgezeigt werden, welche Stärken und Schwächen das System aufweist, woraus in weiterer Folge Maßnahmen zur Verbesserung des Systems abgeleitet werden können. 

„Ich kann mich noch gut erinnern, wie belustigt die Resonanz war, als einer meiner Vorgänger das Credo ausgab: Linz muss die sauberste Industriestadt der Welt werden und wie stolz wir heute alle sind, dass dies gelungen ist. Deshalb bin ich mir sicher, dass es uns auch gelingen wird, die gemessen gesündeste Industriestadt Europas zu werden und kann allen Linzerinnen und Linzern versichern, dass ich alles, was in meiner Macht steht, tun werde, um dieses Ziel hartnäckig zu verfolgen.“

Noch nie war das Bedürfnis der Menschen nach einem verlässlichen, gut strukturierten und leistungsstarken Gesundheitssystem größer als jetzt. Politik und Verwaltung sind gefordert, den hohen Ansprüchen gerecht zu werden, um die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen und um ihnen die bestmögliche, modernste und umfassendste Gesundheitsversorgung zukommen zu lassen. Gesundheit ist ein wesentlicher Bestandteil von Lebensqualität. Sie ist nicht nur das Fundament von Wohlbefinden und Selbstverwirklichung, sondern ein wesentlicher Bestandteil einer funktionierenden und florierenden Gesellschaft, in der man gut und gerne lebt. Die Stadt Linz will im Bereich Gesundheit Wegbereiter der Zukunft sein und neue Maßstäbe setzen. Linz ist der Beginn des Weges und Linz ist der Wegbegleiter Europas in eine neue gesündere Zukunft. Linz denkt heute an übermorgen. Deshalb wird Linz die gesündeste Stadt Europas. 

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger, Gesundheitsstadtrat Michael Raml, Univ.-Prof. Dr. Gerald Pruckner und Analyst Dr. Josef Obergantschnig zum Thema „Gesundheitsinnovation als Wegbereiter - Linz wird zur gesündesten Industriestadt Europas“)